Landwirt wie lange noch?

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biorogkerl 09-10-2020 14:30 - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Ich Frage mich schon des længeren wann und wo liegen die Grenzen Landwirt oder Unternehmer.
Dann auch noch wie lange wird es Landwirte ùberhaupt noch geben.
Freue mich hier ùber Meinungen von landwirten landwirtschaftlichen Unternehmen und neben Landwirtschaftlern.

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textad4091 antwortet um 09-10-2020 15:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Jeder Landwirt ist Unternehmer- Mit unterschiedlich ausgeprägtem, unternehmerischem Denken.

Das, was mir gerade ein den Kopf geschossen ist bei der Abgrenzung Landwirt-Unternehmer- bzw. ab wann kann man "gesellschaftlich" noch von "Bauer" oder "Landwirt" reden, ab wann vom Unternehmer: Vom Gefühl her würde ich meinen, dass ein ein reiner Marktfrucht- oder Gemüsebaubetrieb IMMER eher als "Landwirt" gesehen wird, als ein Tierhalter mit Tieren ab einer gewissen Größe ... Wenn von "industrieller" Landwirtschaft die Rede ist, meint ma meistens Schweinemastbetriebe mit x Einheiten, evtl. auch Milchviehbetriebe mit je nach Land 100, 300, 500 oder 1000 Kühen ... Wie viel "Bauer" da noch im Kern übrig bleibt, hängt wohl eher von der Einstellung des Betriebsleiters ab als von der Größe.

Es gibt sicherlich Betriebe mit 50 Milchkühen, wo der eigentliche Betriebsinhaber weniger mit seinen Viechern und der Bewirtschaftung am Hut hat, als bei Betrieben mit 500 ...

Das ist für mich ähnlich absurd wie die Diskussion, wer ist noch "echter" Landwirt ...

"Produktionseinheit" oder Produktionsbetrieb" und damit auch Unternehmer ist für mich einmal jeder, der etwas für den Markt liefert (Egal ob Milch, Schlachtvieh, Mastschweine/Ferkel, Zuchtsauen, Mastgeflügel, Eier, Gemüse, Ackerfrüchte, Feldfutter, etc. .... ) ... ganz abseits sämtlicher rechtlicher und wirtschaftlicher Definitionen ...
Urlaub/Gästebeherbergung, Alpaka-Wanderungen und Vergleichbares würd ich wiederum als Dienstleistung ansehen ... (Nur, damit sich möglichs niemand nicht vertreten fühlt in meiner falpsigen Aufzählung)

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heilei antwortet um 09-10-2020 18:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Warum gibt es keine Mechaniker mehr, obwohl der KFZ Techniker auch Fahrzeuge repariert?
Genauso sinnlose Diskussion, wie Bauer oder Landwirt, etc.
Grüße


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Florian34 antwortet um 09-10-2020 19:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@ Biorogkerl
Manchmal denk ich auch schon darüber nach. Das muss jeder selbst Entscheiden denke ich mir.

Ich hab leider schon bemerkt die meisten entscheiden sich einmal im Leben.
(bei Beginn Übername). Und nie wieder um bzw. alles danach nach Schema F. Was Hänschen nicht lernt - lernt Hans nima mehr.:-(

Vielleicht haben wir Glück und die neue Pandemie (Corona) bringt einige zum weiter betreiben der Lebenserhaltenden keinstrukturierten Landwirtschaft zurück.

Für mich zählt auch jetzt/später noch die kleinstruckturierte Aquaponic zum Landwirt sein.

Mfg Florian - Mit Mut in die Zukunft


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Florian34 antwortet um 09-10-2020 19:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Ein paar Raufutter/Bruchkorn oder Gartengemüse Verwerter auf der Hofstelle was gibt es schöneres zu betreuen. Kann man immer brauchen! mfg Florian - mit Mut in die Zukunft

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geba antwortet um 09-10-2020 20:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?

Ja, Landwirte sind Unternehmer, dies wird sich auch in Zukunft sicher noch mehr zeigen!

Schauen wir in Österreich mal um, wie viele Betriebe sich zur Landwirtschaft, noch was dazuverdienen,

es sind sehr Viele:

Z.B.: Ab Hof, Urlaub am Bauernhof, Kommunale Tätigkeiten; Maschinenring, Forst, und und und....

Ich sehe das sehr wichtig, um in Zukunft bestehen zu können.

Typische landwirtschaftliche Erzeugnisse bestimmen immer mehr am Welthandel, auch "Schwellenländer" bieten immer mehr

gute landw. Erzeugnisse (Getreide, Milch, Fleisch, Holz,..) sehr günstig am Weltmarkt an.

Deshalb wird es immer schwieriger, mit "typischen" landw. Erzeugnissen am Markt bestehen zu können, die Erzeugerpreise

halten Jahrzehnte schon den gleichen Preis (oder fallen!).

Wir österreichischen Bäuerinnen und Bauern sind sehr gut aufgestellt, bleiben wir kreativ und machen wir weiter so!



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Ferdi 197 antwortet um 09-10-2020 22:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Also, seit es Schwarze LandwirtschaftsministerInnen gibt, gilt das Motto: Wachsen oder Weichen!
Es haben noch nie so viele Landwirtschaftliche Betriebe zugesperrt wie in deren Ära.

Das wir in Österreich in vielen Bereichen nicht zu Weltmarktpreisen produzieren können, dürfte aber schon allen Agierenden immer klar gewesen sein.
Meiner Meinung nach ist das auch nicht notwendig.

Somit wird den Wachsenden Betrieben sehr stark mit Förderungen / nicht Rückzahlbare Förderungen, AIK usw. geholfen, und die anderen müssen halt weichen, da sie nicht mehr Kostendeckend wirtschaften können.

Auch die Verschuldung der Wachsenden Betriebe ist massiv gestiegen, ob die wegen der speziellen Beratungen zum Wachsen ihr Schulden auch "berappen" können, steht noch in den Sternen.
Auf alle Fälle sollten die Kreditzinsen nicht viel steigen, ansonsten werden viele Betriebe ohne Rettungsschirm einen "Bauchfleck" machen.

Wachsende Betriebe werden massiv gefördert und weichende Betriebe aufgefordert zuzusperren.


Zusätzlich benötigen die Wachsenden Betriebe, eben von den Weichenden Betrieben ihre Gründe / Ackerflächen.

Wie lange das so weitergeht wird man sehen.

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Harpo antwortet um 09-10-2020 22:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
geba
Deine Einschätzung stimmt zu 100% nur ist das leider eine traurige Bewertungen der LDw von unserer Gesellschaft.
Wenn ich alles richtig verstanden habe kann fast keiner mehr von LDw Produktion leben.
Das ist ein trauriger Zustand aber ich finde es gut wenn viele ihr Einkommen im ausserlandwirtschaftlichen Bereich aufbessern als endlos die Produktion erweitern von Produkten die sowieso schon zuviel Markt sind.
Unsere Produkte werden erst wieder einen wirtschaftlichen Preis bekommen wenn es zu wenige gibt.
Darüber sollten viele NACHDENKEN

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Century antwortet um 09-10-2020 22:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
bleibt nur noch die Frage, wozu die Landwirtschaft weiterführen, wenn sie ohnehin defizitär ist?

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Florian34 antwortet um 10-10-2020 06:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@ Century
Defizitär??!:-(((

Ein kleines Risiko bleibt immer. DOCH
wenn man sich halbwegs versteht und kein Alki oder Spieler ist stimmt eher sowas hier-
-Ein von Landwirtschaftlich aufgewachsenen Kindern / jungen Erwachsenen gepflegte / bewohnte LNF / Hofstelle kann NIE defizitär sein.
Mfg Florian - Mit Mut in die Zukunft


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BreiHu antwortet um 10-10-2020 07:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@Florian34
Es gibt einen Unterschied ob ein Betrieb betriebswirtschaftlich ein positives Ergebniss schreibt, oder eben dies nicht schafft.
Man also die AfA auf die Seite legen kann oder eben nicht.
Und genau betrachtet wird mindestens 1/3 der Betriebe dies nicht können. Daher sind sie auch defizitär. Es wird jedoch nicht bemerkt.
Erst wenn die nächste grössere Investition etc ansteht. Von einer ordentlichen Entlohnung der Arbeitszeit reden wir da noch gar nicht.
MfG BreiHu

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Florian34 antwortet um 10-10-2020 07:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@BeiHu

Es macht aber mehr Freude im Leben mit Tieren zu arbeiten/betreuen. Ich verstehe aber auch die andere Seite! Mfg

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richard.w(7n417) antwortet um 10-10-2020 08:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Ich finde ja der Landwirt ist Unternehmer seit Jahrhunderten. Die Frage ist nur wie lange wir die Steuerprivilegien noch behalten können. Förderungen sehe ich nicht so kritisch, die sind in der gesamten Wirtschaft eher der Normalzustand.

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biorogkerl antwortet um 10-10-2020 08:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Meine Meinung um das etwas zu verlangsamen liegt in den Subventionen der EU.
Um Landwirtschaft zu erhalten sollte da eine schnelle Umschichtung dieses Systems erfolgen
Zb.Betriebe wo Felder bis 1 ha sollten doppelt subventioniert werden bis 3 ha 50% mehr und die darüber um 50% gekürzt werden.
Bei der Tierhaltung ähnlich.


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Tiroleradler antwortet um 10-10-2020 12:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Originaltext von richard.w(7n417):
Ich finde ja der Landwirt ist Unternehmer seit Jahrhunderten. Die Frage ist nur wie lange wir die Steuerprivilegien noch behalten können. Förderungen sehe ich nicht so kritisch, die sind in der gesamten Wirtschaft eher der Normalzustand.

Ich glaube die Regierung ist gut beraten, wenn sie am gegenwärtigen System der Pauschalierung nichts ändert.
Anderenfalls würde das zu erwartende negative Betriebsergebnis bei VIELEN Betrieben (ich denke das von BreiHu angesprochene
1/3 ist noch zu optimistisch betrachtet) zu einer massiven Kürzung der Sozialversicherungsbeiträge nach sich ziehen.
Gleichzeitig wären
aber die Mehreinnahmen an Einkommenssteuer vernachlässigbar, weil eben aufgrund der hohen Afa Beträge bei vielen Landw. wenig bis kein
buchhalterischer Gewinn ausgewiesen werden würde.


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Tiroleradler antwortet um 10-10-2020 12:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Im Übrigen finde ich es belustigend die Frage zu stellen ob Landwirt ODER Unternehmer.
Jede selbständig tätige Person IST Unternehmer.
Dass dabei oft nicht unternehmerisch gehandelt wird ist eine andere Sache,
über die unterschiedlichsten Gründe weshalb das so ist könnte man wochenlang philosophieren.

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geba antwortet um 10-10-2020 12:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@Ferdi 197

Es stimmt, das immer mehr Betriebe weichen, andere wachsen.

Wachstum wurde und wird leider Subventioniert.

Auffallend ist aber auch, das immer mehr größere Betriebe aufgeben, weil diese in der Arbeit und in Schulden versinken!

Wie schon oben geschrieben, am Weltmarkt können wir nicht mit schwimmen!

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atro antwortet um 10-10-2020 13:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
geba!! Perfekt geschrieben, leider ist es so !! Wachstum ist begrenzt , das haben Großteil nicht kapiert!
Überschuss bewirkt Weltmarktpreise.

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textad4091 antwortet um 10-10-2020 13:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Zitiat geba "Auffallend ist aber auch, das immer mehr größere Betriebe aufgeben, weil diese in der Arbeit und in Schulden versinken!"

Das liegt wohl daran, dass sich dies mit unserer "bäuerlichen, familiären" Struktur in der Landwirtschaft nicht mehr ausgeht- Da neben den Gratis-Arbeitskräften auch dauerhaft Fremdarbeitskräfte benötigt werden würden. Und die findet man erstens schwer, und muss man zweitens auch bezahlen- Und da kommt ma spätestens drauf, was "arbeitgeberseitige Lohnnebenkosten" sind xD

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richard.w(7n417) antwortet um 10-10-2020 18:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@Tiroleradler: da hast recht, die Pauschalierung passt und ist auch fair, bzw gibts nichts zu holen. Die beim Finanzamt wissen ja wo wieviel zu holen wäre im Vergleich zum Aufwand. Die Vertretung Unselbständiger schielt halt immer wieder mal neidisch rüber zu den Unternehmern bzw Landwirten, und das könnte mal zu einem Bauernopfer führen.

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179781 antwortet um 10-10-2020 19:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Tiroleradler hat ganz richtig geschrieben, was Pauschalierung oder nicht für FA und SV bedeuten würde. Das die Regelung fair ist, kann ich nirgends herauslesen. Und das wäre auch falsch.
Dazu fallen mir zwei konkrete Betriebe ein mit jeweils 21.000 Einheitswert. Der eine hält mit ca 60 ha Fläche 40 Milchkühe mit weibl Nachzucht und bekommt von der AMA (wenn man die Durchschnittwerte der Region hernimmt ca 27000 Euro. Der andere hat 15 ha Acker und auf den Grünlandflächen um den Hof ein paar Mutterkühe. Die AMA wird irgendwo zwischen 10 und 12.000 liegen. Für beide kommt nach Pauschalierungsordnung ein Betriebsgewinn von 8800,- Euro heraus. Bei dem kleinen wird das nicht so falsch sein. Der große müsste den ersten Tag zusperren wenn er so wenig verdient. Wie schon geschrieben, es kommt nirgends ernsthaft was heraus, aber fair ist das nicht. Und gerade die klassischen Roten und Schwarzen, die den Bauern um das Geld neidig sind und sie gleichzeitig für blöd halten, weil sie so viel arbeiten, bekommen da eben mit dem Neid zu tun.

Gottfried

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Neudecker antwortet um 11-10-2020 10:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Hallo Ferdi 197
Du schreibst: Also, seit es Schwarze LandwirtschaftsministerInnen gibt, gilt das Motto: Wachsen oder Weichen!
Es haben noch nie so viele Landwirtschaftliche Betriebe zugesperrt wie in deren Ära.
Soweit ich mich noch erinnern kann hab ich solche Äußerungen schon wesentlich früher vernommen. Die kamen aber nicht von einem Minister oder von einer Ministerin, sondern von einer anderen Seite. D r e i m a l d a r f s t du r a t e n !
Bei einer anderen deinerseitigen Behauptung, dass wachsende Betriebe massiv gefördert werden und weichende Betriebe aufgefordert werden zuzusperren, kann ich leider nicht erkennen wie das gemeint ist. Bitte könntest du uns näher erklären, was ein weichender Betrieb ist.
Deine Anmerkung dass man sehen wird, wie lange das so weitergeht werden wir kaum beantworten können. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich vor einiger Zeit von einer Lehrfahrt in die Slowakei berichtet. Dort lässt ein Österreichischer Großinvestor bereits mehr als sechstausend Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaften. Den meisten Grund hat er bereits käuflich erworben, denn die Vorbesitzer mussten während der Zeit des Kommunismus ihre Gründe den Kolchosen zur Verfügung stellen. In der Folge haben sie oder deren Nachkommen einen anderen Beruf erlernt und auch ausgeübt. Als die Rechtsnachfolger nach der Wende die Gründe wieder zurückbekamen, konnten sie damit nichts mehr anfangen. Sie Verkauften oder Verpachteten sie eben. Ähnlich wie dort würde ich die Lage bei uns einschätzen. Durch die rasende Technisierung in der Landwirtschaft wurden die Bauernkinder zuhause nicht mehr benötigt. Sie erlernten ebenfalls einen anderen Beruf. Wie sollten sie nun in der Lage sein, einen Bauernhof gewinnbringend zu bewirtschaften? Würdest du von einem Baggerfahrer erwarten, dass er dir mit seinem Gerät einen Zahn fachgerecht plombieren kann? Oder könntest du dir vorstellen, dass eine Frau welche nur Krankenschwester erlernt hat, von einer Fruchtfolge im Ackerbau etwas versteht? (Ausgenommen: Zuckerrube – Sandgrube - Baugrube) Genau so ist es derzeit auf den Bauernhöfen. Niemand wird gezwungen, aufzuhören – aber die meisten Bauerskinder haben den Beruf Bauer zu werden, nie erlernt. Liebe Grüße vom Neudecker


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bauer77 antwortet um 11-10-2020 11:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Hallo! Trotz erlernten Bauern Beruf wird man für seine Produkte auch nicht mehr erlösen ausgenommen Direktvermarktung aber das ist auch nicht jedermanns Sache LG.

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mittermuehl antwortet um 11-10-2020 18:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@Bauer 77 "Der Bua soll an Beruf lernen. Bauer sein kann er a aso..."

Mit mehr landwirtschftlicher Ausbildung bekomt ein Bauer vielleicht nicht unbedingt mehr für seine Produkte (Urproduktione). Nett das bei dir nur Bauern in der Direktvermakrtung mehr wissen sollten. Mehr Wissen zeigt aber auch die eigenen Möglichkeiten besser auf. Es hilft kostengünstiger zu produzieren. Und man erkennt füher was Sinn macht und was keinen Sinn macht.

Leider ist es so das für die meisten Bauenr in Österreich die Urproduktion zur Gänze von Förderungen abhängig ist. Nicht mal mit Förderung kommen viele über die Runden. Da wäre etwas mehr Ausbildung nicht falsch. Dann würde die Direktvermaktung vielleicht auch mehr Landiwirten liegen.


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muk antwortet um 11-10-2020 18:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
die träumer vom kostengünstigen produzieren - das soll gelernt werden ?

mich wundert das dies nicht vollmilch schreibt .

betriebsmodernisierung um kostngünstiger zu produzieren endet in der schuldenfalle - und genau dort will man die bauern haben .

denkt amol a bisl nach ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

wo bleiben die vorschläge zum kosetengünstiger produzieren - alles nur leere worte ? melkroboter ja - und tausende euro kreide - die produktion wurde natürlich modernisiert :::::::::::::

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geba antwortet um 11-10-2020 18:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@muk

Schön langsam kapieren es endlich einige !?

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mittermuehl antwortet um 11-10-2020 18:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Natürlich kann man lernen was die Kostenwarheit ist. Man kann lernen wie man kostengünstig produziert. Man kann lernen welche Produktion Sinn oder Unsinn ist. bevor man Abhaust. Ohne entsprechende Ausbildung landet man halt schnell in einer Kostenfalle. Besonders wenn man seinen Betrieb etwas umbaut oder ganz neu aufstellt. Problem ist ja das viele diese Schritte setzen ohne eine entsprechenden landwirtschaftliche und wirtschaftliche Ausbildung. Es gibt auf der Welt ja noch mehr als Melkrobotert und ::::::::::::::::::::::::::: ;)

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textad4091 antwortet um 11-10-2020 19:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Man kann zum Hannes Royer, von Land schafft leben, stehen wie man will, aber mit einer Aussage im hat er vollkommen recht: Rein wirtschaftlich ist die Landwirtschaft in Österreich (bzw. in jedem entwickelten Land) komplett unprofitabel ... Von der Versorgung her schaut's aber scho anders aus, geschweige denn von der Landschaftserhaltung und den nachgelagerten Bereichen -Von Landmaschinenherstellern, die auch fleißig investieren, siehe Göweil, bzw. Produkte präsentieren (Fendt), bis hin zum Tourismus, der ach so gern mit "der schönen Landschaft" wirbt ...
Sprich Gesamtvolkswirtschaftlich wichtig, einzelbetrieblich teilweise ein Trauerspiel (egal ob komplett modernisiert oder eher auf Handarbeit aus, Neben- oder Vollerwerb/Teilerwerb, etc. ...)

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muk antwortet um 11-10-2020 19:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@ mittermuehl

was die kostenwahrheit ist wird nämlich nicht gelehrt .

die gut ausgebildeten schüler kommen nach hause und wenige jahre später haben gute betriebe hunderttausende euro kreide . das nennt man zukunftsfit machen .

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manu antwortet um 11-10-2020 19:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Landwirt - oder Unternehmer? Die Antwort ist ganz einfach: Alle, die Rechnungen schreiben lassen sind Landwirte. Nur wer Rechnungen selber schreibt (Direktvermarktung), ist meiner Meinung nach Unternehmer.

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Joe_D antwortet um 11-10-2020 20:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
tja, 3% der Landwirte Europas bewirtschaften 50% der landw. Nutzflächen Europas ...
mit weiteren 2% könnten dann ganz Europa bewirtschaftet werden?

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textad4091 antwortet um 11-10-2020 20:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@manu: Auweh, da schaut's ja ganz schlecht aus in allen Ländern, wo Rohstoffe durch Genossenschaften vermarktet werden xD

@Joe_D: Wenn ma gleich Prozentrechnet, wie so manche nach den beiden letzten Durchgängen der letzten Österreichischen Präsidentschaftswahlen, dann ja xD
Mit sowas lässt sich auch ganz leicht Neid schüren- Landwirte machen zwar nur 2% der Gesamtbevölkerung aus, aber wie viel % des Grund und Bodens in AUT besitzen sie denn?

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179781 antwortet um 11-10-2020 22:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Ist drastisch formuliert von JoeD. Aber ganz falsch ist die Annahme nicht, dass die landw. Nutzfläche in Europa mit nur 5 % der jetzigen Anzahl an Betrieben bewirtschaftet werden könnte.
In der Realität kann man ohnehin einen Strukturwandel beobachten, der immer rasanter wird. Eine halbierung der jetzigen Anzahl ist gar nicht so in weiter Ferne.

Gottfried


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Harpo antwortet um 11-10-2020 22:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@179781
Meinst Du damit Bewirtschaftet oder Eigentümer.
Das macht nochmal einen Unterschied

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xaver75 antwortet um 11-10-2020 23:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@Harpo
In D zB. ist ca. 50% der Agrarfläche nicht mehr in bäuerlichem Besitz, da würden die 3% schon reichen, wenn die Flächen im Besitz von Investoren keiner mehr bewirtschaften würde. ,-)

mfg

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Joe_D antwortet um 12-10-2020 11:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
besitzen natürlich 100%
im Eigentum ist schon was ganz anderes.....und da laufen die Zahlen angeblich bereites aus dem Ruder;-)

bitte nicht verwechseln 2% der Bevölkerung und 2% der Bewirtschafter......

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Joe_D antwortet um 12-10-2020 11:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Vor allem glauben die meisten die im Boot sitzen, dann auch noch im trockenen sitzen....;-)

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richard.w(7n417) antwortet um 12-10-2020 11:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Tjo ob diese Entwicklung nachhaltig ist werden wir ja erst sehen. Diese Konzentration auf wenige Bewirtschafter ist einzigartig in der Geschichte und auch nur auf den wohlhabenden Teil der Erde beschränkt. Schaut man sich Landwirtschaft im Berggebiet an, sieht man wie absurd diese Entwicklung ist. Die Kostenwahrheit zeigt dann, ab welcher Hof-Feld Entfernung höhere Mengen und Stückzahlen zum Draufzahler statt zum Mehrgewinn führen. Man kann den Betrieb auch über die variablen Kosten an die Wand fahren, viele glauben das geht nur über den Fixkostenanteil.
Eine Halbierung der aktuellen Anzahl der Betriebe in Ö ist sicher realistisch, und vor 2030 zu erwarten.

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Joe_D antwortet um 12-10-2020 11:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Sorry noch ein kleiner Unterschied: Ein Investor als Eigentümer ist erst dann Besitzer wenn er die Fläche auch selbst bewirtschaftet...
wobei sich wohl auch da Eigentümervertreter finden, die diese Flächen Verwalten, und Angestellte findet die gerne am Tuchscreen des Traktors herumspielen...

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fgh antwortet um 12-10-2020 11:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Derzeit purzeln die Zahlen.. viele haben nur das Ende der Förderperiode abgewartet und legen mit Ende 2020 die Bewirtschaftung nieder... vor allem in der Oststeiermark wird es außerhalb der Gunstlagen auch schon immer schwerer jemanden zu finden, der die Fläche überhaupt pachtet...

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Steyrdiesel antwortet um 12-10-2020 13:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Ich würde gerne ein paar ha dazu nehmen, alleine schon um die Fruchtfolge abwechslungsreicher gestalten zu können. Aber absolut nichts zu bekommen bei uns, echt traurig. Das meiste wird zu Gewerbegrund oder Bauland oder es pachten die großen zu horrenden Preisen. Zum Verzweifeln.
Raum Südweststeiermark

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mittermuehl antwortet um 12-10-2020 13:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@ muk "was die kostenwahrheit ist wird nämlich nicht gelehrt .die gut ausgebildeten schüler kommen nach hause und wenige jahre später haben gute betriebe hunderttausende euro kreide . das nennt man zukunftsfit machen ."

Ich gebe dir Recht. Das Niveau der landwirtschaftlichen Ausbildung ist im unteren Fachschulbereich teilweise sehr mangelhaft. Das muß deutlich verbessert werden. Jeder Krankenschwester hat mehr Ahnung von Kostenwarheit. Absolventen von Wieselburg sind aber doch recht gut. aufgestellt. Da kenne ich doch einige. Viele davon fahren allerdings die Landwirtschaft runter und betreiben sie dann "nur" mehr als zweites Standbein im Nebenerwerb. Aber deine Beobachtung das schlecht ausgebildetet Fachschüler mit viel Freude den Hof monernisieren und dann unter gehen kann ich schon auch bestätigen.

@manu ... Du hast recht das eine wichtiger Bestandteil des Unternehmertum is, daß man auch Rechnungen stellt und die Konsten kalkuliert hat. Das man im Frühling zu produzieren beginnt und keine Ahnung hat was man im Herbst dafür bekommt, ist ein Problem. Man kann sich da nur an einem Jahresdurchschnitt der letzten 10 Jahre orientieren wenn man seine Kalkulation macht. Und Ja - Direktvermarkter tun sich da leichter.

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fgh antwortet um 12-10-2020 13:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
naja... steyrdiesel um Ebene Ackerflächen raufen sie sich auch in der Oststeiermark...wie gesagt außerhalb der Gunstlagen wird es immer schwieriger

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textad4091 antwortet um 12-10-2020 14:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@ fgh: Um einzuwerfen, in der Süd(west)steiermark geiern sich um die Weinberge ja schon diverse Investoren- Die sich dann medial gerne mit'm Mateschitz vergleichen würden, weil "sie bringen ja Arbeitsplätze in die Region"- Also eigentlich werden wohl Arbeitsplätze, die vorher durch seltbstständig erwerbstätige Weinbauern belegt waren, dann durch unselbstständig Beschäftigte verrichtet ... Und nachdem dann dieses blöde Arbeitszeitgesetz gilt, braucht man statt einer Person gleich mal zwei.

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fgh antwortet um 12-10-2020 14:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@textad4091:
Für Wein gelten definitiv andere Gesetze... da laufen die Uhren anders... da raufen sie um alles was es gibt, egal wie steil und mit welchem Aufwand..

Da wir eh keine Arbeitslosen haben ist es wahrscheinlich eh so gewollt, dass heimische Familienbetriebe aufhören und auf den Arbeitsmarkt gehen und statt denen dann Saisonarbeitskräfte die Arbeit verrichten, die das verdiente Geld dann zum Ankurbeln der Wirtschaft in deren Heimatland verwenden...



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mittermuehl antwortet um 12-10-2020 15:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
"Wer als Weinbauer eine Förderung braucht, macht was falsch. Wir sind Drogenproduzenten mit staatlicher Erlaubnis.", hat mir mal ein Weinbaue gesagt.

Eigentlich ein Witz das man Alkoholproduktion fördert. Wirklich nachdenken darf man da nicht.

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fgh antwortet um 12-10-2020 15:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@mittermuehl: Brauche tun sie sie wahrscheinlich, aber nehmen tun's ziemlich viel davon...

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mittermuehl antwortet um 12-10-2020 15:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@fgh.. Natürlich. Wären ja blöd wenn sie es nicht nehmen würden. Man muß aber auch sagen das die meist recht viel Steuer zahlen.

Es ist nur nicht wirklich zu verstehen das Alkoholproduktion gefördert wird. "Blunzfett" als österreischises Kulturgut?

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fgh antwortet um 12-10-2020 15:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@mittermuehl:
Was versteht du daran nicht? In Wien ist Bier wählbar und hast du schon mal nen Politiker getroffen der lieber Milch oder Apfelsaft, als Wein trinkt?
Make Austria Dicht again....
Mit der Steuer wäre ich mir da jetzt teils nicht ganz so sicher... aber lassen wir das mal so stehen.

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mittermuehl antwortet um 12-10-2020 15:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Ja ehh ... aber muß man es fördernt? ;)

Aber - noch jeder Milchbauer hat mir bei einem Hofbesuch eine Bier angeboten. Keiner ein Glas Milch. Ich biete jedem Besucher zuerst meinen Apfelsaft an. Dann Wasser. Dann Bier und Wein. Und recht viele bleiben beim Saft.

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2472660 antwortet um 12-10-2020 15:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
das (schlechte) ausbildungsniveau der fachschüler lass ich nicht einfach so stehn - man muss da einfach berücksichtigen, wie jung die sind (16 jahre, wenn jemand die 3 jahre in einem macht).
und fakt ist einfach auch, wenn du zb in der milch bleiben willst (weil zb die natürlichen bedingungen nicht viele alternativen zulassen) kommst um den 1mio-stall nicht leicht drumrum....
ich kenne auch weit und breit keinen dieser "zukunftsbetriebe", der es nicht stemmen konnte...
natürlich bist halt min. 25 jahre an den betriebszwieg gebunden, aber es soll ja auch welche geben, denen das freude bereitet!
auf der anderen seite beschweren sich jene, die nichts investieren, weil die investierenden soviel invest-förderung abschöpfen.....

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fgh antwortet um 12-10-2020 15:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
@mittermuehl: Ja weils Bier und Wein nicht dürfen ;) - aber ich zitiere: Wenn ich so saufen dürfte, wie ich wollte, ich wüsste schon wie es geht :D

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carver antwortet um 12-10-2020 16:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Tja, die Süd- bzw. Südweststeiermark ist schon ziemlich verkilgert. Auch andere "Weinbauern" die gern im August schon Sturm vertreiben sind dick im Geschäft.
Industrielle kaufen gerne Pferdeweiden, Wunderheiler kaufen auch Imos. Als Landwirt landwirtschaftliche Flächen kaufen ist bei uns keine Freude!
GSD hab ich nicht das nötige Kleingeld.

lg carver

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textad4091 antwortet um 12-10-2020 16:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirt wie lange noch?
Zitat 2472660: "auf der anderen seite beschweren sich jene, die nichts investieren, weil die investierenden soviel invest-förderung abschöpfen....."

Ich würde mich eher weniger über das Abschöpfen, als über die Mindestinvestitionssumme für Förderung aufregen. Aber da heißt's sofort wieder, mit 20 000 machs't ja keine Sprünge (Naja, vl. will ich auch nicht dorthin springe, wo andere jetzt sind^^)

Zwecks Ausbildung an Fachschulen: Es wird ja immer gerne auf den Facharbeiterkurs im zweiten Bildungsweg geschimpft. Ein Kursleiter bei uns meinte, dass es ein Witz sei, dass wir (im steirischem Weg 5 Wochen intensiv) die gleichwertige Ausbildung bekommen wie jene mit der 3-jährigen LFS. Daraufhin kamen wir mit derselben Ausssage wie du- Wir Teilnehmer, Alter ab 20, gelernter Beruf oder noch in (universitärer) Ausbildung, wissen jetzt eher was wir wollen, als damals, wo wir selbst 15 bis 17 Jahre alt waren ... Damit war die Sache recht schnell gegessen, dass der zweite Bildungsweg nichts wert sei ...


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