Das richtige System für meinen Betrieb

Nicht erst mit geänderten gesetzlichen Vorgaben ist die Gruppenhaltung tragender Sauen im Gespräch. So gibt es handfeste Gründe warum Sauen in Gruppen gehalten werden sollten. Nachfolgend werden die Eigenschaften gängiger Haltungssystem durchleuchtet.
Dem Praktiker stehen verschiedene Haltungsverfahren zur Gruppenhaltung von Sauen zur Verfügung.
Dem Praktiker stehen verschiedene Haltungsverfahren zur Gruppenhaltung von Sauen zur Verfügung.
Sauen können in der Gruppe natürliche Verhaltensmuster besser ausleben und eine feste, soziale Rangordnung bilden. Die Gruppenhaltung tragender Sauen kann auch wirtschaftlicher sein, weil durch die der Gruppenhaltung angepasste Stallbauplanung und geringere Aufwendungen für Stallinventar der Investitionsbedarf auch geringer sein kann.
Aber Gruppenhaltung für tragende Sauen ist nicht nur positiv darzustellen. Sie hat auch ihre Tücken. Zum einen sind Tierkontrolle und Behandlung einzelner Sauen erschwert. Zum anderen gibt es immer wieder Sauen, die nicht gruppentauglich sind. Für sie müssen je nach Haltungsverfahren ca. 10 bis 15 % Reserveplätze geschaffen werden.

Welches Verfahren passt?
Entscheidend bei der Auswahl eines Verfahrens ist nicht nur die Investitionssumme. Diese kann je nach System schon zwischen 750 und 1300 € je Tierplatz variieren. Berücksichtigt werden soll zum einen das Sozialverhalten der Tiere, Schweine sind Herdentiere, die gemeinsam Futter aufnehmen wollen. Auch sind die Futteransprüche der Sauen je nach Kondition und Trächtigkeitsstatus sehr unterschiedlich. Zum anderen ist der Tierbetreuer in die Überlegung mit einzubeziehen. Alle Systeme haben Vor- und auch Nachteile.

Feste oder wechselnde Gruppen?
Großen Einfluss hat auch die Gruppenstabilität. Man kann zwischen festen und wechselnden Gruppen unterscheiden. Bei der festen Gruppe werden die Tiere zusammen eingestallt und bleiben während der gesamten Wartezeit zusammen. Die dann gefundene Rangordnung hat während des gesamten Haltungsabschnitts Bestand. Hinzu kommt, dass sich alle Sauen einer Gruppe im gleichen Trächtigkeitsstadium befinden. Sie können daher zeitgleich selektiert oder behandelt werden.
In wechselnden Sauengruppen werden dagegen regelmäßig neue Tiere eingeschleust. Das kann zu Unruhe innerhalb der Sauengruppe führen, weil sich jedes Mal eine neue Rangordnung bilden muss. Es gilt hier mit gezielten Managementmaßnahmen das Eingliedern von Sauen in die Gruppe zu vereinfachen. Je größer eine Sauengruppe ist, desto einfacher ist das Eingliedern neuer Sauen.

Autor: DI Bernhard FELLER, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen


Aktualisiert am: 06.04.2007 10:18
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