smerdi 30-08-2014 14:07 - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
Hallo zusammen.

Ich bekomme seit ca. 3 Jahren um die 70 % Stierkälber. Ich war immer der Meinung, dass dies nicht beeinflussbar ist. Da ich gerade eben wieder 2 Zwillingsstiere :) in die Box brachte, habe ich nun ein bisschen gegoogelt. Ich fand einen wissenschaftlichen Artikel über Manganmangel und wie er sich auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Es war die Rede von Fruchtbarkeitsproblemen, Deformationen der Kälber, Zungenschlagen und eben von dem gehäuften Vorkommen von männlichen Kälbern (75%). Ich habe nur das Problem mit der unausgeglichenen Geburtenrate. Weder Deformationen, noch Zungenschlagen und mit der Fruchtbarkeit ist das immer so ein auf und ab. Ich denke nicht schlechter oder besser wie auf anderen Betrieben.
Nun zu meiner Frage. Hat schon jemand dasselbe Problem gehabt und es behoben (aktiv). Eben mit der Gabe von Mangan oder anderen Methoden???
Ich muss dazu sagen, dass ich noch nicht viel versucht habe.
Ich habe eine Zeit lang den Besamungszeitpunkt geändert (ohne Erfolg).
Gesextes Sperma.... JEIN....... Manchmal bei guten Kühen, wo ich noch keine weibliche Nachzucht habe, verwende ich gesextes aber ansonsten nicht, da ich FV habe und das Stierkalb auch seinen Preis hat. Wobei ich so das Problem ja nur umgehe und nicht löse.

Also ich hoffe auf interessante Antworten. Danke.

Glg smerdi



12markus34 antwortet um 30-08-2014 18:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
Hallo,

könntest du einen Link zu dem genannten Artikel hereinstellen?
Der würde mich nämlich interessieren.

lg


ANDERSgesehn antwortet um 30-08-2014 20:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten

auch wenn der Sperma x und y Chromosomen haben
und somit "am ende" (der befruchtung) dort die Entscheidung
von der Natur gefällt wird, obs weibl. oder männl.
nachwuchs gibt, sind "am weg" davor auch mehrere
Faktoren mitentscheiden welches Geschlecht
zur befruchtung Vorteile am weg mitbekommt, ähh
eigentlich ausgebremst wird.

der ph-wert des scheidensekrets ist hier ein Faktor.
ein basischerer ph-wert "bremst" schon im scheidenkanal
die "stärkeren" und " schnelleren" samenfaden, die
für männlichen nachkommen entscheidend sind aus
und die schwächeren, langsameren "weiblichen"
samenfaden haben hier dadurch einen Vorteil durch
die verkürzte Wegstrecke zur unbefruchteten Eizelle.

sehr dominate weibliche wesen haben eindeutig
mehr weibliche nachkommen, ebenfalls sehr störische
Tiere. das Leittier ist hier ebenfalls mit höheren
weiblichen nachkommen gelistet.
(es gibt da in der Umgangssprache auch so etwas...
ein "dreimäderlhaus". - dessen mutter hat hier
mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, anders darf man(n)
es in der emanzipierten Zeiten von heute nicht mehr sagen,
"die hosen" in der Familie an. auch kein wiunder! sie
beeinflussen mit ihrer art zur zeit des liebesaktes die
Auswahl des schlechtes vom nachkommen ...)

einen basischeren ph-wert erreicht man mit einen
überhang an Kationen im körper, und dazu gehört
auch das element Mangan. Mangan ist zur zeit der
brunst um ein 3faches höher in der gebärmutter zu
finden, dadurch ist eine flusching mit Mangan 3 Wochen
vor der brunst bzw bei der brunst hier eine abhilfe,
zur nötigen natürlich Anreicherung in der gebärmutter
sinnvoll.

antognistisch zu Kationen ( Mangan usw) sind hier
die Anionen, dazu gehören auch die ammioSÄUREN
und andere SÄUREN, die dann im körper säuernd
wirken, genauso zum befruchtungszeitpunkt im
geburtskanal.

lg
A.

PS: auch eine kurzeitige überhöhte Fütterung von
Viehsalz (nacl , na(trium) gehört auch zu den kationen)
zur rechten zeit hilft für höhere weibliche nachkommenrate.




smerdi antwortet um 31-08-2014 16:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
Hier mal ein Link zu solcher Literatur, es gibt aber noch mehr zu finden im Netz.

https://www.schaette.de/corporate/file-201.pdf

@ANDERSgesehen
Könntest du vl. auch einen Link rein stellen wo du deine Informationen her hast?
Und danke für deinen Beitrag.

Glg


smerdi antwortet um 31-08-2014 16:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
@ANDERSgesehen
Was ich noch sagen wollte, hast du dich nicht verschrieben?? Soweit ich das gelesen habe, ist die zu hohe Viehsalzgabe schlecht bzw.,führt eher zu männlichen Kälbern. Oder????



Gewessler antwortet um 03-09-2014 21:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
@alle: leider stimmt das o.g. nur bedingt.
Die Spurenelemente unterliegen einem Antagonismus, was ja durchaus Sinn macht, denn sonst wären Vergiftungen an der Tagesordnung.
Bei Mangan ist der Hauptantagonist Eisen und zwar ein ganz stark wirkender!
Und in Österreich ist die Eisenversorgung alleine über das Futter ca. 5x zu hoch, jetzt noch das Wasser, die Brunnen, der Wasser pH, die Rohrleitungen, Futterverschmutzungen.......

Nicht der Manganmangel ist das Problem, der Eisenüberschuß ists!


smerdi antwortet um 03-09-2014 22:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
@gewessler

Ich habe natürlich schon weiter recherchiert und schon gelesen, dass Eisen der große Anagonist von Mangan ist. Und das ist auch ein Problem. Wir haben einen sehr hohen Eisengehalt im Wasser.
ABER soweit ich mich auf meine Ausbildung zurück erinnern kann ist Eisen für viele Spurenelemente ein Antagonist. Das heißt für mich, ich muss diese Spurenelemente über die Fütterung ausgleichen. Ich muss ja immer an dem Rädchen drehen das sich drehen lässt.... Die Eisenversorgung kann ich nun mal nicht ändern. Und die Zufütterung von Mangan sollte soweit ich weiß recht gut funktionieren. Ob es nun einen Einfluss auf die Geschlechterverteilung hat weiß ich natürlich nicht.
Ich hoffe du verstehst wie ich das meine. Aber danke für deinen Beitrag. Vl. Fällen dir ja noch ein paar Zeilen ein .

Lg smerdi


Gewessler antwortet um 06-09-2014 20:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
@smerdi: Eisen aus dem Wasser lässt sich relativ einfach dezimieren, mit einer Umkehrosmoseanlage, die kosten mittlerweile nicht mehr ganz so viel, überhaupt, wenn man das in der Gemeinschaft (Wassergenossenschaft) anschaffen kann.
Eisen im Futter: hoch mähen, Maulwurf und Mäusebekämpfung (www.maeuseakademie.at), nachsäen etc. siehe Galler, Raumberg.....

Ausgleichen über Fütterung geht einmal sicher nicht so wie du dir das ausdenkst, denn das Problem dabei ist, dass die Spurenelemente und deren Antagonist den selben Kanal nützen um in die Darmzelle einzudringen. Stell dir das einfach so vor, dass vor einem Geschäft eine Menschenschlange steht und immer nur einer ins Geschäft eintreten darf. Da nun aber der Antagonist in gewaltiger Überzahl ist, kommt halt der öfters zum Zug.
Weiters spielt auch der pH Wert eine riesige Rolle, denn Säuren sind ja Protonendonatoren, d.h. sie können H+ an einen Reaktionspartner abgeben. Also bei Rost (Eisen in Erde) - kommt es durch die Magensäure zum Freisetzen des Fe III und Fe II und Fe III wird wegen seiner Eigenschaft als Protonendonator auch zu Fe II umgewandelt und das ist dann ganz leicht resorbierbar und besetzt nun die Kanäle für Mn, Zink und auch Kupfer.
pH des Wassers spielt auch eine riesige Rolle, denn bei pH 5-6 ist alles Eisen als FeII !!!!gelöst (bei stehenlassen an Luft wird es dann nach einiger Zeit braun)
Ergo kannst du noch so viel Mn füttern, wenn du Fe II und III nicht in den Griff bekommst, funktioniert das nicht. (Ö: Schnitt 500 mg Eisen/ kg TS Grassilagen, Heu ...statt 50 -100 in Holland).
Klingt sehr kompliziert, ist es aber nicht, mit ein bischen Chemiewissen und etwas Pathophysiologie ist das leicht zu kapieren.
Somit gibt es stark wirksame Antagonisten und schwach wirksame, und aufpassen bei den Spurenelementen genügt oft eine Minimalmenge und sie sind toxisch!!!
Nach dem Motto: Operation gelungen Patient tot!


Noch Fragen?

f.


smerdi antwortet um 10-09-2014 21:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Manganmangel - Geburten
@gewessler

Also zum ersten..... Das Eisen aus der Aufnahme bekommen.... Dazu sehe ich keine Chance. Wie du schon zuvor gesagt hast spielen sooooo viele Faktoren mit ein, die meinen Eisengehalt in der Aufnahme meiner Kühe erhöhen. Von der Umkehrosmoseanlage habe ich zuvor noch nichts gehört muss ich mal nachlesen. Zu deiner beschriebenen Art mein Grünland zu nutzen.... Ich weiß nicht ob du selbst Landwirt bist..... Man versucht immer seinen Bestand dicht zu halten, keine Futterverschmutzung zu haben bzw. den Rohaschegehalt zu senken, ja wenn das mal alles so einfach wär :).

Also ich wusste zwar nicht wie es genau funktioniert aber danke für deine weitere Ausführung. ABER wie schon gesagt soweit ich das weiß ist Mn trotz Anwesenheit von Fe gut zu verabreichen und die Verfügbarkeit ist gegeben indem ich es organisch gebunden verabreiche bzw. proteingebunden. Ich glaub ich kann mich auch noch auf meinen Prof. erinnern der gesagt hat so ziemlich jedes Spurenelement organisch gebunden gut verfügbar ist (zumindest von Zn, Mn, Fe, Se, Mo weiß ich es noch).
Oder weißt du da vl. schon mehr??

Lg smerdi



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