Pachten um jeden Preis

Antworten: 13
eva 24-01-2019 08:59 - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Grüß Gott alle zusammen !
In der Savane eine Herde von ca. 400 Gnus, die stärksten und schnellsten vorn, gejagt von 5-7 Wildhunden. Jedes Tier läuft um sein Leben, sind alles EinzelKämpfer, es gibt keine Solidarität, Peutetiere mit sehr geringer Inteligenz.
Würde sich die Herde umdrehen und gegen die Wildhunde stellen hätten sie eine viel bessere Position um keine Verluste zu erleiden.
Diese Situation ist vergleichbar mit uns Bauern und unseren Geschäftspartnern. Zur Zeit sind wir auch alle Einzelkämpfer. Sind wir inteligenter als Gnu´s oder auch so dumm!!!
Deshalb muss sich vor der nächsten Kammerwahl jeder Wähler genau und objektiv ansehen wer auf unserer Seite steht und wirklich unsere Interessen vertriet !!!
LG Anton



mittermuehl antwortet um 24-01-2019 09:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Um bei dem Vergleich zu bleiben. Nicht alle verstehen sich als Gnus. Manchen sind Zebras, Giraffen, Warzenschweine usw. Da kann man in Gemeinschaft weiden und nach dem Fressfeind sehen. Aber beim Erhalt dann ist sich jeder der nächste.

Als Mensch sollten wir komplexer denken können. Da sich die 3% Bauern aber in viele Untergruppen (Zebras, Giraffen, Warzenschweine) aufgeteilt haben, ist da nur mäßig Solidarität zu erwarten. Da jammern Bauern aus Mistelbach das sie die Soz.-Vers. für die Tiroler zaheln. Die Tiroler findes es nict so gut das ein 20 ha Betrieb dieselben Förderungen pro ha wie ein Mistelbacher mit 300 ha bekommt. Es schaffen nicht mal die Milchbauern in einem Bundesland gemeinsam aufzutreten. Das sind Folgen der Spezialisierung. Man ist in Gruppen geteilt. Und dann als Gruppe der 3% Bauern zu hoffen das einem die 97% der Befölkerung gerne hilft, könnte ein Problem sein. Der Tiroler mit seine Fremdenzimmern, der Biobauer mit seinem Hofverkauf, der Most/Weinheurige tut sich noch etwas leichter weil er seine Endkunden kennen lernt und sie ihn kennen lernen. Aber ein reiner Produzent für die Industrie wird nur in seiner Minigruppe verstanden. Zusammenhalten tun sie deshalb aber auch kaum.


eva antwortet um 24-01-2019 09:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Leider falsche Überschrift.

Kammerwahl ! wäre richtig gewesen.


Juglans antwortet um 24-01-2019 09:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Für die Herde ist es gut so , weil die schwächsten Tiere gefressen werden und dadurch die Herde als Gesamtes stärker wird. Prinzipiell haben alle Gnus die gleichen Chancen. Natürliche Selektion.

In der Landwirtschaft ist das Problem , dass der hochentwickelte Mensch Systeme von Vertretern erschaffen hat, welche nicht funktionieren.

Beispiel : Wenn z.B.: in einer Lagerhausgenossenschaft der Aufsichtsrat mittels Freunderlwirtschaft vom Geschäftsführer vorgeschlagen wird. Der Aufsichtsrat sollte aber den Geschäftsführer überwachen, was er aber nicht kann, weil er ja von diesem in seine Position gehoben wurde.

Beispiel Kammer: Durch die defacto Pragmatisierung sind einige Mitarbeiter sehr träge, da sie das gleiche Gehalt bekommen, egal wie es Ihren Mitgliedern geht. Es gibt keine direkten Erfolgsanreize.

Beispiel Bauernbund: So wie die Wahlordnung geregelt ist kann das gar nichts vernünftiges werden.

etc.etc.
Zusammengefasst: Die österreichische Landwirtschaft wird äußerst Bescheiden vertreten, da die Leitgnus nicht die Herde im Kopf haben , sondern oft nur den eigenen Vorteil.
mfg


zehentacker antwortet um 24-01-2019 10:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Hallo!

Es gibt keine Berufsgruppe die zumindest THEORETISCH so gut aufgestellt wie die Landwirte. Eine eigene Berufsvertretung und fast durchgehend Besitzer der, mit der Weiterverarbeitung und den Verkauf der hergestellten Produkte befassten, Betriebe. Das alles verhindert aber natürlich nicht, das so wie in allen anderen Branchen auch, sich die Produzenten oder Dienstleister an Veränderungen anpassen müssen. Der Hufschmied von 1950 hat einen Landmaschinen Handel mit Werkstätte oder seine Kinder arbeiten in anderen Branchen.

Von Betriebsgründern in anderen Branchen überleben weniger als die Hälfte die ersten fünf Jahre und müssen zusperren. Die Konkurrenz unter,- und sich selbst überschätzt. Eine Landwirtschaft ist ein Wirtschaftsunternehmen, der Besitzer ist ein Unternehmer und kein unselbstständiger Arbeiter. Er kann sich beraten lassen, aber er selbstverständlich für seine Entscheidungen verantwortlich. Nicht die Bauernkammer, nicht der Bauernbund oder sonstwer. Wer sollte bitte in einen freien Markt vorschreiben, wer, was, wann und wo machen darf?







birgmann antwortet um 24-01-2019 12:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Teile und herrsche funktioniert auch noch in tausend Jahren. Bei dem jetzigen LWK-Wahlgesetzt kann man machen , oder nicht machen was man will, man wird immer 70% Mehrheit einfahren. Aus der Zeit von Maria Theresia ist wirklich fortschrittlich. Pensionisten und nicht Landwirtschaftliche Grundbesitzer entscheiden über unsere Zukunft. Die aktiven Bauern sind die Leidtragenden.


Juglans antwortet um 24-01-2019 21:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
@Zehentacker: Mit Verlaub, bist du Blind? Wo gibt es freie Märkte? Es sind die Halbfreien Märkte die uns umbringen. Wir müssen alles teuer einkaufen, aber verkaufen sollen wir billigst.
Sei doch nicht so naiv.
mfg.....


atro antwortet um 25-01-2019 06:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Juglans . Du hast voll recht ! Beim LBG Fachtag, von 100 Betrieben wirtschaften 75 Betriebe unwirtschaftlich ! Da bekommt ein Flüchtling mehr als sie erwirtschaften ! 25 Betriebe fahren wirtschaftlich, also so das es geht !! Das es so arg ist hätte ich auch nicht geglaubt ! Also traurig ,traurig !! Wann werden unsere Interessenvertreter munter ??


Neudecker antwortet um 25-01-2019 08:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Hallo
Von den Einträgen unter - Pachten um jeden Preis - sind mir einige Sätze vom birgmann und Einer von eva besonders aufgefallen.
eva schreibt: - Deshalb muss sich vor der nächsten Kammerwahl jeder Wähler genau und objektiv ansehen, wer auf unserer Seite steht und wirklich unsere Interessen vertriet -
Meine Meinung dazu:
In dieser Empfehlung liegt viel Weisheit. Aber was nützt es wenn ich jemandem wähle, der zwar gute Ideen hätte, aber wegen seiner Unabhängigkeit, sehr wenig Möglichkeiten zum Umsetzen hat?
Birgmann schreibt: . Bei dem jetzigen LWK-Wahlgesetzt kann man machen , oder nicht machen was man will, man wird immer 70% Mehrheit einfahren. Aus der Zeit von Maria Theresia ist wirklich fortschrittlich. Pensionisten und nicht Landwirtschaftliche Grundbesitzer entscheiden über unsere Zukunft. Die aktiven Bauern sind die Leidtragenden.
Aus deinem Eintrag entnehme ich, dass du mit den zur Wahl zugelassenen Personen nicht einverstanden bist. Sollte diese Annahme stimmen, dann würde ich dich ersuchen, bei der nächsten LK Wahl selber zu kandidieren und versuchen das Wahlrecht zu ändern
Es stellt sich nur die Frage wer nach einer Reform ein aktives und ein passives Wahlrecht hätte.
Sind es auch die Nebenerwerbler?
Kaum - Sie sind sie keine Bauern , weil sie sich ihr Geld anderswo verdienen und es möglicherweise wieder in den Betrieb stecken und dadurch für Überschüsse verantwortlich sein dürften
Sind es Die Pächter?
Wird wohl auch nicht vernünftig sein, weil die Landwirtschaftskammer angeblich nur die Grundbesitzer vertritt.
Sind es Alle, welche die Landwirtschaftskammerumlage bezahlen?
Unmöglich - Dann dürften ja die Obmänner der Molkerei- und Lagerhausgenossenschaften auch als juristische Person, ihre Stimmen bei der Landwirtschaftskammerwahl abgeben.
Dürften deiner Meinung alle am landwirtschaftlichen Betrieb wohnenden Personen wählen?
Geht auch nicht.- In diesem Fall könnten auch jene wählen, welche nur bei Arbeitsspitzen mitarbeiten, oder bereits Altbauern sind.
Die letzte Frage wäre:
Was ist mit denen die den Betrieb zwar auf eigene Rechnung und Gefahr bewirtschaften, aber auch Dienstleistungen, wie Schneeräumen, Silieren, oder Lohndrusch verrichten?
Passt auch nicht. Sie sind rechtlich gesehen, Zuerwerbler.
Damit blieben nur die reinen Vollerwerbler übrig. Alle anderen wären vom Wahlrecht ausgeschlossen. Ich vermute, dass auch bei einer extrem verringerten Anzahl der Wahlberechtigten das Verhältnis der Stimmen innerhalb der wahlwerbenden Gruppierungen ähnlich bleiben würde. Außerdem könnte ein Vollerwerbsbauer kein Mandat ausüben, da er diesem Fall auch ein Zu- oder Nebenerwerbler wäre.
Also, wer dürfte nach einer Reform, zur Landwirtschaftskammerwahl gehen und sich auch wählen lassen?
Liebe Grüße vom Neudecker



thomas.t3 antwortet um 25-01-2019 09:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Zehentacker, also Hufschmied ist kein schlechtes Geschäft - die verdienen ganz gut. Würde ich mich für einen anderen Beruf entscheiden, wäre das einer meiner Favoriten.
Lg


Juglans antwortet um 25-01-2019 09:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Jeder der einen Lufw Betrieb führt und keine Nebentätigkeiten ausübt, welche den Betreffenden in einen Gewissenskonflikt bringen.
mfg


zehentacker antwortet um 25-01-2019 10:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Hallo Neudecker!
Ich war einige Perioden in der Kremser ( NÖ) Kammer. Die Betriebsstruktur von GmbH mit 40 Mitarbeitern bis Hobbybetrieb. Von Christbaumkultur über Schwein und Rind bis reiner Ackerbau. Wein,- und Obstbauspeziallbetriebe. Bio und Konvi. Welche gemeinsamen politischen Ziele, die dann über die Landeskammern an die Parteien, von dort zu einer Parlamentsmehrheit und dann noch zu einer EU Mehrheit führen sollten, kann man bei allerbesten Willen der Beteiligten erwarten? Die Pfründe als Kammerrat, das amtliche Kilometergeld.
ferd


xaver75 antwortet um 25-01-2019 10:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Ich wäre für ein %-System bei der Stimmenwertigkeit, ähnlich wie bei der Aktionärsversammlung.
Je nach dem, wieviel vom Lebensunterhalt der einzelne aus dem Kammerumlage zahlenden Betrieb erwirtschaftet, soviel ist seine Stimme wert.

Beispiel Porsche 0,00001% ,-)

mfg


birgmann antwortet um 25-01-2019 11:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pachten um jeden Preis
Neudecker:
Deine Vorschläge habe ich alle erfüllt, war jetzt über 30 Jahre ehrenamtlich in der Berufsvertretung und auch einige Jahre in der Gemeindevertretung. Vorschläge gibt es genug da brauche ich keinen Senf mehr dazugeben. Nur man will nichts ändern, weil dann einige an Macht verlieren. Zusammenarbeiten wäre für mich besser gewesen.


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