Bio-Getreidemarkt unter Druck

Noch im Herbst sprachen viele Marktbeobachter von zu wenig Bio-Getreide. Mittlerweile hat sich gerade bei Futtergetreide das Blatt gewendet.
Während der Bio-Futtergetreidemarkt unter Druck gerät, ist der Bio-Speisegetreidemarkt (noch) stabil.
Während der Bio-Futtergetreidemarkt unter Druck gerät, ist der Bio-Speisegetreidemarkt (noch) stabil.
Die Umstellungswelle der letzten Jahre hat das Angebot an Futtergetreide steigen lassen. Alleine zwischen 2015 und 2016 wuchs die Bio-Getreidefläche in der EU um 12 %, dafür waren vor allem Zunahmen in Italien, Frankreich und Deutschland verantwortlich. Insgesamt werden knapp 3 % der EU-Getreideflächen ökologisch bewirtschaftet. Auch die Bio-Getreidefläche in Österreich hat zuletzt stark zugelegt. Das hat auch die Erzeugergemeinschaft Biogetreide in Oberösterreich wahrgenommen: „Der Anteil an Umstellungsware machte bei uns im vergangenen Jahr schon ein Drittel aus“, berichtet die Geschäftsführerin der Erzeugergemeinschaft Brigitte Bösenberg. Noch im Herbst war auch die Nachfrage nach Futtergetreide hoch, was Marktkenner mit dem ebenfalls steigenden Bedarf an Bio-Futter durch die neuen Bio-Veredler und Bio-Milchviehhalter erklärten. Doch mittlerweile hat sich der Markt gedreht. Vor allem für Bio-Mais und – noch eklatanter – für Umstellungsmais fielen im Frühjahr die Preise. Mais-Importe sowie eingelagerter Umstellungsmais sorgen für einen ständig überversorgten Markt. Bio-Mais wurde im April noch zwischen 330 und 360 Euro/t gehandelt, Umstellungsmais unter 300 Euro. Bösenberg: „Der Anteil von Umstellungsware im Bio-Alleinfutter ist mit maximal 30 % begrenzt. Insofern ist es nicht immer leicht, diese Ware zu guten Preisen unterzubringen.“ Die weiteren Futtergetreide-Arten konnten im Frühjahr mehr oder weniger problemlos vermarktet werden, wenn auch zu etwas niedrigeren Preisen als im Herbst. Für Futterweizen oder Tritikale wurde meist zwischen 300 und 320 Euro/t bezahlt. Die Nachfrage nach Futtergerste stieg zuletzt, sodass die Preise leicht über jenen von Futterweizen zu liegen kamen.

Rätsel Sojabohne
Ein großes Rätsel für viele Marktbeteiligten ist die Umstellungs-Sojabohne. Innerhalb von einem Jahr hat die Umsteller-Sojabohne um 200 Euro/t an Wert verloren und lässt sich nur mehr mit starken Preiszugeständnissen um ca. 500 Euro/t. vermarkten. Etliche Aufkäufer sprechen von einem Überangebot an Umstellungsware. Kritiker weisen auf eine eklatante Eiweißunterversorgung in Europa hin und fürchten, dass die „hart erkämpften“ Sojaflächen wieder verloren gehen werden. Für Bio- Soja gibt es hingegen einen Markt. Futterware wurde im Frühjahr zwischen 650 und 700 Euro/t gehandelt, Speiseware ist vorwiegend im Kontraktanbau vermarktbar. Besonders gefragt ist weiterhin die Ackerbohne als alternative Eiweißkultur. In vielen Regionen führten Trockenheit und Krankheiten im Vorjahr zu Missernten und zu einer Unterversorgung, was Preise über 400 Euro möglich macht.

Viele Aufkäufer scheuen sich davor Preisangaben zu veröffentlichen. Der Grund: Im Einzelfall können die Preise stark abweichen. Da wir der Meinung sind, dass eine Marktbeschreibung ohne Preisangaben für Sie als Landwirt unzufriedenstellend ist, veröffentlichen wir Bandbreiten. Dabei handelt es sich um erfragte Durchschnittspreise, von denen im Einzelfall Abweichungen möglich sind. Alle Preisangaben beziehen sich auf eingelagerte Ware frei Lager exkl. MwSt.

Weitere Informationen zum Bio-Getreidemarkt lesen Sie in der Ausgabe 3/2018 von LANDWIRT Bio.> Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft der Ausgabe 3/2018 von LANDWIRT Bio (solange der Vorrat reicht)

Aktualisiert am: 19.05.2018 14:48
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