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Begrünungskalkung: Wie exakte Kalkung die Wasseraufnahme des Bodens verbessern kann
23. September 2026
Das Jahr 2026 führt uns vor Augen, wie verletzlich unsere Böden geworden sind. Vorbeugen lässt sich nur über den Boden selbst. Wie das mit einer Begrünungskalkung im Herbst gelingt, lesen Sie hier.
Das erste Halbjahr war das zweittrockenste seit Beginn der Aufzeichnungen – in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg sogar das trockenste überhaupt. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die Dürreschäden mit Stand 10. August auf rund eine Milliarde Euro.
Eine gute Bodenstruktur nutzt jeden Millimeter Regen
Nicht jeder Niederschlag kommt dort an, wo er gebraucht wird. Fällt Regen auf einen verschlämmten oder verdichteten Boden, kann er nicht rasch genug einsickern. Das Wasser fließt oberflächlich ab und nimmt dabei den wertvollsten Teil der Fläche mit, nämlich den humusreichen Oberboden. Nach einem kurzen, heftigen Gewitter bleibt der Unterboden trocken, obwohl die Regenmenge ausreichend gewesen wäre. Genau dieses Muster hat sich heuer vielerorts wiederholt.
Was Calcium für Wasseraufnahme & Bodenstruktur leistet
Calcium ist der entscheidende Baustein für eine stabile Bodenstruktur. Es verbindet Ton- und Humusteilchen zu stabilen Ton-Humus-Komplexen und damit zu regenstabilen Krümeln. Zwischen ihnen entsteht ein durchgängiges Porensystem, über das Wasser rasch in tiefere Schichten gelangt und dort gespeichert wird. Ein gut mit Kalk versorgter Boden nimmt Niederschlag schneller auf und gibt ihn in Trockenperioden langsam an die Pflanzen ab. Ein gemeinsamer Versuch mit der Landwirtschaftskammer Oberösterreich auf schweren und mittelschweren Böden zeigte nach einer Vorsaatkalkung mit 500 bis 1.000 kg Branntkalk/ha zu Mais und Zuckerrübe eine um 60 % schnellere Wasseraufnahme des Bodens. Die Pflanzen waren unter diesen Versuchsbedingungen bis zu 22 Tage länger mit Wasser versorgt. In einem Jahr wie 2026 entscheiden diese Tage über den Ertrag.
Warum Begrünung & Kalkung so gut zusammenspielen
Begrünungen beschatten den Boden, halten ihn durchwurzelt und liefern organische Substanz. Der Kalk stabilisiert die Struktur und fördert das Bodenleben. Lässt die Witterung eine Kalkung vor dem Anbau der Begrünung nicht mehr zu, kann der Kalk im Anschluss auf die stehende Begrünung ausgebracht werden. Die Flächen sind im Herbst und Winter meist gut befahrbar und das Verdichtungsrisiko ist gering. Der Kalk bleibt dort, wo er gebraucht wird, nämlich in der oberen Bodenschicht.
Boden mit Kalkmangel vs. gut mit Kalk versorgter Boden: Die Grafik zeigt den großen Einfluss auf Wasseraufnahmevermögen und -speicherung.
Welcher Kalk passt wann
Bei kohlensauren Kalken ist unbedingt auf die Feinheit des Produktes zu achten. Kohlensaure Kalke mit Sulfatschwefel sollten erst ab Mitte Februar mit beginnendem Pflanzenwachstum ausgebracht werden. Granulate und Kalke mit Phosphor können auch im Winter gestreut werden. Bei Strukturproblemen sind Brannt- und Mischkalke die erste Wahl, weil sie rasch viel Calcium freisetzen. Sie werden kurz vor der Einarbeitung der Begrünung mit Grubber oder Scheibenegge ausgebracht. Dabei ist zu beachten, ab wann die gewählte Begrünungsvariante umgebrochen werden darf. Entscheidend bleibt, dass der Boden befahrbar und nicht nass ist.
Jetzt Böden für 2027 vorbereiten
Wer den Boden jetzt gezielt vorbereitet, sammelt das Wasser des kommenden Winterhalbjahres dort, wo es die Pflanzen im nächsten Sommer brauchen. Welcher Kalk zu Ihrem Standort passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bodenkalk bietet dafür feinst vermahlene kohlensaure Kalke, Mischkalke und Branntkalke, auf Wunsch granuliert und mit Magnesium, Phosphor oder Sulfatschwefel, und berät Sie gerne.



