KostenVerluste Fernwärmeleitung

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mostkeks 12-09-2011 13:50 - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Liebe Heizungsspezialisten und solch die schon ihre Erfahrungen damit gemacht haben oder (warum auch immer) mehr wissen als ich!

Meine Ausgangssituation:
Ich habe 2 Gebäude im Abstand von ca. 120 m zu beheizen. Ein Wohnhaus ca.200m2 Wohnfläche (vermietet) durschnittliche Isolierung und ein Wohnhaus + Warmwasser für Milchviehbetrieb.

Momentan werden diese 2 Objekte von 2 Hackschnitzelanlagen mit 30 kW (BJ 1997) und 35 kW (BJ 1984) versorgt.
Auf beiden Objekten befindet sich eine thermische Solaranlage die im Sommer für ausreichend Warmwasser sorgen.
Die ältere der beiden Anlagen wird in absehbarer Zeit auszutauschen sein. Deshalb stellt sich mir die Frage:

wäre es sinnvoll 1 größere Anlage zu errichten und das 120m entfernte Wohnhaus mit einer Fernwärmeleitung anzuschließen?

Wieviel kostet ein lfm einer solchen Leitung und wie groß sind die Energieverluste? Wie kompliziert ist das zu steuern?

Danke für die Hilfe!

LG


mostkeks antwortet um 12-09-2011 16:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Also gut 2 Heizungen oder auf jedem Standort 5 Wohneinheiten dazu! ;-)
LG


hardl1266 antwortet um 12-09-2011 18:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Bin auch kein Fachmann. Aber das mit den 2KW Wärmeverlust pro Laufmeter ist sicher ein Scherz oder Blödsinn !



walterst antwortet um 12-09-2011 19:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
@hardl

tria hat gemeint, auf 1 lfm Fernwärmeleitung sollen 2kw Wärmeabnahme stattfinden. Nicht Wärmeverlust.

Allerdings ist dieser Wert für viele Nah-oder Fernwärmenetze wohl eine fromme Wunschvorstellung.


pek antwortet um 12-09-2011 19:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Hallo,

die 2 kw je lfm gelten als Grundlage wirtschaftl. bzw. für die Förder - vorraussetzungen bei Einfamilienhäusern wenn du erhöhten Wärmebedarf hast bzw. günstiger die Verlegung machen kannst sinkt dieser Wert. Die Verluste glaube ich kannst du vergessen. Das Rohr wird nicht viel mehr als die 2. Raumaustragung kosten.


jfs antwortet um 12-09-2011 19:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Wir haben etwa 1600lfm Fernwärmenetz Vor und Rücklauf. Dabei kommen wir im Schnitt bei nicht optimaler Netzbelegung auf etwa 22% Netzverlust. Wenn Du eine sehr gut isolierte Leitung z.B. von Kelit und dazu noch Thermosand zum einsanden verwendest ersparst dir sicher die zweite Anlage. Ganz wichtig dabei ist es die Rücklauftemperatur so niedrig wie möglich zu halten. Die Steuerung erfolgt für beide Abnehmer getrennt. Also problemlos. Aber dafür gibt es sicher Experten aus der Instalateurbranche. Vielleicht hast die Möglichkeit die Rohrleitung über eine Fernwärmegenossenschaft zu beziehen. Wäre sicher ein besserer Preis zu erzielen.


schellniesel antwortet um 12-09-2011 22:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Nun haben das auch so ähnlich gemacht zwei Häuser die mittels Heizhaus via Fernwärme versorgt werden!

Einmal 66m und einmal 33 m 3/4zoll Vor und Rücklauf reicht für ca 50-60kw
und insgesamt 16cm Durchmesser mit Isolierung

uns hat der Lfm €29,- inkl gekostet war im Jahre 2006
bei der Fa Pipelife und ein wenig Vitamin B.
Also um einiges günstiger als zwei Heizsysteme!

denke die Leitungen werden inzwischen nicht unbedingt billiger geworden sein allerdings hast so schon mal einen groben Richtwert

Mfg schellniesel


mostkeks antwortet um 13-09-2011 08:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Vielen Dank für eure Erfahrungen!

Also 30 - 40 €/lfm währen ~4000€, das währ nicht so tragisch wenn ich es mit einer neuen Anlage vergleiche. Naja, dafür wird die 70-90kW Anlage etwas mehr kosten als eine 35 kW.

22 % Verlust währen 10-15m3 Hackschnitzel / Jahr
gibt es da auch andere Erfahrungen?

Was mir schon gefallen würde: Nur ein großer Bunker, und nur einmal den Mist.

MFG


walterst antwortet um 13-09-2011 08:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
mit den 4000€ wirst Du nicht ganz durchkommen. Graben, Steuerleitung, Mauerdurchführungen....und 40€ je lfm für die Leitung sind auch eher optimistisch. Es wird sich aber wohl trotzdem rechnen, auf 1 Anlage zu gehen.


jfs antwortet um 13-09-2011 08:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Der Netzverlust wird bei einem Mikronetz wie bei dir es ist sicher niedriger sein. Weil es liegt in deiner Hand wie effizient die Anlagen arbeiten. Bei großen Netzen hast immer wieder Ausreißer dabei. Wichtig ist nach wie vor die Isolierung der Leitung und auch der Gebäude. Ich denk auch das sich eine Anlage rechnet.


Hausbauer antwortet um 13-09-2011 08:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Was ist Thermosand?
Leider noch nie was davon gehört!
Kosten?
MFG


jfs antwortet um 13-09-2011 17:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Thermosand ist gemahlene Schlacke und hat eine rotbraune Farbe. Kostet in etwa soviel wie Leitungssand. Hat aber isolierende Wirkung. So in etwa eine Isolierungsklasse bei den Rohren. Wir haben ihn über die Fa. Kelit bezogen. Frag mal bei Fernwärmebetreibern oder solchen Installateuren nach. Können Dir sicher Auskunft geben. Der Sand hat auch den Vorteil bei späteren Grabarbeiten wegen der besseren Erkennbarkeit.


JAR_313 antwortet um 13-09-2011 18:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
hallo,

wenn beide Gebäude eine Solaranlage haben die im Sommer für ausreichend Wärme sorgen, dann sind auch ausreichend große Puffer vorhanden.
Diese Puffer können nacheinander gefüllt werden wodurch die Leistungen der beiden Heizungen nicht 1 zu 1 addiert werden muss. So kann man auch wieder ein paar Euros sparen.

Alleine wegen der Beschickungsarbeit, der allgemeinen Wartungsarbeit, Rauchfangkehrer Kosten würde ich zu einer einzigen Anlage tendieren.


mfg josef



mostkeks antwortet um 13-09-2011 18:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
@JAR ja die Puffer sind groß genug und für die Anlage ist es anscheinend auch ganz gut wenn sie ordentlich ausgelastet ist und ihr der Sommerbetrieb erspart bleibt. Hab mich weiter informiert bei der Fernwärme im Ort: die haben ein intelligentes System, das bei extrem niedrigen Temperaturen um 3 Uhr morgens beginnt die jeweiligen Speicher im Haus etwas höher aufzuladen um dann die Spitze am Morgen wenn alle aufstehen etwas zu kappen.
Wie viel Leistung ich dann wirklich brauche wird mir hoffentlich ein Heizungsinstallateur sagen können. Wird halt auch von den tatsächlichen Verlusten der Leitung abhängen.

Eine Empfehlung habe ich auch schon bekommen: das 2 Gebäude nur für die Heizung anzuhängen, da kann ich mit ganz niedrigen Temperaturen fahren da ich nur Wand/Fussbodenheizung habe. Das würde die Verluste der Leitung minimieren. Den Heißwasserbedarf mit einem Elektrospeicher abdecken für die paar Tage wo es die Solar nicht schafft. Anscheinend ist der Strombedarf da "gar nicht so hoch". In kWh habe ich aber keine Zahl bekommen.
Ein bisschen skeptisch bin ich da schon, weil den Strom muss ich kaufen (und der wird nicht billiger werden) und die Hackschnitzel produziere ich selber.
Vielleicht weiß dazu jemand mehr ?

Mfg


JAR_313 antwortet um 15-09-2011 23:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
hallo

wenn du die Heizungen in Niedertemperatur fährst brauchst du die Gesamte Heizleistung als momentane Kesselleistung. Der Gleichzeitigkeitsfaktor wird wieder 1. Wie bereits beschrieben kannst du die Spreizung selber steuern, dass die Zeit die im anderen Haus der Puffer geladen wird möglichst kurz ist und so die Verluste im grünen Bereich bleiben.
Die Stromheizung würde ihre Berechtigung haben wenn du keine Solar hast und das Warmwasser im Sommer mit Strom erzeugst um schlechte Kesselwirkungsgrade zu vermeiden. Das gilt für eine kleine Familie und nicht wenn 2 Familien Warmwasser brauchen und noch der Milchviehbetrieb auch.

Glaube zu findest mit z.B. der kleinen ETA 50 kW das auslangen wenn die Schnitzelqualität in der wirklich kalten Jahreszeit passt.
Jetzt hast du 35 kW - wie viele Stunden läuft die am Tag im Winter voll?! - wahrscheinlich nicht mal 10 Stunden. Zumindest bringt die 50'er auch über die Fernwärmeleitung diese Leistung und nebenbei noch ein paar kW für das zweite Haus und umgekehrt.

mfg josef



HerbertHuber antwortet um 28-10-2011 21:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kosten/Verluste Fernwärmeleitung
Hallo mostkeks,

ich finde es macht durchaus Sinn sich hier eine größere Heizung zuzulegen.

Solltest du hier bei einer Hackschnitzelfeuerung bleiben wollen, kann ich dir gerne einen Spezialisten empfehlen. umal deine jetzigen Anlage ja schon recht alt sind.
Eine neue Heizung mit 50 kW reich hier ja bereits aus.

Eine Fernwärmeleitung ist hierbei die optimale Lösung. Der laufende Meter liegt je nach Größe und Isolierungsdicke bei 25 - 40 €. Enegierverlust ist tätsächlich kaum zu verzeichnen bzw. max. 1 Grad auf 100 m. Also wirklich tragbar.

Ich habe mich erst kürzlich damit beschäftigt, da ich vor dem gleichen "Problem" stand.

Gruß
HH


joachim.r(nw66) antwortet um 11-05-2018 10:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
KostenVerluste Fernwärmeleitung
Hallo,
hast du dein Nahwärmenetz schon in Betrieb genommen?
Ich habe fast das gleiche Projekt vor!
Könntest Du mir bitte einige Fragen aus deinen Erfahrungen beantworten?

Leitungsdurchmesser:
Steuerung:
Ofen:
Puffer Zentral oder Dezentral:
Steuerungskabel:
Pumpen für die Nahwärmeleitung in jedem Haus oder zentral im Heizungsraum:

Schon im Voraus vielen Dank für deine Bemühungen!

Gruß



joachim.r(nw66) antwortet um 11-05-2018 10:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
KostenVerluste Fernwärmeleitung
Hallo,
hat jemand schon so ein Micronetz mit Hackschnitzelheizung gebaut?

Bitte teilt mir eure Erfahrung mit!

Danke!


beerenprofi antwortet um 13-05-2018 07:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
KostenVerluste Fernwärmeleitung
Hallo!
Mit 15% Verlust musst rechnen. Schliess nichts unter 15 kw an.lg


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