„Der Lebensmitteleinzelhandel hat BIO groß gemacht“

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Zweistellige Zuwachsraten hat die österreichische Supermarktkette Spar bei Bio-Lebensmitteln. Das liege auch am günstigen Preis, erklären Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann und Sortimentsmanager Thomas Panzl im LANDWIRT Interview.
Nicole Berkmann ist Leiterin Konzernale PR/Information und Spar-Unternehmenssprecherin. Thomas Panzl ist Business Process Manager Obst und Gemüse bei Spar.
Nicole Berkmann ist Leiterin Konzernale PR/Information und Spar-Unternehmenssprecherin. Thomas Panzl ist Business Process Manager Obst und Gemüse bei Spar.
LANDWIRT: Ich habe gestern Bio-Mehl gekauft und bemerkt, dass das konventionelle Mehl der Marke Finis Feinstes teurer als die Bio-Eigenmarke war. Wie ist das zu argumentieren?

Nicole Berkmann: Das kann man mit der Markenführung argumentieren. Finis Feinstes hat für sich eine Qualität und einen Verkaufspreis definiert. Wir hingegen versuchen mit unseren Eigenmarken, immer günstiger zu sein als vergleichbare Markenartikel des Mitbewerbs. Es kann im Einzelfall sein, dass sich eine konventionelle Marke – in diesem Fall Finis Feinstes – in einem anderen Preissegment positioniert als wir mit unserer Bio-Eigenmarke. Untergräbt das nicht den Mehrwert von Bio?

Thomas Panzl: Preisbildung ist nicht so einfach, wie Sie sich das vorstellen. Da spielen viele Faktoren mit. Nur so viel: Es geht einerseits um die Positionierung des Produktes in der Markenpyramide – ausgehend vom Einstiegsartikel bis zum Premium-Produkt – und andererseits richten wir auch die Augen auf den Mitbewerb.

Verstehen Sie, dass sich Bauern ärgern, wenn sie sehen, welchen Wert ihr Rohstoff dann im Verkaufsprodukt hat?

Thomas Panzl: Das beantworte ich mit einer Statistik. Seit 1980 hat die Hälfte der Landwirte zugesperrt. Das ist schlimm. Aber mindestens genauso schlimm ist, dass wir heute nur mehr 40 % der Lebensmittel-Geschäfte von 1980 haben. Mehr als die Hälfte hat innerhalb einer Generation zusperren müssen. Das ist Marktwirtschaft. Jeder, der in diesem Segment bleiben will, muss sich überlegen, wie er sich ausrichtet. Manche finden Nischen, aber viele produzieren für den Massenmarkt. Im Einzelfall sind dann Verkaufspreise vielleicht für Außenstehende unverständlich, aber im Sinne einer Markenpyramide durchaus durchdacht. Natürlich habe ich Verständnis für die Sorgen der Landwirte. Ich sehe aber auch, dass die landwirtschaftliche Interessensvertretung dem LEH gerne den Schwarzen Peter zuschiebt. Sachargumente kommen da selten vor.

Es ist ein Sachargument, wenn man kritisiert, dass Sie in Ihrer Werbung ein verklärtes Bild von Landwirtschaft verkaufen, das es in der Realität nicht gibt.

Nicole Berkmann: Was wollen die Bauern? Ihre Produkte verkaufen. Und wer verkauft diese Produkte? Der Handel. Also muss man es auch in die Hand des Handels geben, wie er am besten die Produkte verkaufen kann. Wir haben die Experten im Haus. Um Lebensmittel gut zu verkaufen, muss man etwas von Marketing verstehen, und das tut nicht jeder, der uns kritisiert.

Lesen Sie das gesamte Interview in der Ausgabe 4/2018 von LANDWIRT Bio. Bestellen Sie hier ein Probeheft.

Aktualisiert am: 29.06.2018 08:24

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