No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken

Antworten: 23
sabine.n1 14-01-2016 07:51 - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Hallo!
Ich bin nicht nur neu hier und alles, nur keine Landwirtin. Ich würde wahnsinnig gerne wenigstens landwirtschaftsnah arbeiten, aber mit meinem Alter und meiner Ausbildung nimmt mich da wohl niemand.....egal
Ich hab ein paar Videokonferenzen auf youtube aufgeschnappt, wo - überwiegend - US-Amerikaner über dieses System reden, als hätten sie den Stein der Weisen gefunden. Dort wurde auch über Versuchsfelder in Europa gesprochen und auf einer der Statistiken konnte man ziemlich deutlich sehen, das es aus einer Veröffentlichung einer deutschen Landwirtschaftskammer kopiert wurde, Leider nicht von welcher.
Ich hab ein paar Videos aus der Schweiz gefunden, dass war's dann.
Meine Frage: Macht das hier überhaupt jemand? Wenn ja, wie klappt es?
Ich bin neugierig, weil die Herrschaften dieses System nicht nur als den Retter der arg gebeutelten Landwirtschaftsbetriebe anpreisen, sondern auch als Lösung für so ziemlich alle Umweltprobleme. Unten zwei der vids aus USA
Wie gesagt, ich bin neu, ich hab keine Ahnung also seid lieb zu mir!

https://youtu.be/J_L5n4VnEXo
https://youtu.be/-z-r30mKP3c




schellniesel antwortet um 14-01-2016 08:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Ja die Schweizer sind in Europa da weit vorne was diese Art der ackerbewirtschaftungen angeht!
In Österreich ist das leider so weit fast unbekannt!

Von zwei Usern hier im Forum weiß ich das sie entweder no Till betreiben (mf7600) oder zumindest Strip Till (DJ111)

Ich würde mich daher eher an die wenden....

Ich bin noch mulchsaater ;-)

Mfg Andreas


Leo1982 antwortet um 14-01-2016 09:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Hier hab ich einen Link für dich. Ist ein motivierter Bastler, der seine eigenen Ideen umsetzt und die Maschine von Grund auf zu konstruieren versucht. Davon kannst du dir ein Bild machen wie es ca funktionieren könnte und es sind auch Rückschläge erklärt...

http://www.landtreff.de/der-strip-till-eigenbau-thread-t98752.html


payment antwortet um 14-01-2016 11:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
sabine, wie alt bist den??
wennst nicht zu alt bist, könnst landwirtschaftsnah arbeiten bei mir....
zum Thema, mußt googeln Dauerversuch oberackern, wöchentliche bilder von 6 Parzellen, also mir graust da schon manchmal, aber anscheinend bringens die immer wieder hin.....



Frizzanto antwortet um 14-01-2016 11:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Hallo Sabine
Eine Infoseite wäre www.Hakenpflug.com
Mache auch die Grundbodenbearbeitung wie dieser Betrieb seit einem Jahr.
Bis jetzt bin ich sehr zufrieden.
MfG
Frizzanto


Joe_D antwortet um 14-01-2016 15:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
dann sollte aber auch Turiel erwähnt werden, der schon ein paar Betriebe gerettet hat....
www.dammkultur.info


MF7600 antwortet um 14-01-2016 16:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
@sabine.n1

so wie schellniesel richtig beschrieben hat gibt es in österreich keine ahnung von diesem ackerbausystem. maximal eine handvoll betriebe in ganz österreich betreiben konsequent no till.

ich selbst mach das konsequent seit 5 jahren und kann sagen dass es zu 100% stimmt was in diesen videos erzählt wird. von dave brandt, gabe brown, ray archuleta, dan forgey, steve groff,... gibts gute, verständliche videos zu dem thema no till und begrünungsmischungen. rolf derpsch erklärt punkt für punkt wie die umstellung auch sicher gelingt.
in der schweiz gibt es auch einen über 20jährigen versuch mit direktsaat im vergleich zum pflug. detaillirt samt fotos zu den entwicklungsstadien im vergleich.
http://www.vol.be.ch/vol/de/index/landwirtschaft/landwirtschaft/bodenschutz/bodenzustand/dauerbeobachtungsflaecheoberacker.html

die gesamte entwicklung im europäischen ackerbau geht aber derzeit in die entgegengesetzte richtung. immer schwerere bodenbearbeitung, und immer mehr kosteneinsatz mit stagnierenden erträgen und immer mehr schädlingen und krankheiten, die mit noch mehr bodenbearbeitung und kostenaufwand bekämpft werden sollen.

hier im forum wirst du nicht viele vernünftige antworten zu dem thema bekommen.
den allermeisten landwirten ist dieses ackerbauverfahren absolut unbekannt.
mit no till ist hochertragreicher ackerbau mit geringstem kosteneinsatz möglich und das ökologischer als der biolandbau.







RL32227 antwortet um 14-01-2016 20:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Ich spiele mit dem Gedanken auf no-till umzusteigen. Kannst du mir ein gutes Forum zum Erfahrungsaustausch empfehlen?
Welche Direktsaatmaschine verwendest du?


sabine.n1 antwortet um 14-01-2016 21:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
@all:
Danke für die schnellen Antworten und die tollen Links.
Einige Sachen, die in den Videos erzählt wurden, konnte ich auch als Laie gut nachvollziehen. Z.B, das kleine Änderungen, die eigentlich sinnvoll erscheinen u.U. einen Rattenschwanz an Problemen verursachen und umgekehrt, dass kleine Änderungen, die auf den ersten Blick nicht wirklich Sinn machen, große Probleme beseitigen.
Ich hab vor Kurzem so 1500m² gepachtet, um meine Zwerghühner und vor allem die Hähne weit weg von prozess- freudigen Nachbarn unterzubringen. Da ich nicht auf Erträge oder so angewiesen bin, probier ich im Garten gerne mal was aus. Gerade die Gründüngersaaten gefallen mir ganz gut, weil sie a) schneller wachsen als die Hühner sie abfressen können und ich b) ich zusätzlich zum Chicken-Watching noch jede Menge Schmetterlinge und Bienen beobachten kann. Bisher hab ich die einfach immer in die Beete eingearbeitet oder gemäht und als Beschäftigungstherapie ins Zwergengehege getan. Damit sich die Tiere ja nicht langweilen, während ich arbeite. Zudem war die Erde, als ich das Grundstück übernommen hatte, praktisch Regenwurm-frei. Etwas was ich wahrscheinlich nur bemerkt habe, weil bei den Zwergen während des Freigangs bei jedem dann doch gefundenen Regenwurm sofort Streit ausbrach. Das war neu für mich, der alte Standort hatte einfach genügend Würmer für alle. Da wo ich wechselnde Mischungengründünger ausgesät habe, sind die Würmer mit am schnellsten wieder gekommen. Das fand ich schon bemerkenswert. Jeoch weiß ich schon, dass so ein Zwergenspielplatz was anderes ist, wie ein Betrieb. Daher kann ich die Hobbygärtner nicht verstehen, die auf ihren paar Quadratmetern oft mit Düngern und Spritzmitteln rumaasen, als würde ihr Leben davon abhängen, dass sie die dicksten Tomaten der ganzen Nachbarschaft ernten und dann auf die Bauern schimpfen, die im Winter ihren Stallmist auf Wiesen fahren. Wenn ich mir das Pflanzenschutz- und Düngerangebot im örtlichen Baumarkt angucke, beschleicht mich immer der Verdacht, dass in deutschen Hausgärten sehr viel mehr Wasser und Boden überdüngt wird, wie in Landwirtschaft. Schließlich müssen auch Baumärkte Ihren Umsatz pro m² mit spitzer Feder berechnen und wenn es niemand kaufen würde, stände es da nicht palettenweise rum. Naja, nur mein Gefühl.
Ich war auf die Videos gestoßen, weil ich nach einer umwelt- und rückenschonenden Lösung für meine einzigen Problemchen war: Kuhzungen und Wühlmäuse. Der Bauer nebenan spritz die Kuhzungen auf seiner Weide regelmäßig weg und der nächste Nachbar mit Wühlmausproblemen wirft regelmäßig Vergrämgas für unglaubliches Geld. Allerdings ohne ersichtliche Erfolge. Ich denk, er könnte genauso gut sein Geld verbrennen. Ich buddel einfach beides aus. Meine Zwerge sind entzückt, mein Rücken nicht immer.
Danke, nochmals.
Sabine (The crazy Chicken-Lady... 46, kaufm. Verwaltung, :-) )


MF7600 antwortet um 14-01-2016 22:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
@RL32227

die paar die in österreich no till machen kennen sich mehr oder weniger persönlich.
wenn du interesse am erfahrungsaustausch hast kannst du mir gern ein mail schreiben.


maegger antwortet um 14-01-2016 22:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Ich war auch immer total begeistern von diesem System und hab auch schon mit diversen Pflanzenbauberatern darüber gesprochen. Man trifft immer mehr und weniger überzeugte falls das Verfahren so funktionieren würde wie es dargestellt ist wird es auch nicht mehr lange Dauern und wir haben eine solche Produktion Flächendeckend. Wer düngt, spritzt, ackert schon wenn man ohne besser dran ist ? In Endeffekt klingt es so wie einmal Ackerbau aber bitte ohne Kosten (nur Saatgut und Sähen) und natürlich Bio =) wo bleibt da der Haken ?

Was ich an diesem Thema jedoch am meisten Gefällt ist das sich diese Leute nicht mit der Agrartechnik sonder hauptsächlich mit den Pflanzen und dem Boden beschäftigen. Man sieht immer jede Menge Fotos von Maschinen, aber an Fotos von Pflanzenbeständen, Böden usw. über was sich ein Landwirt wirklich definieren kann, hat kaum jemand Interesse bzw. können auch die meisten damit gar nichts Anfangen.

Auch bin ich mir sicher das es extrem viele Landwirte gibt welche sich für solche Produktionsweisen interessieren auch hier in Österreich.

Leider hatte ich dieses mal nicht die Zeit mir die Videos anzusehen jedoch hab ich mir diese vor längerer Zeit mal angesehen.

Interessant wären die Erträge von seinen 1000ha Acker sind nur 800 pro Jahr in der Produktion und liefern dabei Erträge von 5000kg/ha Mais ? ohne Bioförderung und Vermarkung zu Biopreisen ein eher schwieriges unterfangen. Auch sein Vergleich zu den schlechten Betrieben stört mich es gibt ja auch Betriebe die Konventionell sehr gut Arbeiten. Ein guter Bekannter von mir produziert in Kanada auf 300ha über 17to/ha Körnermais und hat dabei in 30 Jahren die organische Masse im Boden von 1,7 auf 7,2 angehoben(Alles wird gepflügt).

Interessant ist das Video allemal, den Input einfach kopieren und das Mögliche umsetzten, denn Bausteine davon haben in jeder Art der Produktion platz und sei es nur im Kopf des Bewirtschafters das es auch Alternativen gibt.


2009 antwortet um 14-01-2016 22:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Hallo
sabine.n1 ......das passt schon wie du´s machst und deine Gedankengänge.

Betrachte das folgende höchstens als Konsumenteninformation und als kleines, schon Jahre andauerndes Spiel :-)

Ja, auch ich als Biobauer bin kein Freund von Spritzmittel und Kunstdünger.
Aber du solltest vielleicht wissen das "no Till" genauso funktioniert wie dein Vergleich mit den Tomaten. Also ist Biolandbau ,der Ebenfalls mit Gründüngung arbeitet viel ökologischer als konventionelles "no Till" . Wir zupfen
auch gelegentlich und Kuhmist ist bei uns ebenfalls keine Seltenheit.

schöne Grüße ........auch an MF7600

2009

Ps. MF7600 .........diese Schweizer müssen echte Stümper sein ..........was und wieviel die Spritzen müssen im Gegensatz zu dir !..........aber jeder wie er will :-)


Joe_D antwortet um 15-01-2016 07:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
es findet übrigens Anfang Februar jeweils in Niederösterreich und in Oberösterreich ein Ganztagesseminar mit Julian Turiel statt...
www.dammkultur. info


MF7600 antwortet um 15-01-2016 08:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
@maegger
beziehst du dich auf gabe brown?
ich denke der hat 3000ha davon ca. 1000ha ackerland und macht im schnitt 8t mais im trockengebiet von north dakota ohne handelsdünger und minimalem herbizidaufwand.
die organische masse hat er von ca. 1,7 auf bis zu 11% erhöht.
gibt auch ein video wo er von seinen gesamtkosten spricht- höchst profitabel.

in den letzten beiden jahren wurden die maisrekorderträge von direktsaat und strip till betrieben aufgestellt und lagen bei ca. 29 und 33,5t trockenmais, aso funktionieren damit auch höchsterträge.

ja natürlich können auch pflugbetriebe mit ausgewogener düngung, optimalen einsatzzeiten... organische substanz erhöhen, doch nicht erosionsfrei, kostenminimiert und bodendiversität erhöhend, weil eben die mulchschicht auf der oberfläche nicht da ist.

@2009
mein herbizidaufwand ist mit den schweizer versuchen zu vergleichen. düngung ebenfalls.
was soll beim biobau ökologisch daran sein im boden mit geringer arbeitsbereite zigfach rumzuwühlen? und wegen nährstoffmangel im schnitt nicht mal die halben erträge zu erwirtschaften?
natürlich gibt es auch bemühungen im biolandbau diese misstände( aus marketinggründen selbstauferlegten begrenzungen) auszubügeln, doch noch gibts dafür keine greifenden lösungen. seichte minimalbodenbearbeitung mit üppiger zwischenfruchtauflage scheitert im biolandbau regelmässig an den entstehenden schmierschichten und verdichtungen durch oftmalige bearbeitung mit schmaler arbeitsbreite- weil eben die bodenfeuchte höher ist.

die schlechten bioerträge aufgrund von nährstoffmangel sollen ja jetzt vermehrt durch bessere düngung gesteigert werden, man entdeckt die bodenuntersuchung und den ausgleich der nährstoffmängel durch handelsdünger.

dammkultur ist das komplette gegenteil von no till.

dammkultur
https://www.youtube.com/watch?v=3Ai7pqjt4Xs

zum vergleich no till
https://www.youtube.com/watch?v=nWXCLVCJWTU







sabine.n1 antwortet um 15-01-2016 10:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Also so wie ich das verstanden habe, sind die Vorreiter in diesem Bereich alles Leute aus konventionelle Betriebe, die halt wahnsinnige Probleme mit Erosion und Trockenheit hatten. Jahrzehntelang Soja und Mais im Wechsel auf gigantischen
Flächen, war da wohl nicht so hilfreich für den Boden. Auf der anderen Seite konnte man es sich wohl auch nicht leisten, einfach was Grünes auszusähen, wenn es nicht direkt positive Effekte auf die Produktion hatte. Das Mob Grazing oder die intensivbeweidung kam wohl auch ursprünglich als preisgünstige Alternative zum Abschleppen oder tot Spritzen der Gründüngung dazu. Der einzige Grund warum man zu den Rindern auch Ziegen ausprobiert, ist wohl das der Markt für Ziegenfleisch in Amerika boomt und Hühner werden wohl auch nur angschlossen, um Fliegenvermehrung zu vermeiden und weil man die Eier für unglaubliches Geld vor Ort loswerden kann ohne zusätzlich groß zu investieren. Da wird dann einfach ein alter Hänger umgebaut und gehofft, dass die Ziegen und Rinder drumherum keinen Fuchs zu den Hühnern durch lassen.
Wirtschaftlich macht für mich Diversität immer Sinn, da wenn ein Produkt
Absatzschwierigkeiten hat oder gar ganz ausfällt, man noch was in der Hinterhand hat. Wenn das Hauptprodukt gut läuft, ist - so der Aufwand sich in Grenzen hält - zusätzlicher Verdienst auch nicht schlecht. Zudem bin ich mir sicher, dass das was meine Hühnchen unter sich fallen lassen, besser ist als alles was der Baumarkt als Dünger oder Bodenverbesserer anbietet. Leute, die in ihren Gärten mit Hühnertraktoren ihre Beete bearbeiten, sparen sich oft nicht nur die Feinbearbeitung und das Unkrautzupfen, sondern auch den Dünger. Gerade ruhigere Standardrassen, wie Bielefelder, Rhode Island Red, Jersey Giants oder Produktionshybriden, lassen sich wohl gerne auf den begrenzten Platz im Traktor ein. Für nervösere Rassen ist sowas aber wohl ein Rezept für Disaster. Aber auch bei anderen Haltungssystemen muss man halt die Rassen finden, die das mit sich machen lassen. Was ja der Grund ist, warum viele früher recht gängige Hühnerrassen auf dem absteigenden Ast sind, auch Hobbyhalter entscheiden sich meist für Tiere, die ruhiger und legefreudiger sind. Rassen mit extremen Ansprüchen an Auslauf und Stallfläche wie es bei vielen alten Landrassen der Fall ist, haben es auch bei Hobbyzüchtern schwer. Auch wenn sie besser mit Raubvögeln klar kommen und nur die Hälfte an Zufütterung brauchen.
Auch halte ich diese "Bearbeitungsform" für große Flächen für ziemlich schwer umzusetzen, im wahrsten Sinne, auch wenn es bei Selbstversorgern und im Micro-Farming schon recht häufig anzutreffen ist und ich auch schon große mobile Ställe für die kommerzielle Haltung gesehen habe.
Aber, wenn man robuste, kleinere Rinderrassen mit dem System ohne große Stallungen das ganze Jahr über gut versorgt bekommt. Warum nicht den Gründünger beweiden und zusätzlich noch was mit dem Fleisch verdienen?
Fiffig ist auch, das die ihre eigenen Lable vermarkten.


sabine.n1 antwortet um 15-01-2016 11:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Also so wie ich das verstanden habe, sind die Vorreiter in diesem Bereich alles Leute aus konventionelle Betriebe, die halt wahnsinnige Probleme mit Erosion und Trockenheit hatten. Jahrzehntelang Soja und Mais im Wechsel auf gigantischen
Flächen, war da wohl nicht so hilfreich für den Boden. Auf der anderen Seite konnte man es sich wohl auch nicht leisten, einfach was Grünes auszusähen, wenn es nicht direkt positive Effekte auf die Produktion hatte. Das Mob Grazing oder die intensivbeweidung kam wohl auch ursprünglich als preisgünstige Alternative zum Abschleppen oder tot Spritzen der Gründüngung dazu. Der einzige Grund warum man zu den Rindern auch Ziegen ausprobiert, ist wohl das der Markt für Ziegenfleisch in Amerika boomt und Hühner werden wohl auch nur angschlossen, um Fliegenvermehrung zu vermeiden und weil man die Eier für unglaubliches Geld vor Ort loswerden kann ohne zusätzlich groß zu investieren. Da wird dann einfach ein alter Hänger umgebaut und gehofft, dass die Ziegen und Rinder drumherum keinen Fuchs zu den Hühnern durch lassen.
Wirtschaftlich macht für mich Diversität immer Sinn, da wenn ein Produkt
Absatzschwierigkeiten hat oder gar ganz ausfällt, man noch was in der Hinterhand hat. Wenn das Hauptprodukt gut läuft, ist - so der Aufwand sich in Grenzen hält - zusätzlicher Verdienst auch nicht schlecht. Zudem bin ich mir sicher, dass das was meine Hühnchen unter sich fallen lassen, besser ist als alles was der Baumarkt als Dünger oder Bodenverbesserer anbietet. Leute, die in ihren Gärten mit Hühnertraktoren ihre Beete bearbeiten, sparen sich oft nicht nur die Feinbearbeitung und das Unkrautzupfen, sondern auch den Dünger. Gerade ruhigere Standardrassen, wie Bielefelder, Rhode Island Red, Jersey Giants oder Produktionshybriden, lassen sich wohl gerne auf den begrenzten Platz im Traktor ein. Für nervösere Rassen ist sowas aber wohl ein Rezept für Disaster. Aber auch bei anderen Haltungssystemen muss man halt die Rassen finden, die das mit sich machen lassen. Was ja der Grund ist, warum viele früher recht gängige Hühnerrassen auf dem absteigenden Ast sind, auch Hobbyhalter entscheiden sich meist für Tiere, die ruhiger und legefreudiger sind. Rassen mit extremen Ansprüchen an Auslauf und Stallfläche wie es bei vielen alten Landrassen der Fall ist, haben es auch bei Hobbyzüchtern schwer. Auch wenn sie besser mit Raubvögeln klar kommen und nur die Hälfte an Zufütterung brauchen.
Auch halte ich diese "Bearbeitungsform" für große Flächen für ziemlich schwer umzusetzen, im wahrsten Sinne, auch wenn es bei Selbstversorgern und im Micro-Farming schon recht häufig anzutreffen ist und ich auch schon große mobile Ställe für die kommerzielle Haltung gesehen habe.
Aber, wenn man robuste, kleinere Rinderrassen mit dem System ohne große Stallungen das ganze Jahr über gut versorgt bekommt. Warum nicht den Gründünger beweiden und zusätzlich noch was mit dem Fleisch verdienen?
Fiffig ist auch, das die ihre eigenen Lable vermarkten.


sabine.n1 antwortet um 15-01-2016 12:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User




sabine.n1 antwortet um 15-01-2016 12:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User

Sorry, Leute, irgendwie.... kann man mehrfach Beiträge löschen?


2009 antwortet um 16-01-2016 19:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Geh MF7600
Das dein Blutdruck immer gleich so ansteigt..........echt spaßig das du nie dazulernst ........einen harmlosen Konter kann mann auch mit Humor nehmen !!

Zu deiner Beruhigung , ich gestehe dir mehr ackerbauliches wissen zu ,als es meine Wenigkeit besitzt. Dafür kann ich anscheinend besser Texte verstehen als du und vor allem merke ich mir ältere Wortmeldungen und geschriebenes ganz gut . Wo bitte hast du heraus gelesen das ich deine absolut un um stößliche "Religion" ,
das einzig Ware "No Till" als schlecht empfinde um daraus gleich wieder eine Grundsatzdiskussion zu machen .
TU ICH NÄMLICH NICHT !!!...eigentlich sehr interessant.

Nur .........jedes System hat sein für und wieder........perfekt gibts nicht......passt überall und für jede Kultur gibts nicht ........kann und will jeder machen gibts nicht ..........es gelingt immer gibts nicht ........und und und

schöne Grüße 2009









sabine.n1 antwortet um 16-01-2016 21:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Ich frag mich gerade, ob es in den ersten Jahren nicht u.U. in unserem Klima Gefahr läuft eine Schneckenzuchtanlage zu werden. Mulchen ist ja Mega-IN bei Hobbygärtners und ich bin da eher außen vor. Ich lege daher Mulch dort aus, wo ich möchte, dass die Hühner intensiver scharren. Aber ich bin vor zwei Jahren in einem Garten von Bekannten gestanden, da sah es aus wie in einem Horror-Film .... Angriff der Nacktschnecken, oder so. Ich habe noch nie solche Massen an ausgewachsener, wirklich großer Nacktschnecken gesehen.
Wie sah das bei Dir aus MF7600, gab's da auch solche Nebeneffekte?


MF7600 antwortet um 17-01-2016 12:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
@2009
da hast du mich falsch verstanden. ich hab versucht eine ehrliche fachliche antwort zu geben.
ja auch ich hab geglaubt dass du dieses thema interessant findest und glaub nicht dass du es schlecht findest.

no till ist nicht das einzig wahre und auch keinerlei religion, sondern eine form des ackerbaus. muss sich jeder selbst informieren, ob es einem passt oder nicht.
bio gehts z.b. noch nicht langjährig. obwohl es interessante versuche in brasilien gibt.

@sabine
ja schnecken können zum problem werden. vor 2 jahren hatten wir und auch ein anderer direktsäer massive ausfälle bei den rüben durch schneckenfraß.
ein paar tage nicht kontrolliert und weg waren die rüben. war aber ein einmaliges ereignis.
in solchen extremfällen hilft nur schneckenkorn. es gibt auch verschiedene begrünungspflanzen die die schnecken nicht mögen. ich probier da einige sachen auch aus.








sabine.n1 antwortet um 17-01-2016 21:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
@MF7600
Also, was ich so an Zeigerpflanzen auf dem Grundstück habe, hat der Boden viel zu viel Stickstoff. Neben stumpfblättrigen Ampfer finde ich regelmäßig, Kratzdisteln, Knoblauchrauke, Schwarzen Nachtschatten, weißen Gänsefuß und - letztes Jahr war wohl eine Ausnahme- Butterblumen und Schachtelhalm, mir sagt, dass ich Staunässe habe, auch wenn der Boden oberflächlich recht trocken ausschaut.
Ich hatte eigentlich vor möglichst viel Buchweizen nächstes Jahr auszusäen und dann eben nicht liegen zu lassen oder einzuarbeiten. Jetzt denke ich darüber nach wenigstens einen Teil liegen zu lassen und Rübchen zu setzen, vielleicht auch mal den japanischen Rettich auszuprobieren. Mit Rettich hab ich so gar keine Erfahrungen, weil ich den nicht mag und - im Gegensatz zu Rüben- ich noch nicht mals die Blätter bei den Zwergen los werden kann. Aber wenn der wirklich so superlange Wurzeln bildet, ist es einen Versuch wert.


2009 antwortet um 18-01-2016 19:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
Hallo MF7600
Das hört sich jetzt schon besser an :-)

Aber im ernst .......ich brauche nicht nach Brasilien schauen.......anderer Kontinent , andere Vegetation, Saatgut Sorten ,Boden , Klima , Unkräuter, Schädlinge ........und und .
Das einzige was ich von dort übernehmen kann ist die Überlegung, ob dies was dort eventuell gelingt, auch in Österreich Anwendung finden kann.

Dann muss sich noch jemand dafür "hergeben" dies um zusetzten.....pflanzenbauliche Rückschläge dürfen dabei kein großes Problem sein und das "Gelächter" der Berufskollegen über diese Spinnerei muß auf der einen Seite rein und auf der anderen rausgehen.......wies halt so ist bei Bio.

Wenn man will, findet man eine Menge betriebliche Informationen über Minimalbodenbearbeitung und Direktsaat im Biobereich .......Betriebe die vor 20 Jahren Spinner waren und ihr Durchhaltevermögen und das Ergebnis heute so manchen zum grübeln bringt.

Es funktioniert nichts von heute auf morgen......aber Zeit ist teuer .........und da nehme ich mich nicht aus .........und obwohl man weis das so manches nicht optimal ist , greift man zurück auf bewährtes und einfacheres .Wie zum beispiel Pflug oder dein etwas übertrieben formuliertes "umrühren" oder bei dir dein "Pflanzenschutz"......oh graus ;-)

schöne Grüße 2009


MF7600 antwortet um 19-01-2016 12:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
No Till, wirtschaften ohne Pflug mit artenreichen Gründüngerdecken
@sabine
dann nutze den stickstoff zur produktion von organischer sunstanz und humusbildung.
ph wert vom boden kontrollieren.

@2009
dein erster absatz ist ja schon ein widerspruch. typische herumeierei bei uns.
die ganzen biominimalbodenbearbeitungsberater haben ihre anregungen aus südamerika.

gelächter, spott und neid ist nichts bio oder sonstwie spezifisches. man muss auf seinen eigenen betrieb achten und entwickeln. auf seine eigenen fähigkeiten und wissen vertrauen.

ja es gibt durchaus pioniere in sachen minimalbodenbearbeitung im biobereich, ein gewisses level des kann aber durch die regelmässige bodenbearbeitung nicht überschritten werden. wie gesagt das hat nichts mit religion oder dem einzig wahren zu tun sondern ökologisch und ökonomischer optimierung des ackerbaues.
selbstauferlegte regeln aus marketinggründen im biolandbau verhindern diese optimierung.






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