Der Maiswurzelbohrer im Anmarsch!

Der Maiswurzelbohrer breitet sich in Österreich immer mehr aus. Damit keine oder nur geringe wirtschaftliche Schäden folgen, müssen Bekämpfungsmaßnahmen gesetzt werden. Dazu gibt es neue Erkenntnisse.
Mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von ca. 40 km pro Jahr erreichte der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) 2002 erstmals österreichische Maisfelder. Erfahrungen aus vorgelagerten Befallsgebieten in Serbien, Kroatien, Ungarn und der Slowakei haben mit schonungsloser Dramatik gezeigt, welche Schadwirkung bei zum Teil halbherzigen Gegenmaßnahmen von diesem kleinen Käfer ausgehen kann. Inzwischen hat sich seine Ausbreitungsgeschwindigkeit durch gezielte Bekämpfungsmaßnahmen zwar
einigermaßen verlangsamt, dennoch setzte der Schädling seine Wanderung unaufhaltsam fort. Die gesetzlich verordnete Ausrottungsstrategie verzeichnet trotzdem keine wirklichen Erfolge. Nur in Maisungunstgebieten (Holland, England) konnte dem Schädling durch rigorose Maßnahmen (vorläufig!) ein Ende gesetzt werden. Trotz vieler Gebote und Auflagen im österreichischen Maisbau hat die Populationsdichte rasant zugenommen. In Österreich hat sich der Käfer inzwischen vor allem in der Süd- und Weststeiermark sowie in Kärnten etabliert.

Schadenscharakteristik
Der westliche Maiswurzelbohrer ruft in Befallsgebieten mit hohem Maisanteil in der Fruchtfolge (> 50 %) verstärkt Fraßschäden durch Larven an Maiswurzeln hervor. Die Maispflanzen fallen um und versuchen mühevoll sich wieder aufzurichten. Dieses Erscheinungsbild ist auch als Gänsehals-Symptom bekannt. Auch der Reifefraß der weiblichen Käfer vor deren Eiablage in den Boden ist nicht zu unterschätzen. Dabei werden die Narbenhaare geschädigt, die Befruchtung und somit die Körnerausbildung am Kolben sind in der Folge meist mangelhaft.

Bekämpfungsmaßnahmen
Ewig das alte Spiel: Reagiert wird erst dann wenn deutlich sichtbare Schäden auftreten. Vorbeugende Maßnahmen sind zumeist unpopulär, wenn sie keinen unmittelbar sichtbaren wirtschaftlichen Erfolg erkennen lassen. In Mais-Monokulturen vergehen in etwa fünf bis sechs Jahre vom Erstauftreten des Käfers bis sich erste Larvenschäden durch das sogenannte Gänsehals-Symptom zeigen. Die durch Wurzelschäden umfallende Maispflanze versucht sich wieder aufzurichten. Der Stängel nimmt das krumme Aussehen eines Gänsehalses an. Bei stärkerem Wurzelfraß geht der Mais voll ins Lager, die am Boden liegenden Kolben sind nicht mehr zu beernten. Unter Vernachlässigung der in Europa politisch nicht durchsetzbaren grünen Gentechnik – mit Ausnahme der Tschechischen Republik und Spanien – bleiben dem Maisbauern wenige Möglichkeiten die Schäden des Maiswurzelbohrers zu dezimieren.

Mehr zu den neuesten Erkenntnissen über die Bekämpfungsverfahren gegen Maiswurzelbohrer lesen Sie in der Ausgabe 21/2010 von „Der fortschrittliche Landwirt“.

Weiters in dieser Ausgabe:




Aktualisiert am: 21.10.2010 13:45
Landwirt.com Händler Landwirt.com User