Besser Melken nach Hormonspritze?

Immer wieder halten Kalbinnen nach der Geburt die Milch zurück. Mit einem Oxytocin-Schuss kommt der Milchfluss wieder in Gang, aber auf Dauer ist das keine Lösung.
Bleibt das Kalb bei der Mutter, fördert das den Milchfluss.
Bleibt das Kalb bei der Mutter, fördert das den Milchfluss.
Der Einsatz der Oxytocin-Injektion, welcher unter Einhaltung der entsprechenden gesetzlichen Richtlinien auch durch den Tierbesitzer selbst möglich ist, stellt eine Sofort- und Übergangslösung, aber keine Dauerlösung dar. In vielen Fällen kommt die Kuh ohnehin nach einigen Tagen Oxytocin-Unterstützung von selbst in Milch und auf die Oxytocin-Injektion kann verzichtet werden.

Belässt man der Kuh nach der Abkalbung ihr Kalb zum Abschlecken, so schießt der Kuh ebenfalls die Milch ein. Auch dieser Effekt könnte ausgenützt werden, indem man der Kuh zur Melkung das Kalb vorlegt. Diese Methode ist jedoch arbeitsintensiv, umständlich und möglicherweise kommt es zur Entstehung einer zu starken Abhängigkeit der Kuh vom Kalb.

Durch Einblasen von Luft über einen sauberen Schlauch in die Vagina kommt es zur Setzung eines intensiveren Reizes als beim Anrüsten, in dessen Folge ebenfalls Oxytocin ausgeschüttet wird. Diese Methode, welche möglicherweise nicht jedermanns Geschmack ist, wird in der Praxis immer wieder angewandt und ist auch wirksam. In manchen Fällen kann das Einschiessen der Milch auch durch eine rektale Stimulation (Massage) der Gebärmutter ausgelöst werden.

Autor: Dr. Johann GASTEINER, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 07.12.2005 17:49