boktan 01-11-2012 08:46 - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
hallo!
mich wundert es das über dieses thema hier noch nicht gepostet wird?
es werfen sich doch viele fragen auf:

+ unser jakob auer hat das alleine "ausgeschnapst" selber schweine bauer............
es heißt im bauernbundbüro "es muß ja noch nachverhandelt werden" also sind wir eh schon in der
oposititon?

+ mein betrieb 60 zs + mast. macht da teilpauschalierung einen sinn oder gleich in die doppelte
buchhaltung? habe mit dieser frage schon die lk bzw. bauernbund konfrontiert. aber bei beiden stellen leider keine sachliche auskunft! waren total überfordert (wäre eigentlich unser beratungsorgane!)

+ investitionen wäre ja jetzt sinnvoll bis 2014 zu warten?

hoffe auf rege diskussion..........



MF7600 antwortet um 01-11-2012 09:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
ich würde mir mal einen guten steuerberater suchen.
es wird verschiedene möglichkeiten geben.
teilpauschalierung wird eher ungünstig sein, denn die gewinnannahme vom schweinerohertrag wird zu hoch sein.
bleibt die einnahmen- ausgaben rechnung, die doppelte buchführung,
oder die schweinemast gewerblich zu machen und mit dem rest in der pauschalierung zu bleiben.
wie schaut es mit der flächenausstattung in deinem betrieb aus?


179781 antwortet um 01-11-2012 09:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
Was ich bis jetzt mitbekommen habe, ist bei der Neuverhandlung u. a. beschlossen worden, die Ausgabenpauschale für Verdedelungsbetriebe auf 80 % hinaufzusetzen. Ich denke, da dürftest du in der Schweineproduktion auch besser bedient sein, als mit einer doppelten Buchhaltung. Für meinen Betrieb bedeutet diese neue Regelung, dass ich in Zukunft mit der Teilpauschalierung um ein Drittel weniger Einkommen zu versteuern habe. Und ich habe bis jetzt schon weniger bezahlt, als mit der Vollpauschalierung, weil ich einen recht hoheh ha Satz habe.

In Summe sieht das Paket EHW neu nicht so schlecht aus. Es ist schon klar, dass da eine Reihe kleinerer Betriebe, die halbwegs gut verdienen und sich bis jetzt hinter der Pauschlierung verstecken konnten, zum Zahlen zurechtkommen. Aber einmal ganz ehrlich: war es in Ordnung, dass es Betriebe gibt, die gutes Geld verdienen und steuerfrei sind, während beiUnselbständigen jeder Euro dem FA bekannt ist?

Ein interessantes Detail am Rande: Ich habe einen Bekannten, der im roten Lager eine wichtige Funktion hat. Mit dem habe ich letzte Woche genau über dieses Thema gesprochen. Dabei hat er mir erzählt, dass die ganze Geschichte schon im März dieses Jahres ausverhandelt wurde.

Gottfried





MF7600 antwortet um 01-11-2012 09:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
was sich unsere vertretung leistet ist mittlerweile eine absolute sauerei!!!
totale desaster in den verhandlungen noch als erfolge verkaufen, interne intrigen, sich selbst nach vorne zu schleimen und zu kriechen ist denen lieber als ernst zu verhandeln!!!
die sozis schütteln selbst schon den kopf über unsere verhandler!!!
meine stimme bekommt sicher keiner dieser schwachmatiker mehr!!


zehentacker antwortet um 01-11-2012 09:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb

hallo!
am 29. war bezirksbauernkammer krems vollversammlung. anwesend nr höllerer und la edlinger. präzise details was wie kommt waren nicht zu bekommen. wird noch verhandelt und und und, das übliche blabla.

meine persönliche meinung zu der entwicklung. in vielen eu ländern und weltweit wird die landwirtschaft als teil der wirtschaft betrachtet. daher ein-ausgabenrechnung oder sowieso bilanz.

ich würde jeden landwirtschaftsbetrieb, der die nächsten zwanzig jahre mit großer wahrscheinlichkeit als vollerwerbsbetrieb geführt wird auf buchhaltung umzusteigen.




MF7600 antwortet um 01-11-2012 09:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
@179781
da dürftest du eine glückliche ausnahme sein.
mir ist nur unklar wie du als veredler in der schweinehaltung bis jetzt mit der 70% regelung besser fahren konntest als pauschaliert?
da dürfte die veredelung ein eher untergeordneter betriebszeig sein.
ab wann fällt man in die 80% teilpauschalierung?




MF7600 antwortet um 01-11-2012 09:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
bin ansonst der meinung von zehentacker.
würde auch gleich mal die lw-kammer mit der wirtschaftskammer fusionieren.


179781 antwortet um 01-11-2012 10:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
@ MF 7600 Ich habe keine Schweinerei, sondern einen Acker-Grünlandbetrieb mit Fleischrinderzucht und biologischer Wirtschaftsweise, also eine klassischen "low-cost" Wirtschaftsweise. Da fahre ich mit der Teilpauschlierung günstiger, als mit der Vollpauschalierung, weil wir einen recht hohen ha Satz haben.

Der Vorschlag, die Schweinehaltung als Gewerbe aus der LW auszugliedern, dürfte vom steuerlichen interessant sein. Das Problem dabei ist allerdings dann, dass ein Gewerbebetrieb viel mehr Auflagen hat als eine Landwirtschaft.

Den Vorschlag die Lw. und die Wirtschaftskammer zusammenzulegen, wirst du nicht so ernst gemeint haben. Unter den schwarzen Wirtschaftstreibenden hat die Landwirtschaft doch viel mehr Feinde, und vor allem mächtigere, als unter den Roten. Die lassen es sich nach außen nur nicht anmerken.

Gottfried


MF7600 antwortet um 01-11-2012 11:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
@179781
ok, dann ists klar dass die teilpauschalierung eine option ist.
für schweinehaltende betriebe ist das mit sicherheit keine alternative, von einer 80% regelung hab ich auch noch nichts gehört.
die schweinemast gewerblich auszugliedern ist kein problem, gibt da aber auch wieder einige verschiedene möglichkeiten. wie gesagt ein guter steuerberater kann da detailiert auskunft geben.

da hast du natürlich recht, ich würde sowieso das kammersystem als ganzes mal in frage stellen.

grundsätzlich sind diese gesamten neuen einheitswert- und steuerregelungen sowieso wieder ein weiterer schritt in die falsche richtung(noch komplizierter, weiterer bürokratieaufbau,...)



lr002 antwortet um 01-11-2012 13:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
@boktan
Nach derzeitigem Stand soll es für Veredelungsbetriebe eine Ausgabensatz von 80% geben. Veredelungsbetrieb heißt wahrscheinlich unter 60ha, unter 75.000 Einheitswert, über 120VE.
Bei deinem Betrieb mit ca. 200.000€ Umsatz, heißt das, das jährliche Einkommen wird auf 40.000€ abzüglich SV, Pacht und Kreditzinsen geschätzt. Im (steuertechnisch) besten Fall, bei gemeinsamer Betriebsführung und wenn SV, Pacht und Kreditzinsen über 18.000€ sind, wird keine Einkommenssteuer fällig. Im schlechtesten Fall kann die ESt über 7.000€ liegen. Ob für dich eine E/A- Rechnung oder Buchhaltung besser wäre, ist schwer zu sagen, aber eher unwahrscheinlich.
Bei einer Überlegung, die Mast in eine GmbH auszugliedern, ist folgendes zu bedenken:
Der Mastbetrieb braucht einen eigenen Eingang, eigene Futter- u. Lüftungstechnik usw. Die Mindest-Köst beträgt 1.750€ pro Jahr, Bilanz- u. Buchhaltungskosten über 1.000€, der USt.-Nachteil ohne neue Investitionen beträgt ca.3€ pro verkauftem MS.
Im Allgemeinen wird die Teilpauschalierung für geschlossene Betriebe im Gegensatz zu Schweinemästern eine akzeptable Lösung sein.


MF7600 antwortet um 01-11-2012 19:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
ohne genaue angaben zum betrieb ist ein rat unmöglich.
bei 60 zuchtsauen+ mast + einigermassen flächenausstattung wird der umsatz schon um einiges höher als 200000€/jahr sein.
die mast muss nicht in eine gmbh ausgegliedert werden.
auch die 3€/mastschwein ust-nachteil sind nicht richtig.


lr002 antwortet um 01-11-2012 20:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
1200MS x 150€= 180.000€
3€ pro MS ist wohl eher an der unteren Grenze, es sind eher 4€. Ich weiß nicht ob du Schweinemast hast, dann sollte dir der Nachteil eigentlich bekannt sein.


Szmumi antwortet um 01-11-2012 20:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
Tag an Alle
Was ich nicht verstehe, das sich hier niemand über das Verhältnis Mastschwein zu Zuchten aufregt.
Mastschweine sind mit 440 Stk. dabei und Zuchten erst mit über 230 Stk. Obwohl der Umsatz hier gravirend anders ausschaut. Und nicht sagen Zuchten sind ja mehr Arbeit, 500 Mastschweine macht einer mit eigenem Ackerbau alleine, 230 Zuchten machst du sicherlich nicht alleine.
Wenn schon dann alle Gleich und nicht wieder einen Klassenkampf auslössen.
mfg.


ANDERSgesehn antwortet um 01-11-2012 21:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb

@szmumi
der unterschied/gleichheit in der bewertung von 200zs und 450ms-plätzen
ist der absolute hammer. das bmf glaubt auch noch immer das man mit
mastschweine goldene scheine verdient ....

@ alle
irgendwie werde ich das gefühl nicht los, dass diese gesetzesänderung
ohne (große) veröffentlichung zb am 29.12.2012 unterschrieben und
rechtsgültig mit 1.1.2013 wird....

sozusagen, der "schnelle" sprung ins kalte wasser oder die hoffnung des
bmf auf schnelles fettes geld.

lg
ANDERSgesehn.




179781 antwortet um 01-11-2012 23:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
"das bmf glaubt auch noch immer das man mit
mastschweine goldene scheine verdient ...."

Wenn das so nicht so ist, und so stellen es viele Bauern dar, dann wird das nicht eintreffen:
"die hoffnung des
bmf auf schnelles fettes geld."

Das Problem für die betroffenen Betriebe ist halt, dass sie das in Zunkunft mit realen Zahlen belegen müssen, weil einer Annahme nach dem EHW nicht mehr geglaubt wird.

Ich sehe die ganze Geschichte mit der neuen Regelung eher unaufgeregt. Die Zahlen und die Belege dazu hat ein ordentlich geführter Betrieb sowieso. Man braucht sie nur in einer entsprechenden Form zu Papier zu bringen. Das große Geld für das FA springt sowieso nur bei Betrieben heraus. wo viel Geld herausgezogen wird. Die meisten Bauern geben sich ja mit einem recht bescheidenen Einkommen zufrieden und investieren alles, was sie sich ersparen wieder in den Betrieb. Bei all denen schaut die Schottermizzi auch in Zukunft durch die Finger, was Einikommenssteuer angeht.

Gottfried






MF7600 antwortet um 02-11-2012 08:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
@Ir002
1200MS bei 60 zuchtsauen sind nicht unbedingt zeitgemäß.
150€/mastschwein auch schnee von gestern vor allem wenn man den weiteren verlauf der inflation berücksichtigt.

den steuernachteil müsstest du mir erklären wenn der gewerbebetrieb alle produkte (ferkel bis zum futter, êventuell stallmiete,...) vom pauschalierten betrieb abkauft.


lr002 antwortet um 04-11-2012 11:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einheitswertbertung- Pauschlierung Schweinebetrieb
Die paar Zahlen wirst du selber auch einsetzen können. Die Stallmiete ist jedoch USt.-frei, das erklärt auch den größten Teil des Nachteils.
20MS ist zwar nicht zeitgemäß, aber häufige Praxis.
Prinzipiell hast du recht, das man für unbekannte Betriebe keine konkrete Empfehlungen auf Basis unbekannter Gesetze geben kann.
Bisher wurden in der Schweinehaltung nur dann ein Teil ausgelagert, wenn die 400.000€ Umsatzgrenze überschritten wurde. Mit der 120VE-Regelung wird die Vollpauschalierung für geschlossene Betriebe und Schweinemäster abgeschafft, wobei dann bei geschlossenen Betrieben wahrscheinlich die Teilpauschalierung mit 80% Ausgabensatz die sinnvollste Lösung sein wird.
Vor ca. 10 Jahren wurde zwar die VE für Mastschweine von 0,13/0,15 auf 0,09/0,10 gesenkt , die Benachteiligung besteht jedoch immer noch. Vom Futterbedarf wäre eine Senkung auf 0,07/0,08VE angebracht.
Das bei einem VE-Schlüssel nach Futterbedarf die Mast benachteiligt ist, ist eigentlich logisch, ist denke ich auch im Rinderbereich ähnlich.
Interessant wird noch die Frage, was als Veredelungsbetrieb eingestuft wird, ist z.B. ein Betrieb mit 62ha und 115VE ein Veredelungsbetrieb?


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