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Lipizzaner kaufen, das klassische Reitpferd der Spanischen Hofreitschule

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Geschichte und Ursprung des Lipizzaners

Der Lipizzaner zählt zu den ältesten Kulturpferderassen Europas. Der Ursprung geht auf das Jahr 1580 zurück, als Erzherzog Karl II. das Hofgestüt Lipica auf dem Karst des heutigen Slowenien gründete, um Reitpferde für die kaiserliche Hofreitschule in Wien zu züchten. Aus der Kreuzung iberischer Pferde – spanische Andalusier –, Karst- und Berberpferde entstand eine neue Linie; im 18. und 19. Jahrhundert kamen neapolitanische und arabische Hengste hinzu. Daraus prägten sich die sechs klassischen Hengstlinien Pluto, Conversano, Maestoso, Favory, Neapolitano und Siglavy aus, die bis heute die Zucht strukturieren. Die UNESCO hat 2022 die klassische Lipizzanerzucht als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Inserate finden Sie auf Landwirt.com aus österreichischen Zuchtbetrieben und von Privatanbietern. Eine breitere Auswahl bietet die Übersicht Verkaufspferde, verwandte Rassen sind Österreichisches Warmblut und Vollblutaraber.

Erscheinungsbild, Größe und Farbe

Lipizzaner sind typischerweise 153 bis 158 cm groß, kräftig gebaut mit relativ kurzem Rücken, gewölbtem Hals, ausdrucksvollem Kopf und gut bemuskelter Hinterhand – Merkmale, die für die klassischen Lektionen der Reitkunst funktional sind. Eine Besonderheit ist das Fellfarben-Phänomen: Fohlen werden in der Regel dunkel geboren, oft schwarz oder braun, und ergrauen erst über die Jahre – meist sind sie zwischen sechs und zehn Jahren ausgeschimmelt. Erwachsene Lipizzaner sind zu rund 90 Prozent Schimmel, einzelne Tiere bleiben braun – ein Brauner als „Glückspferd" gilt traditionell als Glücksbringer im Stall. Die kompakte, harmonische Statur macht den Lipizzaner zu einem vielseitig einsetzbaren Pferd: Er trägt Erwachsene komfortabel, ist im Charakter ausgeglichen und lässt sich ebenso für klassische Dressur wie für Fahrsport und Freizeit nutzen.

Die sechs Hengstlinien und Zuchtstrukturen

Die Lipizzanerzucht ist weltweit über die sechs Hengstlinien strukturiert: Pluto (dänisch-spanischer Schimmel, 1765), Conversano (neapolitanischer Rapphengst, 1767), Maestoso (neapolitanisch-spanisch, 1773), Favory (Kladruber-Schimmel, 1779), Neapolitano (neapolitanischer Brauner, 1790) und Siglavy (originalarabischer Schimmel, 1810). Jedes Fohlen trägt traditionell den Namen des Vaters voran und den Namen der Mutter dahinter, etwa „Pluto Slavina". Die Hauptgestüte sind das Bundesgestüt Piber in der Steiermark (Österreich), das Gestüt Lipica (Slowenien, das namensgebende Ursprungsgestüt), Szilvásvárad (Ungarn), Đakovo (Kroatien), Topoľčianky (Slowakei) und Monterotondo (Italien). Hinzu kommen zahlreiche private Züchter, vor allem in Mittel- und Südosteuropa. Die Lipizzan International Federation (LIF) koordiniert die Zuchtbuchführung und sichert den Erhalt der Rasse.

Einsatzgebiete und sportliche Eignung

Bekannt ist der Lipizzaner als Pferd der Spanischen Hofreitschule in Wien, wo die hohen Schullektionen wie Levade, Kapriole und Courbette seit Jahrhunderten gepflegt werden. Im Sport zeigen Lipizzaner ihre Stärken vor allem in der klassischen Dressur und im Fahrsport – im Vierspänner sind Lipizzaner-Teams aus Ungarn und Österreich auf internationalem Niveau erfolgreich. Auch im Freizeitreiten sind sie geschätzt: ausgeglichener Charakter, robuste Konstitution, gute Trittsicherheit. Lipizzaner werden im Vergleich zu Sportwarmblütern spät reif – mit konsequenter Arbeit ist häufig erst ab sieben bis acht Jahren das volle Leistungsniveau erreicht. Dafür gehen sie dann lange: ein gesund gehaltener Lipizzaner ist mit 20 bis 25 Jahren oft noch im aktiven Dienst, Lebenserwartungen über 30 Jahre sind keine Seltenheit. Verwandte Rassen finden Sie unter Noriker und Warmblut, Fahrsport-Equipment in den Kutschen-Inseraten.

Worauf Sie beim Lipizzaner-Kauf achten sollten

Beim Lipizzaner-Kauf zählen Papiere besonders, weil die Rasse über ein international anerkanntes Zuchtbuch mit klar dokumentierten Linien geführt wird. Pflicht sind Equidenpass mit Mikrochip, Zuchtbescheinigung mit Vater- und Mutterlinie sowie eine bestätigte Eintragung in das Lipizzaner-Zuchtbuch eines anerkannten Verbandes. Eine tierärztliche Ankaufsuntersuchung ist Standard – die kleine AKU reicht für reine Freizeitnutzung, die große AKU mit Röntgen empfiehlt sich bei sportlichem Einsatz, geplanter Zucht oder hohem Kaufpreis. Achten Sie auf den Ausbildungsstand: Ein 4-jähriger angerittener Lipizzaner unterscheidet sich grundlegend von einem fertig ausgebildeten Dressur- oder Fahrpferd. Wer ein Pferd für die Zucht sucht, prüft Stutbuchaufnahme, Stuten- bzw. Hengstleistungsprüfung und gegebenenfalls Körergebnisse. Das Probereiten oder Probefahren sollte mehrmals erfolgen, idealerweise unter Beobachtung eines erfahrenen Trainers. Auf einen Punkt sei besonders hingewiesen: Bei spät ausreifenden Rassen wie dem Lipizzaner ist eine zu frühe schwere Arbeit kontraproduktiv – seriöse Anbieter führen die Tiere altersgerecht aus.

Preise, Haltung und passendes Zubehör

Lipizzaner-Preise streuen breit. Als grobe Orientierung: Fohlen und Jährlinge aus solider Zucht starten häufig im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich; angerittene Jungpferde liegen meist zwischen 6.000 und 15.000 Euro; fertig ausgebildete Dressur- oder Fahrpferde aus gefragten Linien können deutlich höher gehandelt werden, im Spitzenbereich auch fünfstellig bis weit darüber. Wertbildend sind Linie, Stutenstamm, Ausbildungsstand, Alter, Eigenleistung und Gesundheitsstatus laut AKU. In der Haltung ist der Lipizzaner unkompliziert: Offenstall mit Auslauf, Heu nach Bedarf, eine an die Arbeit angepasste Mineralisierung. Wie alle robusten Rassen neigt er bei Überfütterung zu Verfettung – Maßhalten beim Kraftfutter zahlt sich aus. Hufpflege alle sechs bis acht Wochen und ein durchgehender Impfschutz (Tetanus, Influenza, regional West-Nil und Herpes) sind Pflicht. Passende Ausrüstung und Transportlösungen finden Sie unter Pferdezubehör und Pferdetransporter. Für Ausbildung und Unterricht lohnt sich ein Blick auf Ausbildung und Reitunterricht; Einstellmöglichkeiten finden Sie unter Einstellplätze.