Kleinbauern - Vermehrung

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Indianerlandwirt 15-03-2012 19:41 - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Die gesetzliche Sozialversicherung ist ein ziemlicher Brocken bei den Kosten am Bauernhof. Nun gibt es immer mehr Betriebe die ihre Betriebe auf mehrere "Freunde,Verwandte" verpachten oder gar eine Personengemeinschaft bilden. Der angepeilte Vorteil ist unter 1500 EUR Einheitswert pro "Kleinbauer" zu kommen. Den unter dieser Einheitswertgrenze fällt nur noch die Unfallversicherung an. Die Krankenversicherung und die Pensionsversicherung entfällt. Das ist ein großer Wettbewerbsvorteil für diesen Bauernhof gegenüber anderen Bauern. Doch warum geht das? Wieso kommt es in Österreich zu einer künstlichen Kleinbauern - Vermehrung.
Eigentlich ist es in Österreich so: Wenn jemand in Österreich eine volle Beschäftigung hat und daneben noch einen geringfügigen Erwerb nachgeht, wird zunächst dieser geringfügige Erwerb mit einer geringen Sozialversicherung belastet. Aber am Ende des Jahres werden alle Einnahmen aus allen Erwerbstätigkeiten auch zum Zwecke der Sozialversicherung zusammengezählt.... es folgt eine Nachzahlung/Anpassung der Sozialversicherungspflicht. Und so sollte es doch auch bei den neuen Kleinbauern sein. Ihr Beschäftigungsverhältnis (Arbeiter, Angestellter) und der Kleinbauernhof von 1500 EUR müssten zusammengezählt und neu bewertet werden. Erst dann wäre der Wettbewerbsvorteil der neuen Kleinbauern gegenüber den restlichen Erwerbsbauern wieder hergestellt.


stefan_k1 antwortet um 15-03-2012 19:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Da is schon wieder einer neidig. Denk auch mal drüber nach welche Nachteile solche Kleinlandwirtschaften mit sich bringen. Ich denk da nur mal so an die Mechanisierung, oder Öpul Teilnahme aufgrund von fehlender Betriebsgröße nicht möglich uvm.
Wennst keine SV zahlen willst brauchst nur deinen Betrieb vekleinern aber dann mußt halt auch auf deine Pension verzichten!



helmar antwortet um 15-03-2012 20:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Manchmal wäre auch eine (Teil)verpachtung eine Lösung. Und zwar an Bauern welche die Flächen wirklich brauchen. Aber da kriegen manche Verpächter auch den Hals wieder nicht voll....
Mfg, Helga



Indianerlandwirt antwortet um 15-03-2012 20:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
@stefan k1
Ein Personengemeinschaft (5 Personen x 1500 EUR EHW) hat eine gemeinsame Mechanisierung und stellt einen gemeinsamen Mehrfachantrag - aber hier entfällt Kranken- und Pesionsversicherung.
Auch bei einer Verpachtung an 5 Personen je 1500 EUR EHW geht sich das auch aus. Die Mechanisierung stellt der Eigentümer, jeder kann selbst einen Antrag stellen. Zum Beispiel Einheitswert je ha 300 EUR. Da gehen sich locker 5 ha LN aus. Bei Waldbetrieben gehen sich bis zu 7 ha und mehr aus. Da sind die Einheitswert pro ha um einiges geringer.
Kleinbauern - Vermehrung findet selten unter Erwerbsbauern statt, die noch einen Pension brauchen. Solche Modelle kommen entweder mit einer Pensionierung oder der Eigentümer hat eine Pensionsversicherung aus einem Angestelltenverhältnis. Viele dieser Kleinbauern - Vermehrungen sind nur zum Schein.


Woodster antwortet um 15-03-2012 20:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Diese 1500,-- Eurogrenze wurde in den 90igern (denke ich) von damal 30.000,-- S auf 20.000,-- gesenkt.
Wenn man noch die inzwischen angefallene Inflation bedenkt, außerdem die Preise seit EU-Betritt aber stark gesunken sind, dann kann man sich vielleicht ausmalen, dass schon die momantane Belastung solcher Kleinbetriebe durch die SV einfach hirnrissig ist.
Es schert keinen Hund, ob was verdient werden kann oder nicht.
Blechen und Basta. Her mit dem Zasta!

Ja, man kann optieren, aber dann gibts Mindestsätze. Obst das verdienen kannst oder nicht:
Wieder blechen. Her mit dem Zasta!
Das war ja im Ostblock besser. Kein Wunder, dass immer mehr den Huat drauf hauen.

Die Stadtfuzzis sollten doch froh sein, dass noch wer kostenlos die Landschaft pflegt, wenn sie am Wochenende "ins Grüne" wollen...



Restaurator antwortet um 15-03-2012 21:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
a indianer als hiwi der bleichgesichtigen finanzministerin - omg!

"Wie glücklich bin ich? Das ist für uns die wichtigste Frage im Leben. Für einen Indianer hängt der Erfolg nicht davon ab, wieviel er verdient oder welche gesellschaftliche Stellung er einnimmt, sondern einzig und allein davon, wie glücklich er ist."
Beryl Blue Spruce - Pueblo Indianerin


carver antwortet um 15-03-2012 21:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Ja, ja, das optieren!
Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem (sehr freundlichen u. offenen) SVB-Mitarbeiter.
Demnach gibt es eine Höchstbeitragsgrundlage, dh Wenn man außerlandwirtschaftlich ein gewisses Einkommen übersteigt, braucht man in der LW keine Pensionsvers. (auch keine Krankenv.?) zahlen.
Umgekehrt gibt es eine Mindestbeitragsgrundlage, bei der wird das außerlandwirtschaftliche Einkommen nicht berücksichtigt, dh man zahlt für die LW (beim Optieren!) immer die Mindestsumme!
Toll nicht?
Meine Antwort darauf war: Landwirte in meiner Größenordnung sind immer die ........" Er sagte: " Sie brauchen nicht weiterzureden, sie haben recht"

lg carver


unicorn antwortet um 16-03-2012 07:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
@ Indianer,
ich denke, das ist der falsche Weg. Meiner Meinung sollten Alle zusammenlegen und der der am meisten "ex LW"-Einkommen hat, soll die LW dazunehmen. Wenn das Einer über der Höhstbemessungsgrundlage ist, so fallen meines Wissens für die LW keine PV und KV an. Vorteil: Wenig Abgaben wie in deinem Fall; jedoch sicherlich auch weniger Aufwand, da nur Betrieb zu führen ist. Nachteil: Es gibt auch keine Pension. Ist hier jedoch nicht relevant, den bei €1500 EHW bekommst Du ja auch nicht wirklich Eine.
lg unicorn


kriznik antwortet um 16-03-2012 09:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
@Indianerlandwirt: kurz und bündig ..... "Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung" (Zitat v. Wilhelm Busch)


Christoph38 antwortet um 16-03-2012 14:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Das Kleinbauern einen Wettbewerbsvorteil haben ist aus meiner Sicht völlig unzutreffend.
Auch zeigt die langjährige Entwicklung, dass die Betriebe im Durchschnitt immer grösser werden.

Abgesehen davon ist die SV zwar nicht wenig, aber auch nicht so hoch dass es darauf ankäme.
Wenn ein Betriebsinhaber zu seinem langfristig eigenen Nachteil aus der SV herauswinden muss, weil der Betrieb die SV nicht trägt, dann ist der erste Tag der beste wo man zusperrt.

SV zahlen ist nicht nett, aber es handelt sich auch um Vorsorge für einen selber, soviel muss drin sein bei jedem Job, sonst stimmt was nicht.


Indianerlandwirt antwortet um 16-03-2012 18:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Danke für die Antworten




Woodster antwortet um 16-03-2012 19:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
@Christoph38,

ein Kleinbauer kann seinen Betrieb ruhig "zusperren". Wird ihm nix helfen. Die SV musst trotzdem zahlen. Schon super - oder?


mario844 antwortet um 17-03-2012 12:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinbauern - Vermehrung
Mal Froh sein das die kleinen überhaupt die landschaft pflegen, denn die grossen können oder machen vieles eh nicht mehr! Hab mal 8 hektar und das auf 20 stücke verteilt? Macht da ein grosser was? Meist nicht! Also?
Soll man arbeiten gehen und dann noch miniflächen vileicht mit langer anfahrt pflegen und auch noch 2500 euro beitrag zahlen das die freizeit verpfuscht ist?
Pension bekomm ich durch die dienststelle und vileicht auch noch ne private!!!!

Weis nicht was das soll könnte aus meinen flächen nicht ma die maschienenkosten zahlen wenn ich die hohe svb hätte!
Ist nur ein beispiel!

Und die grossen spielen eh schon in der obersten liega das sie eh schon das höchstmass zahlen und noch gratis flächen zupachten können für die sie gar nix mehr zahlen müssen nur Öpul kassieren???? Tschuldigung aber ???? LG


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