Beleuchtung im Stall bringt mehr Milch

Die Tiere benötigen Licht nicht nur für die Gesundheit und zur Orientierung im Stall. Beleuchtungssysteme können auch zu mehr Milchleistung führen. Bei neuen Stallanlagen oder größeren Umbauten soll auch über ein entsprechendes effektives Beleuchtungskonzept nachgedacht werden.
Durch die künstliche Beleuchtung kann die Milchleistung einer Herde ansteigen.
Durch die künstliche Beleuchtung kann die Milchleistung einer Herde ansteigen.
Durch eine verlängerte Tageslichtdauer im Herbst und Winter mit künstlichem Licht wird bei der Kuh weniger Melatonin gebildet. Der geringere Melatoninwert bewirkt eine höhere IGF-1-Produktion. Dieses Wachstumshormon sorgt in der Milchdrüse für eine gesteigerte Milchbildung. Der Milchertrag einer Kuh lässt sich so um bis zu 2,5 kg je Tier und Tag steigern. Versuche in den USA bestätigen diesen leistungssteigernden Effekt in der Laktation, der sich bei einer Beleuchtungsdauer von 16 bis 18 h (Langtag) mit mindestens 150 Lux einstellt. Anschließend benötigen die Kühe mindestens sechs Stunden Dunkelheit, sonst wird eine gegenteilige Wirkung erzielt. Die Verlängerung des Tages erhöht ebenfalls die Aktivität der Kühe und damit auch die Futteraufnahme, die sich positiv auf die Energiebilanz der Tiere auswirkt. Veränderungen der Milchinhaltsstoffe sind nicht zu erwarten.

Planung einer Beleuchtungsanlage

Anbieter von Beleuchtungsanlagen erstellen per Computer einen individuellen Beleuchtungsplan mit der optimalen Anzahl und der richtigen Platzierung der jeweilig gewünschten Leuchten im Stall. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es sich bei einer Planung um einen theoretischen Wert für eine Anlage im Neuzustand handelt. Der Lichtstrom von Entladungslampen sinkt nach einigen Jahren schon deutlich. Ebenso wird die Beleuchtungsstärke durch Verschmutzungen an der Schutzhaube und dem Reflektor gemindert. Das heißt: Wird eine Lichtanlage in der Planung mit 200 Lux durchschnittliche Beleuchtungsstärke ausgelegt, kann der tatsächliche Wert im Stall nach einigen Einsatzjahren nur noch z.B. 150 Lux betragen.

Autor: Von Hans-Jochim Rohweder, Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, LK Schleswig-Holstein (D)

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 18 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 06.09.2012 13:27
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