Gutes Heu erkennen Sie mit allen Sinnen. Die Farbe sollte grünlich bis hellgrün-braun sein, stark ausgebleichtes, gelbes Heu deutet auf Regenschäden oder lange Sonneneinstrahlung und damit Nährstoffverlust hin. Der Geruch ist frisch-aromatisch, erinnert an geschnittenes Gras oder Kräuter. Muffige, stechende oder ammoniakartige Noten sind ein klares Warnsignal für Schimmel oder Fehlgärung.
Der Feuchtegehalt sollte bei unter 14 Prozent liegen, sonst besteht im Lager die Gefahr von Nacherwärmung und Selbstentzündung. In den ersten sechs bis acht Wochen nach der Ernte kann die Kerntemperatur im Ballen noch ansteigen, eine regelmäßige Kontrolle mit Heumesssonde ist sinnvoll: ab 70 Grad Celsius besteht akute Selbstentzündungsgefahr. Für pferdegerechtes Heu gelten als Richtwerte 8 bis 10 Prozent Rohprotein, über 25 Prozent Rohfaser und eine Energiedichte von rund 5,5 bis 6,5 MJ NEL pro kg Trockensubstanz.
Achten Sie beim Kauf auf die Herkunft des Grünlands: Extensiv bewirtschaftete Wiesen mit hoher Artenvielfalt liefern aromatisches Kräuterheu, intensiv genutzte Wiesen bringen höhere Erträge und eiweißreicheres Futter. Luzerneheu hat mit 16 bis 20 Prozent Rohprotein den höchsten Eiweißgehalt und eignet sich besonders für hochleistende Milchkühe, Schafe und Ziegen.