Get it on Google Play

Bioschweine-Markt: Der Kampf ums halbe Schwein

Im Jahr 2016 ist die Nachfrage nach Bio-Schweinefleisch deutlich gestiegen. Kommt 2017 wieder die Talfahrt? Darüber haben Experten am Schweinefachtag des Aktionsbündnis’ Bioschweinehalter Deutschland diskutiert.
Karl Schweisfurth (Herrmannsdorfer Landwerkstätten), Sven Euen (Feneberg), Gabriele Maier (Altdorfer Biofleisch) und Wolfgang Krämer (Landwirt aus Ippesheim) diskutierten, was 2017 auf die Bio-Schweine-Branche wartet.
Karl Schweisfurth (Herrmannsdorfer Landwerkstätten), Sven Euen (Feneberg), Gabriele Maier (Altdorfer Biofleisch) und Wolfgang Krämer (Landwirt aus Ippesheim) diskutierten, was 2017 auf die Bio-Schweine-Branche wartet.
Herr Krämer, welches Gefühl haben Sie als Bio-Schweinebauer für 2017?

Wolfgang Krämer: Man sollte ja nichts herbeireden, aber ich kann mir schon vorstellen, dass diese Nachfragewelle, die wir derzeit haben, wieder zurückgehen wird. Ich glaube nicht, dass das Angebot so drastisch steigen wird. Ich bemerke aber im Wesentlichen die Entwicklung, dass wir uns immer mehr in die Abhängigkeit der großen Discounter begeben. Ich sehe daher unsere Aufgabe darin, mehr in Richtung Alleinstellungsmerkmal zu arbeiten, also mehr in Richtung Regionalität. Wir sollten nicht austauschbar werden.

Herr Euen, Sie sind als Vermarkter schon lange in der Branche. Wie wird’s weitergehen?

Sven Euen: Ich bin jemand, der nur ungern in Glaskugeln schaut, sondern ich möchte tatsächlich anhand von Fakten in die Zukunft sehen. Erschreckenderweise ist das in Deutschland nicht möglich. Es gibt hier keine stichhaltigen Zahlen zum Bio-Sauenbestand. Das macht Prognosen fast unmöglich. Wir haben daher die Kontrollstellen angeschrieben und gebeten, uns Zahlen zum Bio-Sauenbestand bzw. zum Sauenbestand in Umstellung zu geben. Das wäre für alle Marktbeteiligten ungemein wichtig, wenn wir Einbrüche am Bio-Schweinemarkt wie 2007, 2009 oder 2013 vermeiden wollen. Bisher konnten wir noch keine Lösung mit den Kontrollstellen herbeiführen.

Welche Preise erwarten Sie 2017?

Sven Euen: Innerhalb Deutschlands wird es meiner Meinung 2017 noch nicht zum Crash kommen. Konventionelle Betriebe, die sich sehr früh zur Umstellung auf Bio entschieden haben, werden im Laufe des Jahres zwar den Bio-Markt beglücken, aber das Gros der Umsteller wird wohl erst gegen Ende des Jahres mit Schweinen auf den Markt drängen. Aber wie gesagt, wir haben noch keine validen Zahlen und dadurch ist die Prognose eher eine Meinung als eine faktenorientierte Analyse.

Herr Schweisfurth, viele Verarbeiter haben in diesem Jahr geklagt, dass es zu wenig Bio-Schweine gab. Hatten Sie bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten auch ähnliche Schwierigkeiten?

Karl Schweisfurth: Wir haben ja einen kontinuierlichen Absatz und sehr langjährige Lieferbeziehungen mit den Bauern, sodass bei uns die Schwankungen nicht so hoch waren. Vor allem haben wir keine so großen Absatzschwankungen wie im konventionellen Lebensmittelhandel, wo durch Aktionen kurzfristig immer wieder große Mengen gebraucht werden und in den Wochen darauf wieder Flaute herrscht. Wir haben ein paar Landwirte dazugenommen und hatten eigentlich genügend Schweine. Ich möchte auch dazu plädieren, den Markt auf festen Lieferbeziehungen, auf Verlässlichkeit und Kontinuität aufzubauen. Denn so entstehen keine starken Schwankungen und sowohl Landwirte als auch Verarbeiter sind auf der sicheren Seite. Das ist ja auch die Lehre aus der Marktkrise 2013, denn hier hatten jene Landwirte Absatzprobleme, die keine fixen Lieferverträge hatten.

Frau Maier, gab es bei Ihnen in diesem Jahr Tage, an denen die Kühltheke nicht voll wurde?

Gabriele Maier: Ja, die gab’s. Es war ein schwieriges Jahr, weil die Bio-Schweine nicht in der gewünschten Menge da waren. Ich muss aber sagen, dass wir zu dieser Zeit noch keine Vertragslandwirte hatten und wir in dieser Marktphase auch den einen oder anderen regelmäßig liefernden Bio-Schweinehalter an den Mitbewerb verloren haben. Der Kampf ums halbe Schwein war in diesem Jahr sehr stark ausgeprägt. Wir haben daraus gelernt und nun Vertragslandwirte aufgenommen. Wir merken jetzt schon, dass sich der Markt schön langsam entspannt und das Angebot größer wird. Wir bekommen zwar immer noch nicht so viele Bio-Schweine, wie wir eigentlich bräuchten, aber für 2017 erwarte ich genügend Schweine. Ob es so viele werden, dass es den Markt drücken wird, ist schwer vorauszusagen. Ich bin nun schon zwölf Jahre im Geschäft und stelle fest, dass wir noch nie einen so starken Engpass wie 2016 hatten.

...

Lesen Sie die gesamte Diskussion in der Ausgabe 1/2017 von LANDWIRT Bio. Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich ein Probeheft.

Die Podiumsdiskussion wurde vom Vorsitzenden des Aktionsbündnis’ Bioschweinehalter Deutschland Michael Dreyer, Landwirt aus Göhrde (D), moderiert.

Aktualisiert am: 07.01.2017 15:35
Weiteres über BIO

Freilandhaltung: Richtlinien für Schweine-Zaun öffentlich

Wenn Sie Schweine in Freilandhaltung halten, tragen Sie Verantwortung für die sichere Verwahrung. Sie müssen sowohl den Ausbruch der Tiere als auch den Kontakt mit Wildtieren außerhalb des Geheges verhindern. Der richtige Zaun hilft Ihnen dabei.

Bio: Viele Bauern suchen Futter wegen Dürre

In großen Teilen Österreichs ist seit dem Frühjahr viel weniger Regen gefallen als üblich. Viele Kulturen am Acker leiden darunter, nur wenige Betriebe können bewässern. Die Vieh-Betriebe leiden aber besonders darunter, hängt doch die Existenz der gesamten Herde daran, ob die Futterlager bis zum Winter voll werden.

Eco weeder- im Sitzen das Beikraut in der Reihe regulieren

Die Handarbeit für die Beikrautregulierung macht einen großen Teil der variablen Kosten im Bio-Erdbeeranbau aus. Am Biohof Koblstatt in Neuhofen im Innkreis wird seit Kurzem ein neues Gerät eingesetzt, um die Handarbeitsstunden zu verringern. Klicken Sie sich dazu auch durch unseren .

BIO: Entscheidung über EU-Bio-Recht wieder vertagt

Ein Großteil der Bio-Organisationen in Österreich und Deutschland sind froh darüber. Nur die Grünen kritisieren die Vertagung. BIO AUSTRIA- Obfrau Grabmann fordert eindringlich notwendige Verbesserungen gemeinsam mit der Bio-Branche.

Bodenfruchtbarkeit als großes Thema beim 11. Ökolandbau-Feldtag der LfL in Puch

Auch heuer lud die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wieder zu ihrem -Feldtag an der LfL-Versuchsstation Puch bei Mammendorf ein. Der bekannte Feldtag zeigte den Teilnehmern aktuelle Feldversuche zum ökologischen Landbau, beispielsweise Ergebnisse eines langjährigen Dauerversuchs zur Frage Bodenbearbeitung mit oder ohne Pflug.

BIO AUSTRIA gibt Richtpreise für Bio-Futtergetreide bekannt

Die gesamte österreichische Biobranche hat bei der jährlichen sogenannten Marktplattform eine gemeinsame Preis-Empfehlung für Bio-Futtergetreide erarbeitet.

Biobauernladen: Vielfältiges Angebot

Kräuter, Gemüse und Fische: Am Betrieb Edlinger erhalten Konsumenten neben biologischen Produkten auch Tipps für den Heimgarten.

Was hilft gegen Hitzestress bei Milchkühen?

Hitzestress bei Milchkühen darf nicht unterschätzt werden. Futteraufnahme, Milchleistung und Fruchtbarkeit gehen zurück, die Zellzahlen steigen. Mit folgenden Tipps können Sie die negativen Auswirkungen so gering wie möglich halten.

Gülle richtig ausbringen

Im Frühling, wenn das Gras zu sprießen beginnt, ist vielfach die Geruchsnote der Gülle allgegenwärtig. Gesellschaftlich sorgt dieser Frühlingsduft der besonderen Art immer wieder für Diskussionsstoff. Die Geruchsentwicklung ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Feldtag: Hackgeräte für den Mais

Wie Sie das Unkraut in Ihren Maisbeständen mit Hackgeräten regulieren, erfahre Sie an zwei Naturland-Feldtagen am 9. und 10. Juni.
mehr

In Wels wurde der Bio-Schweinehimmel auf Erden eröffnet

Dass Schweine als Nutztiere gehalten werden, ist einem oft gar nicht präsent, wenn Dr. Werner Hagmüller ins Schwärmen kommt und über die verschiedenen Bedürfnisse von Schweinen philosophiert.

Bodendruck: „Wir betreiben flächige Bodenversiegelung.“

Seit 30 Jahren bewirtschaftet Hermann Pennwieser seinen Betrieb biologisch. Der Pionier aus der Gemeinde Schwand in Oberösterreich setzt sich intensiv mit der Bodenfruchtbarkeit auseinander. Im Interview erklärt er, warum die Politik kleinere Betriebe stärker fördern soll.

Von Analyse bis Zeigerpflanzen- Wie wir unseren Boden betrachten und beurteilen können

Es muss nicht immer eine Bodenuntersuchung sein, um den Nährstoffhaushalt der eigenen Flächen beurteilen zu können. Wir verraten weitere Methoden.

Frostschäden: Darlehen für betroffene Landwirte

Landwirte, die ein Drittel ihrer Ernte durch die Fröste im April eingebüßt haben, können ein Darlehen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit bei der Rentenbank beantragen.

Landschaftspflege ohne Bauern kostet Millionen

Die Bauern beleben das Land und pflegen die Landschaft. Ohne sie würden die Gäste ausbleiben und der Erhalt der Kulturlandschaft durch andere Unternehmen wäre unbezahlbar.

Mit Wollschweinen Geld verdienen

20 Euro pro Kilo Fleisch und 150 Euro pro Ferkel – das zahlen die Kunden von Reinhold Gruber. Einen Hofladen braucht der Wollschwein-Züchter nicht, verkauft wird im Internet.

Bio-Branchenlösung ermöglicht männlichen Küken das Überleben

Bio Austria hat mit einer Branchenlösung für seine Mitgliedsbetriebe erreicht, dass in den heimischen Brütereien die männlichen Küken aufgezogen und vermarktet werden.

BaySL: Das Förderprogramm für kleine Betriebe

Das bayerische Sonderprogramm Landwirtschaft fördert vor allem kleine Betriebe, die von Anbindehaltung auf einen Laufstall umstellen möchten.

Neue GAP soll Rinderhalter stärker berücksichtigen

Am 1. April 2017 diskutierten 250 Kärntner Landwirte die Herausforderungen der Rinderhaltung. LK-Generalsekretär Josef Plank machte ihnen Mut: die neue GAP werde Tierhalter besserstellen.

Aktion: Landkalender für nur 9,95 Euro

Der Landkalender 2017 ist DER Kalender für die bäuerliche Familie. Mit Kalendarium, spannenden Geschichten aus der Landwirtschaft, Mondkalender, Rezepten und vielem mehr! Sichern Sie sich den Landkalender 2017 jetzt zum halben Preis für nur 9,95 Euro.

Landkalender 2017: Wissenswertes zu Ostern

Jedes Jahr feiern wir Ostern und genießen die Tage im Kreis der Familie. Dass es das höchste Fest im christlichen Kalender ist, wissen wir. Aber was hat der Osterhase damit zu tun? Und warum bringt er Eier? Das und mehr lesen Sie im Landkalender 2017.

Grünland erneuern: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Wir haben es geschafft, mehr Energie und Nährstoffe von der Wiese an den Futtertisch zu bekommen. Doch das hat Folgen: Wertvolle Futtergräser können sich nicht mehr verjüngen und bleiben aus. So finden Sie den richtigen Zeitpunkt für die Nachsaat.

Bio-Jugendumfrage: mitmachen und gewinnen

Was erwarten und wünschen sich Jugendliche von Bio? Eine Befragung im Rahmen einer Diplomarbeit soll Aufschluss geben. Teilnehmende Jugendliche können Einkaufsgutscheine gewinnen.

Tipps für Weidezäune

Bevor die Weidesaison beginnt, ist es an der Zeit die Zäune und Technik zu überprüfen. Wir geben Ihnen Tipps für Elektrozäune.

EU-Bio-Verordnung: "Was der Kommissar gesagt hat, ist Unsinn."

Am 22. März 2017 gehen die Trilog-Verhandlungen um die Bio-Verordnung in die nächste Runde. Für das EU-Parlament verhandelt der Deutsche Martin Häusling von den Grünen. Auf EU-Kommissar Phil Hogan ist Häusling nicht gut zu sprechen.

EU-Bio-Verordnung: Der letzte Anlauf

Seit mehr als einem Jahr wird über die neue EU-Bio-Verordnung verhandelt. Die Positionen sind verhärtet – spätestens seit Agrarkommissar Phil Hogan von Pestizidcocktails in Bio-Produkten sprach. Trotzdem will man sich noch einmal treffen.

Weidetriebwege - das müssen Sie beachten

Seit 2009 besteht am Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ein Triebwegschaugarten mit unterschiedlichen Ausführungen. Die 30-köpfige Versuchsherde testet deren Eignung für die tägliche Verwendung. Daraus lassen sich Empfehlungen ableiten, wie Weidetriebwege richtig angelegt werden.

Milchproduktion: Wie hoch sind meine Futterkosten?

Laut Rinderreport 2015 der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein liegen die Futterkosten durchschnittlich bei 23,7 Cent/kg Milch. Die Schwankung zwischen besseren und schlechteren Betrieben beträgt über 6 Cent/kg Milch! Wo gehören Sie dazu? Berechnen Sie bis Ende April ihre Futterkosten gratis.

Bayern: Immer mehr Öko-Betriebe

1.000 bayerische Landwirte haben sich im vergangenen Jahr dazu entschlossen, ihren Betrieb biologisch zu bewirtschaften. Vor allem Milchvieh- und Ackerbaubetriebe stellten um.

Melkroboter und Weide

Dass sich Melkroboter und Weide vertragen, beweisen drei bayerische Betriebe.