Die Kosten im Griff: Tipps zum Senken der Produktionskosten

Auch in Phasen schwieriger Marktbedingungen gibt es Betriebe, die erfolgreicher durch die Krise kommen als ihre Kollegen. Wer unter diesen Betrieben nach einer besonderen „Erfolgsformel“ sucht, erlebt eine Überraschung. In keinem Betrieb gibt es das gleiche Erfolgskonzept. Es zeichnen sich mehrere erfolgreiche Strategien ab.
Die Schweinemast ist in dem Umfeld zeitweise rasant gestiegener Rohstoffpreise in Kombination mit dem Abschwung am Schweinemarkt mit einem blauen Auge davongekommen.
Die Schweinemast ist in dem Umfeld zeitweise rasant gestiegener Rohstoffpreise in Kombination mit dem Abschwung am Schweinemarkt mit einem blauen Auge davongekommen.
Was zeichnet Spitzenbetriebe in der Schweinehaltung aus, die sowohl bei den biologischen, insbesondere aber ökonomischen Kennzahlen über dem Durchschnitt liegen? Auswertungen von ca. 3000 Betrieben in den bayerischen Erzeugerringen zeigen auf den ersten Blick, dass dieses Ziel in erster Linie über die Optimierung der Leistungs- und Erlösseite erreicht werden kann. Sowohl in der Ferkelerzeugung als auch in der Schweinemast ist bezogen auf eine Zuchtsau bzw. ein Mastschwein kaum ein Unterschied bei den Direktkosten zwischen Durchschnittsbetrieben, dem besseren Viertel und sogar den Top-10 %-Betrieben festzustellen. Der Unterschied in der Direktkostenfreien Leistung kommt durch die Bank über die Marktleistung zu Stande.

Gesamtkosten kennen
Gerade in der Krisensituation ist es wichtiger denn je, die einzelbetriebliche Kostensituation intensiv zu durchleuchten. Dazu reicht aber die Direktkostenfreie Leistung (= Deckungsbeitrag) nicht mehr aus. Besser ist es, die gesamten für die Produktion eines Ferkels bzw. Mastschweins anfallenden Kosten zumindest auf die Stelle vor dem Komma zu kennen und folge dessen Reserven mobilisieren zu können.

Leistung und Partiengröße steigern
Wenngleich der Strukturwandel deutlich an Tempo zugelegt hat und mit atemberaubender Geschwindigkeit anhält, können Zukunftsbetriebe auf ihre Stärken bauen. Neben der Optimierung der Leistungen gewinnt ein marktorientiertes Angebot an großen Ferkelpartien immer noch stärkere Bedeutung, um dem Druck der strukturell wesentlich weiterentwickelten Konkurrenz aus Dänemark und den Niederlanden Paroli bieten zu können. Dabei ist Wachsen um jeden Preis genauso fehl am Platz wie das Kopf in den Sand stecken. Gut gepflegte Partnerschaften in der Direktbelieferung sowie verstärkte Ansätze bei Kooperationen ermöglichen auch Familienbetrieben Kostendegressionseffekte und eine Marktpositionierung, um im Wettbewerb mit Großanlagen bestehen zu können.

Autor: DI Josef Weiß, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Agrarökonomie, München (D)


Aktualisiert am: 19.12.2008 15:40
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