Fragen zur Birnenmost-Herstellung

Antworten: 9
alexanderimhof 25-04-2012 20:59 - E-Mail an User
Birnenmost
Hallo,

Wir haben im Herbst das erste Mal versucht Birnenmost zu machen. Es sind schon viele faule Birnen unter dem Baum gelegen, also haben wir die guten runter geschüttelt und diese genommen. Es ist eine kleine Mostbirnen Sorte.
Bei dem Pressen war mal mein Nachbar dabei, der sagte man muss den frischen Most mit 25% Wasser mischen, damit er später nicht "zach" wird.

Das Problem ist jetzt, das der Most komplett leer schmeckt, der Vater hat ihn glaub ich schon weggeschüttet. Waren die Birnen noch nicht richtig reif oder war dass das Wasser?
Unser Apfel Most wird einfach immer so vergoren, war bis jetzt immer nicht so schlecht.

Nächstes Jahr will ich beide Most Sorten auch behandeln:
1. Nach dem Pressen Schwefeln, damit die Essigsäure Bakterien und die nicht gewollten Hefe Stämme gehemmt werden
2. Reihnzuchthefe dazugeben (welche?)
3. nach der Gärung abziehen in ein anderes Fass

Hat das einen Sinn?

MfG




BHM antwortet um 25-04-2012 21:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
Bei uns in der Gegend (Lagerhaus, etc) )werden oft "Mostkurse" angeboten. Erkundige dich mal - viell. gibts das auch in deiner Gegend. mfg


haberleiten antwortet um 25-04-2012 22:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
Ich hab zwar selbst erst zweimal Most gepresst, aber ich hab von den "alten Hasen" gesagt bekommen, dass man nur die guten Birnen klauben soll und keinesfalls den Baum schütteln soll, weil diese Birnen nix wären. Ich hab meine 300 l Birnenmost nie mit Wasser gemischt, hab weder geklärt noch sonst was dazu gegeben - ich hab nicht einmal einen guten Keller, sondern der Most steht in der Garage, abgezogen hab ich ihn auch nicht, aber er ist immer noch gut.
Wenn sich das als Tipp vielleicht auch blöd anhört, ist es glaub ich wichtig, aus dem Mostpressen nicht zu sehr eine Wissenschaft zu machen, sondern einfach einen reifen, guten und sauberen Ausgangsstoff zu verwenden und halbwegs hygienisch zu arbeiten - womit ich Dir nicht unterstellen will, dass Du das nicht getan hättest, aber konkrete Tipps kann ich auch leider nicht geben.
lg,
christian



pepbog antwortet um 26-04-2012 06:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
meiner meinung nach war das wasser - vor der gärung - ein fehler.


mostilein antwortet um 26-04-2012 07:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
ja ja das wasser is schuld
kein tropfen wasser dazu
wenns dich interresiert i hab am 29 4 tag der offen tür in eschenau an der traisen


nugl0815 antwortet um 26-04-2012 10:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
Also unser Most ist heuer ganz gut gelungen, ca Hälfte Birnen Hälfte Äpfel.

Habe kein Wasser zugegeben.

Am Anfang den Most ein paar Tage stehen lassen, dann abezogen und mit Gärspund verschlossen.
Dann bis zum Ende der Gärung bei Raumtemperatur (15 bis 20°) vergären lassen. Raumtemperatur deshalb, damit die 'guten Hefen' sich leichter gegenüber den anderen durchsetzen. Dann (nach ca 6 bis 8 Wochen, wenn die Vergärung abgeschlossen ist) nochmal abgezogen und in den Keller. Immer mit Gärspund verschlossen. Sauerstoff darf überhaupt keiner dazukommen.

Habe Reinzuchthefe 'Portwein' mit Saft in einer Bierflasche und aufgesetztem Luftballon vermehrt und dann hinzugegeben.

Plastikfass habe ich sauber gereinigt, aber nur mit Wasser. Früher auch sauer und alkalisch, spielt aber wahrscheinlich keine so große Rolle. Wichtig ist, dass die Gärung schnell in Schwung kommt. Wenn nicht, dann hats was. Erkennbar ist die Gärung am Gärspund, wenns blubbert.

Bezüglich der Aussagen, die Birnen dürfen nicht vom Baum geschüttelt werden: Ich glaube schon dass etwas dahintersteckt. Könnte damit zusammenhängen, dass das Obst noch zuwenig reif ist und damit zuwenig Zuckergehalt zur Vergärung hat. Könnte aber auch mit dem Besatz an 'Wilden Hefen' zu sammenhängen, der sich wahrscheinlich ändert, wenn das Obst am Boden liegt. Im Zuge meiner Recherchen vorigen Herbst habe ich gelesen, dass die für die Vergärung maßgeblichen Hefen nicht am Obst kleben (hier Wein) sondern aus dem Lagerkeller stammen. Ist zwar fraglich wie die Hefen den Wein von der Kellerwand besiedeln sollen aber bitte. Wer auf Nummer sicher gehen soll, gibt Reinzuchthefe hinzu.

Mach auch gleich noch Werbung für einen Versand, wo alles benötigte Zubehör erhältlich ist: "http://www.holzeis.com/" Habe dort noch weitere Reinzuchthefe (trocken) bestellt, die ich jedoch nicht mehr anwenden konnte, weil der Most schon vergoren war als das Paket ankam. Dort erhältst du auch eine Mostwaage mit der der Zuckergehalt festgestellt werden kann.

Reiner Birnenmost geht, wird jedoch stärker da viel mehr Zucker als Äpfel. Äpfel geben dem Most Säure. Schwefeln brauchst du einen Obstmost gar nicht, wird beim Wein gemacht.

lg

Michi


Woodster antwortet um 26-04-2012 16:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost

Obs ein guter Birnenmost wird, hängt natürlich auch sehr von der Sorte ab.
Bei einer guten Birnenmostsorte kannst nicht viel falsch machen.

1) Nur reife Birnen, die abgefallen sind nehmen. (Achtung beim Abfallen werden auch grüne abgeschlagen, diese extra geben und nachreifen lassen)
2) Obst gründlich waschen
3) zerkleinern, am besten mit einer Quetschmühle, die beschädigt die Kerne und Stengel kaum.
4) Most mit feinem Sieb ins Fass abseihen
5) Gärspund drauf, darauf achten, dass dieser dicht ist. Bei ca. 20 Grad angären lassen.
Danach kanns ruhig etwas kühler sein.

Nach Vergärung kann ruhig etwas Wasser (5 bis max 10%) zugesetzt werden. Hat mein Großvater auch so gemacht. Der hatte immer sehr geschmackvollen Birnenmost.

Nach Vergärung Most noch einige Zeit ruhen lassen.

Dann abziehen, oder in Flaschen füllen. Fertig.



mostilein antwortet um 26-04-2012 20:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
schwefel net vergessen säure einstellen
welchen preis habs ihr für an liter most




alexanderimhof antwortet um 28-04-2012 10:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
Hallo,

Danke für eure Hilfreichen Antworten, werde das nächste mal versuchen etwas in die Praxis umzusetzten.
Wäre es auch möglich die Birnen herunter zu schütteln, zusammenklauben und dann ein paar Tage stehen lassen, bevor wir sie pressen? Wir machen das bei den Äpfeln meist so.

Warum nicht Schwefeln, ist die Vorgangsweiße beim behandeln des Mostes nicht gleich/ähnlich wei beim Trauben Wein?

MfG

Alexander


mostkeks antwortet um 28-04-2012 12:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Birnenmost
Hallo Alexander,

Hab gesehen dass du auch Weinbau hast. Den Birnenmost machst du genau so wie den Weisswein. Nur bei hohem Gerbstoffgehalt (Mostbirnen) etwas stärker schönen.

Hefen würd ich Lalvin EC 1118, oder bei später Ernte (kalt) Önoferm Freddo empfehlen.

LG


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