Begrünung und Rekultivierung am bäuerlichen Betrieb

Geschätzte 15.000 bis 20.000 ha müssen in Österreich jedes Jahr nach baulichen Tätigkeiten rekultiviert und wiederbegrünt werden. Gerade am bäuerlichen Betrieb sind ständige Arbeiten zur Erhaltung der Infrastruktur notwendig.





Nur die Kombination einer hochwertigen Begrünungstechnik mit einer standortgerechten Saatgutmischung sichert naturnahe Begrünungen in Hochlagen.
Nur die Kombination einer hochwertigen Begrünungstechnik mit einer standortgerechten Saatgutmischung sichert naturnahe Begrünungen in Hochlagen.
Immer steht am Ende die Frage nach einer schnellen, effektiven und dauerhaften Wiederbegrünung der dabei entstandenen offenen Flächen. Zusätzlich stellt sich auch bei der Anlage extensiv genutzter Grünlandflächen, beispielsweise Wildäsungsflächen oder Weideflächen in mittleren und höheren Lagen die Frage, welche Begrünungsmethoden und Saatgutmischungen verwendet werden sollten, wenn der Einsatz der gängigen Maschinen oder auch ständige Düngung und Pflege nicht möglich sind.

Prinzipiell sollte man zwischen kurzfristigen und langfristigen Begrünungszielen unterscheiden. Das wesentliche kurzfristige Ziel liegt im Erreichen eines schnellen Erosionsschutzes. Studiert man die gängige Literatur, so wird für Hanglagen eine Vegetationsdeckung von 70 % bis maximal 80 % als ausreichend dafür angesehen. Je höher gelegen der Standort und je größer die Hangneigung, desto dichter sollte dabei auch die notwendige Vegetationsdecke sein. Eine entsprechend dichte Vegetation kann sich in tieferen Lagen innerhalb einer Vegetationsperiode nach der Ansaat entwickeln. In Hochlagen (Flächen auf Seehöhen über 1.600 im Kalk und 1.800 m im Urgestein) kann eine ausreichende Vegetationsdeckung frühestens erst ab der zweiten Vegetationsperiode erreicht werden. Oberhalb der Waldgrenze kann also, unabhängig von der Zusammensetzung einer Saatgutmischung, kein ausreichender Erosionsschutz im ersten Jahr erreicht werden. Ausreichender Schutz ist in Hochlagen daher nur durch den Einsatz einer effizienten Begrünungstechnik zu erreichen!

Als wesentliches langfristiges Begrünungsziel gilt es, auf Rekultivierungsflächen eine widerstandsfähige, pflegeleichte und ausdauernde Vegetation zu etablieren, wobei im Unterschied zu landwirtschaftlich intensiv genutzten Grünlandflächen zu beachten ist, dass Arten und Sorten zur Begrünung verwendet werden sollen, die an schlechte, nährstoffarme Böden und extreme Klimaverhältnisse angepasst sind. Dieses Ziel lässt sich durch die Verwendung einer geeigneten, möglichst an den Standort und die weitere Nutzung angepassten Saatgutmischung relativ mühelos erreichen. Auch wenn gute Begrünungsmischungen generell teuer sind, ist deren Verwendung mittelfristig berechnet auch ökonomisch sinnvoll.

Autoren: Dr. Bernhard Krautzer und Dr. Wilhelm Graiss, Institut für Pflanzenbau und Kulturlandschaft, Abteilung Vegetationsmanagement im Alpenraum, HBLFA Raumberg-Gumpenstein.


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Aktualisiert am: 11.07.2005 18:18
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