Landwirtschaftliche Gesamtrechnung 2025: Produktionswert steigt um 10,0 %
15. Juli 2026
Produktionswert steigt 2025 um 10,0 % auf 10.912 Mio. Euro.
Die vorläufigen Ergebnisse der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) zeigen für 2025 eine deutliche Erholung des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs. Grundlage sind Berechnungen mit Stand Anfang Juli 2026.
Die LGR erfasst den Produktionswert, die Wertschöpfung zu Herstellungspreisen sowie Einkommenssalden wie Faktoreinkommen und Nettounternehmensgewinn. Die Berichtsjahre 2022 bis 2024 wurden im Zuge der Berechnungen aktualisiert.
Produktionswert und Wertschöpfung
Der Gesamtproduktionswert erhöhte sich 2025 um 10,0 % auf 10 912 Mio. Euro. Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen stieg um 14,7 % auf rund 4,9 Mrd. Euro. Die Vorleistungen nahmen um 6,4 % auf 6 007 Mio. Euro zu.
Die Abschreibungen erhöhten sich um 2,1 % auf 2 785 Mio. Euro. Die sonstigen Produktionsabgaben stiegen um 17,7 % auf 164 Mio. Euro, während die als sonstige Subventionen verbuchten öffentlichen Gelder um 1,9 % auf 1 591 Mio. Euro sanken.
Das landwirtschaftliche Faktoreinkommen lag bei 3 546 Mio. Euro (+17,0 %). Bei einem nahezu stabilen Arbeitseinsatz (+0,2 %) erhöhte sich das Faktoreinkommen je Jahresarbeitseinheit nominell um 16,8 % und real um 13,1 % (deflationiert mit einem prognostizierten BIP‑Deflator von 3,2 %). Der Nettounternehmensgewinn erreichte 2 550 Mio. Euro (+24,7 %); je nicht entlohnter Jahresarbeitseinheit stieg er nominell um 25,4 % und real um 21,4 %.
Pflanzenbau 2025
Die pflanzliche Erzeugung legte wertmäßig um 9,0 % auf 4 473 Mio. Euro zu; das Produktionsvolumen stieg um 11,0 %, die Preise sanken im Mittel um 1,7 %. Beim Getreide erhöhte sich der Produktionswert um 12,3 % (Volumen +17,0 %, Preis −4,0 %). Ölsaaten und Ölfrüchte verzeichneten ein wertmäßiges Plus von 15,1 % (Volumen +14,9 %, Preis +0,1 %). Bei Kartoffeln stand einem deutlichen Volumenzuwachs (+16,1 %) ein Preisrückgang (−19,4 %) gegenüber; der Produktionswert verringerte sich um 6,5 %.
Die Zuckerrübenproduktion wurde nach einem starken Volumenrückgang (−42,3 %) trotz gestiegener Preise (+8,2 %) wertmäßig reduziert (−38,1 %). Futterpflanzen gingen im Volumen um 3,8 % und im Wert um 2,5 % zurück. Gemüse veränderte sich wertmäßig nur geringfügig (+0,4 %; Volumen +4,1 %, Preis −3,6 %).
Im Obst- und Weinbau wirkten sich günstige Witterungsbedingungen aus. Obst insgesamt stieg wertmäßig um 32,8 % (Volumen +25,1 %, Preis +6,1 %). Der Weinbau verzeichnete eine Produktionsausweitung (Volumen +34,3 %) und einen Anstieg des Produktionswerts um 26,4 % (Preis −6,1 %).
Tierische Erzeugung 2025
Der Wert der tierischen Erzeugung erhöhte sich um 10,7 % auf 5 235 Mio. Euro; die Preise stiegen um 9,6 %, das Volumen um 1,0 %. In der Milchproduktion führten höhere Preise (+12,1 %) bei etwas größerem Volumen (+2,1 %) zu einem Produktionswertplus von 14,5 % auf 2 244 Mio. Euro.
Die Rinderproduktion legte wertmäßig um 25,9 % auf 1 210 Mio. Euro zu; das Volumen ging um 2,6 % zurück, die Preise stiegen um 29,5 %. Die Eiproduktion erhöhte sich um 8,0 % auf 424 Mio. Euro. Beim Geflügel setzte sich der Anstieg des Produktionswerts fort (+5,6 % auf 305 Mio. Euro). Die Schweineproduktion verzeichnete trotz leicht höherem Volumen (+1,3 %) ein wertmäßiges Minus von 7,7 % auf 902 Mio. Euro; die Preise sanken um 8,8 %.
Vorleistungen, öffentliche Gelder, Arbeitseinsatz
Die Vorleistungen stiegen auf 6.007 Mio. Euro (+6,4 %). Ausgewählte Posten: Futtermittel 2.032 Mio. Euro (+3,8 %), Dünge- und Bodenverbesserungsmittel 233 Mio. Euro (+9,5 %), tierärztliche Leistungen und Medikamente 196 Mio. Euro (+12,7 %), Instandhaltung von Maschinen und Geräten 439 Mio. Euro (+5,3 %), Instandhaltung von baulichen Anlagen 95 Mio. Euro (+15,1 %), landwirtschaftliche Dienstleistungen 458 Mio. Euro (+7,1 %). Energie verringerte sich auf 479 Mio. Euro (−1,9 %), Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel auf 131 Mio. Euro (−9,3 %).
In die Einkommensberechnung flossen öffentliche Gelder in Höhe von 1.667 Mio. Euro (−1,2 %) ein. Davon entfielen 1.591 Mio. Euro (−1,9 %) auf sonstige Subventionen, u. a. ÖPUL 644 Mio. Euro (+10,2 %), Ausgleichszulage 286 Mio. Euro (−1,1 %), Direktzahlungen 561 Mio. Euro (−0,2 %). Gütersubventionen beliefen sich auf 7 Mio. Euro (−10,8 %). Die temporäre Agrardieselrückvergütung und die Rückvergütung der CO2‑Bepreisung minderten die Vorleistungen um zusammen 69 Mio. Euro (+19,7 %).
Der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz betrug 116,0 Tsd. JAE (+0,2 %). Der nicht entlohnte Arbeitseinsatz lag bei 95,9 Tsd. JAE (−0,5 %), der entlohnte bei 20,1 Tsd. JAE (+3,5 %).
Aktuell im Vergleich zum Vorjahr
| Merkmal | 2025 | Änderung | Änderung % |
|---|---|---|---|
| Produktionswert | 10.912 Mio. € | 988 Mio. € | 10,0 |
| Vorleistungen | 6.007 Mio. € | 360 Mio. € | 6,4 |
| Bruttowertschöpfung | 4.905 Mio. € | 628 Mio. € | 14,7 |
| Abschreibungen | 2.785 Mio. € | 58 Mio. € | 2,1 |
| Nettowertschöpfung | 2.120 Mio. € | 570 Mio. € | 36,8 |
| Sonstige Subventionen | 1.591 Mio. € | −31 Mio. € | −1,9 |
| Sonstige Prod.-Abgaben | 164 Mio. € | 25 Mio. € | 17,7 |
| Faktoreinkommen | 3.546 Mio. € | 515 Mio. € | 17,0 |
| NUG | 2.550 Mio. € | 506 Mio. € | 24,7 |
| Arbeitseinsatz | 116,0 Tsd. JAE | 0,2 Tsd. JAE | 0,2 |
| Nicht entlohnt | 95,9 Tsd. JAE | −0,5 Tsd. JAE | −0,5 |
| Entlohnt | 20,1 Tsd. JAE | 0,7 Tsd. JAE | 3,5 |
Zeitverlauf Einkommensindizes (real)
| Jahr | FE je AK | NUG je nAK |
|---|---|---|
| 2020 | 100,0 | 100,0 |
| 2021 | 108,2 | 110,0 |
| 2022 | 137,9 | 145,9 |
| 2023 | 109,0 | 101,9 |
| 2024 | 109,1 | 100,9 |
| 2025 | 123,4 | 122,6 |
Datengrundlage und Einordnung
Die LGR folgt europäischen Vorgaben und misst Produktionswert, Wertschöpfung und Einkommenssalden des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs zu Herstellungspreisen. Ergebnisse 2025 sind vorläufig (Berechnungsstand Juli 2026); die Jahre 2022 bis 2024 wurden überarbeitet, u. a. aufgrund neuer Daten zu Geflügelbestand und Konsumeiproduktion.
Reale Einkommensänderungen wurden mit dem BIP‑Deflator deflationiert (Prognose: 3,2 %). Die Einkommenssalden beziehen sich auf Primäreinkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit.
Fazit
Der Anstieg des Produktionswerts in pflanzlicher und tierischer Erzeugung, höhere Milch- und Rinderpreise sowie moderat steigende Vorleistungen führten 2025 zu höherer Wertschöpfung und deutlichen Zuwächsen bei Faktoreinkommen und Nettounternehmensgewinn.
Autor: Alina Neuhold
Quelle: Statistik Austria, Landwirtschaftliche Gesamtrechnung Kalenderjahr 2025, Vorläufige Ergebnisse, bearbeitet. Originalartikel abrufbar unter: https://www.statistik.at/fileadmin/publications/STATkompakt_LGR_Jul26.pdf (c) Statistik Austria



