Der ideale Zuchteber

Alois und Anita Gstöttenmayr züchten Edelschweine. Spanien, Lettland, Serbien… auf einer Landkarte im Eberschauraum markieren sie, wohin ihre Tiere gehen. Für die Zukunft der österreichischen Schweinezucht wünschen sie sich mehr Zusammenarbeit.
Alois Gstöttenmayr mit seinen Söhnen Florian und Mathias in ihrem Ebervorführraum. Foto: Fohringer
Alois Gstöttenmayr mit seinen Söhnen Florian und Mathias in ihrem Ebervorführraum. Foto: Fohringer
Im Ebervorführraum von Familie Gstöttenmayr ist was los. Die Nachwuchszüchter Mathias und Florian führen zwei Jungeber vor. Die interessieren sich allerdings mehr für die Hosenbeine der Treiber und die Sägespäne am Boden, anstatt ihre Runden vor dem Schaufenster zu drehen und ihre Vorzüge zu präsentieren. Immer wieder kommen Interessenten aus dem In- und Ausland auf den Betrieb, um sich Gstöttenmayrs Eber anzusehen. Momentan exportieren sie ihre Zuchttiere nach Spanien, Ungarn, Lettland, Serbien und Tschechien. Besonders Serbien würde den weggebrochenen russischen Markt zunehmend ersetzen.
Seit 1953 züchten sie Edelschweine in Edlbruck im Mühlviertel. Die Lage im typischen Grünlandgebiet ist aus hygienischer Sicht ein Vorteil und ermöglicht einen hohen Gesundheitsstatus.

Sechs Eber aus 15 Würfen
Die zukünftigen Zuchteber werden auf Stroh gehalten. Foto: Fohringer
Die zukünftigen Zuchteber werden auf Stroh gehalten. Foto: Fohringer
Ein guter Zuchteber braucht 8/8 Zitzen. Außerdem müssen die Mutter- und Vaterleistungen passen. Die Muttersau muss über elf lebend geborene Ferkel geschafft haben. Der BLUP-Index muss mindestens 115 betragen. Mit drei Wochen werden die potenziellen Zuchttiere tätowiert und bekommen elektronische Ohrmarken. Der Zuchtwart stanzt ein kleines Loch aus dem Ferkelohr und schickt es an ein Labor in Deutschland, zur genomischen Selektion. Der Landwirt sagt: „Bei Zuchttieren gibt es Null Toleranz. Es darf nur beste Qualität verkauft werden. Niemand will einen durchschnittlichen Eber.“ Tiere mit Tageszunahmen unter 700 g oder äußerlichen Mängeln (z.B. Zitzenbild, Klauenstellung, Liegebeulen) scheiden aus.Gstöttenmayr erklärt, warum Eliteeber ihren Preis haben: „Aus 15 Würfen haben lediglich drei bis sechs männliche Ferkel die Chance, Zuchteber zu werden.“

Die gesamte Reportage über den Zuchtbetrieb Gstöttenmayr lesen Sie in der aktuellen LANDWIRT-Ausgabe 21/2016. Erfahren Sie mehr über die Aufzucht von Edelschwein-Ebern, den Umgang mit Stroheinstreu und wie Gstöttenmayrs sich die Zukunft der österreichischen Zuchtarbeit vorstellen.

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Aktualisiert am: 24.10.2016 12:41