„Am Markt gibt es kein ‚fair‘“

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Den Menschen Landwirtschaft erklären. Dieses Ziel verfolgt der Verein „Land schafft Leben“. Seit gut zwei Jahren arbeiten Hannes Royer und sein Team daran. Verwundert haben den Landwirt aus Schladming oft die eigenen Berufskollegen.

Hannes Royer von Land schafft Leben fragt sich: „Warum sind nicht wir Bauern die Treiber der Gesellschaft?“ Foto: Marco Riebler
Hannes Royer von Land schafft Leben fragt sich: „Warum sind nicht wir Bauern die Treiber der Gesellschaft?“ Foto: Marco Riebler
LANDWIRT: Wo sind die Spuren, die Ihre Arbeit bisher hinterlassen hat?

Hannes Royer:Wir stellen fest, dass die mediale Berichterstattung über Landwirtschaft neutraler geworden ist. Das ist sehr wichtig. Betreiber eines großen Schlachthofs haben uns geschrieben, dass sie unsere Arbeit – in diesem Fall für den Schweinesektor – sehr schätzen. Das zeigt mir, dass das nicht nur meine Wahrnehmung ist.

Wie offen sind Landwirte für Öffentlichkeitsarbeit?

Sehr offen. Die Bauern wissen, dass sich das langfristig positiv auf das Ansehen
ihrer Arbeit und auf die Akzeptanz ihrer Produkte auswirkt. Wir arbeiten auch sehr gut mit den meisten Interessensverbänden zusammen. Lediglich bei einzelnen Verbänden der Schweinehalter gab es Vorbehalte.

Woran liegt das?

Da sitzen Menschen an den Hebeln, die noch immer der Meinung sind, dass eine proaktive Kommunikation nicht gut ist.

Das ist verständlich in Branchen, in denen die Tierbestände Größen erreicht haben, die für weite Teile der Gesellschaft schwer vorstellbar
sind. Denken Sie nicht?


Nein, das denke ich nicht. Ich bin der Meinung, dass jeder die Wahrheit verträgt. Zu Beginn unserer Arbeit haben uns Marketingagenturen gewarnt, man könne den Menschen nicht die ungeschminkte Wahrheit zeigen. Es zeigt sich, dass das nicht stimmt. Wenn mir bewusst ist, dass für mein Stück Fleisch auf dem Teller ein Tier geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde, dann hat dieses Stück Fleisch einen Wert. Es ist kein anonymes Wegwerfprodukt mehr.

Was war bisher Ihr größter Erfolg?

Ein aktueller Erfolg ist sicher, dass unsere Videos ab diesem Schuljahr für Schulen zugelassen sind. Der Großteil unserer Videos ist bereits in den Mediencentern der Bundesländer verfügbar und kann von Pädagogen im Unterricht verwendet werden. Laufend werden weitere Videos ergänzt. Damit erreichen wir auch Schüler in urbanen Gebieten und können ihnen zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert.

Und die größte Enttäuschung?

Verwundert hat mich, dass auch viele Landwirte kein Bewusstsein hinsichtlich Lebensmitteln haben. Ich erlebe oft, dass auch Bauern nur die billigsten Lebensmittel einkaufen. Oder Bio-Bauern, die keine Bio-Lebensmittel kaufen, weil sie ihnen zu teuer sind. Damit untergraben die Landwirte ihren eigenen Betrieb – oft unbewusst. Das hat mich schon sehr verwundert, weil ich immer davon ausgegangen bin, dass Landwirte die treibenden Kräfte für den Kampf gegen Billigstlebensmittel sind.


Das Interview in voller Länge lesen Sie in der aktuellen LANDWIRT-Ausgabe 20.
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Autor: Roman GOLDBERGER, LANDWIRT Redakteur


Aktualisiert am: 04.10.2018 22:11
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