Erzeugerpreise August 2026: Roggen fällt, Holzpreise steigen
23. Oktober 2026
Die land- und forstwirtschaftlichen Erzeugerpreise entwickelten sich im August 2026 je nach Produkt deutlich unterschiedlich. Während Mahlroggen und Weichweizen gegenüber Juli kräftige Preisrückgänge verzeichneten, stiegen die Preise für Schlachtschweine, Körnermais und mehrere Holzsortimente.
Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei Mahlroggen: Der Erzeugerpreis sank gegenüber Juli um 37,7 % auf 153,03 Euro je 1 000 kg. Schlachtschweine verteuerten sich dagegen um 7,0 % auf 1,84 Euro je Kilogramm. Im Jahresvergleich lagen die Schweinepreise allerdings weiterhin um 14,8 % unter dem Wert vom August 2025.
Schlachtschweine steigen gegenüber Juli um 7,0 %
Bei Schlachtschweinen der Klassen S–P erhöhte sich der Erzeugerpreis von 1,72 Euro je Kilogramm im Juli auf 1,84 Euro im August 2026. Die von Statistik Austria ausgewiesene Veränderung beträgt +7,0 %.
Trotz dieser monatlichen Preissteigerung blieb das Niveau deutlich unter jenem des Vorjahresmonats. Gegenüber August 2025 ergibt sich ein Minus von 14,8 %.
Bei Jungstieren der Klassen E–P zeigte sich im Monatsvergleich eine geringfügige Preissteigerung. Der Erzeugerpreis lag im August bei 5,95 Euro je Kilogramm, nach 5,94 Euro im Juli. Das entspricht einem Plus von 0,2 %. Gegenüber August 2025 lag der Preis jedoch um 9,7 % niedriger.
Bei Kälbern der Klassen E–P sank der Erzeugerpreis von 8,38 auf 8,25 Euro je Kilogramm. Die monatliche Veränderung beträgt -1,6 %, im Jahresvergleich wurde ein Minus von 2,5 % ausgewiesen.
Erzeugerpreise tierischer Produkte im August 2026
| Produkt und Einheit | August 2026 (€) | Juli 2026 (€) | Veränderung (%) |
|---|---|---|---|
| Schlachtschweine S–P, je kg | 1,84 | 1,72 | 7,0 |
| Jungstiere E–P, je kg | 5,95 | 5,94 | 0,2 |
| Kälber E–P, je kg | 8,25 | 8,38 | -1,6 |
| Eier Bodenhaltung, Klasse M, je 100 Stück | 19,35 | 19,35 | 0,0 |
| Kuhmilch, je 100 kg | 45,90 | 45,62 | 0,6 |
Veränderung gegenüber Juli 2026. Alle Preise netto ohne Umsatzsteuer.
Milchpreis weiterhin deutlich unter Vorjahr
Der Erzeugerpreis für Kuhmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß erreichte im August 2026 einen Wert von 45,90 Euro je 100 Kilogramm. Im Juli waren es 45,62 Euro. Daraus ergibt sich laut Statistik Austria eine monatliche Veränderung von +0,6 %.
Im Vergleich zum August 2025 lag der Milchpreis allerdings um 20,0 % niedriger. Damit zeigt sich bei Kuhmilch ebenso wie bei Schlachtschweinen eine positive Monatsentwicklung bei gleichzeitig niedrigerem Preisniveau gegenüber dem Vorjahr.
Bei Eiern aus Bodenhaltung der Gewichtsklasse M blieb der Erzeugerpreis mit 19,35 Euro je 100 Stück gegenüber Juli unverändert. Im Jahresvergleich wurde hingegen ein Anstieg um 4,4 % ausgewiesen.
Mahlroggen und Weichweizen mit deutlichen Preisrückgängen
Bei den pflanzlichen Erzeugnissen verzeichnete insbesondere Mahlroggen im August 2026 einen starken Rückgang. Der Preis sank von 245,81 Euro je 1 000 Kilogramm im Juli auf 153,03 Euro im August. Die ausgewiesene Veränderung beträgt -37,7 %.
Auch Weichweizen wurde gegenüber Juli günstiger. Der Erzeugerpreis fiel von 183,86 auf 161,40 Euro je 1 000 Kilogramm. Das entspricht einem Minus von 12,0 %.
Bei Futtergerste sank der Preis um 8,1 % auf 179,02 Euro je 1 000 Kilogramm. Körnermais entwickelte sich dagegen positiv: Der Preis stieg von 207,33 auf 216,87 Euro je 1 000 Kilogramm, was einem Plus von 4,6 % entspricht.
Erzeugerpreise pflanzlicher Produkte im August 2026
| Produkt, je 1 000 kg | August 2026 (€) | Juli 2026 (€) | Veränderung (%) |
|---|---|---|---|
| Weichweizen | 161,40 | 183,86 | -12,0 |
| Mahlroggen | 153,03 | 245,81 | -37,7 |
| Futtergerste | 179,02 | 194,86 | -8,1 |
| Körnermais | 216,87 | 207,33 | 4,6 |
| Speisekartoffeln, festkochende Sorten | 297,78 | - | . |
Veränderung gegenüber Juli 2026. Alle Preise netto ohne Umsatzsteuer. Fehlende Angaben wurden wie in der Statistik ausgewiesen übernommen.
Futtergerste im Jahresvergleich deutlich teurer
Im Vergleich zum August 2025 verlief die Entwicklung bei den Getreidearten unterschiedlich.
Während Weichweizen um 1,8 % und Mahlroggen um 3,8 % unter den jeweiligen Vorjahreswerten lagen, wurde bei Futtergerste ein Preisanstieg von 33,4 % ausgewiesen. Körnermais lag dagegen um 2,3 % unter dem Niveau vom August 2025.
Für festkochende Speisekartoffeln nennt Statistik Austria im August 2026 einen Erzeugerpreis von 297,78 Euro je 1 000 Kilogramm. Gegenüber August 2025 entspricht dies einer Steigerung um 47,1 %. Ein Juliwert sowie eine monatliche Veränderungsrate sind in der Veröffentlichung nicht ausgewiesen.
Holzpreise steigen gegenüber Vorjahr
Auch im forstwirtschaftlichen Bereich wurden im August 2026 überwiegend steigende Erzeugerpreise verzeichnet.
Für Blochholz aus Fichte und Tanne der Klasse ABC, Media 2b, lag der Preis bei 124,16 Euro je Festmeter (FMO). Gegenüber Juli mit 123,08 Euro entspricht dies einem Plus von 0,9 %. Im Jahresvergleich wurde eine Steigerung um 8,3 % ausgewiesen.
Bei Faser- und Schleifholz aus Fichte und Tanne erhöhte sich der Preis von 45,61 auf 46,41 Euro je FMO. Die monatliche Veränderung beträgt 1,8 %. Gegenüber August 2025 lag der Preis um 21,1 % höher.
Der Preis für hartes Brennholz blieb mit 108,17 Euro je Raummeter (RMM) gegenüber Juli unverändert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich allerdings ein Plus von 3,6 %.
Damit lagen sämtliche ausgewiesenen forstwirtschaftlichen Erzeugerpreise im August 2026 über ihren jeweiligen Vorjahreswerten.
Datengrundlage und Einordnung
Die land- und forstwirtschaftliche Erzeugerpreisstatistik von Statistik Austria ermöglicht die monatliche Beobachtung der Preisentwicklung auf verschiedenen Agrarmärkten. Die ausgewiesenen Preise beziehen sich auf genau definierte Produkte und stellen gewogene Durchschnittspreise dar.
Grundsätzlich handelt es sich um Nettopreise der ersten Handelsstufe, also Ab-Hof-Preise ohne Umsatzsteuer und Transportkosten. Bei Schlachttieren beruhen die Angaben auf Meldungen gemäß Agrarmarkttransparenzverordnung abzüglich der Transportkostenanteile. Die Milchpreise beziehen sich auf die Auszahlung bei Anlieferung an die Molkereien.
Bei den pflanzlichen Erzeugnissen sind die erhobenen Produzentenpreise Mischpreise aus Akontozahlungen und zum Teil bereits getätigten endgültigen Preisen. Diese methodische Besonderheit ist bei der Einordnung der Getreidepreise zu berücksichtigen.
Die forstwirtschaftlichen Angaben beruhen auf gewichteten Durchschnittspreisen aus Groß- und Kleinmengen ab LKW-fahrbarer Waldstraße. FMO bezeichnet Festmeter mit Rinde, ohne Rinde gemessen, während RMM für Raummeter mit Rinde, mit Rinde gemessen, steht.
Fazit
Die Erzeugerpreise im August 2026 zeigen eine unterschiedliche Entwicklung zwischen den einzelnen land- und forstwirtschaftlichen Produktgruppen. Während Mahlroggen, Weichweizen und Futtergerste gegenüber Juli günstiger wurden, stiegen die Preise für Schlachtschweine und Körnermais. Milch und Schlachtschweine blieben im Jahresvergleich deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im Forstsektor lagen hingegen alle ausgewiesenen Preise über August 2025.
Quelle: Land- und forstwirtschaftliche Erzeugerpreise August 2026 (SB 1.1), bearbeitet. Originalartikel abrufbar unter: Statistik Austria © Statistik Austria
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