Landwirtschaft der Eltern

Antworten: 14
AnitaTheres 08-06-2013 16:33 - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Hallo,
mein Vater betreibt Hauptberuflich die Landwirtschaft, geht jedoch dieses Jahr in Pension. Da stellt sich natürlich die Frage wie es weiter geht. In einem Punkt sind wir uns einig, es sollte in der Familie bleiben, jedoch hat keine von uns eine Ausbildung in diese Richtung. Interesse ist bei meiner Schwester wie auch bei mir da, mitgearbeitet haben wir immer wieder aber das ist mit einer grundlegenden Ausbildung nicht zu vergleichen. Daher meine Fragen, vielleicht kann mir ja jemand von euch weiter helfen. Ich bräuchte Infos bezüglich einer nebenberuflichen Ausbildung, rechtlicher Hintergrund bei der Pachtung, rechtlicher Hintergrund bezüglich Nebenerwerbstätigkeit.

Vielen Dank schon mal! LG


Alfamen antwortet um 08-06-2013 16:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Servus von wo kommst denn? Deutschland-Schweitz Österreich,wird nicht überall gleich sein,
Bin in Ähnlicher Lage:-)


AnitaTheres antwortet um 08-06-2013 17:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Niederösterreich! :-)




Schiagei antwortet um 08-06-2013 17:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Ich würde dir ganz stark die Landwirtschaftskammer empfehlen. Die haben auch die Programme vom LFI und können dir da sicher weiterhelfen.

Lg Schiagei


Christoph38 antwortet um 08-06-2013 17:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
an erster Stelle würde ich raten, dich mit dem Betrieb des Vaters zu den Fakten zu beschäftigen

in rechtlicher Hinsicht gibt es keine Probleme einen Betrieb zu pachten oder im Nebenerwerb zu führen
du wirst im Prinzip mit den Kosten rechnen müssen, die auch dein Vater hat

Kurs beim LFI wäre zu empfehlen


AnitaTheres antwortet um 08-06-2013 19:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Vielen Dank für die Antworten! :-)
Einen Termin bei der Landwirtschaftskammer werde ich mir auf jeden Fall vereinbaren.
Weiß jemand von euch, wie das mit der Nebenerwerbstätigkeit ist wenn man einen Vollzeit Job hat? Ich meine bezüglich Abgaben usw.
Von LFI hab ich mir auch schon einige Infos geholt, weiß aber nicht ob ich das richtig verstanden hab, dass für eine nebenberufliche Ausbildung Berufserfahrung notwendig ist!?
LG


Obersteirer antwortet um 08-06-2013 19:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
@Anita Theres Hallo Grundsätzlich brauchst du gar keine Ausbildung um den Hof zu übernehmen anders sieht es aus wenn du die Jungbauernförderung beantragen willst hier gilt nicht älter als 40zig land -forst oder hauswirtschaftlicher Facharbeiter.Für die volle Förderung von 12000 euro muss auf deinen Hof auch mindestens 2000 Ak Stuinden anfallen genau erklärts dir dein Berater aus der Bauernkammer.Wenn du einen Hauptberuf hast wäre eventuell eine Grundlagenoptierung zu machen um bei der Krankenkasse zu sparen genaueres auch hier vom LK Berater ansonsten erwarten dich die gleichen Kosten wie deinen Vater und es ist nicht wenig spreche aus Erfahrung habe vor 1,5 Jahren übernommen Übergabevertrag inkl.aller Kosten knapp 5000 Euro kommt aber ein bisschen auf die Hofgrösse an . Facharbeiterkurse gibts in 6 Wochen version zum nachmachen ,habe selbst den Forstwirtschaftlichen in Pichl nachgemacht. Gruss Obersteirer


hannesauskaernten antwortet um 08-06-2013 19:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Hallo AnitaTheres,

war vor ca 5 Jahren in der (fast) gleichen Situation wie du...ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit meine Erfahrungen (soweit ich mich erinnere ;) ):
Bei Übergabe: Damals gabs die Niederlassungsprämie für Junglandwirte, keine Ahnung obs die heute noch gibt, dafür brauchte man Berufserfahrung oder einen Nachweis dass man schon mehrere Jahre mitgearbeitet hat am Betrieb (bzw dort aufgewachsen ist ;) ) bzw. den Landwirtschaftlichen Facharbeiter.
Facharbeiter Ausbildung kostet ca 800 EUR und ist sehr empfehlenswert, dort lernt man eigentlich recht interessante Dinge quer durch die Bank, sprich Forst, Acker, Grünland, Vieh, ... . Kann bei landwirtschaftl. Fachschulen i.d.R. auch berufsbegleitend gemacht werden. Sonst eben LFI - Kurse nach Bedarf :) Unbezahlbar ist natürlich die Erfahrung des Übergebers / Verpächters / ... .
Wegen der verlangten Berufserfahrung für div. Ausbildungen würd ich mir nicht allzuviele Sorgen machen, wenn du dort immer mitgearbeitet hast würd ich mir das von diversen Stellen (z.b. Gemeinde, Eltern, Nachbarn oder so) einfach formlos bestätigen lassen.
Nebenerwerb und Vollzeitjob sollte bez. Abgaben eigentlich kein Problem sein, du unterliegst ja wahrscheinlich der Pauschalierung als Landwirt, als Kostenfaktor kommt allerdings dann die SVB dazu; du zahlst also doppelt Sozialversicherungsbeiträge. Bez. Einkommenssteuer o.ä. gibts was ich weiß keine Mehrbelastung in deinem bestehendem Vollzeitjob, würd nur beim Steuerausgleich einen Buchhalter deines Vertrauens hinzuziehen, gewisse Ausbildungskosten usw. kannst i.d.R. abschreiben.
Ansonsten: Die Kammer ist dein Freund ;) Und außerdem ist sie deine Interessensvertretung, die können dir hier sicher weiterhelfen, dafür sind sie (u.a.) da....bei mir damals konnten viele Fragen auch auf kurzem Weg telefonisch geklärt werden...vor allem in Fragen Übergabe, Pacht usw sollten sich die gut auskennen :)

So long viel Glück mit deinem "Projekt" und lg aus Kärnten
Hannes


AnitaTheres antwortet um 08-06-2013 19:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
:-) hab ehrlich gesagt gar nicht mit so vielen netten Antworten gerechnet, vielen Dank! War auf jeden Fall schon mal eine gute Entscheidung sich hier anzumelden. :-)
Jeder hat mal klein angefangen und in diesem Sinne werde ich mich mal weiter durchfragen. Wenn man in einer Landwirtschaft aufwächst und ein wenig mitarbeitet, hat man meist doch weniger Ahnung wenn es dann drauf an kommt als man denkt, positiv bleiben und Infos sammeln.
Liebe Grüße aus Niederösterreich an alle die geschrieben haben!


Pflüger antwortet um 08-06-2013 21:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Hallo, ich würde dir auch dringend die LK empfehlen, weil wenn du ernsthaft Interesse hast dann solltest du dich beeilen, da die Jungübernehmerförderung demnächst ausläuft (ich hoffe es ist noch nicht zu spät für dich) und keiner weis ob und wie es bei der neuen Förderperiode aussieht.
lg


zehentacker antwortet um 09-06-2013 07:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Hallo!
Kammer, eh klar. Es gibt in NÖ Betriebsübergabe Spezialveranstaltungen. Ein wichtiger Punkt ist meiner Meinung, dass die Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit und der aus der Landwirtschaft bei der Einkommensteuer zusammengezählt werden. Bei der Sozialversicherung ist es ähnlich, ASVG aus unselbstständiger Arbeit und bis zur Höchstbemessungsgrundlage SVB des Betriebes. Bei Arbeitslosigkeit bekommst Du eventuell, wenn der Landwirtschaftsbetrieb eine entsprechenden Einheitswert oder Einkommen erwirtschaftest ( den Betrag weiß ich nicht genau) hat keine Arbeitslosenunterstützung, obwohl Du sie als ASVG einzahlen musst.
Mf G ferdinand


johnny73 antwortet um 09-06-2013 08:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Als erstes Schau mal unter deinen Freunden -bekannten ob da in letzer zeit jemand übergeben hat. Die geben dir meist die beste Auskunft. -bei den Ämter stellen sie dir Fragen die du sicher nicht beantworten kannst die du mit freunden -bekannten auch besser ausdiskudieren kannst - Glaub es mir ich hab vor 7 jahre übernommen -hab mir viel geld erspart durch die fragen aus dem " dorftratsch"! LK Und BBk da fährst erst hin wenn du dir sicher bist wie es bei dir weitergeht. Sonnst stellen sie dich als " hobbybauer hin der keine ahnung hat !!


tristan antwortet um 09-06-2013 08:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Finger weg von einer Betriebspachtung. Du investierst Zeit, Geld und Energie und später übernimmt deine Schwester den Betrieb.

Wenn schon, dann Übernahme mit Pflichtteilsverzichterklärung, denn je älter die Altbauern sind, umso schwieriger wird alles.


Shalalachi antwortet um 09-06-2013 13:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Landwirtschaft und zweiter Beruf ist durchaus möglich.

Steuerlich ist es so das dein Bruttojahreseinkommen aus der Arbeit, und der LuF Einheitswert x Faktor (hab ich grad nicht zur Hand) zusammengezählt werden.
Dann kommt noch Vermietung, Verpachtung, Aktiengewinne und was weiß ich noch alles dazu, und davon bezahlst du dann deine 42% Steuer (Je nach Einkommen unterschiedlich hoch)

Aber für sowas gibts eh Experten, bzw kommst um die Steuer sowieso nicht rum, und berechnet wird das sowieso vom Finanzamt.

Wichtiger ist das Familiär alles passt.


Abercus antwortet um 10-06-2013 09:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Landwirtschaft der Eltern
Hallo!

Ich hab von zwei Jahren die LW meiner Eltern übernommen und hab auch vorher Vollzeit gearbeitet. Jetzt allerdings nur mehr Teilzeit, sonst würd ich die Doppelbelastung nicht aushalten. Mit meiner Entscheidung bin ich nach wie vor sehr zufrieden und kann dir das nur empfehlen.
Die LK ist natürlich die erste Adresse, wobei ich sagen muss, dass die Beratung in Bezug auf Steuern und Abgaben sehr dürftig, unvollständig und auch teilweise falsch war. Beim SV Beitrag kommts drauf an, wieviel du in deinem Job verdienst. Dann zahlst du aus der Landwirtschaft auf die Höchstbemessung auf. Also wenn du 4.300 € brutto (Höchstbemessung) verdienst, zahlst du aus der LW nur den Pflichtbeitrag für die Unfallversicherung. Das kann dir aber die SVB ausrechnen. Die sind sehr umgänglich und da würd ich einfach mal anrufen. Denen sagst du was du verdienst und wie hoch dein Einheitswert ist und in 1 Minute hast du eine richtige Zahl.
Einkommenssteuer fällt dann aus dem pauschaliert ermittelten Gewinn an. Also momentan Einheitswert x 39% abzüglich SV-Beiträge, Pacht, Schuldzinsen, 13% Gewinnbeitrag. Da kommt auch bei einem kleinen Betrieb irgendwas zwischen 1.000 und 3.000 Einkommenssteuer raus (je nach Steuerklasse, in der du dich befindest). Ab 2015 sind es soweit ich weiß 42% vom Einheitswert und die Prämien werden zu 2/3 dazu gerechnet und. Steuerlich steigt also die Belastung vor allem für Nebenerwerbslandwirte sehr stark. Da würde ich dann eher mit 4.000 bis 6.000 € Einkommenssteuer rechnen.
Was das steuerliche betrifft hab ich festgestellt, dass die LK sehr schlecht aufgestellt ist. Da empfehle ich dir eine Beratung bei der LBG. Wenn du deine Zahlen alle gut beisammen hast, geben dir die in einer Stunde alle Auskünfte die du brauchst. Auch bezüglich Betriebsübergabe.

Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg



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