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Jagdjahr 2025/2026: Weniger Abschüsse, mehr Wildverluste

31. Oktober 2026

Im Jagdjahr 2025/2026 wurden in Österreich insgesamt 690 500 Wildtiere erlegt. Gegenüber der vorangegangenen Saison entspricht das einem Rückgang um 4,8 %. Die Zahl der Haarwildabschüsse sank um 5,4 % auf 590 800 Stück, jene des Federwilds um 1,1 % auf 99 700 Stück.
Gleichzeitig stiegen die gemeldeten Wildverluste um 21,5 % auf 140 300 Tiere. Auffällig sind vor allem die Entwicklung beim Schwarzwild und die hohen Verluste bei Hasen.

Mehr Reh- und Schwarzwild erlegt

Beim Schalenwild registrierte Statistik Austria 428 000 Abschüsse, ein Plus von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr. Rehwild stellte mit 296 917 Abschüssen die größte ausgewiesene Wildart dar. Das entspricht einer Zunahme um 1,3 %. Bei Rotwild erhöhte sich die Zahl auf 59 484 Stück (+3,1 %).
Besonders deutlich stiegen die Schwarzwildabschüsse: Mit 43 940 erlegten Tieren lag das Ergebnis um 51,2 % über dem Vorjahr. Bei Gamswild wurden 22 179 Abschüsse erfasst, eine Veränderung von 0,1 %.

Haarwildabschüsse im Jagdjahr 2025/2026

Haarwildart2025/2026 (Stück)2024/2025 (Stück)Veränderung (%)
Rehwild296 917293 0661,3
Rotwild59 48457 6973,1
Schwarzwild43 94029 05251,2
Gamswild22 17922 1610,1
Hasen44 845104 792-57,2
Füchse64 36960 5676,3

Hasenabschüsse brechen ein

Anders als beim Schalenwild gingen die Abschüsse von sonstigem Haarwild deutlich zurück. Statistik Austria weist dafür 162 800 Stück und eine Veränderung von -25,1 % aus. Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei Hasen: Ihre Abschusszahl sank auf 44 845 Stück, um 57,2 % gegenüber der vorangegangenen Saison.
Bei Füchsen wurden hingegen 64 369 Abschüsse gemeldet, ein Plus von 6,3 %. Auch bei Mardern mit 22 910 Stück (+5,0 %) und Dachsen mit 10 953 Stück (+10,5 %) lagen die Ergebnisse über dem Vorjahr. Bei Wieseln waren es 6 380 Abschüsse, ein Rückgang um 13,6 %.

Federwild: Weniger Fasane, mehr Wildenten

Die Zahl der Federwildabschüsse ging insgesamt um 1,1 % zurück. Fasane bildeten mit 54 089 erlegten Tieren die größte Gruppe; das waren 2,0 % weniger als im Vorjahr. Bei Wildenten erhöhte sich die Zahl dagegen um 5,8 % auf 28 906 Stück.
Ein Rückgang wurde bei Wildtauben mit 8 917 Abschüssen (-12,5 %) und bei Birkwild mit 1 446 Stück (-6,1 %) verzeichnet. Rebhühner lagen mit 2 575 Abschüssen um 1,9 %, Wildgänse mit 1 714 Stück um 4,6 % über dem Vorjahreswert.

Wildverluste nehmen deutlich zu

Im Jagdjahr 2025/2026 wurden 140 300 Wildverluste durch Straßenverkehr, ungünstige Witterungsverhältnisse oder Krankheiten verzeichnet. Das entspricht einem Anstieg um 21,5 %.
Die meisten gemeldeten Verluste entfielen auf Rehwild und Hasen. Bei Rehwild ging die Zahl auf 63 769 Stück (-7,5 %) zurück, während die Hasenverluste auf 55 605 Stück (+120,8 %) stiegen.

Wildverluste nach ausgewählten Tierarten

Fallwildart2025/2026 (Stück)2024/2025 (Stück)Veränderung (%)
Rehwild63 76968 906-7,5
Hasen55 60525 183120,8
Wildkaninchen1 306576126,7
Fasane6 6167 406-10,7
Füchse2 9462 9340,4

Myxomatose beeinflusst die Hasenverluste

Von den gesamten Wildverlusten entfielen 65 000 Tiere beziehungsweise 46,4 % auf den Straßenverkehr. Dieser Wert blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Die übrigen 75 200 Tiere beziehungsweise 53,6 % wurden als sonstige Verluste gemeldet. Diese Kategorie stieg um 49,1 %.
Für Hasen weist Statistik Austria allein bei den sonstigen Verlusten 40 200 Stück aus, ein Plus von 379,2 %. Der Bericht stellt diesen deutlichen Anstieg in Zusammenhang mit dem Ausbruch der Myxomatose (Kaninchenpest) im Jahr 2025.
Regional wurden in Niederösterreich 29 139 Hasen als Fallwild erfasst, im Burgenland 17 649. Bei Rehwild meldete Niederösterreich 24 602 Verluste, die Steiermark 13 269 und Oberösterreich 10 569.

Weniger Jagdgastkarten ausgegeben

In der Jagdsaison 2025/2026 wurden 139 600 gültige Jahresjagdkarten ausgestellt. Gegenüber dem Vorjahr blieb diese Zahl unverändert. Die Zahl der Jagdgastkarten mit unterschiedlicher Gültigkeitsdauer ging dagegen um 5,3 % auf 10 900 zurück.
Im Zehnjahresvergleich nahm die Anzahl der Jahresjagdkarten um 13,7 % zu, während die Zahl der Jagdgastkarten um 21,0 % zurückging.

Datengrundlage und Einordnung

Die Jagdstatistik beruht auf Angaben der Landesregierungen. Dabei sind die Jagdjahre nicht in allen Bundesländern gleich abgegrenzt. Im Burgenland, in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg und Wien entspricht das Jagdjahr dem Kalenderjahr. In Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg erstreckt es sich vom 1. April bis zum 31. März.
Das Jagdwesen ist durch Landesgesetze geregelt. Für Schalenwild mit Ausnahme von Schwarzwild werden Abschüsse revierbezogen zwischen Behörden, Jagdberechtigten und Interessenvertretungen festgelegt. Hinzu kommen Regelungen zu Jagd- und Schonzeiten.
Zu den Aufgaben des Jagdrechts zählen Hegemaßnahmen, Jagd- und Biotopschutz sowie die nachhaltige Wildnutzung, auch unter Berücksichtigung land- und forstwirtschaftlicher Interessen.

Fazit

Die Jagdstatistik 2025/2026 zeigt weniger Wildabschüsse, aber deutlich mehr Wildverluste. Während insbesondere Schwarzwild häufiger erlegt wurde, gingen die Hasenabschüsse stark zurück. Zugleich stiegen die Fallwildmeldungen bei Hasen erheblich; die Statistik verweist dabei auf den Myxomatose-Ausbruch im Jahr 2025.

Quelle: Jagdstatistik 2025/2026, bearbeitet. Originalartikel abrufbar unter: Statistik Austria © Statistik Austria

Bildquelle: Shutterstock

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Alina Neuhold
Redaktionell bearbeitet vonAlina Neuhold

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