Bodenschutz: Die Wasserleitfähigkeit des Ackers sichern

Kann überschüssiges Niederschlagswasser versickern? Zur Beantwortung dieser Frage wurde in Praxisversuchen das Infiltrationsvermögen eines Lössbodens und Sandbodens unter dem Einfluss verschiedener Bearbeitungsmaßnahmen untersucht.
Strukturstabile Lössböden können ohne wesentliche Einschränkungen der Bodenfunktionen über längere Zeiträume flach bearbeitet werden.
Strukturstabile Lössböden können ohne wesentliche Einschränkungen der Bodenfunktionen über längere Zeiträume flach bearbeitet werden.
Vor der Grundbodenbearbeitung sollte man sich über die Lage der Verdichtungszonen und ihre Mächtigkeit Klarheit verschaffen. Sind Bodenschadverdichtungen zu beseitigen, die mit der Spatendiagnose festgestellt werden können, ist eine mechanische Bodenlockerung nötig. Die Aufgabe der Lockerungswerkzeuge beschränkt sich in der Regel darauf, Krumenverdichtungen zu untergreifen und aufzubrechen. Indem sie in die Krume eingreifen, ohne Schnittflächen oder Gleitsohlen zu erzeugen, erreicht man, dass der Boden Regenwasser schnell aufnimmt und weiterleitet. Dafür eignen sich mehrbalkige Grubber mit schmalen Werkzeugen besser als Flügelschare, weil deren grobscholliger Aufbruch die Gefahr eines mangelhaften Bodenschlusses hervorruft. Bodenlockerung bedeutet Vergrößerung des Porenvolumens, also muss der gelockerte Boden möglichst leicht ausweichen können. Je tiefer das Lockerungsschar läuft und je höher die anzuhebende Bodenschicht ist, umso mehr Kraft kostet das Lockern. Bei stark verdichteten Tonböden wird man deshalb die Lockerungstiefe allmählich steigern, bevor man das gewünschte Resultat erzielt. Die Qualität der Bodenbearbeitung wird durch die Geschwindigkeit beeinflusst, mit der die Lockerungswerkzeuge durch den Boden gezogen werden. Im Allgemeinen bringen höhere Geschwindigkeiten bei trockenem Boden eine bessere Zerkleinerung, bis der Punkt erreicht ist, dass ganze Schollen herausgebrochen werden. Die Abkehr von immer gleichen Bearbeitungstiefen ist nicht nur beim Pflügen, sondern auch bei der konservierenden Bodenbearbeitung wichtig – zur Vermeidung von wachstumshemmenden Verdichtungsschichten in der Ackerkrume.

Biologische Regenerierung durch Leguminosen
Für die krumentiefe Lockerung sind Bearbeitungsgeräte geeignet, die die Bodenlockerung mit einer mischenden Oberbodenbearbeitung und Rückverfestigung kombinieren. Von nachhaltigem Erfolg ist die Lockerung jedoch nur, wenn bei ausreichend abgetrocknetem Boden gearbeitet wird und es gelingt, den zuvor gelockerten Boden rasch und dicht zu durchwurzeln. Die Regenerierung von Krumenbasis- und Unterbodenverdichtungen erfordert biologische Erschließung der Verdichtungszonen am besten über Leguminosenanbau mit tief in den Boden eindringenden Pfahlwurzeln. Hierfür eignen sich beispielsweise Ackerbohne, Inkarnatklee, Lupine, Luzerne, Perserklee, Rotklee und Steinklee. Der Anbau erfolgt entsprechend in Reinsaat oder Gemenge, Zwischen- oder Hauptfruchtstellung.

Autor: Dr. agr. Joachim BISCHOFF, Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) Sachsen-Anhalt


Autor:
Aktualisiert am: 23.10.2008 15:16
Landwirt.com Händler Landwirt.com User