Grünland Nachsaat - wann ist der beste Zeitpunkt?

Antworten: 18
Steff82 02-03-2012 12:03 - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Hallo miteinander!

Kann mir jemand sagen wann der beste Zeitpunkt für eine Nachsaat ist? Man hört ja viele Sachen von Frühling bis Herbst! Hat von euch jemand Erfahrung auf diesem Gebiet?

Danke schon mal für die Antworten!
LG


Benny1 antwortet um 02-03-2012 12:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Hallo

Habe jetzt auf einen Vortrag gehört der beste Zeitpunkt währe nach dem 1.Schnitt

mfg
benny1


bialo antwortet um 02-03-2012 16:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Ich würd sagen, das hängt ganz davon ab aus welcher Gegend du kommst. Wenn bei euch nach dem 1. Schnitt üblicherweise eher eine trockene Wetterphase kommt, dann würd ich mich vor einer Nachsaat hüten.

Also Nachsaat dann wenn:
1) ein offener Boden vorhanden ist, wenn nötig verfilzten Grasbestand rausstriegeln (Gemeine Rispe)
2) genug Feuchtigkeit im Boden da ist (Frühjahr) oder eben wenn am ehesten regenreichere Perioden zu erwarten sind
3) besser das Saatgut aufteilen und 2 mal im Jahr drüberfahren - so bist du auf der sicheren Seite was das Wetter betrifft

lg



mostkeks antwortet um 02-03-2012 18:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Den besten Zeitpunkt weiß man meistens erst im Nachhinein!
Oft nach dem ersten Schnitt, wenn Niederschlag zu erwarten ist und dann einen Pflegeschnitt.

Vor dem ersten Schnitt ist schwierig, da man den ersten Schnitt nicht gerne als Pflegeschnitt opfert. Und obs genug Feuchtigkeit gib weiß man erst im Nachhinein.
LG


19Georg84 antwortet um 02-03-2012 19:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Der ansatz von bialo ist sehr vernüftig aber im Frühjahr ist ebenfalls auf die Bodentemperatur zu achten, die wird sehr oft vernachlässigt. Und ich investiere eigentlich fast immer in vernüftiges Saatgut, kostet zwar mehr aber dafür sind die Gräsersorten besser angepasst und wie bialo oben bereits erwähnt hat durch aufteilen auf zweimal minimierst du das Risiko falls es doch mal zu trocken od. sonsiges wird.


jfs antwortet um 02-03-2012 21:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Ich würd dazu noch mit einer Cambridge Walze drüberfahren. Damit bringst den Samen noch besser zu einem Bodenschluss. Aber mit nicht zu hoher Geschwindigkeit fahren. Säen tu ich mit einer pneumatischen Einböck und ziemlich aggresiv gestellten Zinken. Die Nachlaufwalzen der Einböck sind mir zum Rückverfestigen zu wenig. Klarerweise darf kein Spätfrost den frisch angekeimten Samen erwischen.


Andi7 antwortet um 03-03-2012 08:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Guten Morgen,

meines Wissens, ist der Zeitpunkt nach dem 1. Schnitt am besten. Wie schon erwähnt, wenn du ein Problem mit der gemeinen Rispe hast, vorher über kreuz Strigeln (mind. mit 8 mm Zinken!) und das Zeug schwaden und abtransportieren, dann erst die Nachsaat.

Beachte: Gräserreiche Bestände benötigen PRO AUFWUCHS ca. 50 kg N/ha! In unserer Region ist es so, dass fast keiner der Kollegen so viel Gülle für sein Grünland hat und mineralisch Düngen ist meistens zu teuer. Zitat eines Vortragenden der LK: "Jeder hat genau das auf seinem Grünland stehen was für den jeweiligen Betrieb in Bezug auf die N-Versorgung passt."

Soll heißen: Die Gräser einer gräserreichen Nachsaat werden bald wieder verschwunden sein wenn du sie nicht ausreichend mit N versorgen kannst und andere genügsamere Kräuter und Leguminosen werden sich wieder ansiedeln.


woody87 antwortet um 03-03-2012 10:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
hallo,
bei meinem Ausbildungsbetrieb haben wir im Frühjahr beim Abschleppen mit der Wießenegge einfach einen Schneckenkornstreuer vorne montiert und damit den Saamen Ausgestreut und kurze zeit später Gülle drauf.
Die Gülle soll den vorteil haben dass der Saamen besser feucht gehalten wird und nicht von den Vögeln gefressen wird.
ein Bekannter von mir mischt den Saamen einfach beim aufrühren mit in die Gülle, soll laut ihm genau so gut funktionieren...

mit den beiden Möglichkeiten ist halt auch das ansähen ohne "zusätzlichen" Aufwnd möglich...

mfg


Restaurator antwortet um 03-03-2012 13:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
ohne irgendeinen anspruch auf richtigkeit zu erheben:
der optimalste zeitpunkt muss nach dem ersten schnitt, bzw. sicher später sein, weil da ja auch die über jahrmillionen optimierte natur aussät. wenn dann eine trockenphase kommt spielt das meines erachtens keine rolle, weil trocken gelagerte samen ja jahrzehntelang haltbar sind. wissenschafter haben ja sogar getreidekörner aus dem alten ägypten wieder zum keimen gebracht.
ich hab auch schon versucht anfang oktober ein stück zu begrünen, allerdings mit der doppelten als notwendigen menge. das saatgut haben die schafe und ziegen eingetreten und im folgenden frühjahr hat sich eine schöne, grüne fläche entwickelt. ob das ausgefallene ca. 1/3 keimunfähig geworden ist oder ob es die vögel zusammengepickt haben ist für mich nicht nachvollziehbar.


bialo antwortet um 03-03-2012 19:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Hallo andi7

wie kommst du drauf dass pro Aufwuchs 50 kg N Düngung notwendig ist? LK Empfehlung? Lagerhaus?

Wenn ich im Ort so schaue sind gerade jene Flächen die zuviel Gülle pro Gabe (Flächen sind richtig schön braun/schwarz) bekommen mehr oder weniger verunkrautet - die viel bekannte Gülleflora.

Düngung ist absolut notwendig, aber sie sollte maßvoll und dafür nach jeder Gabe stattfinden. Außderdem ist die Gülle ja zur Hälfte kein direkter Dünger, sondern muss erst vom Bodenleben abgebaut werden, damit der N Pflanzenverfügbar ist.
Und wenn man den Ergebnissen von Lfl in Bayern glauben kann stecken in den ersten 10 cm des Grünlandbodens im Durchschnitt 3700 kg N/ha in Form von Humus und Bodenlebewesen. Davon werden laut deren Einschätzungen 90 - 130 kg N pro Jahr mineralisiert. Dann kommt noch die Luftstickstoffbindung der Leguminosen dazu und natürlich der regelmäßig, in kleinen Mengen ausgebrachte Wirschaftsdünger.

Zitat vom Lfl " Diese hohen Nachlieferungsraten des Bodens .... erklären die Tatsache, dass N-Steigerungsversuche im Grünland vielfach nur eine geringe Reaktion der Erträge aufweisen und somit die Ertragskurven aufgrund der spezifischen Humusdynamik im Dauergrünland relativ flach verlaufen "

Auf gut Deutsch: mann kann ruhig einen Haufen Kunstdünger aufs Grünland streuen, die Erträge werden deswegen nicht viel mehr werden als bei einer normalen Bewirtschaftung mit Hausverstand.

Es kommt also darauf an, die Bodenlebewesen so gut als möglich zu fördern, damit sie diesen riesigen Nährstoffpool im Boden auch stetig pflanzenverfügbar machen. Dafür brauchts KEIN Lagerhaus - sondern eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung.

lg bialo

 


Andi7 antwortet um 04-03-2012 09:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
@ bialo:

Guten Morgen,

ich kenne Studien vom Lfl in Bayern. Ich beziehe mich bei meiner Behauptung auf die Grünlandfachberater der LK und die ÖAG-Fachblätter für Grünland. Allerdings muß ich ergänzen, dass sich die 50 kg N/ha auf rein mineralische Dünger beziehen. Bei Wirtschaftsdüngern heißt es 10 - 15 t bzw. m³/ha. Laut den Richtlinen für die sachgerechte Düngung hat ein gräserreicher Grünlandbestand ein N-Bedarf/Aufwuchs von 40 - 80 kg/ha! Das N-Nachlieferungspotenzial aus dem Humus wird in den Richtlinen mit bis zu 15% bewertet. Bei einem Leguminosenanteil von 30% im Bestand wird von einer Rücklieferung von 20 kg N/ha und Jahr durch die Knöllchenbakterien ausgegangen. In 15 m³ 1 zu 1 verdünnter Gülle befinden sich ca. 26 kg N, bzw. in 10 t Stallmist sind es ca. 29 kg N. Ich denke das mit den 50 kg N/ha und Aufwuchs passt schon so.

Das mit der "Güllefora" ist bei uns auch zu beobachten, ich denke das kommt aber eher daher, das die Gülle zu wenig verdünnt wird um Transportkosten zu sparen und dann ein brauner Teppich auf den Beständen liegt dem nur wenige Pflanzenarten gewachsen sind.

Dem Zitat vom Grünlandberater der LK kann ich durchaus etwas abgewinnen. Seit wir unsere Bewirtschaftungsform von Jauche/Gülle/Festmist von Rindern auf strohreichen Festmist von Ziegen umgestellt haben und ich dadurch meine Grünlandbestände nur noch im Herbst düngen kann hat sich die Artenzusammensetzung im Grünland und das Ertragspotenzial nachhaltig verändert.


Joschy antwortet um 04-03-2012 10:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Ich bin mir sicher es ist egal wann du fährst am wichtigsten ist, dass du danach optimales Wetter hast!
Das jedoch ist und bleibt ein Glücksspiel!

Lg Joschy


bialo antwortet um 04-03-2012 10:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
@andi7

Danke für deine Antwort! Wir können jetzt mit Zahlen herumschmeißen solange wir wollen - davon werden wir wahrscheinlich nicht gscheiter werden ;) Der N-Entzug laut sachgerechter Düngung mag schon stimmen, das heißt aber noch lange nicht, dass ich die Menge auch wieder zuführen muss.
Bsp: Ein guter Grünlandbestand mit 4 Schnitten bringt 10 000kg Trockenmasse/ha mit sagen wir 16 % Protein, also 1600 kg XP/ha. 1 kg XP besteht zu ca. 16 % N, also enthält dieser Ertrag 256 kg N. Braucht dieser Bestand jetzt 250 kg N/ha?

Durch den Niederschlag kommen 10 kg N/ha, die Leguminosen binden pro % im Bestand ca 2-4 kg N. Also 20 % Leguminosen bindet ca. 60 kg N/ha. Also sind wir jetzt bei 186 kg N/ha die die Gräser benötigen würden. Nachlieferung aus dem Boden: 90-130 kg, also muss dieses ha Grünland im Endeffekt mit knapp 100 kg N pro Jahr versorgt werden. Und dass schafft normalerweise der Wirtschaftdünger alleine. Wenn er so eingesetzt wird, das das Bodenleben auch regelmäßig was zum Futtern hat - also nicht nur einmal im Jahr.

Natürlich kann man mit den Zahlen spielen wie man will, aber meiner Meinung stimmt es einfach nicht, dass ohne Kunstdünger keine guten Erträge erwirtschaftet werden können.

Das mit einer einmaligen Düngung eines relativ dicht gelagerten Ziegenmistes die Erträge zurück gehen, glaub ich dir aufs Wort. Außderm kanns wahrscheinlich sein, dass die Herbstdüngung sogar den 1. Schnitt verschmutzt wenn der Ziegentiefstreumist so langsam verottet.

Kenn einen Ziegenbetrieb der hatte das gleiche Problem. Vielschnittwiese, 1 mal gedüngt natürlich immer weniger Ertrag und Futterverschmutzung. Jetzt hat er auf Rottemistbereitung umgestellt. Zuerst den Mist mit dem Frontlader in Mieten aufsetzten, dann 2 -3 mal mit einem Kompostwender (gebraucht, 2000 €) durchfahren und abdecken. Jetzt kann er den Mist auch regelmäßig zwischen den Schnitten ausbringen und hat keine Futterverschmutzung mehr. Und hoffentlich bald wieder mehr Ertrag ;)


19Georg84 antwortet um 04-03-2012 10:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
@ woody87 Das mitn einmischen in die Gülle ist nicht das gelbe vom Ei. den die Grassamen sind nicht gleich schwer bzw. geformt und deswegen entmischen sie sich in der Gülle. Also kanns passieren das die verschieden Gräser ungleichmäßig verteilt werden. Aber sonst, wieso nicht ist auf jedenfall besser so als gar nix. bg


Andi7 antwortet um 04-03-2012 20:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
@ bialo:

Hallo,

hast recht - schließlich heißt es ja: "Traue keiner Bilanz die du nicht selbst gefälscht hast!" ;-)

Was meine Grünlandbestände angeht, will ich nicht einmal behaupten das die Erträge zurückgehen da das Grünland auch vorher als wir noch Rinder am Hof hatten auch sehr extensiv geführt wurde. Ich merke einfach, dass sich der Bestand auf Grund der Mist- anstatt der Jauchedüngung verändert.

Probleme mit Futterverschmutzung hab ich auch eher selten, da ich den Mist der für das Grünland bestimmt ist mehrmals am Mistplatz umstaple und ich dadurch eine Art Rottemist erhalte. An das Anlegen von Mieten und wenden mit dem Kompostwender hab ich auch schon gedacht, bin aber eher skeptisch auf Grund der hohen N-Verluste die angeblich beim Wenden durch das Entweichen von Ammoniakdämpfen entstehen. Mir schwebt eher das Einrühren eines Teiles meines Mistes mit Hilfe einer Tauchschneidpumpe in die Güllegrube vor. Ich mußte beim Stallbau eine Grube für 250 m³ Hausabwasser errichten. Da in der Ziegenhaltung keine Gülle oder Jauche anfällt befindet sich in dieser Grube nur das Waschwasser aus dem Melkstand und das Hausabwasser, dieses würde ich gern mit Mist aufwerten damit sich das Ausbringen auch rechnet.

Danke für deine Tipps!


farmerJT antwortet um 05-03-2012 07:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
@ restaurator:
stimmt schon das sich der Samen bei Trockenheit hält, aber oftmals keimt er schon an und durch spätere trockenheit stirbt er wieder ab. Aber es keimt ja auch nicht alles gleichzeitig.
Also meiner Meinung nach hängt der Erfolg einer Nachsaat schon sehr stark vom Wetter ab......

Kann nur jeden Empfehlen kleine Mengen säen (etwa 7-12kg) und dafür öfter und regelmäßig. Ich fahre im Frühjahr nach der Gülle wenn es ,,zu wachsen anfängt,, und im Spätsommer nach dem 3. Schnitt.

Gerade bei intensiever Wirtschaftsweise im Berggebiet ist die regelmäßige Nachsaat sehr wichtig. Um erstens die Gülleflora zurückzudrängen und zweitens hat man auf steilflächen immer gewisse Narbenschäden die durch das oftmalige Befahren (4 Schnitte und mehr) mit mittlerweile auch schon sehr schweren Maschinen nicht weniger wird. Außerdem wird durch einen frühen Schnitt das natürliche absamen verhindert.


Steff82 antwortet um 05-03-2012 10:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Danke für eure Antworten!!

LG Steff


steyrm9000 antwortet um 05-03-2012 10:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Hallo,

Ich fahre selber mit einer APV GP300 und muss auch sagen das schon auch sehr viel vom Wetter abhängt!!!
Wie oben schon geschrieben ist es auf jeden Fall besser öfter und dafür weniger (Saatmenge) zu säen damit man das Risiko verringert!
Für mich ist diese Maschine ein optimales Gerät da man sanieren oder auch nur einsäen kann!
Also viel Erfolgt bei der Nachsaat!

LG.


Preuner_94 antwortet um 26-03-2013 18:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Grünland Nachsaat
Hat das anwalzen nicht auch nachteile??

das die Grasnabe "umgeknickt"??
dafür wird halt der samen angedrückt.

Den wir haben jetzt einen Kleinsamenstreuer gekauft und ich bin noch am überlegen wie ich ihn am besten einsetzte

Was hält ihr von der Idee:

auf die Fronthydraulik den Streuer und hinten die Wiesenegge (wir haben vor der Wiesenegge 2 Reihen Striegelzinken montiert)

was hält ihr von den zinken vor der egge??
Sollte man auf die wiesenegge noch walzen anbauen??

Lg




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