EU-Parlament diskutierte Zukunft des Milchmarktes

Bei der ersten Aussprache im Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes (EP) zur Zukunft des Milchmarktes gestern in Brüssel wurden unter anderem auch ein paar kritische Stimmen laut. Dabei standen die Vertragsbedingungen und Genossenschaften im Fokus.
Bei der Diskussion zum Milchmarkt ging es vor allem um die Vertragsbedingungen und Genossenschaften.
Bei der Diskussion zum Milchmarkt ging es vor allem um die Vertragsbedingungen und Genossenschaften.
Den Milcherzeugern ginge es mit festen Verträgen nicht unbedingt besser als heute, meinte der Brite James Nicholson, EP-Berichterstatter zum EU-Kommissionsvorschlag zu den Vertragsbeziehungen im Milchsektor. Nicholson, dessen Land sich gewohntermaßen für Liberalisierungen ausspricht, warnte vor einer Überregulierung des Marktes.

Mehr Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften

Skeptisch äußerten sich auch Abgeordnete aus Osteuropa. "Das Wort Genossenschaft hat in den ehemaligen Planwirtschaften immer noch einen schlechten Beigeschmack", sagte die fraktionslose Abgeordnete Krisztina Morvai aus Ungarn. Die Kommission und zahlreiche andere Länder wünschen sich hingegen einen stärkeren Zusammenschluss der Milcherzeuger in Genossenschaften und in Erzeugergemeinschaften, damit ihre Position gestärkt wird. Etwa die Deutsche Elisabeth Jeggle von den Christdemokraten erklärte, sie könne den EU-Kommissionsvorschlag mittragen. Die österreichische Abgeordnete Elisabeth Köstinger (ÖVP) forderte außerdem ein EU-Qualitätssiegel für Milcherzeuger in Berggebieten, damit diese gegenüber den Gunststandorten wettbewerbsfähig bleiben. (AIZ)


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Aktualisiert am: 15.02.2011 17:23
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