5. Tänikoner Melktechniktagung

Nationale Experten aus Forschung, Beratung, Industrie und Landwirtschaft trafen sich am 18. und 19. März 2015 in der Schweiz zur fünften Tänikoner Melktechniktagung. Im Fokus der Tagung stand die nachhaltige und tiergerechte Milchgewinnung.
Viele interessierte Besucher trafen sich am 18. und 19. März 2015 zur 5. Tänikoner Melktechniktagung.
Viele interessierte Besucher trafen sich am 18. und 19. März 2015 zur 5. Tänikoner Melktechniktagung.
Eingeleitet wurde die Tagung mit einem Vortragsblock zum Thema „Tierwohl und Milchgewinnung.“ Den Anfang machte Morten Dam Rasmussen von der Aarhus Universität in Dänemark. Er zeigte in seinem Vortrag den negativen Einfluss des Blindmelkens auf. Rasmussen wies darauf hin, dass die frühzeitige Abnahme des Melkzeuges den Zustand der Zitzen verbessert und den Verlust der Melkleistung verringert. Michael Hässig von der Universität Zürich stellte in seinem Vortrag eine klinische Fallstudie vor. Darin wurde der mögliche Einfluss von Sehschwäche bei Kälbern und des gleichzeitigen Aufbaus einer Handyantenne am Hof untersucht. Trotz weitreichender Untersuchungen konnte kein Zusammenhang erkannt werden. Hässing meinte, dass gesunde Tiere damit umgehen können.

Praktische Vorführungen
Wolfgang Müller vom LfL erklärte im neuen Side-by-Side-Melkstand die einzelnen Melkschritte.
Wolfgang Müller vom LfL erklärte im neuen Side-by-Side-Melkstand die einzelnen Melkschritte.
Am Nachmittag wurde den Besuchern der Versuchsmelkstand in Tänikon präsentiert. Der neue Side-by-Side Melkstand wurde eigens an die Größe der Tiere angepasst und dementsprechend umgebaut. Wolfgang Müller vom LfL erklärte im Melkstand die einzelnen Melkschritte. Tierärztin Dr. Andrea Fiedler, führte anhand von toten Klauen die richtige Klauenpflege vor. Fiedler erklärte, wie wichtig es sei, auf die Rückenkrümmung und das Gangbild der Tiere zu achten. Diese Indikatoren geben Aufschluss auf die Klauengesundheit der Tiere.
Als letzte Vortragende des Tages wies die Melkberaterin Kathrin Lincke auf Schwachstellen im Melkstand hin.

Physiologie und Melktechnik
Der nächste Tag begann mit einem Vortrag von Susanne Waiblinger. Waiblinger untersuchte den Einfluss von verschiedenen Melkstandtypen auf den Stress der Milchkühe. Dabei stellte sich heraus, dass Kühe, die im Tandem Melkstand gemolken werden, weniger Stress erleiden, als Kühe in Side-by-Side oder Fischgrätenmelkständen. Dabei spielen Platzverhältnisse und Ausweichmöglichkeiten eine wichtige Rolle für den Grad an Aggression und sozialem Stress. Den Einfluss des Platzangebotes auf das Verhalten von unbehornten und behornten Milchkühen
Tierärztin Dr. Andrea Fiedler führte die richtige Klauenpflege vor.
Tierärztin Dr. Andrea Fiedler führte die richtige Klauenpflege vor.
untersucht Janika Lutz in ihrer Doktorarbeit. Anlässlich der Tagung wurden erste Resultate präsentiert. Die Melktechniktagung in Tänikon wurde mit dem Referat von Natascha Klinkel vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen abgeschlossen. Der Vortrag behandelte das Thema „selektives Trockenstellen“- Nachhaltiger Umgang mit Antibiotika. Nie zuvor stand der Verbrauch antimikrobieller Substanzen in der Tierhaltung unter derartiger Beobachtung. Handlungsanweisungen zum selektiven Trockenstellen sollen den Umgang von Antibiotika gezielter machen.

Aktualisiert am: 23.03.2015 11:54
Mehr zum Thema Rind

Schlachtkälber jetzt verkaufen

Die Kalbfleischnachfrage zog deutlich an. Der Handel rüstet sich für das Weihnachtsgeschäft. In Österreich legen die Schlachtkälberpreise um 20 Cent/kg Schlachtgewicht zu.

Antibiotika wird bei Milchkühen sparsam eingesetzt

Österreichs Tierärzte sind im europaweiten und internationalen Vergleich sparsam beim Einsatz von Antibiotika bei erkrankten Nutztieren, vor allem Kühen. Das zeigte nun eine umfassende Datenanalyse der Einsatzmengen bei Milchrindern der Vetmeduni Vienna.

Bio: Erfolgreiche Tagung in Raumberg-Gumpenstein

Effizienz von Weide und Grünfütterung, die erfolgreiche Kombination von Weide und automatischen Melksystemen und viele weitere kurzweilige Themen zogen wieder eine große Zuhörerschar ins Ennstal.