6 Kippmulden im Vergleich

Fast auf jedem Bauernhof gibt es eine Kippmulde. Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig wie das Angebot. Wir haben sechs Mulden miteinander verglichen und große Unterschiede festgestellt. Worauf Sie beim Kauf achten sollten und welche Schaufel für Sie die richtige ist, erfahren Sie in unserem Testbericht.
Kippmulden von Fliegl, Glinssner, Göweil, Krpan, Rostensteiner und Scheibelhofer im Test.
Kippmulden von Fliegl, Glinssner, Göweil, Krpan, Rostensteiner und Scheibelhofer im Test.
Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, denen man zu wenig Beachtung schenkt. Das ist dem einen oder anderen vielleicht auch schon beim Kauf einer Kippmulde aufgefallen. Die Anforderungen sind sehr unterschiedlich. Zudem lassen sich Kippmulden nicht nur an einen Traktor anbauen. Sie können z.B. auch mit einem Front- oder einem Teleskoplader wertvolle Arbeit verrichten. Spätestens die Namensgebung der Hersteller weist auf die vielfältigen Möglichkeiten hin: Heckschaufel, Hochkippschaufel, Kipptransporter, Dreipunktlaster usw.
Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben sechs Kippmulden auf dem Prüfstand der BLT Wieselburg getestet. Zudem wurden die Geräte von einer fünfköpfigen Expertenjury beim Schotter laden, beim Verladen und Sichern einer Gemüsekiste mit Europalette, beim Transportieren und Sichern von Scheitholz und eines Rundballens bewertet.

Die maximale Kippkraft wurde bei horizontalem Muldenboden mit dieser Messeinrichtung ermittelt.
Die maximale Kippkraft wurde bei horizontalem Muldenboden mit dieser Messeinrichtung ermittelt.
Die Testkandidaten
Bei der Auswahl der Muldengröße und deren Ausstattung (Abmessungen, Nutz- und Kipplasten) sind der verfügbare Traktor und je nach Anwendung einige andere Parameter zu berücksichtigen. Ragt die Kippmulde seitlich nicht über das Fahrzeug hinaus, muss sie nach vorne und hinten nicht gekennzeichnet sein. Steht sie mehr als 1,5 m über die Unterlenker nach vorne oder hinten hinaus, muss das Gerät bereits im unbeladenen Zustand mittels Langgutfuhrtafel oder rot-weißer Markierungen gekennzeichnet sein. Werden die Rückleuchten des Trägerfahrzeugs verdeckt, ist eine Ersatzbeleuchtung anzubringen.
Die Nutzlast muss auf das Trägerfahrzeug abgestimmt sein und ist für den Lastentransport die wichtigste Kenngröße. Bei der Modellauswahl für unseren Test gingen wir von einem 100 PS-Standardtraktor aus.

Leider steckt die Ladungssicherung bei Kippmulden noch immer in den Kinderschuhen. Erste gute Ansätze gibt es von Glinssner, Rosensteiner und Scheibelhofer.
Leider steckt die Ladungssicherung bei Kippmulden noch immer in den Kinderschuhen. Erste gute Ansätze gibt es von Glinssner, Rosensteiner und Scheibelhofer.
Nutzlast, Kipplast und Schwerpunkt
Die von den Herstellern angegebenen Nutzlasten unterscheiden sich bei ähnlichen Abmessungen der Mulde stark. Auch die Leergewichte differieren bei unseren Testkandidaten um 208 kg.
Eine hohe Nutzlast macht in der Regel nur Sinn, wenn diese auch abgekippt werden kann. Leider war das nicht bei allen Testkandidaten möglich. Große Unterschiede gibt es auch bim maximal zulässigen Betriebsdruck. Manche Hersteller verbauen einlagige Hydraulikschläuche die nur bis zu 180 bar zulässig sind. Andere wiederum verwenden Schläuche die bis zu 250 bar aushalten und sogar mit beweglichen Druckringösen verbunden sind.
Ein weiteres wichtiges Kriterium für den Anbau an kleinere Traktoren und für die Achslastberechnung ist die Schwerpunktlage. Auch da gibt es große Unterschiede zwischen den Testkandidaten.

Die schwenkbare Rückwand hat sich in der Praxis gut bewährt und ist heute Stand der Technik.
Die schwenkbare Rückwand hat sich in der Praxis gut bewährt und ist heute Stand der Technik.
Ergonomische Anforderungen
Experten der BLT, der SVB und der AUVA haben alle Kippmulden hinsichtlich maschinenspezifischer und ergonomischer Anforderungen untersucht. Diese Bewertung gibt wertvolle Aufschlüsse für die praktische und verletzungsfreie Handhabung beim Anbau und Einsatz der Kippmulden.
Ein sicherer Anbau ist nur mit genügend Freiraum zwischen Traktor und Gerät möglich. Auch dieser wurde mit einer speziellen Vorrichtung gemessen. Eine häufige Unfallquelle stellen die Rückwände dar, die sich bei Nichtgebrauch als Stirnwanderhöhung nach vorne schwenken lassen. Dazu sollten praktikable Haltegriffe vorhanden sein. Auch beim notwendigen Kraftaufwand gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Fabrikaten.
Die Hersteller wurden gebeten, die Testkandidaten mit allen Möglichkeiten der Ladungssicherung auszustatten. Leider steckt dieses wichtige Sicherheitsthema noch immer in den Kinderschuhen. Erste gute Ansätze gibt es von Glinssner, Rosensteiner und Scheibelhofer.

Mehr zu diesen und vielen weiteren Aspekten, sowie alle Testergebnisse von der Prüfstands- und Praxisuntersuchung mit Kauftipps erfahren Sie im LANDWIRT 20/2017 (Erscheinungstermin, 16. Oktober 2017).

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Aktualisiert am: 07.10.2017 12:13