Maiswurzelbohrer verwirren

Liebe macht blind. Zu viel Liebe macht orientierungslos. So lässt sich die Wirkung der so genannten Verwirrmethode auf den Maiswurzelbohrer zusammenfassen. In diesem Jahr könnte dieses Verfahren erstmals in der breiten Praxis angewendet werden.
Mit der Verwirrtechnik sollte die Befruchtungsrate des Maiswurzelbohrers gesenkt werden. (Foto: Fragner)
Mit der Verwirrtechnik sollte die Befruchtungsrate des Maiswurzelbohrers gesenkt werden. (Foto: Fragner)
Bei der Verwirrmethode nutzt man das Verhalten des Maiswurzelbohrers bei der Paarung. Die weiblichen Käfer verströmen Duftstoffe, so genannte Pheromone, um die Männchen anzulocken. Bringt man in ein Maisfeld eine höhere Konzentration künstlich hergestellter Pheromone aus, so werden die männlichen Tiere orientierungslos und finden nicht mehr zu den Weibchen. Dadurch wird die Vermehrung des Schädlings behindert.

Ausbringung mit der Feldspritze
Beim Maiswurzelbohrer wird das Pheromon mit einem patentierten Verfahren auf ein speziell aufbereitetes Zeolith-Mineral aufgebracht. Das Produkt mit dem Namen Corn Protect® wird in den Maisbestand zum 6- bis 8-Blatt-Stadium mit einer herkömmlichen Feldspritze ausgebracht. Das ist noch vor der Hauptflugphase des Wurzelbohrers, aber der Zeolith bleibt im Maisblatt haften und gibt die Pheromone kontinuierlich ab.

Kombiprodukt in Planung
Ein Vergleich mit den bisher angewendeten und nun verbotenen Beizmitteln zur Maiswurzelbohrerbekämpfung ist schwierig. Die Verwirrmethode verhindert lediglich die Befruchtung. Die Wirkung dieser verminderten Befruchtungsrate ist somit erst im Folgejahr zu spüren. Für die stark befallenen Gebiete des südostösterreichischen Maisgürtels könnte dieses Verfahren daher für 2014 noch keinen Schutz bieten. Deshalb soll es ein Kombiprodukt mit einem Insektizid geben, das sowohl die Befruchtung verhindert, als auch einen Teil der Käfer während der Flugzeit abtötet. Die Ausbringung müsste dann aber während der Hauptflugphase im Juli/August mittels Stelzengerät erfolgen.

Wie geht’s weiter?
Derzeit befindet sich Corn Protect® im europäischen Zulassungsverfahren. Für die Maissaison 2014 streben LITHOS und der Vertriebspartner Kwizda Agro eine sogenannte Notfallzulassung an. Die Kosten der Verwirrmethode dürften für den Landwirt auf einem ähnlichen Niveau wie die Beizung gegen den Maiswurzelbohrer zu liegen kommen. Diese betrugen rund 50 bis 60 Euro pro Hektar.

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Aktualisiert am: 25.01.2014 18:08

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