Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....

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naturbauer 02-02-2012 12:07 - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Was ist jetzt los frag ich mich?
Ganz plötzlich wird um die Bauern gerungen? Wertschöpfung, Wertschätzung........
Der Bericht in der Druckausgabe trifft zwar die Sachlage, ändert aber niemals mehr den Niedergang derer um die da gejammert wird. Es wurde zum Niedergang und wird immer noch zum Niedergang derer alles Menschenmögliche getan, damit es kein Weitermachen gibt. Tierschutzvergemeinerung zum Nachteil derer....... etc etc.... Fleisch aus Ländern importieren wo Tierschutz und alles was wir hier haben nicht bekannt ist.



m.josef@gmx.at antwortet um 02-02-2012 12:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Ja leider ist das so. Er wäre wirklich an der Zeit, daß sich unsere Interessensvertretung etwas mehr auf die Schienen haut. Aber da werden wir vergeblich darauf warten. Scheinbar ist bei der Landwirtschaft noch so viel zu holen, oder ist vielen eh schon alles wurscht. Kann es nicht verstehen, alle anderen Berufsgruppen streiken wenn ihnen etwas nicht passt, siehe Lohnverhandlung Metaller, der Beamten, oder die Drohung der Krankenahusbediensteten auch zu streiken wenn die Gespag auf ihre Forderungen nicht eingeht. Meines Erachtens haben wir schon lange genug zugesehen und uns extrem schikanieren lassen. Wann werden wir munter und erkennnen das wir keine Kuh zum melken sind, denn selbst bei der muß man vorne etwas Gutes hineinstecken damit gute Milch heraus kommt.


Trulli antwortet um 02-02-2012 13:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Falscher Vergleich!
Landwirte sind mit selbständigen Unternehmern zu vergleichen!
Greißler im Ortsgebiet wurden nicht künstlich subventioniert...
Und jetzt aktuell: Gasthäuser sperren immer mehr zu, bzw. es fehlt am Nachfolger! Potentuelle Gasthausgeher bleiben immer mehr aus! Imbißecken in Einkaufszentren, diverse "Standln"...mit diesen Dingen haben Gastwirte zu tun!
Entweder man reagiert entsprechend darauf, oder man läßt es sein...
Alles Familienbetriebe, wie eben landw. Betriebe auch....
Und diese Veränderungen gilt es in Angriff zu nehmen....nicht jammern!!

mfg



mostkeks antwortet um 02-02-2012 13:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Ein guter Ökonom hat mal gesagt: Die Kuh die man melken will darf man nicht schlachten.
Hat man vergessen....


naturbauer antwortet um 02-02-2012 14:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Trulli ich denke du verstehst das nicht so ganz genau wie das jetzt läuft. Ich will dir nicht zu nahe treten damit, nur beim nächsten Generationswechsel der bald ansteht scheppert es eben. Die Grundlagen dafür sind in der Vergangenheit und werden immer noch, eben auch heute noch gelegt. Der Generationswechsel x Hofnachfolger der was anderes gelernt hat x der aufgrund seiner Altenteiler x und nur dadurch den Betrieb weiterführen konnte x dann nicht mehr möglich weil ohne in die Arbeit gehen das Geld sowieso nicht reicht x niemand mehr daheim der beim Betrieb ist, ist es unmöglich weiter zu machen. Ist jetzt schon arg Chinesisch, weiß, aber so läuft die Formel nunmal ab.

Meine Viehhändler erzählen mir immer wieder ohne Namen zu nennen dass es demnächst so abläuft.
Das heißt eigentlich sie bestätigen mir das, weil ich denen immer wieder wissen lasse dass es bald vorbei ist, so wie es jetzt noch ist. Gibt aber kein Problem mit den Viehhändlern, weil diese entweder etwas älter oder gleichaltrig sind wie ich, sie dann so wie ich in Rente gehen können.
Mir fällt auf, heute denkt kaum einer mehr weiter als von einer Sekunde auf die andere. Langfristiges Denken hat man den Leuten abgewöhnt. Man lässt denken! Und hat sich angewöhnt nach dem zu reden wie und was gerade ansteht.


Hausruckviertler antwortet um 02-02-2012 19:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Trulli hat recht, wenn er sagt, dass man Landw. eher mit Gewerbetreibenden vergleichen soll und nicht mit Arbeitern. Der einzige Unterschied ist halt, dass Gewerbetreibende zwar den Preis selber gestalten können, aber dem Marktdruck wesentlich mehr ausgesetzt sind, vor allem wenn sie keine Nischenprodukte haben mit denen sie allein am Markt sind. Ist auch so ähnlich in der Landw. Weidegänse, seltene Tierrassen etc. etc. sind noch Nischenprodukte und der Bedarf ist da. Aber auch da gibt es bereits Zusammenschlüsse von Bauern (ich weiß es zwar nur von den Weidegänsen), wegen der gemeinsamen Preisgestaltung und Schlachtung. Da machen die den Preis noch selber, aber bei Massenwaren machen halt den Preis andere.
Naturbauer hat recht, weil der Generationswechsel tatsächlich eines der größten Probleme in der Landwirtschaft darstellt. Hatten früher Firmen noch einigermaßen Verständnis für die Bauern, speziell, wenn es darum ging spontan einige Stunden bzw. Tage zu Hause bleiben zu müssen. So wird man heute schon mal vor die Entscheidung geastellt, was einem wichtiger ist. die Firma oder die Landw.
Mit ein Grund ist auch die Ausbildung der Kinder. Viele haben auf Grund ihrer Schulbildung höherwertige Jobs und sind somit noch intensiver in das Firmengeschehen eingebunden und noch mehr von der Landwirtschaft ferngehalten. Auch nimmt das Interesse der Jungendlichen an der Landwirtschaft mit zunehmendem Bildungsstandard ab. Ausnahmen gibt es natürlich überall. Dass die Bezahlung in solchen Jobs natürlich mit dem Einkommen in der Landwirtshaft nicht zu vergleichen ist liegt auf der Hand.
Ein wesentlicher Faktor ist natürlich das Verhalten von den Eltern. Hier wird von so manchen ein hoffnungsvoller Sprößling mit althergebrachten Ansichten aus dem Haus getrieben. Auch die ewige Jammerei ist nicht gerade zum Vorteil, wenn sich junge für die Landwirtschaft entscheiden sollen. Was mich immer wundert, dass sich in solchen Fällen die Alten wundern, wenn die Jungen nicht wollen.
Von offizieller Stelle wir zwar immer geschrieben und in Sonntagsreden geredet, wie wichtig die kleinen Bauern sind. Tatsächlich wird alles betrieben um ihnen das Leben schwer zu machen. Man braucht sich nur die Regelungen und Verordnungen anschauen, die uns immer wieder aufgehalst werden. Bei jeder neuen Situation gibt es wieder einige, die nicht mehr mitmachen wollen und deshalb das Handtuch werfen.
Viehhändler werden in nicht allzuferner Zukunft zur Bauernnostalgie gehören. das ist etwas was ich persönlich nicht vermisse, weil wir in Österreich mit der Rinderbörse doch eine einigermaßen gute Verkaufsorganisation haben. Gäbe zwar auch einiges zu kritisieren, aber im großen und Ganzen passt es so halbwegs.
Die schnellebige Zeit und die Geschwindigkeit mit der die Entwicklung voranschreitet ist natürlich auch ein wesentlicher Negativfaktor für den Landwirt, der es gewöhnt ist in Generationen zu denken.


biolix antwortet um 02-02-2012 19:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Hallo !

ICh habe noch nirgstenst 20 Unternehmer in der selben Branche in einem Dorf erlebt.. ,;-)))

Also Bauer sein muss doch irgend wie was anderes sein.. ;-))

lg biolix udn einen nicht zu abgekühlten Abend wünsch ich noch... ;-))


naturbauer antwortet um 02-02-2012 23:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Servus Hausruckviertler, du schreibst, ich zitiere.
Hier wird von so manchen ein hoffnungsvoller Sprößling mit althergebrachten Ansichten aus dem Haus getrieben.
Da ich hier einige regelmäßige Schreiber persönlich kenne, kann ich dir bei dem Satz glauben, dass es so ist, weil es mir bei hin und wieder Telefonaten auch so gesagt wird.

Was ich jetzt nicht weiß, ist das ein überwiegend Österreichisches Problem, oder auch in Bayern und sonst noch irgendwo so.. Denn in meiner unmittelbaren Gegend sind derartige Vorkommnisse sehr selten. Heißt, dass ich es so gar nicht kenne. Aus Mangel am Einkommen der Landwirtschaft müssen die Jungen anderswo ihr Auskommen finden. Zweigleisig kann keiner fahren, nur solange die Alten rüstig genug sind. Nicht nur ich, sondern viele meiner Kollegen wissen, dass in absehbarer Zeit der Betrieb nicht mehr weiter geführt wird, werden kann. Zum Teil wird schon heute von Aufforstung geplant, je nach dem halt wie die Grundschaften so sind. Geplant wird von unserer Seite aus im Verborgenen, das ist der Punkt der übersehen wird von der hohen Politik und den Verbrauchern.




theres antwortet um 03-02-2012 07:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Hallo Naturbauer,
es sind viele Handwerksbetriebe, der Einzelhandel, viele kleine Familienbetriebe aus dem gewerblichen Bereich verschwunden. Und jetzt sind die kleineren und mittleren landw. Betriebe an der Reihe.
Die gutausgebildeten jungen Leute, die auf den Höfen oder aus den aufgegebenen Gewerbe- und Handwerksbetrieben stammen- sind begehrte Facharbeitskräfte. Sie haben noch die Arbeitsmoral ihrer Eltern mitbekommen.
Warum sollte sich dann die Gesellschaft und Wirtschaft darüber aufregen, wenn die Bauernhöfe verschwinden, nur mal etwas sarktastisch bemerkt.

Die Nahrungsmittel in den Discountern sind billig, es gibt auf der Welt ein Lohngefälle und überall, wo es am Billigsten erzeugt werden kann, wird dorthin die Produktion verlagert. Gehts woanders noch billiger, wird weitergewandert.
Der Transport macht nur einen Bruchteil der Kosten aus.
Ebenso ist es mit vielen anderen Waren des täglichen Bedarfs, warum hier teuer produzieren, wenn es woanders viel billiger machbar ist.

Und hier warten viele mit leuchtenden Augen auf die grosse Freiheit, um endlich in den Himmel wachsen zu können, jeder Hof der aufgegeben wird, ermöglicht einen anderen zu Wachsen.

Interessant find ich bei der Spurensuche in die Vergangenheit, dass es solche Auswüchse immer schon gegeben hat, das römische Weltreich hatte auch mit billigen Sklaven die mittelständische Landwirtschaft aufgerieben, irgendwann ist dieses Weltreich in tausend Scherben zerbrochen.

Mir scheint, dass der Stand einer Gesellschaft, ihr Anzeiger, ob sie auf dem Weg nach Oben oder nach Unten ist- sehr gut zu erkennen ist. Der Mittelstand scheint hier der Zeiger zu sein.

Bis jetzt will das keiner wahrnehmen, das scheint eine Grundtugend der Menschheit zu sein, dass sie in den Untergang marschiert und abgesehen von ein paar als Spinner und ewig gestrigen verlachten "etwas weitsichtigeren Menschen" vollkommen blind weitergeht. Erst wenn es kracht, sagen die Experten, dass sie das immer schon vorhergesagt hatten.

Ich vermute auch, dass der Trend nicht mehr zu stoppen ist-
aber er wird auch in der Landwirtschaft nicht gesehen, weil die einen auf Wachstum hoffen und die, die aufgeben, sich auch nicht mehr mit den Problemen der Landwirtschaft beschäftigen,
wer sich nur traut, das Wort bäuerliche Kultur, die Sorge um die Nachhaltigkeit und Fruchtbarkeit der Böden in den Mund zu nehmen, wird von Seiten der landwirtschaftlich auf höchstes betriebswirtschaftliches Niveau gebildeten Landwirten doch nur belächelt.

Agrikultur- hätte seinen auf Augenhöhe gleichen Stand wie die Kultur in der Musik, im Theater,
aber hier ist wohl Lady Gaga mit ihren umgehängten Fleischschnitzeln wohl eher gefragter als die alte Musik von Mozart.

Es hat eine gewaltige Verflachung gegeben und dass Landwirtschaft nicht nur die Produktion von billigsten Nahrungsmitteln, sondern eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung, gesunde Lebensmittel,
die Pflege einer nachhaltigen Kultur- und Erholungslandschaft, der Erhalt einer Kultur, (die wenn ich das Wort "christlich" verwende, hier sicher in diesem Forum auch wieder zerpflückt wird.), gesundes Trinkwasser, die Wälder als Speicher und Lieferer von einer Unzahl an Nebenleistungen und viele weitere Lieferungen und Leistungen der Landwirtschaft an die Gesellschaft erbracht hat,
wird erst kapiert, wenn es diese Landwirtschaft nicht mehr gibt.

Aber wir sind auch selbst schuld, wir haben uns als Elefanten zähmen lassen, haben uns jahrelang an der Nase herumführen lassen, haben auch das Denken den anderen überlassen.
Weißt du, wie Elefanten gezähmt werden:
Ein junger Elefant wird mit einer starken Kette am Fuss gefessselt und diese Kette an eine unzerstörbare Anhängung festgemacht.
Der junge Elefant kann ziehen, zerren, sich noch so abmühen, er wird diese Fessel nicht los, bis er irgendwann kapiert, dass er keine Chance hat.
Mit der Zeit wird aus der starken Kette, ein Seil, dann dein Strick, am Schluss reicht eine leichte Schnur,
sobald der Elefant diese Schnur um seinen Fuss spürt, setzt sich sein erlerntes Wissen in Bewegung,
er hat einmal gelernt, dass er gegen die Fesseln nicht ankommt.

In der Landwirtschaft ist ein anderer Weg begangen worden,
diejenigen, denen es zu bunt wurde, haben aufgegeben, die Jungen haben ihren Platz in der Gesellschaft gefunden (Stadtluft macht frei) und übrig bleiben hier wohl nur die "Zachsten".
Und die freuen sich auch noch, weil sie im Sinne von Darwin die "Stärksten" geblieben sind.
Deshalb wird man mit den Bauern machen können, was einer Gesellschaft gerade einfällt,
irgendwann wartet viel Macht und Geld auf die knappste Ressource- Grund und Boden.
Die Früchte in Form von immer mehr aufgebenden Betrieben fällt ihnen ja quasi in den Sack.

Und erst dann, wird sich zeigen, wie praktisch die Landwirtschaft für die Gesellschaft war.
Interessant ist auf der anderen Seite, wer ein paar mehr Euros übrig hat, der kauft sich einen Hof, ein kleines Anwesen, richtet es wieder liebevoll her und lebt seinen Traum vom Landleben,
die schwammerlartig mehr und mehr erscheinenden Zeitschriften über Landleben scheinen diese Ursehnsüchte des Menschen aufzugreifen.

Landwirtschaftliche Betriebe, die nicht nur viel Arbeit sondern auch eine hohe Lebensqualität, ein ausreichendes Einkommen hätten, würden doch diese ganzen gesellschaftlichen Bemühungen unterlaufen.










sturmi antwortet um 03-02-2012 07:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
"....die Ausbildung der Kinder. Viele haben auf Grund ihrer Schulbildung höherwertige Jobs...."
@Hausruckviertler
Ja genau so ist es! Soll ich meinen Jungs diese verweigern?! Hab mich gestern mit meinen Sagler unterhalten. Sein Bruder hat auf einen 40 ha Schweinebetrieb geheiratet. Die sperren auch zu! Warum? Weil die Tochter des Hauses Lehrerin ist und er einen super Job in der Stadt hat.
Ich kenne keinen einzigen potentiellen Hochnachfolger mehr, der nicht einem Job nachgeht! Früher oder später muß sich jeder entscheiden ob er den Job weitermacht oder Bauer wird! Und da werden wohl eher die finanziellen Fakten das entscheidende Kriterium sein.
@theres
Eine sehr gut Analyse wie ich finde! Mich ärgert nur die Tatsache das ich bei dem "Spielchen" bei den Stärkeren sein zu wollen zu lange mitgemacht habe. Wer g´scheiter gewesen, ich hätte mich schon vor Jahren in WIFI-Kursen weitergebildet! Aber es ist ja nie zu spät einen anderen Weg zu gehen. ;-)
MfG Sturmi



mostkeks antwortet um 03-02-2012 08:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
"....die Ausbildung der Kinder. Viele haben auf Grund ihrer Schulbildung höherwertige Jobs...."

Mehr als ein Bauer, kann ein Mensch nicht werden!


carver antwortet um 03-02-2012 08:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
@theres
normalerweise lese ich solche lange Einträge aus Faulheit nicht, aber bei Deinem bin ich mit meinen Augen nicht losgekommen.
Gute Gedanken!

lg carver


helmar antwortet um 03-02-2012 08:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Wird ja auch von den Genossen schon bemerkt......Bauernkinder haben eine gute Ausbildung. Nur, seien wir mal ehrlich, oder zumindest ich.....es hat eine Zeit gegeben da hat es weh getan dass meine Tochter kein Interesse an der Landwirtschaft hat und ich hab ernsthaft darüber nachgedacht, ob es nicht eine Möglichkeit wäre dass jemand der unbedingt Bauern werden möchte den Hof bekommt und meiner Tochter dafür ein Haus o.ä. gibt......ich bin inzwischen froh dass dies nur eine Überlegung gewesen ist.....in einigen Wochen gehen die letzten Kühe ab, zu meinen Pächtern welche die Fläche und Milchquote mitübernommen haben. Und kommen in sehr neue Laufställe......
Und ich verzieh mich in meine mit den Jahren immer mehr geliebten Wälder......Der Hausruckviertler hat schon recht, das lausige Affentheater rund um Vorschriften in der Landwirtschaft lässt zumindest mir das Aufhören inzwischen leicht fallen.
Das Gejammer dass das natürlich von bösen Mächten "gewollt" ist ist mir allerdings unverständlich. Besonders von jenen welche Pachtflächen haben. Hätten die Verpächter nicht aufgehört was würden die dann machen?
Mfg, Helga


theres antwortet um 03-02-2012 10:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Hallo Helga,
die Landwirtschaft hat über einen langen Zeitraum von der Zeit, als noch um 80 - oder 90 % davon lebten, bis jetzt, wo es nur noch ein paar magere Prozent sind, immer gute Leute für den Arbeitsmarkt geliefert.
Jeder Personalchef weiß gute Leute aus dem landw. oder mittelständischen gewerblichen Umfeld zu schätzen.
Und ich finde die hier laufenden Diskussionen manchmal als sehr lehrreich, z.B. wieviel von den uns immer so vorgehaltenen Förderungen bei der Landwirtschaft ankommen.
Es ist ebenso äusserst interessant, wieviele von der Landwirtschaft leben.
Leider haben wir uns als Elefanten dressieren lassen und damit vergessen, was wir wert sind.
Deshalb pfeiff ich auch auf die "Anerkennung" aus der Gesellschaft, Lob ist ein praktisches Instrument, die Leute dahin zu bekommen, wohin man sie haben will.
Jahrelang waren wir die Deppen der Nation und jetzt sollen wir wieder das Kind aus dem Brunnen ziehen, wenn dem Staat das Geld ausgeht.
Und wenn die Gesellschaft billige Lebensmittel und billigste Waren aus der ganzen Welt haben will-
dann muss sie eben mit den damit auftretenden Konsequenzen leben.
Ich bin gerne Bäuerin, aber inzwischen sehe ich manchmal klarer, besonders die schwammerlartig erscheinenden Landsehnsuchtzeitschriften haben hier bei mir einen Schalter eingeschaltet.
Es ist schön, wenn so viele von dem Leben auf dem Land träumen, es wird endlich Zeit, dass wir uns selbst wieder klarmachen, was einem selbst wertvoll und wichtig erscheint.
Ich habe begonnen, Ballast abzuwerfen, nur noch eine landw. Fachzeitschrift, alle anderen brauchen wir nicht mehr, es gibt vieles, was nicht unbedingt nötig ist, das brauchen wir nicht.
Dafür gibts viele lebensqualitätsmehrende Errungenschaften, die uns gut tun.
Immer mehr und noch mehr arbeiten, damit wir dann mit dem Geld Glumperts kaufen, dass wir gar nicht brauchen.
Wenn in einer Fachzeitschrift das Thema Landwirtschaft einmal aus dieser Ecke aufgegriffen wird,
ist das Gleiche als wenn der Pfarrer in der Kirche die Gläubigen schimpft, weil sie nicht in die Kirche gehen.
Da wirst du jetzt lachen.




biolix antwortet um 03-02-2012 10:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
hallo !

sehr nette und richtige Zeilen theres... ;-))

Diese WOche war Benno Härlin in Ö und hat vorgetragen...

EIn paar Sätze aus seinen Vorträgen zum Nachdenken und natürlich dann zum selber machen, bzw. dem Mainstream eben entgegen zu steuern.. ;-))


Es gibt Zweierlei Wachstumskonzepte:

Industrielles Wachstum:
Maximale Ausdehnung und
lineare Vermehrung und jeden Preis

Natürliches Wachstum:
optimale Nutzung der jeweils
verfügbaren Ressourcen

Industriell: Natürlich:
Grösser - Optimale Anpassung
Schneller - Rechtzeitig
Standardisierung - Vielfalt
angebl. Perfekt , volles Risiko - Fehlerfreundlich
Steril - Fruchtbar
Mehrwert - Nährwert
Monokulturen – Gärten

Zur Privatisierung der Forschung:
„Obwohl die Produktivität pro Fläche und Energieeinheit in
kleinen, diversifizierten Bauernhöfen viel höher ist als in
intensiven Bewirtschaftungssystemen, werden sie weiterhin
von der offiziellen Agrarforschung vernachlässigt.“
„ Einige Saatgutunternehmen geben bereits weit mehr Geld für
Rechtsanwälte als für Forschung aus…..“


lg biolix

p.s. und theres, und nicth alle Elefanten lassen ischh zähmen, und des wegen sind wir noch lange keine Deppen nur weil wir ein wenig gegen den Strom schwimmen.. ;-))



Tyrolens antwortet um 03-02-2012 11:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
"Industriell: Natürlich:
Grösser - Optimale Anpassung
Schneller - Rechtzeitig
Standardisierung - Vielfalt
angebl. Perfekt , volles Risiko - Fehlerfreundlich
Steril - Fruchtbar
Mehrwert - Nährwert
Monokulturen – Gärten"

Das alles kannst du aber sehr gut untereinander kombinieren. Schwarz/Weiß Malen ist also nicht.

Im Übrigen kommt eine der beliebtesten Weizensorten noch immer von einem Mini-Saatzuchtunternehmen.

Die Privatisierung der Forschung finde ich zB sehr gut. Denkt mal nach, in der heutigen Zeit, wo der Lobbyist XY, mit direkten Draht in die Ministerien, irgendein öffentliches Gefälligkeitsgutachten in Auftrag gibt oder dahingehend drängt, in eine ganz bestimmte Richtung (nicht) zu forschen? Die letzten Jahre haben doch gezeigt, dass der öffentliche Dienst und damit auch die Universitäten genau so käuflich sind wie Private. Somit sollte man nicht zwischen öffentlich und privat unterscheiden, sondern zwischen ehrlich und unehrlich, lauter und unlauter.
In den USA (Feindbild Nummer Eins vieler) gibt es Landwirte, die sich zusammen getan haben und eine Forschungseinrichtung finanzieren und betreiben. In Dänemark gibt es so etwas auch. Dort wird dann freilich im Interesse dieser Landwirte geforscht, ganz privat finanziert und vielleicht gerade deshalb so gut.

Eines ist jedenfalls klar: Die öffentliche Verwaltung somit Politik und Justiz sind um keinen Deut besser als irgendwelche Konzerne.



biolix antwortet um 03-02-2012 12:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
;-))) Tiroler, wie oben geschrieben, komtm das nicht von mir sondern von einem Gescheiteren, wie du oben lesen kannst... Und Ausnahmen bestätigen nur die Regel.. ,-))))

lg biolix

p.s. klar und alles ist sind schlecht, das wollen uns auch die Korruptesten immer einreden.. ;-)))


theres antwortet um 03-02-2012 13:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Hi Biolix,
ich seh mich auch nicht als Deppin, aber die Gesellschaft hätte uns gerne in dieser Ecke. Hab mir Härlins Weltagrabericht schon etliche Male zu Gemüte geführt und auch selbst darüber nachgedacht.
Wie einem der altmodische Bauerngarten dann in einem ganz anderen Licht erscheint,
bäuerliches Wissen eine Ressource ist, die gar nicht so übel ist.

Mir gehts nur darum, sich selbst klar zu machen, dass die Krokodilstränen wegen der Landwirtschaft keine echten Tränen sind. Und das wirst du jetzt nicht gerne hören, egal ob konvi oder bio-
ausgenutzt werden wir alle, der Idealismus wird gerne gesehen, aber wirklichen Mehrwert bietet er nicht.

Diese ständigen Grabenkämpfe sind doch Wasser auf den Mühlen, die an der Landwirtschaft verdienen.

Denn stell dir vor, alles kommt billiger aus dem Ausland, keine Schimpferei mehr wegen Gülle und Gestank, ein paar Grosskonzerne übernehmen Grund und Boden,
viele "kleine Arbeitsplätze und Löhne und willfähige Arbeitnehmer " würden damit entstehen, es gibt sicher immer wieder auf der Welt ein paar Ecken, wo die Leute noch billiger arbeiten würden, Saatgut mit Patenten lassen die Börsianerherzen höher schlagen.
Die Frage ist nur, wieviele Arbeitsplätze müssten dann für die, die bisher an der Landwirtschaft verdienten, geschaffen werden, die wären nicht mit den "kleinen Arbeitsplätzen und Löhnen" zufrieden.

Schon alleine, was eingespart werden würde, an Kontrolleuren und Bürokratie,
Keine Vorwürfe mehr, weil die Landwirtschaft den Staat oder Steuerzahler was kostet,
keine Schimpferei mehr wegen der teuren Pension für die Landwirte.

Ich spinn gerade nur so einen "Kältefrustfaden" wenn es keine hiesige Landwirtschaft mehr gäbe.
Die abgepackten Fertigsupperl und alles andere würde die Arbeit mit der Kocherei total ersparen,
dann bliebe noch viel mehr Zeit um in die Konsumtempel zum Shoppen zu fahren.

All das, was bisher an Wissensweitergabe von Generation zu Generation lief- wird man mit einiger Geduld mit Sicherheit auch noch unterbinden. Es wäre doch gelacht, wenn diese altmodischen, nicht mehr zeitgemässen bäuerlichen Denkweisen nicht auch noch ausgerottet werden könnten.
Also die Kinder frühestmöglich aus dem elterlichen und weiteren familiären Einflüssen entziehen.

Und diese nutzlosen Fertigkeiten, z.B ein Essen selbst kochen, mit Handwerksgeräten umgehen können, noch zu wissen, dass ein Erdäpfl in der Erde wächst und entsprechende küchentechnische Behandlung braucht-
in der Wissensgesellschaft brauchts das nicht mehr, man googelt und das reicht und ausserdem gibts eh alles fertig zu kaufen.

Hoffentlich wird es bald wieder wärmer, wenn es im Frühling wieder draussen zum Wachsen anfängt, dann ist das wieder ganz was anderes. Diese Hundskälte mag ich gar nicht, meine Vorfahren stammen wohl eher aus südlichen Gefilden.





Landwirtschaft hat ein unwahrscheinliches Potenital, hat echt auch der Gesellschaft etwas zu bieten.
Aber darauf zu warten, dass diese Gesellschaft daherkommt und bemerkt, welcher Weg ein guter Weg wäre und was sie von der Landwirtschaft an Mehrwert zurückbekommt, darauf möchte ich nicht hoffen.
Vielleicht bist du beim Elefantenzähmen ausgekommen, weil du nicht auf einem Hof aufgewachsen bist. :-
Was nützt es, wenn ein paar Idealisten den Vortrag von Benny Häerlin anhören, was nützt es, wenn ein paar über die endlichen Ressourcen für unendliches Wachstum kritisch nachdenken, was nützt es, wenn ein paar mit Umsicht versuchen, die Bodenfruchtbarkeit wirklich langfristig zu erhalten?
Die Bauern tun ja nichts mit Fleiss gegen ihre Lebensgrundlagen, sie haben es irgendwann so gelernt und da steht sich doch niemand hin und würde sagen, sorry, wir haben euch da was falsches beigebracht.





ginzo antwortet um 03-02-2012 13:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Ja, ich stimme Dir zu, schon mein Großvater hat spaßweise immer gesagt, fast jedes
Kriegführen hat im Frühjahr geendet, denn da mußte jeder den Mistausführen, pflügen
und anbauen, hoffentlich wirds in Ö. auch bald zum Mistführen ........


liesbeth antwortet um 03-02-2012 15:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Bevor hier alle in Frustration erstarren !

Auf was kommt es jetzt an?

Das was einem geblieben ist verstärkt schätzen
Die Kräfte der Selbsthilfe verstärkt mobilisieren
Sich der Chancen bäuerlicher Zusammenarbeit neu besinnen
Die nichtbäuerliche Bevölkerung als Partner gewinnen

Solange ich Nahrung habe für die Meinen und Futter für meine Tiere
Tautropfen auf den Rosenblättern und Augen für die Sonne
ein brennendes Herz für Armut und Tränen
Lachen und Tanzen
bin ich der glücklichste Mensch und müßte danken, immer nur danken
(Eva Lubinger)


Kein Erwerbszweig und kein Beruf erfüllt so den Menschen,
keiner macht ihn so einheitlich geschlossen
und bietet ihm so vielfältige Tätigkeit
keiner stärkt und adelt in so wie die Landwirtschaft
(Peter Rosegger)

Texte aus dem Heft: Der Erde die Treue halten (Warum auch in Zukunft Bauer und Bäuerin bleiben 1995)


Hausruckviertler antwortet um 03-02-2012 15:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Jeder der hier einen Eintrag gemacht hat zu dieser Sache, hat in gewisser Weise Recht. Wenn man die Entwicklung, die nach dem Krieg eingesetzt hat, die Beschleunigung, die diese Entwicklung bekommen hat, vor Augen führt, dann wird es in absehbarer Zeit keine Landwirtschaft im herkömmlichen Sinn mehr geben.
Nur mehr Vollerwerbsbetriebe und Nebenwerwerbsbetriebe als Hobbybauern bzw. Nischenbetriebe.
Die Voraussetzungen einen Nebenerwerbsbetrieb als Produzent von Lebensmitteln in Zukunft weiterzuführen, werden immer schwieriger zu erlangen.
Beruf, entsprechendes Einkommen aus der Landw., passende Frau. All das wird immer schwieriger unter einen Hut zu bringen sein.



helmar antwortet um 03-02-2012 16:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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So ist es, lieber Hausruckviertler............es wird in Zukunft solche Exemplare wie mich wohl seltener geben. Nämlich jene wo einer die Landwirtschaft betreibt und der Andere seinem Beruf nachgeht. Ein paar Jahre, wenn man jung und im Aufbauen ist, die Eltern vielleicht noch fleissig mithelfen, geht es auch die Landwirtschaft im Nebenerwerb zu betreiben, besonders wenn es eine mit Tierhaltung ist. Aber irgendwann kommt der Punkt an dem man dann vor der Entscheidung steht entweder Vollerwerbslandwirt zu sein oder es bleiben zu lassen. Meine "Nachfolger" haben sich für die Landwirtschaft entschieden.......und sie haben das erst gekommt als sie sichere Pachtflächen bekommen haben.
Liebe Grüsse, Helga


biolix antwortet um 03-02-2012 20:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Nabend !

danke für die lieben Zeilen theres...
Ja mit dem "Elefanten zähmen" hat wahrscheinlich recht, einmal hat einer zu mir gemeint " du hast ja die Gehirnwäsche der LW Fachschulen nicth durchmachen müssen..".. aber nein, glaub ich nicht das es so arg ist, aber wennst 90% einseitig nur hörst über Jahre und 90% der Lehrer nur "Mainstream" "predigen", was soll dann wirklich über bleiben...

Ja und es "nützt" immer wenn es auch nur ein paar machen, erstens ist man nicht alleine, udn 2. hält man dann anderen immer wieder einen Spiegel vor, und das ist ja auch nicht so schlecht.. aber 3. das wichtigste, wir leben unser Leben und das muss für uns selbst passen, und darum mach ichs so wie ich es mache und es nutzt sooo oft.. ;-)))

lg und ein nicht zu kaltes Wochenende wünscht...biolix


theres antwortet um 04-02-2012 07:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Hallo Liesbeth,
gestern abend musste ich an deinen Beitrag denken, als wir eine Kuh im Melkstand hatten.
Ich Hirni hab noch vor ein paar Tagen gesagt, dass wir schon alles gehabt hätten: Hochwasser, Hagel, der wirklich alles zusammengeschlagen hatte,, Eiseskälte mit seinen Auswirkungen, Schnee im Übermaß,Dürre, Sturm mit abgedeckten Dächern und den flächenweise umgelegten Wald, Brand, Viehseuchen und was das Katastropenszenario hergibt, aber zum Glück stand noch nie eine Kuh um Bereich des Melkers im Melkstand.
Jetzt wissen wir, wie das ist, wenn eine Kuh inder Melkergrube steht, da ist das grösste Glück ein besonnener Ehemann und eine gute Nachbarschaft.

Das mit den Kräften der Selbsthilfe, bzw. sich darauf zu besinnen, ich glaub, das brauchst du keiner Bauernfamilie sagen,
und den Wert von Dankbarkeit kenn ich auch sehr gut.
Dankbar zu sein, dass der Tierarzt auch am späten Heiligen Abend oder in der Nacht von Sylvester oder Neujahr kommt, dass der Melkmaschinenkundendienst auch noch nach 22 Uhr ausrückt, damit wir heute zum Glück wieder melken konnten, dankbar für eine hilfsbereite Nachbarschaft.
Dankbar zu sein, dass man trotz schwierigster Wetterbediungen die Ernte reinbekommt, dass im Radio immer das Wochende und die Freizeitgestaltung zeigt, was wirklich wichtig ist, dass ein paar Tropfen Regen schon fast eine Katastrope sind, während die Pflanzen draussen fast verdursten.

Aber ich kann heute auch jede junge Frau verstehen, die sich ein Leben in einem schönen Haus im Dorf wünscht, mit geregelter Arbeitszeit und ohne die Herausforderungen, die ein landw. Betrieb einfordert.

Der Erde die Treue zu halten- ein schönes Wort, aber das hat heute keine Bedeutung mehr, dafür wird man von der Bürokratie fast erdrückt, man ist einen Dokumentationswahnsinn eingesperrt und für die Bereiche, die wirklich wichtig sind, muss man sich die Zeit stehlen.

Über so einen Artikel in der Zeitung muss ich lächeln, wir haben uns viel zu lange unsere Würde nehmen lassen und der Trend, dass so viele aufhören ist vermutlich nicht mehr zu stoppen.

Die Frage, woher unsere Lebensmittel kommen, die stell ich mir auch,
aber die, die sich darum Gedanken machen, sind eine Minderheit.
Die Chinesen und andere Länder kaufen Land auf, in Russland liegen riesige Flächen brach,
verhungern werden wir bestimmt nicht.

Die Frage ist dann nur, wie die Gesellschaft ohne den Prellbock Landwirtschaft aussieht, zum Glück sind die Dinosaurier vor uns ausgestorben, sonst wären wir daran auch noch schuld.
Der Blick in die noch nicht so weit zurückliegende Geschichte in den kommunistischen Ländern des Ostblocks, wo die Landwirtschaft verstaatlicht worden ist, müsste doch eine Lehre und Warnung sein,
aber es zeigt wie immer, die Menschheit lernt nie aus der Geschichte.

Ich muss immer voller Dankbarkeit auf unsere Ahnen zurückblicken, wie sie es schafften, allen Schicksalsschlägen zu trotzen und immer wieder weiterzumachen.
Welche Opfer und Mühen dafür gebracht worden sind, dass ein Hof weitergegeben werden konnte,
nur stell ich mir auch die Frage, waren es diese Opfer für einen Hof wert?

Wegen einem bisserl Bauchpinseln von Seiten der Gesellschaft - das gleicht es nicht aus,
da gehts um andere Wertmaßstäbe, dass man als Familie gemeinsam arbeiten kann, dass die Kinder die Eltern auch bei der Arbeit erleben und immer jemand für sie da ist, dass es eine Schicksalsgemeinschaft auch zwischen Mensch und Tier ist, dass man Aussaat und Ernte zu einem Teil in seinen Händen hält, dass man aber genauso wichtig ohne den Segen von Oben sich noch so abmühen kann und es nichts wird, dass man im Frühjahr die wieder erwachende Natur erleben darf,
dass jedes neue Kalb als ein kleines Wunder sehen kann, dass man an diesen Tieren, an der Natur einen grossartigen Lehrmeister hat, dass man immer wieder bewusst gemacht wird, dass wir vom Wetter abhängig sind und auch das Lächeln und Schmunzeln über die Wetterpropheten, die Klimaschützer sich manchmal nicht verkneifen kann- bei Minus 21 und einer Kältewelle über ganz Europa von der Klimaerwärmung zu sprechen, das ist schon fast faschingsreif.

Und dass man seine innere Stärke bewahrt, sich nicht unterkriegen zu lassen, weil ein Ehepartner krankheitsbedingt für eine längere Zeit ausfällt und der Betrieb doch weitergehen muss, dass auch, wenn man noch so schlecht beieinander ist, die Tiere versorgt werden müssen.

Landwirtschaft an sich ist wirklich etwas sehr schönes, aber was alles getan wird, nur damit es jedem zu bunt wird, das ist schon beachtlich.
Lange halten die Bauern das auch aus, aber ich befürchte, dass sie irgendwann innerlich aufgeben.

Die jungen Bauern, denen in den Fachschulen das Fachwissen für ihren Beruf mitgegeben wird,
brauchen noch einen weiteren Reifungsschritt, das ist das Herz für diese Arbeit, die Freude und Partnerinnen an der Seite, die dieses Leben mit ihnen teilen wollen.

Es wird den Bauern immer nachgesagt, dass sie ständig jammern, ich kann das nicht beurteilen,
jammern kenne ich nicht, aber mir ist bewusst geworden,
dass wir uns die Freude nicht nehmen lassen dürfen, aber auch viel klarer unseren Wert für die Gesellschaft, für die Wirtschaft selbst wissen müssen.
Und dazu gehört auch, sich einmal selbst bewusst zu machen, was auf einem Hof alles bewältigt werden muss, was das an Kraft und Energie kostet.
Ohne ein grosses Maß an Idealismus ist das überhaupt nicht zu stemmen.






helmar antwortet um 04-02-2012 12:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ja wos is dees, auf oamoi, geh sog,....
Hallo Theres.....nachdem die Sache mit der Kuh gut ausgegangen zu sein scheint, kann ich auch mit einem solchen Abenteuer aufwarten......Meine Melkgrube misst 2 mal 1,30 m. Aus den Augenwinkeln heraus habe ich gesehen dass eine sich anstellende Kuh zu fallen beginnt und bin mit einem Satz auf die vordere Abtrennung gesprungen, die Gummistiefel waren unter der Kuh........der Nachbar und ich haben sie lebendig rausbekommen.....indem wir regelrecht mit Brennholz untergepackelt haben bis sie auf Höhe gewesen ist und rauskonnte.
Heutzutage hilft in unserem Gemeindeteil jeder jedem was in meiner Kindheit gar nicht so selbstverständlich gewesen ist. Und ich weiss gar nicht wie oft ich zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten Kälberziehen, mit dem Traktor vorspannen als wir noch nicht die neue Zufahrt hatten und wass weiss ich noch unterwegs gewesen bin.
Es sind gegenüber früheren Zeiten weniger Menschen pro Haus da, aber es hilft heute jeder jedem.
Mfg, Helga


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