EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle

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textad4091 18-01-2020 13:12 - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
https://www.diepresse.com/5754060/eu-prufung-und-preissturz-bauern-in-der-bio-falle?fbclid=IwAR0urcdr2w1YyFQl220G-VnZmOdhXZYl3SsqBrDZ3ITV6f5mfD3HEPo7vy0

Was will man also für einen höheren Bioanteil am Markt tun? Preise senken bzw. Richtlinien verwässern funktioniert scheinbar ja nicht so blendend ... Was meint ihr, kann man den Konsumenten zwingen?

Bin schon gespannt, welchen Betrieb die Ministerin herzeigen will, der zeigen soll, wieso es in Österreich "anders" ist ... Vl. einen Biobetrieb mit Ackerflächen rund um den Stall? Oder einen, der die einzige Tür zum Viehtrieb richtung Hauptstraße gebaut hat? Oder sucht man sich einen Betrieb mit einer eigens gezüchteten Ampferreinkultur, der zeigen soll, was die Weidehaltung alten Köpfen nach angeblich so schlimmes anrichtet?

Oder es ist wie in der Vergangenheit seitens anderer Institutionen, die vermeintliche Vorzeigebetriebe mit Delegationen besuchen, wo ma vor Ort draufkommt, dass die gewisse Auflagen nie und nimmer einhalten ...
 


richard.w(7n417) antwortet um 18-01-2020 19:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Die Falle war gut sichtbar. Trotzdem verkaufte man vor wenigen Jahren vielen Bauern noch das Bio als Allheilmittel. Erinnert ihr euch noch?

So dramatisch wie im Bericht siehts für Bio nicht aus. Für einen sehr großen Anteil von Biobetrieben ist Weide eine Selbstverständlichkeit, keine Aufregung und keine Frage.


Vollmilch antwortet um 18-01-2020 19:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Wenn die Ministerin einen Betrieb sucht, ich kenn einen. Gerne per pn!

LG Vollmilch



SEPPLPEPPL antwortet um 18-01-2020 19:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Das Geschäftsmodell BIO der Lebensmittelhandelsketten ist jetzt voll aufgegangen
und der Landhandel schneidet auch kräftig mit.
Die Verpächter sind auch zufrieden,
nur die BIO Bauern jammern.








Juglans antwortet um 18-01-2020 20:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Der "Preissturz" bei BIO spielt sich aber verglichen mit konvi preisen auf seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr hohem Niveau ab.
mfg


FloW4 antwortet um 18-01-2020 22:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Bei unserer Flächen Aufteilung ist es für die meisten unmöglich für eine Weide, fast keiner hat Flächen rund um den Betrieb, kommt halt immer auf die Region an.
Bin selber nicht Bio


tomsawyer antwortet um 19-01-2020 06:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Hab schon gehört wo angeblich welche Betriebe angeschaut werden. Ich kenne da einen wirklich tollen Bio Betrieb der leider keine Flächen in der Nähe des Stalles hat. Ins W4 geht die Reise.


richard.w(7n417) antwortet um 19-01-2020 09:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
" wirklich tollen Bio Betrieb" und keine Weide ist einfach ein Widerspruch in sich. Die anerkannten Richtlinien dazu legen das seit vielen Jahren fest. Die Flächenstruktur im W4 ist nicht nur ein Weideproblem, sondern generell Problem bei der Landwirtschaft. Ganz gleich wird argumentiert, wenn es um Laufställe in Hanglage geht. Derweil beweisen sehr viele Bauern in Hanglage und/oder im W4, dass Laufstall mit Weide sogar geht.

Seht es mal so:
1. für die Biobauern die Weide betreiben, wird diese Debatte langsam geschäftsschädigend. In der Öffentlichkeit werden die Dinge oft verkürzt wiedergegeben. Dort kommt an, die österreichischen Biobauern würden sich gegen die Weide stemmen. Derweil ist nach aktuellen Erhebungen für über 90% der Biobauern die Weide leicht möglich.

2. für die Biobauern auf der anderen Seite der österreichischen Grenze ist es unverständlich zu strengeren Auflagen auf dem Markt als ein und dasselbe gehandelt zu werden.


meki4 antwortet um 19-01-2020 09:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Wie wird das mit der Weidehaltung funktionieren, wenn Teile der Futterfläche des Betriebs im Nachbarstaat sind?


richard.w(7n417) antwortet um 19-01-2020 09:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
eben, EU Bio bleibt EU Bio, und seit nun die österreichischen Rosinenpicker Ausnahmen ausgelaufen sind, ists noch mal besser. Wo soll also das Problem sein bei Betrieben mit Flächen auf beiden Seiten der Grenze? Das ist ja der gelebte Normalzustand in vielen Grenzregionen. Man kann Probleme auch konstruieren, wo keine sind.


eklips antwortet um 19-01-2020 09:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
einen MB-Trac brauchst dann


textad4091 antwortet um 19-01-2020 11:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Ich kenne auch viele "tolle" Betriebe, die gewisse aktuelle Bio- Auflagen nicht erfüllen oder nur schwierig erfüllen könnten ... die sind dann halt einfach bei der konventionellen Wirtschaftsweise geblieben^^

Im Gegenzug dazu kenne ich Betriebe, die Weidehaltung trotz langer Treibwege oder Querung von Bundesstraßen, betreiben ... aber nicht Bio sind (wegen anderer, meist ackerbaulicher Gschichten oder Haltungsform)
Betriebe im Westen Österreichs nehmen auch längere Wege zur Weide auf sich- 1km ist da ja nix, quer durchs Dorf gehts oft genug ...

Also wieso nicht in den Westen, wo der Stallbau aufgrund des Geländes weitaus teurer ist, die Bewirtschaftung schwieriger, der Preisdruck gegebenenfalls auf Flächen höher ist, die Weidehaltung aber trotzdem "möglich" ist? Wäre ja was für den "Feinkostladen", zu zeigen, dass wir auch hohe Ansprüche, allerdings mit mehr Aufwand, erfüllen können. Und nicht hohe Ansprüche durch Ausnahmeregelungen "verwässern"


falkandreas antwortet um 19-01-2020 12:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Ich würde gern in die Heumilch Produktion einsteigen,da ich aber kein Grünland habe gehe ich davon aus das ich eine Ausnahmegenehmigung erhalte:)


dietmar.s(2cz6) antwortet um 19-01-2020 12:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
der Andi denkt mit, welche Freude . Gesucht wird für Falkandi für Kost und Logie ein Praxisbetrieb. Der Bursch braucht noch etwas Erfahrung in der Heumilchproduktion, vielleicht hat jemand mit ihm Mitleid und läßt ihn was lernen. Der Bursch ist zwar nicht die hellste Led am Christbaum , aber er bräucht nochmal eine Ausnahmeregelung...


Richard0808 antwortet um 19-01-2020 16:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Ich bin in der jetzigen Förderperione auf Bioheumilch umgestiegen und eigentlich zufrieden damit.
Bio passt aber für meinen Betrieb wie die Faust aufs Auge, bin in der glücklichen Lage die Stalltüre aufzumachen und meine Kühe können auf 12ha Weide.
Nur wenn das Enthornen einmal Verboten wird könnte mich das von Bio abbringen, mal sehen was die Zukunft bringt


falkandreas antwortet um 19-01-2020 16:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@dietmar warum gleich so eine anstrengende Praxis? Ich wette um eine Kiste Bier das ich am Fj Schülerparkplatz bei einer Kiste Bier auch das notwendigste erfahre


dietmar.s(2cz6) antwortet um 19-01-2020 16:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@falkandi
ja frag dort , mal als erster Einstieg, warum nicht.
mfg


richard.w(7n417) antwortet um 19-01-2020 18:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
falkandreas hat das System geknackt.


AUK antwortet um 19-01-2020 23:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Ich verstehe die ganze Aufregung um die Weide nicht, wir haben 2010 den Betrieb übernommen und wollten auf Bio umstellen. Wir haben uns von der SLK den Betrieb durchchecken lassen und da wurde uns klipp und klar gesagt das Bio nur mit weidehaltung möglich ist. Da das aber für uns nicht infrage kam blieben wir halt konventioneller Betrieb. Auf die Frage wieso das denn bei anderen Betrieben auch geht wenn keine Kuh auf die Weide geht wurde mir nur gesagt das geht dich nichts an kümmere dich um deinen Betrieb. Und somit war das Gespräch meinerseits auch gleich beendet. Ich bin froh dass wir nie in Bio eingestiegen sind und unseren Betrieb immer so bewirtschaftet haben wie wir es für sinnvoll erachtet haben.


textad4091 antwortet um 19-01-2020 23:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@ AUK: Respekt vor der ehrlichen Beratungsperson der SLK, die die Probleme ahmend damals schon "gewittert" hat ... Interessant wäre im Zuge dessen, wenn man das so liest, eine "Statistik", welche Kontrollstelle die Betriebe mit der bisherigen "Weidehaltungsausnahme" hatten ...


Mogwai antwortet um 20-01-2020 00:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Bezüglich der Weidehaltung habe ich da mal eine Frage.

Wie handhabt ihr das mit dem Witterungsschutz auf der Weide? Dem Tierschutzgesetz nach müsste ja auf jeder Weide ein Witterungsschutz vorhanden sein. Das ist doch mMn gar nicht machbar wenn ich da -bei Bio- von 6qm pro Kuh für einen Unterstand ausgehe, und das auf jeder Weide. Habt ihr da keine Probleme mit dem VetAmt, Tierschützer, Naturschützer,...?

Ich frage weil mich das Thema Mob Grazing reizen würde, aber so ist das nicht machbar, zumindest nicht mit einer höheren Anzahl an Tieren.


textad4091 antwortet um 20-01-2020 01:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@Mogwai: Meinst du damit konkret Milchkühe, nehme ich einmal an?
Die haben einen "Witterungsschutz" (Sonne und Regen) in Form einer Streuobstwiese. Ebenso das Jungvieh auf der Dauersommerweide.
Einzig bei anhaltendem Dauerregen bleiben die Kühe nachts dann im Stall.

Solche natürlichen Unterstände werden wohl eher genutzt als etwas Künstliches.


richard.w(7n417) antwortet um 20-01-2020 06:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Tiere "sind soweit erforderlich vor widrigen Witterungsbedingungen...zu schützen". Soweit das Gesetz. Da steht nicht auf jeder Weide muss ein Stall gebaut werden, sondern "soweit erforderlich".

Die Sache ist also mit Fachwissen und Hausverstand anzugehen. Zum Beispiel Hitze könnte ein Problem werden im Freien, oder eine bei Dauerregen schon unter Wasser stehende Wiese. Etwas Sonne oder ein Tag Regen macht den Tieren wirklich nichts aus, ganz im Gegenteil.

Ich selbst habe bei jeder Weide etwas Wald dabei, besser gesagt liegen die meisten beweidbaren Flächen neben dem Eigenwald. Ein Streifen mit etwas Jungwald steht den Tieren zur Verfügung. Sie nutzen das am ehesten an sehr heißen Tagen. Ein Schattenspender sollte vorhanden sein.
Andere Kollegen passen die Weidedauer an wenn ein Unterstand fehlt, dh die Tiere kommen je nach Witterung später raus oder früher rein, oder mal einen Tag gar nicht. Besser ist aber jeden Tag auszulassen, die Tiere sind ruhiger, sie mögen Regelmäßigkeit.




Mogwai antwortet um 20-01-2020 09:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@textad

Nein, mir geht es eigtl um eine Robustrasse ala Galloway, Angus, Hochlandrind. Aber egal welches Tier da auf der Weide/Acker steht, das Gesetz gilt sowieso für Alle. Und es geht mir um Ackerflächen wo wirklich kein natürlicher Schutz vorhanden ist.

Hier mal der Ausschnitt

GANZJÄHRIGE HALTUNG IM FREIEN




Für jedes Tier muss eine überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche mit Windschutz in einem Ausmaß zur Verfügung stehen, das allen Tieren ein gleichzeitiges ungestörtes Liegen ermöglicht.

Kann der Futterbedarf nicht ausreichend durch Weide gedeckt werden, muss zusätzliches Futter angeboten werden. Auch bei tiefen Temperaturen muss sichergestellt sein, dass Menge und Energiegehalt des vorhandenen Futters ausreichen, um den Energiebedarf der Tiere zu decken.

Der Boden im Bereich der ständig benützten Fütterungs- und Tränkebereiche muss befestigt sein.

Kranke und verletzte Tiere sind gesondert und geschützt unterzubringen.


Die Frage ist nun, wie ist Ganzjährige Haltung im Freien definiert, 365 Tage oder greift es auch schon bei 1er Woche oder reicht es mit Hausverstand zu arbeiten wie es @richard meint, Tiere z.b erst ab September auf ungeschützte Flächen weiden lassen bzw nicht bei täglichen 30 Grad, vor Dauerregen Tiere in den Stall (zwei Tage Regen wird denen wohl nichts machen) usw. Man könnte es auch als Wanderschäfer sehen, die brauchen ja auch keinen Unterstand mit :)

Falls ich so ein Projekt angehe, wird mir der Gang zum Vetamt eh nicht erspart bleiben. Dachte ich frag mal hier nach Erfahrungen da es diese extensive Mutterkuhhaltung doch auch in Ö gibt wenn man so im Internet recherchiert.


textad4091 antwortet um 20-01-2020 10:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@ Mogwai: Diesbezüglich bin ich mangels in Frage kommen der ganzjährigen Freilandhaltung ein komplettes "Nackerpatzl", die ehere Frage wär für mich da aber nicht einmal die Einhaltung des Tierschutzgesetzes, sondern eher die CC- Richtlinien hingänglich Mistlagerstätte und Co. Also die Frage, ob eine solche Haltung (die ja umsetzbar wäre) überhaupt "erlaubt" (oder sagen wir bei unseren Verwaltungsapparaten erwünscht) ist.
Betriebe mit ganzjähriger Freilandhaltung (ob Schwein, Rind oder weitere) können glaub ich ein Lied davon singen ....


richard.w(7n417) antwortet um 20-01-2020 10:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@ Mogwai: ganzjährige Haltung im Freien und Weide sind zwei paar Schuhe. Robustrassen in anderen Ländern stehen auch ohne jeden Schutz bei rauerem Klima ganzjährig draußen. Bei uns ist das nicht erlaubt, passt. Nur ist die Weide etwas völlig anderes.

Vielleicht ist die Weide auch doch das gleiche... ;-) Auf der Alm sind jedes Jahr hunderttausende Tiere in Österreich völlig schutzlos unterwegs. Es gibt genug Almen über der Baumgrenze, oder wie meine Tiere das letztes Jahr machten, sind sie freiwillig auf das höchste Plateau rauf, und erst im September wieder runter. Da oben gab es nur Felsen, einen Bach und etwas Gras.
Ist die Alm illegal?

Wie schon mal geschrieben, man kann Probleme auch konstruieren. Jedoch ist eine ganzjährige Freilandhaltung in Ö mit dem Gesetz in Einklang zu bringen sicher eine Herausforderung.

Mit der Weide am Biobetrieb hat das alles halt gar nichts zu tun.


textad4091 antwortet um 20-01-2020 15:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
"Wie schon mal geschrieben, man kann Probleme auch konstruieren. Jedoch ist eine ganzjährige Freilandhaltung in Ö mit dem Gesetz in Einklang zu bringen sicher eine Herausforderung."

Diesbezüglich würde ich mich wirklich mit der VetControl und weiteren zusammensetzen.
Diese Haltungsformen nehmen in gewisser Art und Weise sicher zu, die Gesetzgebung muss sich auch kurzfristig auf Bedinungen, die von kleinen und nicht unbedingt finanziell stärksten Teilen der Bevölkerung kommen, anpassen. Neben der ganzjährigen Freilandhaltung wär hier vor allem die Weideschlachtung zu nennen. Nur nebenbei bemerkt.

Zwecks Weide und Alm hat richard das eh gut beschrieben. Von gegebenen Rahenbedinungen, die man stellt, sich sich Nutztiere oft nicht die vom Halter gedachte Option aus ;-) Weitere Beispiele: Rinder, die bei einer echten "Arschkälte" lieber draußen sind als in einem selbst mit guten Stallklima ausgestatteten Gebäude xD


mittermuehl antwortet um 20-01-2020 15:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
365 Tage Freilandhaltung ohne Unterstand wir nur mit ein paar Rassen gehen. Mit einfachem Unterstand + Windschutz geht es aber mit vielen Rassen. Es braucht aber viel Weidefläche weil die Belastzung des Bodens im Winter doch recht groß ist. besonders wenn er nicht Schneebedeckt oder gefrohren ist.

Die Unterstände - Ställe werden in Zukunft im Sommer auch mehr Bedeutung haben als im Winter.

Wenn man den Tieren die Wahl zwischen Weide (auch im Winter) und Stall läßt wird man sich wundern wo sie sein werden.

Offenstall bei ausreichend Fläche ist die einfachste und billigste Lösung.

Aber mit der EU-Weideverpflichtung hat das nichts mehr zu tun.


textad4091 antwortet um 20-01-2020 15:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@ mittermuehl: Die große Frage, die sich mir bei der "Freilandhaltung" stellt, ist eben jene der CC-Richtlinien, Wasserrecht usw. ...
Bei relativ bekannten Freilandhaltern sollen entsprechende Kontrolleure gemeint haben "was soll ich da anschaun, da gibt's nix, was zu kontrollieren ist" ... Auf Beamtendeutsch: "Da hätte nix gepasst, weil weder Mistlagerstätte, noch sonstige EInrichtungen, die hingänglich Größe/Kubatur usw. zu kontrollieren wären, vorhanden sind"

Ich glaube fast, dass die reine Freilandhaltung immer auf dem gesetzlichen Kipppunkt liegt ... Fachlich mag das natürlich anders ausschaun, aber damit muss man sich bei gewissen Apparaten leider arrangieren.


mittermuehl antwortet um 20-01-2020 16:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Absolut Richtig... Das Wasserrecht wird uns in Zukunft in allen Bereichen noch ein paar Aufgaben geben.

"was soll ich da anschaun, da gibt's nix, was zu kontrollieren ist" .. .hab ich auch schon zu hören bekommen. Gemeint war: "ich sehe auf einen Blick das es paßt". Solange alle Flächen grün sind, paßt es. Wenn alles eine Schlammwüste ist, hast du ein Prolbem. Da wurden schon ein paar Hobbyhalter dicht gemacht. Mein eigenes Mistlager wird über den Sommer gut gefüllt weil die Tiere vor der Hitze im Stall Schutz suchen. Hätte ich eine Alm wäre mein Mistlager leer. Meine Schafe, Pferde und Ziegen brauchen im Winter den Stall kaum.

Die paar Betriebe die ich in dem Bereich kenne und meine haben aber Ställe/Unterstände und Mistlagerstätten für diese Unterstände. Man braucht wirklich viel Fläche um den Unterstand. Ohne Unterstand und Mistlager braucht man noch viel mehr Fläche und muß auf eine Art Wanderschaft gehen oder einen großen Naturpark beweiden. Die Bodenbelastung ist im Winter einfach groß.

Ich kenne nur zwei Betriebe dir nichts davon haben. Das eine war eine Wanderschäferei mit gut 500 Mutterschafen. Der kam seiner "Hofstelle" sicher 15 Jahre lang nicht nahe und war nicht zu kontrollieren weil er städnig Bezirk und Bundesland gewechselt hat. Und bei der "Hofstelle" gab es nichts zu sehen. Das andere ist eine Träumer mit 100 Ziegen. Der hat aber den ATA und die BH als Dauergast. Aber auch da tut sich die Behörde schwer bei einer Beurteilung.

UND ich kenne einen der seine Tiere im Sommer im Alpinen Raum hat und im Winter mit dem Lastwagen nach Ungarn auf die Weide schickt (Rinder). Die sehen auch nicht sehr viel Stall.

Persönlich würde ich mich ohne Stall und Mistlager nicht traun zu wirtschaften. Aber es würde auch ohne gehen so man die Flächen hat und gerne wandert.



textad4091 antwortet um 20-01-2020 17:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Jop, zwecks der Fläche braucht ma uns nix erzählen ... der Winterauslauf, der aber im Fressbereich befestigt ist, spricht Bände drüber ... Mit entsprechenden Hilfsmitteln wird er aber ganz erträglich, ein wenig witterungsbeständiger sowie auch jederzeit mit festem Schuhwerk betretbar, ohne einzusinken. Der niedrige Holzpreis tut seine Wirkung, wenn ma sich keine Gedanken drüber macht, was Hackschnitzel mit den paar m² Boden, wo sie geschüttet werden, langfrisitig machen.

Das einzige, was die dauerhafte Freilandhaltung verhindert (fällt mir erst jetzt ein), ist der Widerspruch, dass Fressbereiche gegebenenfalls schon zu befestigen sind- und ein befestigter Fressbereich bedeutet zwangsweise das Anhäufen von Mist und Jauche/Gülle. Jetzt müsst ma streiten gehen und sagen, die Tiere finden das ganze Jahr über "genug" Futter auf Wald und Wiese^^ Da wirds dann schwierig.


mittermuehl antwortet um 20-01-2020 17:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Ich habe meine Heuraufen weg vom Stall auf Flächen die im März umgebrochen werden. Die Raufen stehen auch alle paar Tage eine Stückchen wo anderes weil der Boden ja nicht befestigt ist. Und ein gefrohrender Boden ist mir da auch lieber. Das Gras ist ziemlich geschädigt aber Schalmm ist keiner da. Wenn in Zukunft alle Winter so warm sind werde ich Flächen befestigen müssen. Aber ich gebe dir in allen Punkten recht. Sowas ist nur für wenige Betriebe möglich.


richard.w(7n417) antwortet um 20-01-2020 18:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
So wie du mittermühl müsste man das sowieso angehen. Der Futterplatz muss wandern, alles andere hat immer einen Übergang von befestigtem Boden zu unbefestigt. Wenn der Futterplatz wandert und im Frühjahr Futter angebaut wird (einfache Übersaat oder gleich Acker) dann kann man echte ganzjährige Freilandhaltung machen. Das stellt halt noch mehr Anforderungen an den Standort (zB ganzjährig Befahrbar).
Trotzdem brauch man Gras das stehen gelassen wurde. Die Tiere müssen so vom ständig gleichen Platz weg gelockt werden, um eine größere Fläche zu haben die abgegrast wird. Kühe sind durchaus in der Lage auch durch eine Schneedecke Futter zu finden, alles schon probiert ;-)
Ich weis, der Bauer der heute noch Landwirtschaft so betreibt wie das Kaiser Joseph II verordnete, bekommt jetzt einen Schreikrampf, jedoch ist das die eigentliche Tierhaltung von Robustrassen auf der ganzen Welt. Ein Unterstand ist ja trotzdem immer gut.


mittermuehl antwortet um 20-01-2020 19:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@richard.w(7n417) Ich halte Pferde. Die bringen kaum Leistung und müssen bewegt werden. Sonst werden sie zu fett. Wasser und Heu sind gut 200 Meter getrennt. Ich biete Heu immer (nur) auf der Weide an. Auch im Sommer. Der Stall hat keine Futter und dient nur als Wetterschutz. Bei starken Minusgraden und etwas Schnee bringe ich das Heu auch lose auf der Weide aus. Das wird bis zum letztne Halb gefressen und der Mist liegt dann dort wo ich ihn im Frühling will. Ich könnte mir vorstellen das man so hochwertiges Rindfleisch machen kann. Aber es wird nicht die schnellste Methode sein. Dafür müßte man einen Markt finden.

Und ja .. ohne Nachsaat oder Umbruch geht es nicht. Meine 10 ha um den Hof sind auch immer befahrbar. Das Konzept entstand durch die Möglichkeit. Und ein paar Flächen (Dauergrünland) schone ich auch.

Jetzt sagen meine Nachbarn:"Du hast ja die Möglichkeit. Bei uns geht das Baulich nicht". Aber vor 19 Jahren wollte keine den alten Stall pachten. Sie wollten nur die Flächen die Baumlos waren, machten hier Futter und haben es in ihrer neu gebauten Ställe gebracht und dann die Grülle zurück transportiert.. Keiner wollte seine Mutterkühe hier herstellen. Ich wurde Pächter weil der Verpächter eben alles an einen verpachten wollte. Ich war der Einzige der in einem alten Stall der in der Mitte von 10 ha steht ein Potential erkannt hat. Alle anderen sahen nur die fehlende Entmistung. Ich bot Weidepläte für den Sommer an.Und selbst dann wollte mir keiner ein paar Rinder über den Sommer auf die Flächen stellen. So macht ich dann mein eigenes Ding und wurde ein Perdestall in Weidehaltung. Ich denke jetzt würde man es anders sehen.


textad4091 antwortet um 21-01-2020 10:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Aktuell auf diversen Infokanälen (Socialmedia, aka Dummkopfbuch (Wortkreirung hubhel)):

"Auf europäischer Ebene kämpfen wir dafür, dass die hohe Qualität unserer Landwirtschaft nicht mit Kürzungen der Finanzmittel bestraft werden. Heute habe ich daher mit EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski den Bio-Hof Pölzl im Burgenland besucht. Er konnte sich selbst ein Bild davon machen, wie gut unsere bäuerlichen Familienbetriebe arbeiten. Unsere Produktionsweise sollte Vorbild für ganz Europa sein."

Puh, na Gott-Sei-Dank, jetzt wissen der Wojciechowksi sowie Konsumenten um unsere erschwerenden Bedinungen bescheid ... Wobei es dem Agrarkommissar eh wurscht gwesn wär, wohin er "entführt" wird ...
Ich freu mich schon, nach einer solchen Aussage MUSS man ja davon ausgehen dürfen, dass Biobetriebe besser gestellt werden in Zukunft^^

Aber immerhin hat ma wohl einen ordentlichen Betrieb ausgesucht ... mit Auslauf und so, alles was halt dazugehört ...
Soll ja vorgekommen sein, dass ein Bioverband Betriebe für Stichprobenkontrollen seitens der EU vorzeigte/aussuchte, bei denen augenscheinlich einiges im Argen war. Die können von der Elli was lernen^^

Die mediale Berichterstattung nimmt kein Ende ...
https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/video-biobauer-verzweifelt-an-den-strengeren-regeln-der-eu-82151917

Es obliegt mir nicht, zu im gegebenenfall zu Urteilen, war aber ab Sekunde 11 nicht mehr mit voller Ernsthaftigkeit beim Thema ...



Znarf86 antwortet um 21-01-2020 11:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Die LK hat den Bio Vorzeigebetrieb ausgesucht zwecks der EU Biokontrolle und hat damit einen Bauchfleck gemacht denn alle Ö Bio Bauern ausbaden dürfen.

Die LK hat den Bio Bauern die Stallpläne gezeichnet, den Stallbau gefördert und Bio Bauern in ein Desaster, in ein lebenslanges Drama verholfen.

Freue mich schon auf den 1.März in NÖ da dürfen die Bauern ihre Vertretung wählen.


textad4091 antwortet um 21-01-2020 11:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Nachtrag: "Heute konnten wir EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski auf einem Biobetrieb verdeutlichen, womit unsere Bäuerinnen und Bauern zu kämpfen haben – generell und auch bezüglich Bio-Audit und -EU-Bio-Verordnung 2021.
.
Mir sind praktikable Rahmenbedingungen wichtig, die unseren Bauernfamilien Zukunftsperspektiven bieten. Und auch im Biobereich sind weiterhin nationale und einzelbetriebliche Spielräume notwendig! So muss Biolandwirtschaft auch in Gebieten, in denen Flächen puzzlesteinartig verteilt sind, möglich bleiben! Und (Bio-)Verordnungen dürfen nicht nur mit den Konsumenten, sondern müssen vorrangig auch mit den Bäuerinnen und Bauern erarbeitet werden! Ohne sie gibt’s Bio nämlich nicht?
.
Wir kämpfen jedenfalls für jeden einzelnen Betrieb – egal, ob biologisch oder konventionell, denn unsere Bäuerinnen und Bauern leisten hervorragende Arbeit. Und die muss auch entsprechend gewürdigt werden."


richard.w(7n417) antwortet um 22-01-2020 07:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Hier sieht man wie am nächsten Bauchfleck eifrig gebastelt wird. Bitte liebe Kollegen schaut hin, bildet eure Meinung, und baut nicht auf die Ansagen der Politik!!
Ich hoffe das für einige noch eine Übergangslösung gefunden wird. Wer aber glaubt aus diesem Schlamassel kommt noch eine Dauerlösung raus, dem ist nicht zu helfen.

Zusatz: die puzzelsteinartige Flächenstruktur ist Ergebnis der Politik, auch wenn das lange her ist. Das dies nicht gelöst wird, hat auch mit der Politik zu tun. Was glaubt ihr wie der Agrarflächen Markt aussähe, wenn man nicht Agrarförderungen an Verpächter weiter reichte, sondern eine Bewirtschaftungspflicht wieder einführte. Was glaubt ihr wie schnell einige Felder am Markt wären? Sowas könnte die Politik regeln, aber hier reden wir von einem Kerngeschäft der Landwirtschaftskammer. Die Interessen aller Grundbesitzer gehen vor, nicht derer die von der Fläche ein Viehfutter oder Essen ziehen wollen.


Vollmilch antwortet um 22-01-2020 07:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Richtig. Die Politik könnte das regeln, im ehemaligen Ostblock wurden auch ordentliche Strukturen geschaffen. In Brasilien und Indonesien läuft es so derzeit auch sehr gut.
Bäche kann man verrohren oder wenigstens begradigen, als Füllmaterial kann man die weggeschobenen Ortschaften verwenden. Bis auf die aktiven Landwirte sollen alle in Städten wohnen,...

Dann legen wir einen schönen 300 ha Raster drüber (l:b=3:1).

Alles nach dem Motto "Raus mit den Alpen, freie Sicht aufs Mittelmeer!"

;-)

LG Vollmilch


richard.w(7n417) antwortet um 22-01-2020 08:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
So weit würde ich nicht gehen, weil die Adria kann ich vom Berg aus eh schon sehen.

Aber ja, so ungefähr ergibt es sich eh schon: mancherorts will keiner leben, andernorts wird zugebaut. Dort wo eh keiner sein möchte, wäre es egal wenn ein Feld statt 15 Meter halt mal 80 Meter breit ist. Und so das Bäche bei uns nicht verlegt wurden und werden ists jetzt auch nicht. Die Kirche bleibt schon im Dorf, keine Angst.


Vollmilch antwortet um 22-01-2020 08:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
80 m breit. Gut. Wie lange muss die Wiese dann sein, dass sie als Weidefläche für 50 GVE reicht?

LG Vollmilch


richard.w(7n417) antwortet um 22-01-2020 08:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Vollmilch du weisst genau das ich recht habe. Was du als unlösbares Problem darstellst, ist nicht Gott gegeben. Tausende Landwirte in Österreich beweisen unter verschiedensten Erschwernissen was möglich ist. Einige schaffen die Flächenzusammenlegung, andere wirtschaften auf steilen Wiesen und haben auch Laufställe. Von Leuten wie dir wird halt gerne die Fehlentwicklung der letzten Jahrzehnte in der Flächenstruktur als Ausrede für alles her genommen. Gesetze und Biorichtlinien werden sich kaum an solche Ausflüchte anpassen können. Dies wäre allen anderen findigen Landwirten gegenüber unfair.


Vollmilch antwortet um 22-01-2020 10:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Dieses Problem ist nicht unlösbar. Nur ist es vielleicht nicht ganz so einfach wie du es darstellst.
Ich brauche keine Ausrede, ich bin konventionell geblieben. Ich alleine kann Flächen nicht zusammenlegen, da braucht es bei uns viele andere auch.
Für mich ist Weidewirtschaft (überhaupt) kein "must have".

Ich habe nur etwas Mitgefühl mit den Biobauern, die die Richtlinienänderung jetzt am falschen Fuss erwischt.

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 22-01-2020 11:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Ich sage es immerwieder: Wer kein Weidehaltung betreiben kann, kann dann halt einfach nicht biologisch im gesetzlichen Sinn, wirtschaften. Es wird ja eh immer lamentiert "Bio muss zum Betrieb passen" oder "muss eh nicht jeder Bio sein" oder "kann sich eh jeder aussuchen" ...
Und wenn nicht der Gesetzgeber/die Kontrollstellen das Licht ausschalten, machen's halt die Molkereien.

Was mich ein wenig "ärgert": Die Weidepflicht wird jetzt Tag für Tag für Tag durchgekaut. Vom Verbot der Enthornung oder dem Verbot von Nasenringen bei Stieren (Ausnahmslos, bzw. wirklich nur mit Sonderausnahmen, 2 bis 3 pro Bundesland als Hausnummer) redet niemand. Zumindest das Enthornen wird noch ALLE Biobetriebe treffen- und zwar vor allem jene, die KEINE Weidehaltung machen (wollen). Das wär dann das nächste Problem ...

@ Vollmilch: Am falschen Fuß ist so eine Sache. Ich weis für mich beispielsweise auch, dass ich mich keinesfalls auf die Kleinstbetriebsregelung verlassen darf und rechne mit einem Fall um 2022. Ähnlich hätten es Betriebe mit Ausnahme der Weideverpflichtung sehen sollen (meine Meinung zum Thema Ausnahmeregelung).

P.S.: Zum Thema Struktur: Was ich so mitbekomme, sind "Agrarstrukturreformen" oder Zusammenlegungsverfahren selbst bei Landwirten, welche eine offenslichtliche Strukturverbesserung erfahren, nicht gern gesehen (weil wir lossn uns nix vorschreiben) ... Na dann dürfts ja wohl passen^^


Vollmilch antwortet um 22-01-2020 12:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Darum ist eine Strukturverbesserung ja so schwierig. " Wenn der Nachbar einen größeren Vorteil hat als ich, bin ich dagegen! "

Wir haben das eh schon öfter durchgekaut. Ich kenne eben auch Biobetriebe, die seit den 80igern / 90igern Bio sind. Damals war Weide kein Thema. Die (und die Standesvertretung) haben darauf vertraut, dass die in ihren Augen berechtigten Ausnahmeregelungen bleiben.
Wie man anhand der Medienberichte sieht, hat es einige am falschen Fuss erwischt, auch wenn es durch eigene Fehleinschätzung der Lage begründet ist.
In manchen Regionen ist Weide eben auch nicht in den Köpfen der Bauern drinnen, da gibt es auch keine Tradition dazu. Trotzdem gibt es dort Betriebe die Rauhfutterverzehrer (bislang Bio) halten.

Die nächsten Ausnahmeregelungen wurden und werden entworfen.

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 22-01-2020 12:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Auf Ausnahmeregelungen darf man nie vertrauen.
Ebenso auf Förderungen, die in diversen Betriebskonzepten und Druchrechnungszeiträumen drinnen sind- Große Mutterkuhbetriebe, die unmittelbar vor dem Fall der Prämie gebaut haben, hat es dort ziemlich erwischt. Da wurde extra noch wegen des Erhalts der Prämie an diversen Stellen nachgefragt, denn sonst würde man die aus dem Konzept bzw. der Durchrechnung rausstreichen ... "Nein-nein, die Mukuprämie fällt sicher nicht" ...

Ebenso realistisch sehe ich es spätestens seit damals mit Ausnahmeregelungen. Die werden fallen, das ist für mich gar keine Frage. Egal, welche Struktur dahinter steckt, welche Köpfe, etc. ...
Selbst muss man den Betrieb dementsprechend umgestalten, das ist natürlich mit Aufwand verbunden. Dem muss man sich stellen. Oder aussteigen (aus dem Programm).

Und gach läuft es so, wie bei der dauernden Anbindehaltung- Die letzten, die dran festhalten, frisst dann mehr oder minder der Markt. Weil kein Verarbeiter mehr als Abnehmer eintritt und die Produkte auch nicht selbst vermarktet werden.

Was jetzt nach diesem Rechtsgutachten aufgekommen ist:
http://www.ig-biokontrollstellen.at/index.html?fbclid=IwAR14tG_3FKBrpJkSLIysuKQaK9sZ8Bn8tNMa_2is-37nglgYl6kX8DU5An0

Auf der einen Seite argumentiert man mit "de vo da EU san solche Paragraphenreiter" ... Anhand dieses Gutachtens wird jetzt aber nix anderes von der anderen Seite her gemacht. Nach dem Motto "Feuer mit Feuer bekämpfen" ...


Vollmilch antwortet um 22-01-2020 12:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Es ist ja auch die neue Weideregelung keine "Weide für alle". ;-)

LG Vollmilch




textad4091 antwortet um 22-01-2020 13:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@ Vollmilch: Na eben ...

Folgende Ausnahmegründe bezüglich der Weidehaltung von Bio-Betrieben sind nicht mehr möglich: -Grünlandflächen, die nur durch Überquerung von Straßen und Bahn-übergängen zu erreichen sind;
-Grünlandflächen, deren Entfernung zum Stall größer als 200 Meter ist;
-Ackerflächen gelten generell nicht als weidefähig.

Vor allem Punkt 3 wurde gut und gerne ausgenutzt ...

http://www.ig-biokontrollstellen.at/uploads/Kurzinfo%20Schreiben%20EK_Veroeffentlichung_19_12_2019.pdf




KaGs antwortet um 22-01-2020 23:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Wer eine Bahnübersetzung dazwischen hat, weiß wie toll das ist, Diese mit Rindern zu übersetzen. da ist die Bundesstraße eher einfach. Autos kannst aufhalten, mit dem Zug wird das nicht so leicht möglich sein! Früher selber mal Zugstopps gehabt, weil die Kühe auf den Bahnkörper waren. War dann eh Geschichte, Radlweg war da unproblematischer.


textad4091 antwortet um 23-01-2020 11:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
@ KaGs: Schlussendlich zahlen eh jene drauf, die wirklich eingeschränkt sind und für die diese Ausnahme eigentlich geschaffen wurde. Daneben gab's wohl viel zu viele (jene, die "angeworben" wurden), die sich gewisse Einschränkungen gewissermaßen selbst erstellt haben/herbeigeführt haben. Stichwort Acker um die Hofstelle ...
Oder einfach eine Lage des Betriebs, wo der Aufwand für die Weidehaltung nicht auf sich genommen wird.

Wie schaut's eigentlich mit dem Auslauf aus, trifft's da auch Betriebe oder ist das kein Thema?


richard.w(7n417) antwortet um 25-01-2020 19:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Glaub das Auslauf Thema ist vielen noch nicht bewusst. Red ma nächsten Herbst, da werden einige wieder tun als wäre das völlig unerwartet.



textad4091 antwortet um 25-01-2020 19:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Oder es wird gerade nett kaschiert bzw. mit dem Aufpauschen der Weidepflicht sollen andere Themen niedrig gehalten werden (Enthornen, etc. .... )



richard.w(7n417) antwortet um 26-01-2020 08:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Das kann sein, sogar die wahrscheinlichste Variante. Sieht man sich das Antragsformular fürs weiterhin Enthornen an, nimmt dazu die Ausfüllhilfe der LK und von BA, dann wird jedem vernünftigen Menschen klar, da gibts ein Ablaufdatum unter Garantie. Wir kennen dieses Datum zwar nicht mit Sicherheit, aber wer glaubt das Thema Enthornen ist geregelt, der ist viel zu naiv um Landwirt zu sein.


xaver75 antwortet um 07-02-2020 14:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
EU-Prüfung und Preissturz- Bauern in der Biofalle
Da habens mal einen typischen österr. Biobetrieb herausgesucht, 145 Feldstücke auf 15km verteilt.
Bisschen Googlen, ah da war ja mal was im Fernsehen, nehmen wir, passt scho, net zu weit zum foahrn …..
Auf YouTube Tecker Babe Margot, ehem. Miss Bgld

mfg


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