Bio hat in Niederösterreich Zukunft

Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus biologischem Anbau ist in Österreich und international stark gestiegen. Biologische Landwirtschaft hat eindeutigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Mehrwert. Das aktuelle Bio-Aktionsprogramm des BMLFUW trägt dem Rechnung und möchte die Bioflächen in Österreich auf einen Anteil von 20% erhöhen.
LK NÖ Präsident Hermann Schultes, Agrarlandesrat Josef Plank, BOKU Professor Hermann Peyerl.
LK NÖ Präsident Hermann Schultes, Agrarlandesrat Josef Plank, BOKU Professor Hermann Peyerl.
„Waren es 1980 gerade einmal 18 Biobauern, so sind es heute bereits 3475 in Niederösterreich. Mehr als 11,6 % aller Bauern sind somit Biobauern. Damit liegen wir im europäischen Spitzenfeld. Ihre engagierte Arbeit ermöglicht zudem eine nachhaltige Ökologisierung der österreichischen Landwirtschaft und die Produktion hochwertiger Bio-Lebensmittel“, so Agrarlandesrat Josef Plank zum Status Quo der Bio-Landwirtschaft in Österreich. Auch LK NÖ Präsident Hermann Schultes sieht große Chancen in diesem Zweig: „Bio-Produkte werden heute als gesund, typisch österreichisch, natürlich, rein und qualitativ hochwertig – also mit Liebe vom Landwirt produziert - gesehen. Beste Produkte aus dem Land für Menschen im Land ist die Devise. Mit der Bio-Beratungsoffensive der LK NÖ wird unser Angebot ausgebaut und weiter professionalisiert.

Der heutige „Perspektiventag Biolandbau“ ist der Kick-off mit dem Ziel, unseren agrarischen Funktionären und interessierten Bauern ein objektives Bild über die Möglichkeiten im Biobereich zu vermitteln. Damit begegnen wir der verstärkten Nachfrage des Marktes und können unsere Betriebe in allen Belangen des Biolandbaus optimal vorbereiten“.

Niederösterreich ist Top-Bioland
20,5% aller österreichischen Biobetriebe befinden sich in NÖ. Niederösterreich ist die Biokornkammer Österreichs. Auch der Großteil der Bio-Feldgemüseflächen ist hier zu finden. NÖ ist das zweitwichtigste Bio-Obstbaugebiet nach der Steiermark und der Schwerpunkt des Bio-Erdäpfelanbaus liegt hier. Mit rund 119.000 ha Biofläche liegen rund 13% der österreichischen Bioanbaufläche in Niederösterreich.

Umstieg auf Biolandbau rechnet sich unter Voraussetzungen
Dazu Hermann Peyerl, Professor an der BOKU Wien: „Professionell agierende Biobetriebe können ein höheres Einkommen als konventionelle Vergleichsbetriebe erwirtschaften. Dieser Einkommensvorteil ist mit höherem Arbeitsaufwand und höherem Risiko verbunden. Für Biobetriebe müssen daher auch langfristig deutlich höhere Produktpreise und Förderungen sichergestellt sein. Modellkalkulationen zeigen, dass sich der gegenwärtige Preisanstieg bei Agrarprodukten ungünstig auf den Biolandbau auswirkt, da die Preise für Bioprodukte vergleichsweise geringer gestiegen sind“.



Die Bio-Offensive der LK NÖ
Mit der Bio-Beratungsoffensive wird das Beratungsangebot folgend erweitert: Biotierhaltungsberatung, Bioackerbauberatung, Bioweinbauberatung und Biogemüsebauberatung. Mit Informationsveranstaltungen, Fachseminaren und weiteren Beratungsdienstleistungen sollen konventionelle Betriebe über Chancen und Möglichkeiten im Biolandbau informiert und Umstellungsbetriebe in der schwierigen Zeit des Übergangs auf den Biolandbau begleitet werden.


Aktualisiert am: 05.06.2008 15:08
Landwirt.com Händler Landwirt.com User