Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern

Antworten: 18
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johannes.h(xuw36) 28-10-2018 15:46 - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Es kann Ihnen passieren als Milchbauer, dass Sie ein paar Jahre praktisch umsonst arbeiten
und erst dann kommt wieder ein gutes Jahr, wo Sie vielleicht etwas verdienen

Screenshot Servus TV - 25.10.2018
Österreich verliert seine Milchbauern
Aussage Johann Költringer VÖM

Es würde mich interessieren, wie diese Aussage die Milchbauern sehen.
Ist das jetzt wirklich die österreichische Milchbauernmentalität?

MfG Hannes

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xaver75 antwortet um 28-10-2018 16:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Hallo Johannes, ich hab auch den Beitrag gesehn, und mir meinen Teil über diese Aussage gedacht.
Aber im Prinzip ist er ehrlich, auch wenn die Aussage sowas von unsympatisch rüberkommt, das es kaum noch eine Steigerung gibt …
Was mir an der Statistik mit den weniger werdenden Milchlieferanten aufgefallen ist, auch vor dem EU-Beitritt, dargestellt ab 1988, war die Linie genau so steil nach unten.
Da haben die Betriebe aufgehört, weil sie zu klein waren, und das wird auch heute noch so sein!

Jeder Milchbauer hat den Betrieb anders ausgerichtet (hochtechnisiert im Neben- oder Vollererb, mit wenig Technik im Vollerwerb, Investitionen in Stall, Technik oder Grund und Boden, oder ein außerlandwirtschaftliches Standbein aufbauen), da eine Mentalität herauszuerkennen?

Eher verborgene Resignation …

mfg

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Vollmilch antwortet um 28-10-2018 16:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Ein Teil der Milchbauern hat nie ein gutes Jahr. ;-) Da wird ständig querfinanziert. Jeder Betrieb ist anders aufgestellt und hat andere "Gewinnschwellen".

An der Aussage von Herrn Költringer finde ich jetzt nichts besonderes noch überraschendes.

Das jährlich etwa 3% der Milchbauern diesen Produktionszweig aufgeben, reicht wohl schon über 50 Jahre zurück. Mit der EU hat das recht wenig zu tun.

LG Vollmilch

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karl0815 antwortet um 28-10-2018 16:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Also die Wahrheit ist den Menschen zumutbar und die Aussage vom VÖM-GF war in diesem Beitrag ehrlich und entspricht der Lage. Mit Jammerei werden die Bauern aber nicht weiterkommen, auch wenn man etwas Mitleid geschenkt bekommen sollte!
War wirklich ein gut recherchierter Beitrag im Servus über die Lage des Milchbauern im Mühlviertel, und ich habe auch fast etwas Mitleid mit ihm, denn mit soviel Pessimismus wäre mir auch das Melken2x am Tag nicht lustig!!
Erstaunt war ich aber, dass auch die SM anscheinend solche Stillhalteverträge mit den Milchbauern hat, da ja der IGMilch-Chef auch dorthinliefert und der als Oberkämpfer für die Bauern doch sowas niemals unterschreiben würde???



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eklips antwortet um 28-10-2018 17:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Das wär die Sendung

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2587 antwortet um 28-10-2018 19:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Als Milcherzeuger bist du heute wie ein Lottospieler ja mich wundert es ja das auch noch so viele in die Stalllungen investieren da sind die einzigen die Verdienen die ganzen Firmen den bei den Milchpreis da kann man rechnen wie man will!

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karl0815 antwortet um 28-10-2018 21:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Es ist auch Teil der Realität, dass von den derzeit über 30t Milchbetrieben in Ö in 15 Jahren nur mehr 15000 übrig sein werden(mit durchschn. 35 Kühen pro Betreib)!
Es wird jedoch keine Rolle spielen, welche Milchpreise wir haben werden, welchen Minister,Kammerboss,BBPräsident,Agrarkommisar usw;der Wandel wird weitergehen
Die einzige Möglichkeit zur Verhinderung dieser Veränderung wäre eine ordentliche Krise mit einer Mega-Arbeitslosigkeit und einem Zusammenbruch der Wirtschaft oder Unruhen, dann wären Kleinbetriebe zur Selbstversorgung wieder gefragt
Es gibt auch das genaue Gegenteil vom Dauergejammere, das so manche (Milch)bauern bzw. deren geistige Vertreterorganisationen (IGM,UBV) von sich geben:

Anstatt vom Aufhören müssen reden, neu anfangen und durchstarten:

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dietmar.s(2cz6) antwortet um 28-10-2018 22:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
@Riiitsch
hätt ich auch so gesehen. Gern und gewinnbringend.
@karl0815
gut dass du mit dieser Einstellung kein Milchbauernvertreter bist, denn so wärst reif für die Kündigung.

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eklips antwortet um 28-10-2018 22:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
@dietmar
Wie kannst du feststellen, dass Karl0815 kein Milchbauernvertreter ist?

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dietmar.s(2cz6) antwortet um 28-10-2018 23:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
@eklips
ja einfach inhaltlich wärs für mich nicht stimmig. Jemand der nur an Kleinbetriebe interessiert ist im Unglücksfall ist für mich nicht tragbar. Also rücktrittsreif.

>Die einzige Möglichkeit zur Verhinderung dieser Veränderung wäre eine ordentliche Krise mit einer Mega-Arbeitslosigkeit und einem Zusammenbruch der Wirtschaft oder Unruhen, dann wären Kleinbetriebe zur Selbstversorgung wieder gefragt

Schreibt ja dass ihm eigentlich Kleinbetriebe am A. vorbeigehn. Warum sollte bitte ein Kleinbetrieb sowas als Vetretung haben wollen.


mfg


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fgh antwortet um 29-10-2018 07:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Ich mag das, wenn man so richtig toll sieht, dass überall as Giebelkreuz dahinter steckt.... ist ja im Obst nichts anders... gerade as Giebelkreuz holt die Ware aus dem Osten.

Der Typ ist wenigstens ehrlich und sagt es öffnetlich, dass im die Bauern und ihre Probleme am A... vorbeigehen... ob es die Giebelkreuzler bei Krediten auch so locker sehen, dass es mal ein paar schlechte Jahre gibt?
Andere Vertreter reden alles schön und wir tun eh und wir schauen eh und passieren tut nix... der sagt wenigstens gleich, dass ihm das egal ist...

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hardl1266 antwortet um 29-10-2018 08:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Man könnte es aber auch anders sehen,das der milchpreis noch immer zu hoch ist.Wenn man so sieht unter welchen vorausstzungen investiert wird,mit meist wenig eigenflächen und dann pachtpreise bereit ist zu bezahlen wo man nur mehr mit den ohren wackeln kann, ist das ein zeichen von einem zu hohen milchpreis oder dummheit oder naivität oder freude am bauersein oder irgend jemanden etwas zu beweisen oder die liste liese sich noch um einiges erweitern.
habe es schon mal geschrieben das ein bauer eigendlich 3 mal am tag von allen gebraucht wird die meisten wissen das anscheinend nich am wenigsten die bauern selbst

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jakob.r1 antwortet um 29-10-2018 09:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Grüß Dich Riiitsch, ich kann Deiner Aussage nicht ganz folgen, das "nur unselbstständige Arbeiter glauben jedes Jahr ist ein Plus".
Für mich ist es selbstverständlich das mein Betrieb jedes Jahr ein Plus erwirtschaften muss. Ich habe auch 1988 das damalige Jammern der Bauern wegen der niedrigen Erzeugerpreise nicht glauben wollen und Stall von Anbindestall auf Laufstall mit Melkstand und allem damaligen Pipapo ausgebaut und neuen MB-trac 1000 gekauft. War bis zur Hofübernahme selbstständig als Holzakkordant mit Motorsäge unterwegs und hatte mir schon in jungen Jahren angewöhnt nie unter einem gewissen Stundenlohn zu arbeiten. (Damals gab es noch keine Holzvollernter und die möglichen Stundenerträge mit Motorsäge in fremden Wäldern waren "himmlisch" gegenüber den heutigen Dumpingpreisen) Der Milchpreis war bei 85 Pfennigen ( ca. 42 Cent) bei steigender Tendenz. Das erste Jahr war ganz lustig nur noch zu Hause Landwirtschaft zu betreiben und fleißig zu bauen. Nachdem der Stall fertig war, habe ich mit meiner Frau gleich den leerstehenden Speicher zu Ferienwohnungen ausgebaut -- alles mit der gleichen Baufirma in Regie. Der Maurerpolier war damals bei umgerechnet 20 Euro brutto pro Stunde.
Dann kam es knüppeldick, -- wir bekamen die DDR dazu und die Schlachtviehpreise haben sich gedrittelt, auch der Milchpreis sank plötzlich. Da haben wir schnell entschieden die Milchviehaltung bis zum Auslauf der Bindungsfrist wegen der Förderungen für den Umbau, -- damals 10 Jahre noch durchzuziehen und dann das Kontigent bestmöglich zu verkaufen und das Geld in den weiteren Ausbau des gerade begonnenen Gästebetriebes zu stecken. In den ersten Jahren als die DDR-Bürger mit den Trabbis einfach losgefahren sind wegen Quartiersuche konnte jede Hundehütte maximal vermietet werden..... Mit der DDR kamen auch die Stürme Wiebke und Vivian und ich war nach Abschluss der großen Baumaßnahmen wieder für gutes Geld mit Traktor zum Rücken und Entzerren der Sturmschäden im Münchner Raum unterwegs.
Dies nur zur Verdeutlichung, das jeder Betriebszweig jährlich im Plus sein muss, ansonsten wird der defizitäre Zweig zumindest eingefroren damit er keine Kosten mehr verursacht.
Alles andere ist Hobbydenken und auf Dauer gefährlich für die Gesundheit, die Psyche und den Geldbeutel wenn ein Betriebszweig "quersubventioniert" werden muss. Ich gebe zwar zu, das ich auch meine Landwirtschaft quer subventioniere z.B. der neue Motormäher 2016 für 38Tausend mit Schwadvorsatz und Mulcher zum Messerbalken für nur ca. 5 Hektar Einmalschnitt im Jahr, --aber wenn man konsequent jedes Jahr mit Plus unterwegs ist dann stellt sich die Entscheidung entweder den Kurs von Merkel in Form von Einkommenssteuer zu unterstützen oder aber betriebliche Investitionen zu tätigen die sich nie amortisieren. Ich mache da lieber letzteres.
Sicher habe ich auch schon falsche Entscheidungen getroffen, für die ich hier im Forum auch mit Schadenfreude bedacht worden bin, -- aber die Aufgabe der Milchviehhaltung 1998 gehört mit zu den besten Entscheidungen.
Beste Grüße
Jakob

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xaver75 antwortet um 29-10-2018 09:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
@Riiitsch
Oft gibt es auch die Situation, wenn die Altbauern die Stallarbeit nicht mehr machen, man nicht mehr die Zeit hat, außerlandwirtschaftlich dazuzuverdienen wird es dann ganz schnell unwirtschaftlich. ,-)

mfg

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karl0815 antwortet um 29-10-2018 09:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Also wäre der Bauer aus dem Servus-Beitrag in unserer Gegend zuhause, er hätte seit Ausstrahlung der Sendung sicherlich schon 5-10 Besuche und Anrufe von Bauern mit eindeutigen Pachtangeboten (mit Toppreisen, versteht sich), soviel zur agrarischen Realität in meiner Gegend.

@dietmar.s: es handelt sich dabei um das wahrscheinlichste Zukunftsszenario, wenn du die Wahrheit nicht verträgst, dann höre besser Politikern, Märchenerzählern oder deinem Bankberater zu, die erzählen dir das Blaue vom Himmel und du kannst gut schlafen!!

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jakob.r1 antwortet um 29-10-2018 11:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Grüß Dich riiitsch, --ja da kann man Dir nur gratulieren das Du Dir selbst einen Milchpreis erkämpft hast, ich erinnere mich da an glaube ich 1 Euro/Liter, vermutlich über einen Milchautomat für die Touris die an Deinem Hof vorbeikommen oder Veredelung der Milch in Käse, Jokurt….. und Hochrechnung auf 1 Euro. Aber egal, bezüglich der Höhe des Milchpreises ab der Milchviehhaltung interessant ist haben wir halt unterschiedliche Ansichten. Du schreibst seit 6 Jahren von einem fetten Plus und ich sehe halt da das wertlose Auslaufen Deines Kontigentes zum 1.April 15 (wie bei allen anderen Milchbauern natürlich auch) -- was aber gerne bereits ausgeblendet wird. Gut ich bleibe bei meinen 5 Euro/Liter Milch wie ich schon öfters geschrieben habe. Ach ja, Geld im Aktienmarkt arbeiten zu lassen ist mir nicht unbekannt, auch da ist eine breite Aufstellung wünschenswert wie auch mit mehreren Betriebszweigen im und rund um den landwirtschaftlichen Betrieb.
Grundstücke kaufen halte ich aktuell nicht für zielführend, weil der Markt durch die niedrigen Zinsen ziemlich überreizt ist, --auch bei uns gibt es fast nichts mehr unter 100Tausend Euros für land-oder forstwirtschaftliche Hektar.
Aber wir beide haben zumindest einen gemeinsamen Nenner denke ich, ----das es wichtiger ist ein intaktes Familienleben und gute Gesundheit zu erhalten, --- als noch den letztmöglichen Euro heranzuraffen.
Beste Grüße
Jakob


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dietmar.s(2cz6) antwortet um 29-10-2018 13:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
@Karl0815
weiß nicht Karl, was die Zukunft so bringt. Finde deine Einstellung nicht ganz durchdacht und widersprüchlich. Du wünscht dir ja, dass der Konsument/in bzw. die öffentliche Kantinen dein österreichisches Produkt kaufen gleichzeitig sind dir die vielen Kleinbetriebe unliebsam. Was hastn da oben stehn auf der Butterverpackung... Lieber Konsument, greif gleich zur Kerry Gold, weil mir gehen meine Kleinbetriebler-Molkereikollegen auch am A...?? Und dann evt. trotzdem außen noch so eine idyllische Almhütte drauf.


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Vollmilch antwortet um 29-10-2018 13:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
Karl0815 schreibt doch nur die laufende Entwicklung in die Zukunft fort.

Ich sehe auch keinen Grund anzunehmen, dass sich an dieser Entwicklung etwas grundlegend ändern sollte. Ob man das jetzt gutfindet oder nicht ist eine andere Sache.

LG Vollmilch

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karl0815 antwortet um 29-10-2018 15:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aussage Johann Költringer VÖM Geschäftsführer über Milchbauern
nochmals @ Dietmar:
ich finde unsere kleineren Betriebe toll, sie sind ein wertvoller Träger unserer bäuerlichen Kultur und wichtig vor allem in benachteiligten Gebieten zum Erhalt der Kulturlandschaft!!
Nachdem ich aber kein "Bauernvertreter"(ausser in unserer Gemeinde) bin, darf ich die m.M. nach eintretenden Entwicklungen schreiben, ich halte nichts vom Schönreden, das überlasse ich den Profis in der Politik
Schau mal rüber nach Bayern oder Baden-Würtemb., und du kannst unsere Strukturen in 20 Jahren erahnen(gilt nicht für Extenlagen), also nimm dir mal Zeit und schau über deinen Gartenzaun. Ich finde diese Entwicklung auch nicht supa, aber sie wird Realität.

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