Antibiotika-Datenbank in der Tierhaltung geplant

Auf der Agrarministerkonferenz wird Vorschlag zur Einführung von einzelnen Bundesländern begrüßt.
Bund und Länder verständigten sich auf die gemeinschaftliche Einführung einer Antibiotika-Datenbank.
Bund und Länder verständigten sich auf die gemeinschaftliche Einführung einer Antibiotika-Datenbank.
Bund und Länder verständigten sich nun für den Aufbau einer bundeseinheitlich amtlichen Datenbank zum Einsatz von Antibiotika bei landwirtschaftlichen Nutztieren. Die deutsche Ernährungsministerin Ilse Aigner und ihre Kollegen aus den Bundesländern vereinbarten vergangene Woche im Rahmen der Frühjahrskonferenz der Agrarminister in Konstanz die Einführung der Datenbank. Als rechtliche Voraussetzung für diese Datenbank soll das Arzneimittelgesetz entsprechend geändert werden. Der Vorschlag sei von den Bundesländern einhellig begrüßt worden, berichtete ein Sprecher des baden-württembergischen Verbraucherschutzministeriums auf Anfrage von Dow Jones News.

Missbrauch verhindern

Wie Aigner hervorhob, soll die neue Datenbank den zuständigen Überwachungsbehörden der Länder einen detaillierten Einblick über den Antibiotika-Einsatz bei landwirtschaftlichen Nutztieren ermöglichen. Damit wolle man den Länderbehörden zudem alle erforderlichen Instrumente an die Hand geben, um die Antibiotika-Abgabe zu reduzieren und den Missbrauch von Medikamenten zu verhindern, sagte die Ministerin. Die Bundesregierung setze mit der Änderung des Arzneimittelgesetzes die rechtlichen Voraussetzungen. Für die Überwachung der Betriebe vor Ort seien weiterhin die Länder zuständig. Im Detail müssen zwischen dem Bundesministerium und den Ländern noch verschiedene Fragen zu der neuen Datenbank geklärt werden: So etwa Art, Umfang und Intervalle der Datenbank-Meldungen, die Kriterien für die Einsichtnahme der Behörden, die Speicherdauer und nicht zuletzt die Kosten des gesamten Vorhabens.

Monitoring bereits für Geflügelbranche

Der Deutsche Bauernverband hatte bereits im Vorfeld der Konferenz betont, dass die mit dem Aufbau und Betrieb der Datenbank verbundenen Kosten nicht auf die Landwirte abgewälzt werden dürften. Für die deutsche Geflügelwirtschaft wies deren Zentralverband (ZDG) darauf hin, dass die Branche seit dem 01.04.2012 im Rahmen des QS-Systems bereits einem flächendeckenden Monitoring-System unterliege, in dessen Rahmen sämtliche Antibiotika- Verschreibungen innerhalb der Mastdurchgänge in Deutschland systematisch und zentral erfasst würden. Ein zusätzlicher finanzieller und bürokratischer Aufwand vonseiten des Bundes und der Länder sei deshalb nicht notwendig, betonte der ZDG.


Autor:
Aktualisiert am: 03.05.2012 09:56
Landwirt.com Händler Landwirt.com User