EHEC-Ausbruch für beendet erklärt

Das Robert Koch-Institut erklärte den EHEC -Ausbruch am 26.07.2011 offiziell als beendet, nachdem seit dem letzten Erkrankungsbeginn vor drei Wochen keine neuen Fälle mehr aufgetreten sind. Die wirtschaftlichen Schäden für die Gemüsebauern aber bleiben.
Nachdem zunächst Gurken, Tomaten und auch Salat in Verdacht standen, die Erreger zu übertragen, brach der europäische Gemüsemarkt völlig ein.
Nachdem zunächst Gurken, Tomaten und auch Salat in Verdacht standen, die Erreger zu übertragen, brach der europäische Gemüsemarkt völlig ein.
Seit den ersten bekannten Fällen dieses Ausbruchs Mitte Mai 2011 in Hamburg wurden dem Institut 4.321 Fälle gemeldet. Davon erwiesen sich 3.469 tatsächlich als EHEC-Fälle. Nicht alle Betroffenen erkrankten durch den Erreger, andere kamen mit starkem Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit ins Krankenhaus. Bei 852 Patienten führte die Infektion zu der schweren Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom), bei dem ein Nierenversagen droht. 50 Patienten starben in Folge ihrer EHEC- oder HUS-Erkrankung. Außerhalb Deutschlands wurde der Keim bei 76 Menschen nachgewiesen. Das Institut will den Erreger O104:H4 und etwaige Erkrankungen weiterhin intensiv überwachen. Die Forscher rechnen damit, dass es wegen der erhöhten Aufmerksamkeit für EHEC und HUS künftig mehr Meldungen über entsprechende Infektionen geben wird als zuvor. Einzelfälle der Krankheit seien auch nach Ausbruchsende möglich.

Der Kampf gegen den Klee
Ägyptische Bockshornkleesamen gelten als wahrscheinliche Ursache der schweren EHEC-Erkrankungsfälle im Mai und Juni 2011 in Deutschland und Frankreich. Zum Schutz der Verbraucher gilt eine Verzehrwarnung für rohe Sprossen und Keimlinge. Zusätzlich verhängte die Europäische Kommission am 06.07.2011 ein EU-weites Importverbot für Bockshornkleesamen und einige andere Samen und Bohnen bis zum 31.10.2011. Seitdem werden nicht ausreichend behandelte Produkte mit ägyptischen Bockshornkleesamen vom Markt genommen und vernichtet.

Massive Markteinbrüche wegen EHEC
Die offiziellen Verzehrwarnungen haben am Markt deutliche Spuren hinterlassen. Nachdem zunächst Gurken, Tomaten und Salat in Verdacht standen, die Erreger zu übertragen, brach der europäische Gemüsemarkt völlig ein. Genauso verlief es mit den Sprossen, die am Tag nach der Warnung quasi unverkäuflich waren. Eine Woche später verzeichneten Gastronomen der asiatischen Küche laut einer Branchenumfrage rund 12% weniger Besucher. Die Pizza- und Pasta-Anbieter dagegen profitierten vom Einbruch der Sprossenküche mit einem Besucherzuwachs von rund 9%.


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Aktualisiert am: 28.07.2011 08:28
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