Sau007 11-08-2011 14:23 - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Hallo Leute!

Zum Glück habe ich mich schon vor 15 Jahren für ein geschlossenes System entschieden, doch ich glaub die Ferkelproduzenten haben jetzt massive Probleme:

1) Preise sind im Keller und teures Getreide wird verlustbringend veredelt
2) Die offene Diskussion um die Haltung im Abferkelstall und
3) die bevorstehenden Investitionen in die Gruppenhaltung

Wer von euch ist betroffen und wie werdet ihr euch entscheiden?? Ich für meinen Teil glaube ja, daß die Zeiten für die Ferkelproduzenten noch schlimmer wereden. Wie schätzt ihr die Lage ein? Zukunftsfähig ist meiner Meinung in Österreich nur das geschlossene System. Da werden die Tiere in schwierigen Zeiten wenigstens abgeholt und ich muss kein Gewicht und kein Futter regelrecht verschenken

Ein Experte empfielt den Ferkelproduzenten in den schwierigen Zeiten folgende Strategien


•Produktionskosten auf den Prüfstand stellen
•Bedeutendste variable Kosten prüfen, also Futter und Medikamente bzw. Tierarzt
•Über feste Partnerschaft mit einem oder wenigen Mastbetrieben nachdenken. Klare und bindende Absprachen über die Einstalltermine, die Zahl der abzuliefernden Ferkel und vor allem die Preisfindung treffen.
•Über den Einstieg ins geschlossene System nachdenken

Leicht gesagt - Grüße Sigi


mostkeks antwortet um 11-08-2011 14:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Die LK empfiehlt:
Bei schlechten Ferkelpreisen Bestand aufstocken und die Chancen nutzen! (billigere Jungsauen, Stalltechnik billiger, ....
Bei guten Ferkelpreisen Bestand aufstocken um von den guten Ferkelpreisen noch mehr zu profitieren.
Leistungen steigern (wohin?!?) Arbeitskraft effizienter einsetzten (Die freigewordene Arbeitszeit bei 100 Zuchten/AK vielleicht überbetrieblich oder ausserlandwirtschaftlich einsetzten)....
kennen wir doch alle!

Mir tun alle echt leid die in den letzten Jahren massiv investiert haben! Weiterarbeiten wofür? Aufhören kann man sich aufgrund der getätigten Investitionen kaum leisten.

LG

Zuchtsauen 2007 von 20 auf 2 reduziert trotz 26-27 verk.Ferkel/Sau


__joe007 antwortet um 11-08-2011 15:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Alles schön und gut, aber wie gehts dann weiter, wenn alle ein geschlossenes System haben ? Wird dann das Ferkel nicht mehr offiziell gehandelt und nur mehr Preisdruck von den Schlachthöfen ausgeübt ?

Bezüglich Schraubendrehen und sparen lt. den Obergscheiden: Schön und gut, verschenken tut in der heutigen ZEit eh keiner mehr was, aber gsund und fit sollens auch bleiben de Viecher bzw. a Leistung bringen.

Ich selber habe ZS und einen Mäster, und wenn der meine Ferkel nicht nehmen kann, dann mäste ich die selber. sind ca. 200 MS / Jahr, also nicht der Rede wert. Funktioniert spitze.

Der Sprung in der heutigen Zeit ins geschlossene System ist persönlich gesagt a Todeskommande, weil des Getreide wird nicht viel billiger und da sollst du 300.000.- oder mehr für einen Maststall in die Hand nehmen, Futter zukaufen für die MS und dann hast noch 4 Monate kein Einkommen, weil dann erst die ersten MS fertig werden, ....... sehr riskant in der heutigen Zeit, wo viele Schulden haben, noch einen Umlaufstall bzw. neue Abferkelbereich bauen müssen,........

WAHNSINN ist dass, und dann hast nicht einmal a Preisgarantie, dass du deine Investition wieder kriegst.

Sehe ich was zu schwarz oder bin ich da zu FEIGE ?

Wie siehst du das?



Wurm antwortet um 11-08-2011 16:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Ganz erlich bin stark am überlegen ob ich nicht in die Selbstvermarktung gehe wenn ich im Moment schaue glaub ich schon wenn ich mit dem Konsumenten ehrlich und korrekt umgehe und vielleicht ein Buschenschank beliefern kann und das geht sicher immer aus mit 10 ZS werd ich glaube ich auch am wirtschaftlichsten produzieren können, den nur so wird man ein weniger unabhängig und um geht mindesten 5 Frießumsunst! :)
Ist schon klar das da auch wieder Auflagen kommen aber wenn das so weiter geht mit uns Ferkel Produzenten macht es auch keinen Spaß mehr!


wene85 antwortet um 11-08-2011 20:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
@Wurm
kann dir nur recht gehen gehe den Weg in die Direktvermarktung

Meine Eltern und ich betreiben einen Ab Hof Verkauf mit Mastschweine und lassen sie nur schlachten zerlegt werden sie selber und dann verarbeitet.
Haben auch Kernöl Mehlspeisen.
Seit damals früher hatten wir Rinder 15 STK Bestand und es nichts mehr braqchte 2001 haben wir umgestellt. Seit dem wirds jedes jahr mehr. Erste Linie ist halt Sauberkeit und Ordnung am Hof auf das legen die Kunden am meisten wert. Und wir halten die Schweine auf Stroh und keine Spaltenboden und sie werden nicht gemeßtet.
Da momentan die Zerlegung mein Vater macht und er schon in Pension ist und wir nur sehr wenig Flächen haben stechen wir nur so um 20 Schweine im Jahr ab.
Ich denke man muß einfach mal umdenken und nicht Jammern die Schweine haben keinen Preis Futter ist so teuer und dann wird wieder dazugebaut auf Fremdkapital und wir haben eine Überproduktion und der Preis ist im Keller selber schuld Größe ist nicht alles !!!!


Halodri antwortet um 11-08-2011 22:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Wenn die Futtergrundlage für die Schweinemast, sprich der Mais am Betrieb nicht gedeiht ist es schwierig in die geschlossene Produktion zu wechseln. In traditionellen Mastgebieten wurden Betriebe beraten in neue Stallungen zu investieren und in die Ferkelproduktion zu wechseln, da hat man Fehler gemacht.Größere Mäster kaufen Ferkelpartien aus Ostdeutschland oder Dänemark ( sollen sogar manche Genossenschaftsvertreter dabei sein), unsere kleineren Strukturen sind halt ein Problem.
Die gestiegenen Kosten können im Schweinebereich nicht aufs Produkt Fleisch umgesetzt werden, weil ganz einfach zuviel Schweine am Markt sind und uns die Deutschen und Dänen dank der EU die Luft abdrehen.


Wurm antwortet um 12-08-2011 09:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Wobei ich noch immer ein Verfechter von beiden also im Moment Mutterkuhhaltung mit Rindermast und auch der Ferkelproduktion bzw Schweinemast bin sind eben bei mir die Bedingungen für beides gegeben!

mfg


179781 antwortet um 12-08-2011 22:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Die momentane Situation bei den Schweinen ist sicher schlecht.
Nur wenn deshalb jetzt einem Ferkelproduzenten schon das Wasser bis zum Hals steht, dann muss der sich schon die Frage gefallen lassen, was er mit dem Geld, das in guten Zeiten reichlich zu verdienen war mit Zuchtsauen getan hat.

Gottfried


apfel11 antwortet um 13-08-2011 12:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ferkelproduzenten steht das Wasser bis zum Hals
Hallo Gottfried!

nachdem jetzt schon eine ziemlich lange Durststrecke bei den Ferkeln herrscht, hat er das Geld lange verbraucht um die Verluste zu kompensieren .... wenn noch etwas Geld übrig ist, dann darf es schon für den Umbau zur Gruppenhaltung verplant werden ....

die Ferkelproduzenten werden meiner Meinung jetzt schon sehr lange ausgehungert - aber der Markt gibt halt den Ton an!!

LG Werner


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