Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!

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Peter06 16-01-2018 08:27 - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
In der Steiermark zeigt es der zuständige Landesrat vor, wie man in der Landwirtschaft vernünftig investiert: Wenn einem das Geld fehlt, verkauft man einfach einen Acker!
Treuherzig meinte der gute Mann: Die Entscheidung, ob die Flächen in Zukunft verbaut werden, liegt sowieso nicht bei ihm, sondern bei der für die Umwidmung zuständige Behörde (Stadt Graz). Vielleicht hat es sich schon bis zu ihm herumgesprochen, dass der Verkaufserlös ausschliesslich davon abhängt, welchen Nutzen mögliche Investoren daraus ziehen können.

Der Fortbestand der landwirtschaftlichen Schule mit den Ackerflächen im Stadtgebiet von Graz hänge davon ab, ob mit dem erwarteten Verkaufserlös endlich die notwendigen Erneuerungen durchgeführt werden können.

Noch ein Hinweis für alle die glauben, die Stadtbevölkerung habe mit der Landwirtschaft nichts am Hut: In einer Volksbefragung votierten 96,5 % der teilnehmenden Bewohner des betroffenen Bezirks für die Erhaltung der Landwirtschaftlichen Flächen!


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Vollmilch antwortet um 16-01-2018 08:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
Hallo!

Im allgemeinen finde ich die Reihenfolge besser als umgekehrt (zuerst investieren und dann verkaufen (müssen))!

Einige Unternehmer könnten wesentlich entspannter wirtschaften, wenn sie sich von ein paar ha und zugleich ihren Verbindlichkeiten trennen.

LG Vollmilch

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xaver75 antwortet um 16-01-2018 08:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
@Vollmilch
Was definierst Du unter Unternehmer.

Ein Unternehmer aus meiner Sichtweise plant Jahre an der plötzlichen Zahlungsunfähigkeit, schlittert unverschuldet in die Insolvenz, nach erfolgreichem Sanierungsverfahren startet der Junior mit neuem Konzept und ohne Altlasten voll durch.

mfg

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beglae antwortet um 16-01-2018 08:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
in Bayern hat die Baywa auch viele Betriebsgebäude verkauft und zurückgemietet, hat halt auch viele Schulden, die Baywa.


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Vollmilch antwortet um 16-01-2018 09:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
Hallo!

Ein Unternehmer betreibt auf eigenes Risiko eine wirtschaftliche Tätigkeit.

LG Vollmilch

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einfacherbauer antwortet um 16-01-2018 09:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
@Xaver

Man kann es nicht besser beschreiben. Und a gscheider landwirtschaftlicher Unternehmer überschreibt zuerst alles seiner Gattin die nix investiert.

Die Schule grottenhof ist mM so die ziemlich wichtigste vorzeigelandwirtschaft die wir Bauern brauchen. An Wochenenden sind dort 100e Städter mit Kindern. Eine Schließung würde noch einmal wesentlich gegen die Landwirtschaft sein.

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179781 antwortet um 16-01-2018 12:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
Die richtige Reihenfolge wäre eigentlich zuerst investieren und dann Grund kaufen. Sinnvollerweise wäre nämlich der Zweck einer Investition, damit Geld zu verdienen (und zwar über einen Arbeitslohn hinaus).
Und dieses verdiente Geld kann man momentan kaum wo gewinnbringender anlegen, als in Grundstückskäufen.
.

Gottfried

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Peter06 antwortet um 16-01-2018 14:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
Also, Vollmilch,
irgendwas muss bei meinem Verständnis für Betriebswirtschaft wohl arg daneben liegen, denn ich war immer der Meinung, "Boden" ist ein Teil der Produktionsgrundlagen.
Ebenso war ich immer der Meinung, dass "Boden" nicht nach dem Verkehrswert zu bewerten ist; eine der Grundlagen in der landwirtschaftlichen Steuerberechnung, und mit Händen und Füssen verteidigtes Privileg.
Des weiteren habe ich immer Gefallen am "Ertragsgesetz" (vulgo abnehmender Ertragszuwachs) gefunden, weil man es so wunderbar beim "Boden" versteht, dass jeder weitere Zuwachs immer teurer erkauft werden muss, also unendliches Wachstum nicht möglich ist, und sich irgendwann ins Gegenteil verkehrt.
Stattdessen erklärst Du mir, dass es doch gar nichts ausmacht, ein paar Hektar zu veräussern, es lebt sich dann doch viel leichter.
Ich frage mich nur, warum meine Altvorderen nicht auf diese geniale Idee gekommen sind.
???

Was das ganze mit der landwirtschaftlichen Ausbildungsstätte zu tun hat?
Na, wäre es nicht Aufgabe jeder verantwortungsvollen Politik, so essentielle Dinge wie "Bildung" von vornherein mit genügend Budgetmittel auszustatten, so dass man nicht ständig privatisieren oder an die Substanz gehen muss, um auch einmal grössere Projekte zu finanzieren?


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kst antwortet um 16-01-2018 19:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
Peter 06, warum sollte die Stadtbevölkerung gegen die Erhaltung der ldw. Flächen sein?
Dass sie dafür sind sagt doch überhaupt nichts darüber aus , wie sie der Landwirtschaft gegenüberstehen.
Bei uns gibt es Einsprüche gegen Bauland, weil der der bereits dort ist mit seinem Haus dann keinen freien Blick mehr aus die Felder hat.
Das sind u.a. die Gründe warum sie für die Erhaltung sind. MfG.


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edswiss antwortet um 16-01-2018 19:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
find ich gut das die leute so abgestimmt haben, weil auf der einen seite wird immer von manchen leute gesagt, die bodenversiegelung wirkt sich negativ auf klima, unwetter etc. aus und dann stehen sie noch ein für einen verkauf der flächen??
desweiteren warum soll ma eine stall(mit kompost) bauen wenn ma eh an stall hat der adaptiert werden könnte....


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Gerhardd antwortet um 16-01-2018 22:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
Naja Peter, so ganz die einzig mögliche Schlußfolgerung ist die deinige aber wohl nicht.

Soweit ich das aus den Regionalnachrichten verstanden habe, war die Fragestellung, ob die Flächen der Verbauung preisgegeben werden sollen WENN der Erlös voll und ganz dem Ausbau der Landwirtschaftsschule zugute kommt.

Vor allem weil ich die Schule recht gut kenne und schätze hat mir die Zweckbindung des möglichen Erlöses gut gefallen.

Ich wage aber zu bezweifeln, dass die Befragung ohne diese Zweckbindung des Erlöses das gleiche Ergebniss gebracht hätte - oder die gleichen Abstimmungsberechtigten mobilisiert worden wären.

Weil weitere mögliche Schlußfolgerung: es wurden viele Gegner des Ausbaues der Landwirtschaftsschule mobilisiert .........

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Peter06 antwortet um 17-01-2018 08:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zuerst Grund verkaufen, dann investieren!
@Gerhardd:
Aus Deinen Ausführungen werde ich nicht ganz schlau, was genau Du daran nicht verstanden hast. Gerne habe ich für Dich den Text dieser Volksbefragung herausgesucht, er lautete:

"Möchten Sie, dass die Ackerfläche von Alt-Grottenhof zur Gänze als Freiland im Flächenwidmungsplan der Stadt Graz erhalten bleibt?"

96,5 % der Teilnehmer dieser (nicht bindenden) Abstimmung haben sich für den Erhalt ausgesprochen, aber nicht, weil sie den Ausbau der Schule verhindern wollen, sondern eher im Gegenteil, weil die Schule als der Garant für die Erhaltung dieser Freilandflächen bewertet wurde.

Mein Ansatz war nun, dass im Bildungsetat des Landes Steiermark eigentlich genügend Mittel vorhanden sein müssten, um diese Schule entsprechend den heutigen Anforderungen aufzustellen, ohne auf die Substanz zurückgreifen zu müssen.

Für den Bauern ist Grund und Boden die wichtigste Produktionsgrundlage, für eine Landwirtschaftsschule, wo künftige Bauern zukunftsfit ausgebildet werden sollten, ist es nach meiner altkonservativen Einstellung leider ein denkbar schlechtes Signal, wenn man eben diese Produktionsgrundlage Boden einfach mal so schnell auf den Markt wirft, damit Investitionen getätigt werden können.

Sämtliche Sicherungen reisst es mir aber "aussi", wenn diese verantwortlichen Politiker bei jeder Gelegenheit einen der am meisten vergewaltigten Begriffe verwenden, nämlich "Nachhaltigkeit"!

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