Deutschland: Labelkriterien und Nutztierstrategie bis Ostern

Bis spätesten Ostern 2017 will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt einen Kriterienkatalog für das staatliche Tierwohllabel vorlegen. Das Label soll mit Schweinefleisch starten. Zeitgleich will er seine Pläne für eine nationale Nutztierstrategie präsentieren.
Bis Ostern 2017 sollen die Kriterien für das staatliche Tierwohllabel in Deutschland feststehen. Foto: Agrarfoto
Bis Ostern 2017 sollen die Kriterien für das staatliche Tierwohllabel in Deutschland feststehen. Foto: Agrarfoto
Bei der Vorstellung des Labels am Eröffnungstag der Grünen Woche (19. Januar 2017) kündigte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt an, er wolle noch vor der Bundestagswahl die erforderlichen Gesetzesinitiativen vorbereiten, so dass eine zügige Verabschiedung zu Beginn der nächsten Legislaturperiode gewährleistet werden könne. Möglichst noch 2018 sollen gelabelte Produkte auf den Markt kommen. Für die Bekanntmachung des Zeichens stellt das Agrarressort dem Minister zufolge 70 Mio Euro zur Verfügung.

Label startet mit Schweinefleischprodukten
Schmidt bestätigte gegenüber Journalisten, dass das Label zunächst mit Schweinefleischprodukten starten werde, bevor mit Geflügel fortgefahren werden soll. Der Minister geht derzeit von zwei Stufen aus. Im Laufe der Zeit werde sich zeigen, ob die Verbraucher eine dritte Stufe nachfragten. Bislang sind elf Kriterien für Schweinefleisch vorgesehen. Das reicht vom Platzangebot über Beschäftigungsmaterial und Buchtenstrukturierung bis zur Eigenkontrolle der Betriebe und einem Tiergesundheitsindex. Als Vorbild sollen die Anforderungen der Brancheninitiative Tierwohl dienen.

Rukwied: Staatliches Label mit Brancheninitiative verknüpfen
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, begrüßte das Label, mahnte aber einen breiten Ansatz an, der vielen Betriebe eine Teilnahme ermögliche. Erneut plädierte Rukwied dafür, das staatliche Tierwohllabel langfristig mit der Brancheninitiative zu verzahnen. Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, bezeichnete Klarheit und Glaubwürdigkeit als wichtigste Voraussetzungen für einen Erfolg des Labels. Tierschutzpräsident Thomas Schröder sieht in dem Label „einen wichtigen Schritt“. Die Notwendigkeit weiterer gesetzgeberischer Maßnahmen bleibe davon jedoch unberührt.


Aktualisiert am: 20.01.2017 11:23