Antworten: 10
Peter06 26-09-2012 08:57 - E-Mail an User
Klartext
Für alle, die -noch- Radio hören können, ein Programmtipp:
Heute am Abend um 18.25 Uhr in Ö 1 die Sendung Klartext, ein Beitrag zur Streitkultur, mit dem grossartigen Moderator Klaus Webhofer diskutieren Jean Ziegler und Franz Fischler über die Ursachen von Hunger- und Lebensmittelkrisen.
Besonders geeignet für diejenigen, die glauben, dass die Turbo-Agrar-Industrie schon alle Probleme lösen wird....
 


helmar antwortet um 26-09-2012 10:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klartext
Hallo Peter 06.........werd mal schauen ob ich zum Hören komme, aber einer der wichtigsten Gründe für dieses Desaster wird wohl nicht oder nur wenig zur Sprache kommen.......das Bevölkerungswachstum in gerade jenen Gegenden wo bereits jetzt nicht ausreichend Nahrungsmittel erzeugt werden können. Und dann die folgenden Katastrophen infolge der Nutzbarmachung von Land. So wurden in Pakistan viele Wälder abgeholzt um Felder in Terassen anzulegen welche dann durch einen extrem ausgefallenen Monsun abgeschwemmt wurden.
Gerade alle großen Religionen sprechen sich gegen Geburtenkontrolle aus.....Mich stört dass ich andauernd ein schlechtes Gewissen wegen Dingen haben sollte welche ich nicht beeinflussen kann. Helfen können sich auf lange Sicht nur die Betroffenen selber. Und da wäre Geburtenkontrolle und vor allem Bildung für alle ein ganz wichtiger Weg. Denn ich glaube nicht dass dort die Frauen heiß darauf sind unbedingt 10 Kinder gebären zu müssen, wenn von diesen 10 die Hälfte stirbt bevor sie erwachsen werden.
Ja, auch ich spende.....an Licht für die Welt und die Aktion Regenbogen. Weil ich beide für sinnvoll halte.
Mfg, Helga


MF7600 antwortet um 26-09-2012 13:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klartext
ich sehe das wie helmar.
nicht die agrarbranche der westlichen welt kann diese probleme lösen, sondern nur die politik, vor allem in den betroffenen ländern selbst.



tiroler antwortet um 26-09-2012 18:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klartext
@ Helga
die beste lösung in diesen ländern wäre m.e. die geburtenregelung.
die männer kastrieren und die frauen sterilisieren nach dem 2.kind.
Heinz


helmar antwortet um 26-09-2012 18:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Tiroler, Kastration wär schon ein hartes Stück, denn da hättens dann nur noch Eunuchen.......aber vielleicht meinst du die Unterbindung der Samenstränge, da soll Mann Mann bleiben.....
Aber solange die 3 Weltreligionen nicht zu denken anfangen in dieser Frage schauts düster aus. In Indien hat es ja mal bei den Beamten so ein Programm gegeben, bei nachgewiesener Sterilisation Gehalterhöhung und Aufstieg. oder so ähnlich.
Mfg, Helga


Peter06 antwortet um 27-09-2012 08:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ein hervorragender Lösungsansatz ist das, Zwangssterilisation oder gar -kastration, hätte man diese "Methoden" schon vor 100 Jahren im ländlichen Raum von Tirol oder Niederösterreich mit den damals üblichen hohen Geburtenraten angewendet, uns bliebe heutzutage so manche Blödheit erspart....

Aber es ist natürlich viel einfacher, alle Schuld in der Zunahme der Weltbevölkerung zu sehen, "sull`n net sovül schnackseln, dann ham`s a wos zum Fressen", als darüber nachzudenken, warum Spekulanten die Preise für Nahrungsmittel künstlich in die Höhe treiben, als darüber nachzudenken, warum internationale Konzerne wie die Heuschrecken in Entwicklungsländer einfallen, dort mit Hilfe der korrupten, regionalen Eliten den Menschen das Land rauben (Land-Grabbing), um Futtermittel für die westliche Fleischindustrie oder Palmöl anzubauen, und die regionale Bevölkerung ins Elend zu stürzen. Nachzudenken darüber, dass das Elend des Welthungers vermeidbar wäre...

Aber wozu nachdenken, ein paar Standartfloskeln über Religion und Geburtenrate rauszuschiessen ist ja viel einfacher!
Meint
Peter


Restaurator antwortet um 27-09-2012 09:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@peter06
natürlich darf es eine zwangsirgendwas nicht geben.
nur so, wie du das hier darstellst, war es früher bei uns auch nicht.
heiraten durfte nur wer arbeit und unterkunft vorweisen konnte damit die gemeinde nicht so viele durchfüttern muss.
mein urgrossvater - sohn eines weinbauern in der südsteiermark - musste trotz seiner fixen stelle als bergmann 4 mal (!) ins drautal zum richter pilgern und bestätigungen über arbeit, einkommen und unterkunft vorlegen bevor er die heiratserlaubnis mit den worten " na guat, wenn's denn so pressiert!" bekam.
das war auch der grund warum die meisten ehen im alter der männer von ca. 26 und frauen um die 24 geschlossen wurden.
auch die eisenbahner der gkb fuhren damals (bis zur machtübernahme durch die nazis) wenn sie zu viele kinder hatten nach graz zu einem jüdischen arzt um sich kastrieren zu lassen. die leute von 50 aufwärts können (zumindest in den ehemaligen koloniesiedlungen) noch etwas mit dem begriff "eisanbahnerkapauner" anfangen.
also werden sie ja wohl in den hungerländern die sache mit der überbevölkerung auch in den griff kriegen. sie sind ja angeblich nicht ungebildeter und primitiver wie unsere vorfahren.


helmar antwortet um 27-09-2012 09:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Peter....korrupte Eliten.....na sowas! Und die restliche Welt soll gut machen was dieselben verbocken.....Jean Ziegler ist ja Schweizer. Ich möcht gar nicht wissen wieviel Geld aus eben diesen Hungerländern von eben den Eliten von dort in der Schweiz gebunkert wird. Die Bevölkerung diser Länder kann nur selbst versuchen ihre Beherrscher loszwerden, aber dann kommt leider selten was besseres nach, siehe "arabischer Frühling"......und leider auch anderswo. Dort aber meistens mit dem Vorteil dass man das kririsieren kann, auch wenn es nicht viel nützt.
Mfg, Helga


Peter06 antwortet um 27-09-2012 15:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Restaurator
Natürlich hast Du meine überspitzte Formulierung als Reaktion auf die vorigen Beiträge richtig gedeutet, oder?
Schon möglich, dass die "Herrschaft" seinerzeit ihren Sanctus für Heiratswillige von wirtschaftlichen Gegebenheiten abhängig gemacht haben, aber "gschnackselt" wurde auch zu jener Zeit schon ausgiebig, ohne dass jemand um den Segen von oben gebeten hat. Wo wären die vielen ausserehelichen Kinder denn hergekommen? In meiner näheren Umgebung weiss ich von einigen Fällen, wo schon 2, 3 Kinder auf der Welt waren, und erst dann geheiratet wurde, und die nachkommenden Geschwister sich dann gewundert haben, wieso die älteren einen anderen Familiennamen hatten.
Darum geht es aber nicht.
Hier geht es um die Tatsache, dass das einzelne Individuum Mensch, dass in Dafour, im Südsudan, in Äthiopien oder als Ureinwohner im brasilianischen Regenwald lebt, schlicht keine Chance auf ein einigermassen menschenwürdiges Leben hat, weil Naturkatastrophen, politische Zustände usw. vom einzelnen Individuum in keiner Weise beeinflusst werden können. Wir können uns jetzt in unserer Wohlstandsgesellschaft zurücklehnen und sagen, was schert mich das? Oder wir können eine jener Fähigkeiten zum Zug kommen lassen, die uns erst zu Menschen macht, nämlich Empathie.
Mit eben dieser Empathie können wir darüber nachdenken, was denn alles zu diesen Zuständen beigetragen hat und beiträgt. Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir, meinte Immanuel Kant und das ist nicht der Erfinder der gleichnamigen Wurst.



280563 antwortet um 27-09-2012 19:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Peter06!
In diesem Punkt bin ich genau der gleichen Meinung wie Du und Jean Ziegler. Dieser ganze Neoliberalismus, daß sich die Märkte von selbst regeln, weniger Staat, Privatisierungen, Abbau von Zöllen - all daß, was wir seinerzeit in der Schule im Fach Volkswirtschaft als schlecht erklärt bekommen haben - ist in den letzten Jahren über uns hereingebrochen.
Die schwachen Individuen bleiben dabei natürlich auf der Strecke. Mit unseren hoch subventionierten Exporten von landwirtschaftlichen Gütern in Entwicklungsländern stören wir dort die Märkte derart, daß jeder Ansatz von Landwirtschaft im Keim erstickt wird. Egal ob 1 oder 10 Kinder - wenn für die Früchte der menschlichen Arbeit nichts erlöst wird, weil wieder einmal Billigexporte von Hühnerteilen die ansässigen Bauern ruiniert, hilft alles nichts. Mit unserer Turbolandwirtschaft kann man als Bauer in Afrika nicht mithalten.
Schönen Abend!
Silvia


Restaurator antwortet um 27-09-2012 20:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@peter06:
eigentlich hab ich deine wortmeldung absolut nicht als überspitzt verstanden.
ich bin nur der meinung, dass auch unsere altvorderen schon im grossen und ganzen darauf geachtet haben, dass sie nicht wegen übermässiger vermehrung verhungern, bzw. haben unvorhersehbare hungersnöte und krankheiten ganz im biologischen sinne alles von selber geregelt. womit man wieder zum punkt kommt, dass man in einem umfeld ohne pensionskasse sicherheitshalber doch mehr kinder in die welt setzt, damit man dann im alter nicht auf almosen angewiesen ist oder verhungert.
sinowatz war sehr weise als er gesagt hat "das ist alles so kompliziert". ;)



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