Widersprüchliche Agrarpolitik

Antworten: 15
georg.s(x7e60) 04-07-2017 11:16 - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Hier ein Leserbrief den ich heute an ein paar Zeitungen in Salzburg geschickt habe:




Widersprüchliche ÖVP-Agrarpolitik

Eine Mehrheit, nämlich 363 Abgeordnete des EU-Parlaments hat Mitte Juni für den Vorschlag der EU-Kommission gestimmt ab nächstem Jahr chemischen Pflanzenschutz auf ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des „Greenings“ zu verbieten. Der Blick der Befürworterinnen und Befürworter dieses Verbots richtet sich auch auf die geplanten Vereinfachungen. Ab ersten Jänner 2018 dürfen endlich Gemenge, also Saatmischungen von Stickstoffbindenden Pflanzen (Klee- und Luzernegras oder auch großkörnige Leguminosen) mit Getreide wie zum Beispiel Hafer – Erbsen oder Bohnen – Weizen, eingesetzt werden. Außerdem fällt für Zwischenfrüchte der feste Aussaattermin. Die zwei Grünen EU-Abgeordneten Martin Häusling und Maria Heubuch brachten die Pro-Argumente auf den Punkt. Gerade in Zeiten, in denen das Agrarbudget stärker politisch hinterfragt werde, müsse man die Gelder verstärkt in eine Ökologisierung stecken. Ansonsten verliere die Agrarpolitik die Legitimität.

Einen total gegensätzlichen Standpunkt vertrat die neue ÖVP Generalsekretärin und EU Parlamentsabgeordnete Elisabeth Köstinger. Ihre Aussage: „Das Vereinfachungspaket für ökologische Vorrangflächen ist eine Mogelpackung. Damit werde der enorm wichtige Anbau von Eiweißpflanzen wie Sojabohnen, Bohnen, Erbsen und Linsen unmöglich gemacht.“

Für mich als Biobotschafter und Salzburger Landessprecher der Grünen Bäuerinnen und Bauern tritt mit dieser Argumentation von Elisabeth Köstinger die Widersprüchlichkeit der ÖVP-Agrarpolitik zu Tage. Einerseits wird in allen Sonntagsreden stolz verkündet, dass Österreich EU-weit den höchsten Bioanteil hat. Andererseits wird behauptet, dass ohne chemischen Pflanzenschutz im Ackerbau keine Eiweißpflanzen angebaut werden können. Deshalb schlage ich abschließend vor, das praktizierende Bioackerbauern und -bäuerinnen den maßgeblichen ÖVP-AgrarpolitikerInnen in einer Vorführung beweisen, dass durch den Einsatz mechanischen Unkrautbekämpfungsgerätes „Striegel“ ein agrarchemiefreier Anbau von Eiweißpflanzen sehr wohl möglich ist!!

PS: Auch viele konventionelle Ackerbauern nutzen die Vorteile des Striegels.



manu antwortet um 05-07-2017 10:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Der Wahlkampf hat begonnen, die Betroffenen hat man wie immer nicht gefragt. Bei Landwirtschaftliche Produkten die importiert werden fragt kein Mensch wie die produziert werden. Bei uns wird jedoch der Auflagendruck immer höher. Und so wird das Bauernsterben weitergehen wenn dauernd über unserem Kopf entschieden wird.



JD 6120 antwortet um 05-07-2017 17:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Die agrarpolitik ist insgesamt sehr widersprüchlich auch die der grünen. Ihr setzt euch für ökologisierung ein was ja sehr lobenswert ist andererseits spielt ihr damit zb beim soja denen in die hände die in südamerika unkontrolliert regenwald abholzen. Denn eines ist klar der europàische sojaanbau wird damit nicht gefördert. In der tierhaltung das gleiche. Die grünen betonen immer wie sehr sie sich für die kleinen betriebe einsetzen fordern aber gleichzeitig immer strengere tierhaltevorschriften die genau diese betriebe vor allem aus finanziellen gründen nicht erfüllen können. Ich schlage deshalb vor du schleichst dich aus diesem forum u betreibst woanders wahlwerbung oder soll ich besser sagen märchenstunde.



StupBer antwortet um 07-07-2017 11:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Lieber Georg.s

wenn Du es schaffst meine Sojaflächen um knapp €100,00 je ha bis zum Reihenschluss unkrautfrei zu halten, dann darf man von mir aus den chemischen Pflanzenschutz auf ÖVF ruhig verbieten.

Stelle dir gerne im nächsten Frühjahr 2 -3 ha in der Oststeiermark (Mais, Kürbis und Sorghumfruchtfolge) für eine Striegelvorführung zur Verfügung.


einfacherbauer antwortet um 07-07-2017 15:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
ein weiterer kleiner rückschritt mit wahrscheinlich riesigen auswirkungen für die kommenden jahre.


pepesmeinung antwortet um 08-07-2017 08:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Aus meiner Sicht bleibt für die Agrarpolitik weiterhin die ÖVP zuständig.
Die Grünen haben keine Agrarpolitik, sie verfolgen ausschließlich eine "naturorientierte Politik". Agrarprodukte fallen bei dieser Sichtweise als Nebenprodukt an. Versorgungssicherheit ist aufgrund der Überproduktion eine Nebensache.
Erst ein entsprechender Mangel an Agrarprodukten entlarvt dieses System.


mfj antwortet um 08-07-2017 09:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik

Tja Georg Sams, du vertrittst ja auch nur „Deinen Futtertrog“ – alle anderen Tröge sind dir egal.

Mal abgesehen von deiner „unfachlichen Expertise“ – bist du weder ein Vordenker noch ein Botschafter für irgendwas.
Deine selbsternannten Funktionen sind eigennützig und höchst eigennützig für dein angebliches Klientel.

Das Bio-Vaterunser ist ein künstliches Gebilde - aufgebaut - auf nicht gerechtfertigten Subventionen , ein unwahres und beschönigtes G´schichtel – dass sein Ende sofort findet, wenn die Steuergelder mal wieder vernünftig eingesetzt werden.

Die Grünen sind keine Bauernfreunde sondern Bauernhetzer…so viel zu eurer „sauberen“ Agrarpolitik.




mittermuehl antwortet um 09-07-2017 13:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Ich möchte nicht wissen wer bei Einstellung der Förderung blöder aus der Wäsche schauen wird. Bio läßt sich einfach besser vermarkten. Ich als Biobetrieb könnte zur not schon jetzt auf Förderungen verzichten. Wäre halt alles viel schwerer.

Und nicht vergessen das bis vor 100 jahren alles Bio war. Die letzten 5000 Jahre. Und in den 100 Jahren haben wir doch so ein paar blöde Fehlgriffe gemacht. DDT galt lange als Unbedenlich. Grundwasser war auch schon mal besser.

Ich würde die Biologen nicht ganz links liegen lassen. Das Lagerhaus weiß auch nicht alles.

Politsch sind die Bauern mitlerweile unwichtig. 2%. Die Randgruppen der Veganer, türkischen Zuwandere, gleichgeschlechtlichen Paare, usw. sind größer. Sollte Herr Kurz Kanzler werden, so ist der Bauernbund politisch gesehen Geschicht. Sollte er die Wahl verlieren so werden die Bünde wieder ihre Macht einfordern.

Bauern haben keine Lobby mehr. Bauern müssen lernen zu wirtschaften wie andere Unternehmen. Bauern müssen ihr Bild in der Öffentlichkeit verbessern.



thomas.t3 antwortet um 09-07-2017 14:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Wir werden ja sehen was kommt, bin schon sehr gespannt auf die Jahre nach 2020..


mittermuehl antwortet um 09-07-2017 14:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
@thomas.t3 Das sehe ich auch so. 2020 wird alles anders. Bis dahin wird der Brexit auch durch sein. Die EU wird viel weniger Geld haben. Herr Kurz wirbt damit das man bei den Ausgaben sparen wird. Und das bedeute weniger Förderungen.

Die Agrarförderungen sind sicher die unbeliebteste bei der breiten Bevölkerung. Da müßte man gehörig Aufklärung betreiben.

Langfristig aber wird jeder Landwirt sich überlegen müssen ob er nicht auch ohne Förderungen arbeiten könnte.


tiroler antwortet um 09-07-2017 16:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Hallo!
Seid Ihr schon der Meinung dass der Kurz gewinnt?
Heute in der Krone 1oo Tage vor der Wahl sind nur
mehr 3% Unterschied zwischen Rot und Schwarz.
Wann jetzt der Pilz auch noch eine Eigene Liste macht,
dann gute Nacht.
m.M. Heinz


rotfeder antwortet um 09-07-2017 16:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Hallo!
Ich denke nicht, das die Agrarförderungen die unbeliebtesten bei der Bevölkerung sind.
Es stellt sich nur so dar, das sie bei den Bauern unbeliebt sind. Viele Bauern möchten ganz ohne Zuschüsse leben, und hohe Produktpreise, die aber bei offenem Welthandel unrealistisch sind.
Die Zuschüsse zu Banken, Fluglinien , Bahnlinien usw. sind genauso unbeliebt, doch die Empfänger stellen sie als notwendig dar, und nicht wie in Der Landwirtschaft, das es eh ohne besser wäre, und die guten Bauern sowieso in Geld schwimmen.
Und wenn der EZB Chef Draghi im Monat 60 Milliarden dem Bankensektor mit Gewalt hineindrückt, da spielen ein paar Milliarden für die Bauern auch keine Rolle.
Geld ist nicht knapp in der Eu oder im Staat, es wird uns nur so eingeredet.


mittermuehl antwortet um 09-07-2017 18:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
@rotfeder Glaube mir. Die Agrarförderungen sind besonders unbeliebt. Liegt an der Struktur. Man kann ja im www einach nachsehen was wer so ca. bekommt. Geht an einzelne Personen. Die Bankenförderung ist Abstrakt. Macht keinen Sinn - ist aber so. Bahnförderung ist allen recht. Wollen ja Zugfahren. Das die Förderungen die Lebensmittel besser und billiger machen versteht ja keiner. Die Leute ärgern sich nur wenn sie mit ihrem Fahrrad nicht auf den Forstwegen fahren dürfen - obwohl sie die mit ihren Steuern mitbezahlt haben.

Das Image der Landwirte ist bei der Stadtbevölkerung sehr schlecht. Die machen schon mal 1/3 der Österreicher aus. Das heist aber nicht das 2/3 Landmenschen sind. Weil auch die Dörfer verstädtern. Die meisten Bauern aber leben in ihren ländlichen Blasen und Echokammern. Sie bekommen gar nicht mit wie unbeliebt sie sind. Da bedarf es einer großen Öffentlichkeitsarbeit.


mfj antwortet um 10-07-2017 09:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik

Wenn landw. Förderungen gleichmäßig fallen, wird die BIO-HYPE ein jähes Ende finde, lieber mittermühl.
In meiner Region sind sicher über die Hälfte der Biobetriebe nur wegen der "höheren Förderung" in die Biolandwirtschaft eingestiegen.
Von was träumst du eigentlich nachts, mittermühl - wenn du tagsüber solche Annahmen von dir gibst ?






thomas.t3 antwortet um 10-07-2017 13:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
Man könnte auch Handelsdünger und Spritzmitteleinsatz gleichmäßig schön langsam zurückdrängen. Damit der Konvi-überproduktions-hype ein Ende hat und die Preise mal wieder steigen.
Dann brauchst auch nicht so von Neid geplagte Hetze betreiben.


mittermuehl antwortet um 10-07-2017 21:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Widersprüchliche Agrarpolitik
@mfj Danke der Nachfrage. Aber meinst du nicht daß das etwas zu privat wird. Auf jeden Fall wünsche ich dir einen erholsamen Schlaf und schöne Träume.

Zur Zukunft von Bio. Ich glaube das Bio und Konventionell wieder zusammenlaufen werden. Konventionell wird deutlich härtere Auflagen bekommen. Der Wählerwille will einfach weniger Spriztmittel und Kunstdünger. Vörderungen werden mehr in den Biobereich gehen. Wenn dann die erste Verknappung zu spüren sein wird, werden die Auflagen für Bio gelockert. Und dann werden Bio und Konvetionell wieder eins sein. Sowas sehe ich in meinen Tagträumen für die weitere Zukunft.


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