maitli 07-03-2010 14:47 - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Hallo!

Anscheinend wurde über eine Obergrenze für den Kraftfuttereinsatz im BIO-Landbau nachgedacht.
Sicher schreien da viele sofort auf, aber dem ganzen Hype mit den noch höheren Leistungen und dem immer-mehr-produzieren könnte man so auch irgendwie Abhilfe schaffen. Wäre doch eine Möglichkeit, auch bei den Konventionellen. Und ein Schritt in Richtung Selbstversorgung mit KF in Ö?? In der Schweiz ist KF unverhältnismäßig teurer als bei uns......die Konsequenz sieht man in der auch unverhältnismäßig höheren GF-Qualität die die Bauern dort produzieren......Und ist das nicht die Grundaufgabe der Kuh, Futter zu veredeln, das der Mensch nicht essen kann????

mfG
maitli



grasi1 antwortet um 07-03-2010 15:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Vom Ansatz her eine gute Idee, aber dann haben die Zuchtverbände und Kontrollorgane keine Arbeit mehr. Das können wir woll nicht wollen oder?


prcmmk antwortet um 07-03-2010 15:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Wäre sicher nicht schlecht den Leistungsdruck von den Tieren zu nehmen, aber es ist ein ewiger Kreislauf je mehr man produziert, desto geringer die Erzeugerpreise. Wie lange würde es ein normaler Arbeiter aushalten 150% oder mehr für 365 Tage im Jahr zu geben


Noro antwortet um 07-03-2010 16:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
ja zeit wird´s...

@ grasi: warum ham dann die zuchtverbände keine arbeit mehr? es würden sich nur die zuchtziele einwenig umverteilen z.B. würde leicht futtrigkeit eine stärkere gewichtung bekommen..


mfj antwortet um 07-03-2010 16:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO

Wieso Beschränkung ?

Gar kein Kraftfutter/Leistungsfutter sollte für Biotiere erlaubt sein.
Mit dem wird doch geworben.
Leben und leisten mit purer Natur, ohne Ertragsföderer. Und mit ein paar Versorgungsdefiziten läßt sich auch leben.
Heu, Gras, Salz, Wasser und Liebe - das ist Bio !!

"Es lebe die 4000 Liter Kuh". Das sollte die Benchmark für Biobetriebe sein.

Und das wichtigste - nicht 17 Jahre daran rumreden, sondern tun.
Aber da werden "Heiligenscheine" schon wieder vorab verliehen, wie immer bei Bio ;-))




grasi1 antwortet um 07-03-2010 17:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Noro, um niedrige Leistungen (dafür aber hohe Lebensleistungen) brauchen wir keine "Einsager oder besser gesagt Anschaffer", das bringen wir alleine auch zam!
Das Problem wird nur sein, wenn man heute die Leistungen zurückfahren möchte, werden das die hochgezüchteten Tiere ohne Kraftfutter nicht über Leben, weil sie ohne Zusatzfutter wahrscheinlich extreme Stoffwechselprobleme bekommen.


maitli antwortet um 07-03-2010 17:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
naja, von 100 auf 0 wird wohl mit der heutigen genetik etwas schwierig werden und man kann wohl einen weg, den man 40 jahre oder mehr gegangen ist nicht mit einer entscheidung zurück gehen, lieber mfj.
heiligenscheine?? jaja, aber ich meine a bißerl was besser machen wollen is immer noch besser als nix tun, oder die dinge sogar schlechter zu machen. und auch bei den ganzen bioverbänden treffen viele menschen die entscheidungen, nicht einer, d.h. kompromisse, politische entscheidungen auf der tagesordnung.
aber man kann mal anfangen eine grenze zu ziehen. als ersten schritt, damit es nicht einzelne gibt (meist welche, die erst nach 95 auf bio gesetzt haben), die alles ausreizen.....


helmar antwortet um 07-03-2010 17:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Schon recht interessant wenn man so manchen Bericht über Biomilcherzeuger sieht......HF, FV/RHF-Kreuzungen, Brown Swiss, ganz scharfe Tiere...........genetisch auf Milch ausgerichtet und sonst nicht viel. Eine Kuh welche sagen wir mal von der genetischen Seite auf 10.000 ausgerichtet ist wie auf 5.000 zu füttern ist aus meiner Sicht pure Tierquälerei.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


hanneshh antwortet um 07-03-2010 19:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Helmar ich kann dir nur recht geben. Zuerst wurde versucht, daß möglichst viele Betriebe auf Bio umstellen und jetzt setzt man ihnen die Daumenschrauben an. (Weideverpflichtung, Kälberhaltung, KF-Einsatz,.....). Wahrscheinlich werden viele wieder Silomais anbauen weil da ist dann der Mais kein Kraftfutter. Ob das dann mehr BIO ist? Wenn Bio Austria will, daß 2013 möglichst viele Betriebe wieder von Bio Aussteigen, dann brauchen sie nur so weitermachen!


iderfdes antwortet um 08-03-2010 10:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Jetzt, wo Kühe laut Medienberichten durch künstliche genetische Veränderungen bald Milch in "unbegrenzten" Mengen geben können (wie viel das auch immer sein kann), muss man in der biologischen Landwirtschaft natürlich gegensteuern und sich auch mehr von der auch schon streng kontrollierten und mit einer Vielzahl von Auflagen belasteten konventionellen abheben. Wobei sich auch die Frage stellt, inwieweit jetzt schon eine 10 000 Liter-Kuh natürlich und artgerecht ist. Auch glaub ich schon, dass die Qualität bei zu hohen Mengen leidet. Bin jetzt bei 17 000 Zellgehalt, so was ist bei Hochleistungsbetrieben schon ziemlich schwer zu erreichen.


mosti antwortet um 08-03-2010 21:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
nur eine kleine frage: ich betreibe meinen milchbetrieb mit 17 kühen und 5000er leistung, verdiene zur zeit wenig, doch es gibt betriebe mit beinahe 100 kühen und 10000er leistung, welche auch wenig verdienen; wer ist hier der ,,blöde´´. mfg mosti


mfj antwortet um 08-03-2010 22:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO

Du !




mfj antwortet um 08-03-2010 22:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO

Lieber Mosti,

Ob eine Milchkuh „gewinnbringend“ ist oder nicht hängt weder von der Nutzungsdauer, noch von der Lebensleistung, noch von irgendeiner Einsatzleistung ab – sondern es entscheidet die Kombination aus allen Faktoren. Oder neuerdings gesagt die „Leistungseffizienz pro Lebenstag“ entscheidet, wie rentabel eine Kuh wirklich ist.
Und hier schneidet die Lebenseffektivität einer Hochleistungskuh deutlich besser ab, als du mit deinen 5000 kg.
Hier brauchst Du kein Einstein zu sein: DB- Berechnungen kannste selber machen...

http://www.lfl.bayern.de/ilb/db/14249/db_berechnung.php?was=milchkuh

Darum wird in Zukunft die genomische Zuchtwertermittlung sich durchsetzen.
Ein Trauerspiel für alle Genfrei-Verfechter und Gendreck-Süchtige.
Mit der genomischen Codierung werden die Eigenschaften eines Tieres mittels DNA-Untersuchung festgestellt.
Dadurch erhält man züchterische Informationen wesentlich schneller und genauer. Vor allem niedrig vererbbaren Eigenschaften wie Fruchtbarkeit, Langlebigkeit usw. werden wesentlich durch die genomische Selektion verbessert werden können. Die Stierselektion wird zukünftig auf Daten der genomischen Zuchtwertschätzung stattfinden.





biolix antwortet um 09-03-2010 12:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
eher du mfj, low input bis 6000 Liter Kühe mit eigener Arbeitskraft schlagen zur Zeit alle, bei den Gestehungskosten.... ;-))))))

lg biolix


helmar antwortet um 09-03-2010 12:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
...aber nur mit abgeschriebenem Stall und Maschinen.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


mfj antwortet um 09-03-2010 12:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO

@Biolix
Dann stell mal Dein "Low Input 6000" in Zahlen herein....!

Hast Du überhaupt Milchvieh ?
Ich dachte Du machst Muku und UaB, PV, WKR und PK.






cowkeeper antwortet um 09-03-2010 14:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Macht euch keine Sorgen über die Low-Input-Betriebe, diese Problem erledigt sich beim Generationswechsel von selbst. Denn Low-Input heisst auch Low-Output und somit kein Geld haben für Investitionen.
In 5 Jahren werdens dann MUKU-Bauern und in 15 Jahren gepachtet.

Und mit 100 Kühen und 10000 Liter Leistung kann man gut Geld verdienen (oder gar nicht, je nachdem). Mit 15 Kühen und 5000l Leistung kann man kein Geld verdienen(das sind nur 75000l verkaufte Milch max. *g* wovon willst du da leben?).

lg cowkeeper




ALADIN antwortet um 09-03-2010 16:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Ich bin mehr kein Milchbauer. Aber vor ca. 20Jahren wollte ich in der Dorflage einen neuen Milchviehstall bauen. Gottseidank hat mir mein Nachbar Probleme gemacht.
Damals habe ich in alten Top-agrars nach Beispielen gesucht und habe einen interessanten Artikel gefunden.
"Weniger Milch - mehr Geld". Oft werden hohe Leistungen mit sehr hohem Aufwand erkauft, dadurch kann bei höherer Leistung weniger Geld übrig bleiben. Davon bin ich überzeugt.


mfj antwortet um 09-03-2010 19:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Ja Aladin, und ich bin überzeugt das Biolix wieder am seinem Bio-Rotwein Glas hängt, anstatt mit Anstand, ordentliche Fragen zu beantworten...

Top Agrar ist der Unterrock des BDM.
Hier werden nur Tipps gegeben, wie man "ehrenbürgerhaft" seinen Betrieb aufgibt.
Das bringt uns nicht weiter.

Bio ist und bleibt die Vorstufe zur Betriebsauflösung.
Mit Höhlenokkultismus und Märtyrertänzen beeindrucken wir nicht. Wer in 20 Jahren noch Bauer sein will – muss nach vorne schauen – und nicht blinde Kuh spielen.

Low Input ist keine Variante von Bewirtschaftungsform - es ist die Form einen Betrieb "leerzusaugen, auszunehmen und zu entwerten". Man lebt von der Substanz.

Wer ein bischen Ahnung von Kapitalbildung hat, weiss das diese Betriebe Aufgabe- und Auslaufbetriebe sind. Das Bio, diesen Weg geht - spricht nicht gerade dafür.
Aber das müssen die "Anhänger" selber wissen....



ccma antwortet um 09-03-2010 20:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Na da bin ich mal gespannt wer mehr Output hat. Der ehemalig größte Lieferant von unserer Molkerei war so ein Betrieb mit 100 Kühen und 10000 kg Leistung. Leider gibts den schon nicht mehr , wegen "Reichtum" geschlossen. Ich wundere mich auch oft , wieso so ein Vollgasbauer einen Baugrund nach dem anderen verkauft, wenn mit solchen Hochleistungskühen so viel Geld zu verdienen ist.


cowkeeper antwortet um 09-03-2010 20:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Na sicher kann man so einen Betrieb ganz einfach gegen die Wand fahren, aber das ist ja das schöne daran, nämlich dass es nicht so einfach ist.
Aber wers versteht, kann eben damit gutes Geld verdienen. Ohne Baugründe oder dergleichen.

Es macht keinen Sinn über solche sachen zu diskutieren, wenn keiner seine Zahlen kennt. Oder nennt.

lg cowkeeper




maitli antwortet um 10-03-2010 21:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
@ cowkeeper und co.: das ist jetzt sicher nicht das, was du hören willst, aber warum brauchst du für etwas zahlen, das mit dem instinkt, hausverstand und wenn du kinder hast, einfach aus dem bauch heraus als richtiger empfunden werden muss? gegen die Wand fahren werden alle, ausnahmslos. weil es immer leute geben wird, die sich von irgendwelchen zahlen beherrschen lassen. sicher, für dich ist es am besten, zu rechnen rechnen rechnen. die 10000-liter kuh rechnet sich. für dich. für die, die verhungern, während deine kühe das futter fressen, was auch ihnen zur ernährung dienen könnte und für die, die das futter billig produzieren, damit du billige, subventionierte milch überproduzieren kannst, die dann wiederum bei den hungernden und armen dieser welt als milchpulver den kargen markt komplett ruinieren NICHT.
es gibt genug einzeln betrachtete Zahlen, die für die hochleistungen sprechen. kostenverdünnung, bla bla. es wird langsam zeit auch ein wenig daran zu denken, dass wir nicht nur auf unseren höfen leben, sondern auf einem planeten.......den wir auch im stande sind zu zerstören. sicher soll jeder überleben können. die milchmenge auf ein angebrachtes maß zu bringen, dass soviel da ist, wie gebraucht wird.....dann wir wohl auch der preis steigen. rinder das fressen lassen, wozu sie da sind und nicht unser essen, wäre noch ne draufgabe.

lg und gute nacht
m.


helmar antwortet um 10-03-2010 22:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Leistungsfrage ist auch eine Standortfrage.........auch wenn Ausnahmen die Regel bestätigen.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


biolix antwortet um 10-03-2010 23:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Danke maitli... ja selbst der mfj wird noch merken wo die Zukunft in der LW liegen wird....

lg biolix

p.s. und Fragen beantworte ich immer gerne, doch kannst du dich nicht erinnern, an einen Tierazrt der mit dr. gewessler hier einige zeit mitgeschrieben hat, der hatte alle zahlen, und du selbst wirst doch in einen Milchvieharbeitskreis sein, also hast du sie ja auch.. ;-)))


Biohof7 antwortet um 01-04-2010 16:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kraftfutterbeschränkung für BIO
Glaube Diskusion geht an den Kühen vorbei! Den gesunde Kühe geben gesunde Milch fressen viel Futter, und belohnen den Bauern nebenbei mit viel Milch. Tierarzt Dr. Bodlak trift den Nagel auf den Kopf in dem er in seine Beratung auf Gesundheit der Kühe durch optimale Futterrationen schaut und nicht auf die Milchmenge, denn die kommt von alleine.
Die Grundfutterqualität - das wichtigste in der Milchviehfüttterung, muß aber bei jeder Witterungssituation erledigt werden, aber Untersuchungen bestätigen, daß Betriebe mit höheren Leistungen auch das bessere Grundfutter haben.
Biomilch wird in den selben Molkerein verarbeitet und von den selben Handelsketten fast zum gleichen Preis wie konventionelle Milch verkauft. Wer Biomilch von gesunden Kühen will , die ohne oder mit nur sehr wenig Kraftfutter gefüttert werden, der muß dafür auch die Kosten dafür zahlen! Es kann nicht der dritte in der Kette der Landwirt sein.


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