Eco weeder- im Sitzen das Beikraut in der Reihe regulieren

Die Handarbeit für die Beikrautregulierung macht einen großen Teil der variablen Kosten im Bio-Erdbeeranbau aus. Am Biohof Koblstatt in Neuhofen im Innkreis wird seit Kurzem ein neues Gerät eingesetzt, um die Handarbeitsstunden zu verringern.

Klicken Sie sich dazu auch durch unseren Bildbericht.
Mit dem Ecoweeder lässt sich das Beikraut im Bio-Ölkürbis in der Reihe optimal regulieren
Mit dem Ecoweeder lässt sich das Beikraut im Bio-Ölkürbis in der Reihe optimal regulieren

Bio-Erdbeeren gehören zur Königsklasse im Bio-Ackerbau. Sie brauchen extrem viel Handarbeit in der Beikrautregulierung. Um diese einzudämmen, ist kaum ein maschineller Aufwand zu viel. Hackgeräte stoßen auf den schweren
Pseudo-Gley-Böden am Betrieb von Peter Gadermaier, dem Biohof Koblstatt, und bei den hohen Niederschlagsmengen in der Region schnell an ihre Grenzen. Besonders intensiv ist die Zeit nach dem Setzen der Neuanlagen im Frühjahr. 200 Arbeitskraftstunden (AKh) je Hektar sind da keine Seltenheit.

Youtube brachte die Lösungsidee
Der Ecoweeder ist eine technische Entwicklung, die durch händische Steuerung die Kamerasteuerung ersetzt
Der Ecoweeder ist eine technische Entwicklung, die durch händische Steuerung die Kamerasteuerung ersetzt
Um diese zu verringern, ist Bio-Bauer Peter Gadermaier schon länger auf der Suche nach einer technischen Lösung. Dafür bieten sich die vielen Landtechnik-Videos auf Youtube an.
„Eines Tages stieß ich auf dieses Gerät, es wurde mir auf Youtube als Video vorgeschlagen“, verrät der sympathische Bio-Bauer seine erste Begegnung mit der zukunftsträchtigen Maschine „Ecoweeder“ wird dieses Teil genannt. Bis es dann endlich am Hof ankam und einsatzbereit gemacht werden konnte, dauerte es aber noch einige Zeit. Aber die Hartnäckigkeit hat sich für ihn schon in der ersten Saison gelohnt.
Der „Beikraut-Jäter“ hat sich besonders bei der Erdbeer-Neuanlage bereits bestens einsetzen lassen.
In der Bio-Erdbeerneuanlage ist die Handarbeitseinsparung beachtlich, rechts am Bild noch ohne Handarbeit.
In der Bio-Erdbeerneuanlage ist die Handarbeitseinsparung beachtlich, rechts am Bild noch ohne Handarbeit.
Statt 200 Hand-Hacke-Stunden sind bisher nur 50 AKh je Hektar aufgewandt worden, und das inklusive der Mannstunden für den Einsatz des „Ecoweeders“.

Durchbruch gelingt auch bei Bio-Ölkürbis
Peter Gadermaier setzt den Ecoweeder auch am Ölkürbisfeld ein In einem schmalen Streifen aus Beikraut stehen schön entwickelte Ölkürbispflanzen. Doch die meisten Reihen sind schon frisch bearbeitet und lassen den ursprünglichen Beikrautdruck nur mehr erahnen. Die Beikräuter liegen perfekt enterdet und welk in der Sonne an der Bodenoberfläche.
Der Bio-Ölkürbis wird heuer auf 90cm Reihenweite statt bisher 180cm angebaut. Die Pflanzen rücken in der Reihe damit auseinander- optimal für den Ecoweeder-Einsatz.
Der Bio-Ölkürbis wird heuer auf 90cm Reihenweite statt bisher 180cm angebaut. Die Pflanzen rücken in der Reihe damit auseinander- optimal für den Ecoweeder-Einsatz.
Der Bio-Ölkürbisanbau wurde für den Einsatz des „Ecoweeders“ heuer komplett umgekrempelt. Die bisherigen Anbauabstände von 1,8 Meter im Dammsystem wurden auf 90cm – also auf die Hälfte des bisherigen Reihenabstandes – verringert. Dafür kommen die Pflanzen in der Reihe weiter auseinander. Für den Ecoweeder-Einsatz ist dies besser, da die weiteren Abstände der Einzelpflanzen mehr Handlungsspielraum für das Gerät ergeben.

Technische Details
Der „Ecoweeder“ besteht aus einem Zapfwellenantrieb, Ölmotoren und Keilriemenscheiben, die senkrechtstehende Rotoren antreiben. Jeweils zwei Rotoren je Reihe laufen gegenläufig auf langen Stäben und sind in ihrer Arbeitstiefe einstellbar.
Die technischen Details ermöglichen ein sehr effizientes Regulieren der Beikräuter, die Rotoren legen selbst bei hartnäckigen Pflanzen die Wurzeln zuverlässig frei.
Die technischen Details ermöglichen ein sehr effizientes Regulieren der Beikräuter, die Rotoren legen selbst bei hartnäckigen Pflanzen die Wurzeln zuverlässig frei.
Ein Traktor zieht das Gerät entlang der Reihen. Die beiden Steuermänner am Heck bewegen die beiden Rotoren individuell zwischen den einzelnen Pflanzen in die Reihe hinein und wieder heraus. Damit ersetzen sie die oft teure Kameratechnik für Pflanzenerkennung und Reihensteuerung besonders effektiv und mit sehr geringer Fehlerquote.
Biobauer Peter Gadermaier ist bereits im ersten Jahr des Ecoweeder-Einsatzes hochzufrieden mit dem Ergebnis. Trotz drei Steuermänner ist das Arbeitseinsparungsergebnis beachtlich und übertrifft seine Erwartungen.
Biobauer Peter Gadermaier ist bereits im ersten Jahr des Ecoweeder-Einsatzes hochzufrieden mit dem Ergebnis. Trotz drei Steuermänner ist das Arbeitseinsparungsergebnis beachtlich und übertrifft seine Erwartungen.
„Obwohl dafür 3 Steuermänner notwendig sind, rechnet sich diese Technik gegenüber reiner Handarbeit schon mit dem heurigen Jahr“, kommentiert der Landwirt die Investition.
Den gesamten Bericht über den Ecoweeder und den Biohof Koblstatt lesen Sie in unserer ausführlichen Reportage in der LANDWIRT Bio Ausgabe 4/2017 (Erscheinungstermin 1. Juli 2017).

Bestellen Sie kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft LANDWIRT Bio Ausgabe 4/2017 hier, solange der Vorrat reicht.

Zur Homepage von Asa-lift, der europäischen Vertriebsfirma des Ecoweeders.
Zur Homepage von Biohof Koblstatt.

Autor: Manuel Böhm
Aktualisiert am: 18.07.2017 13:00

Einen Bildbericht zum Ecoweeder gibt es hier

Bildbericht Eco weeder- im Sitzen das Berkraut in der Reihe regulieren

Wir haben den Biobauern Peter Gadermaier im oberösterreichischen Neuhofen im Innkreis besucht und uns den Eco weeder vor Ort angesehen. Den Bildbericht dazu finden Sie hier.

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