Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?

Antworten: 6
Gadet 28-05-2010 21:42 - E-Mail an User
Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
Hallo, wollte hier mal kurz mein Problem schildern, vielleicht gehts ja sonst auch wem so.
Habe vor ein paar Jahren eine Wiese komplett neu angelegt, der Ertrag war bis vor 2 Jahren einfach unvorstellbar.
Im Vorjahr ist dann plötzlich diese niedliche gelbe Pflanze an einigen Stellen aufgetaucht, keiner hat dem grosses Ermessen gegeben.
Und heuer, habe ich ein Feld davon, sowie fast alle in meinem Ort!
Ich schätze den Bestand in der Wiese im Schnitt auf 60-70%, an manchen Stellen gut 100%.
Also der Ertrag beim Heuen dürfte, da das ganze scheinbar zu Staub zerfällt, ungefähr gegen Null laufen! Der Name des netten Schmarotzers der alles andere verdrängt ist Klappertopf, wird bei uns umgangssprachlich als "Kloft" bezeichnet!
Ich denke die sehr späte Heuarbeit im Vorjahr wo die Pflanze schon ganz ausgereift war, dürfte die Hauptschuld daran sein.
Jedem ausser mir scheint es egal zu sein, scheinbar kostet der Diesel nichts, wenn hundert Kilo Heu auf einem 1ha Wiese übrigbleibt!
Zudem wird sich das ganze dann ja noch stärker vermehren, wirds wieder nicht früher zum Heuen gehen.
Die einzige Maßnahme, frühzeitig abmähen!
Und so habe ich heute begonnenTeile der Wiese wo extrem viel steht, abzumähen!
Alle halten mich jetzt für einen Spinner und Idioten, weil ich das achsoschöne Futter(ca.90-100% Klappertopf) abmähe und wegschmeisse! Wie das aussieht wenn ich Teile der Wiese abmähe!
Der war ja eh schon immer da, wir haben das ja eh schon immer so gemacht heissts!
Sind eigentlich alle Bauern so stur, ignorant und unwissend wie in meiner Ortschaft, oder machen sich schon manche Gedanken darüber was sie verfüttern oder welchen Bestand so in ihren Wiesen haben und wie man den Ertrag steigern kann.
Ich denke bis auf den Ampfer(den auch nur unter dem Namen "Plotschn") kennt in meiner Gemeinde keiner auch nur ein Futtergras oder sonstigen Bestand in seiner Wiese.
Keiner weiss z.b weiss wie giftig Herbstzeitlose oder Jakobskreuzkraut sind, keiner hat Ahnung von einem Ph-Wert oder sonstigem!
Ist es woanders genauso???



manke antwortet um 28-05-2010 22:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
Hallo!

Der Klappertopf ist einjährig und muss daher regelmäßig versamen.
Die Ausbreitung lässt sich am besten durch einen frühzeitigen
Säuberungsschnitt bei ca. 15 cm Bestandeshöhe
oder frühe Heumahd zu Blühbeginn verhindern. Dies ist wiederholt
durchzuführen. Häufigere Nutzung verschafft den Gräsern
einen Konkurrenzvorsprung. Düngen allein ist nicht erfolgreich
(lindert ggf. etwas die Symptome).
Eine chemische Bekämpfung ist grundsätzlich mit allen im
Grünland gegen zweikeimblättrige Unkräuter zugelassenen
Wuchsstoffmitteln möglich, aber nicht nachhaltig, wenn nicht
gleichzeitig die Nutzung geändert wird und im Falle der geschützten
Arten auch nicht erlaubt. Weil Klee und Kräuter
durch diese Mittel erfasst werden, muss auf jeden Fall eine
Nachsaat mit Grassamen erfolgen, um die durch die Spritzung
entstandenen Lücken zu schließen.

Also bist Du schon am richtigen Weg!

LG Manke


Weiglhof antwortet um 28-05-2010 22:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
Hallo, in unserer Gemeinde befassen sich mehrere Bauern sehr intensiv mit dem Grünlandbestand (Nachsaat, Bodenuntersuchung, usw...) Die meisten Grünlandpflanzen auf unseren Wiesen kenne ich. Nun zum Klappertopf: Das wichtigste ist `düngen` und sehr früher Erntezeitpunkt. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die Nachbarn sagen: " Jetzt spinnt er" , vor allem beim 1. Schnitt. Eine Alternative zum Futter wegschmeißen wäre mulchen vor der Samenbildung, somit hast du 2 Fliegen auf einen Schlag - Gründüngung und Verhinderung des Aussamens. GVE Besatz steigern , Einsatz von Gülle!! Bei meinen Nachbarn die auf meine Empfehlung hin letztes Jahr bereits im Mai ihre Klappertopfwiesen siliert haben, sind dieses Jahr ihre Wiesen grün. Bei den gleichen Betrieben sind jene Teilflächen welche wetterbedingt länger stehen geblieben sind heuer komplett gelb. Viel Erfolg bei deiner Grünlandbewirtschaftung - Lass dich von den Nachbarn nicht davon abhalten.



0815 antwortet um 29-05-2010 07:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
„Kloft“ kommt hauptsächlich bei Extensiv- und Biobetrieben vor. Auch bei uns kann man das heuer oft sehen, ganze Wiesen alles gelb! Und beim Nachbarn daneben alles grün. Da sieht man schon die Unterschiede, wo ordentlich auf das Grünland geschaut wird, und wo die Wiesen nur als Förderungsempfänger herhalten müssen!
Ist schon richtig mit der Frühmahd, was aber heuer leicht gesagt, als getan ist!


helmar antwortet um 29-05-2010 11:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
Dieses eigentlich recht elegante Pflänzchen habe ich auch, auf der D-Fläche, Mähzeitpunkt frühestens 16.6.......und die Wiese ist bunter geworden.
Mfg, Helga


Holzwurm357 antwortet um 30-05-2010 14:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
Hallo,
unsere Wiesen blühen zurzeit auch gelb, aber nur vom Hahnenfuss, haben von dem genug, auf den Weiden sehr zum Leidwesen der Kühe.
Diesen Kloft gibts bei uns in der Umgebung scheinbar gar nicht. (Hab extra im Pflanzenbuch nachgeschaut, wie der ausschaut)


Gadet antwortet um 01-06-2010 22:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
Danke für die vielen Antworten!
Bleibt nur zu hoffen das das Wetter bald mal den 1. Schnitt(Heu) zulässt!

Wirds heuer wieder so spät wie im Vorjahr(glaub 10.Juli) und die nette Pflanze kann wieder so absamen, wirds ganz ganz finster!
Auf der einen Wiese wo ich jetzt stellenweise "Reinigungsschnitt" gemacht habe, wärs eh schon komplett egal! Aber breitet sich das in dem Umfang auch auf die anderen Wiesen so aus, wo jetzt nur geringe Bestände vorhanden sind, dann wird die ganze Obersteiermark, (habs bis jetzt fast in jeder Wiese im Bezirk Leoben) gesehen ein Katastrophengebiet.
Denn der Minderertrag liegt bei mir in der einen Wiese sicher schon bei 90%!!!!!

Was soll man denn da mit dem Mist vom Vorjahr machen? Die Samen müssen da ja auch zur genüge drinnen stecken, man vermehrt also das ganze auch noch mehr beim Miststreuen!
Was ich sehr interessant finde ist, das die Pflanze auch plötzlich an sehr vielen Stellen zu finden ist, wo bis jetzt keine einzige vorher war und auch nicht gedüngt wurde!
Mir kommt ja schon so vor als wie wenn jemand des Nächtens umstreift und fleissig das Zeug in die Wiesen säät!

PS: Das Zeug geht zu 100% bei Harmony Sx zugrunde!
Hab Ampfer punktbekämpft und nebenbei ein paar mal was auf den Klappertopf gesprüht und davon ist jetzt nicht mehr viel übrig; macht zwar keinen Sinn, ausser man besprüht die ganze Obersteiermark vom Hubschrauber aus damit



Bewerten Sie jetzt: Klappertopf/("Kloft") ein Unkraut-eine Katastrophe!?
Bewertung:
3.33 Punkte von 3 Bewertungen (Maximum 5 Punkte)
message;238652




Landwirt.com Händler Landwirt.com User