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edde 24-11-2013 13:38 - E-Mail an User
Die Geduldigen
man stelle sich bloss vor :

da gibt's eine Berufsgruppe, welche sich einen wesentlichen ,einstmals feierlich zugesagten Bestandteil des Einkommens einfach weginflationieren lässt.

und nicht genug, die Ausgleichzahlungen werden angeblich von 2014 bis 2020 lapidar um 3 % gekürzt.

also wenn ich da mal so überschlagsmässig rechne, so ist dies eine Kaufkraftminderung in den immerhin 25 !!! Jahren von mind.60 %---eigentlich eine glatte Ungeheuerlichkeit.

mit einer beängstigenden Selbstverständlichkeit werden Abgaben erhöht,Dieselrückvergütung gestrichen, TGD und andere Unsinnigkeiten ohne erkennbaren Mehrwert verteuert etz

sogar die Nichterhöhung der Familienbeihilfe trifft gerade im durchschnitt nach wie vor kinderreichere Bauernfamilien hart ,eigentlich ist dieses Brechen des Wahlversprechens eine wahre Schande für unser Land.
so bleibt nur mehr vor dem Tabernakel der Volkspartei geduldig zu verharren in treuer Dankbarkeit, denn bestimmt haben sie noch Schlimmeres abgewendet!

mfg





andy123 antwortet um 24-11-2013 14:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Ich weiß nicht woher du die 3% Kürzung der Ausgleichszahlungen nimmst.
Aktuell sieht es in Insiderkreisen nach einer Kürzung der AZ von 10 bis 15% aus. Weiters wird in Niederösterreich das Regionalprogramm Ökopunkte ersatzlos gestrichen. Wenn ich mir das für meinen Betrieb durchrechne, wird mein Minus in der zweiten Säule bei ÖPUL und AZ (Gesamtsumme eines Jahres) bei mehr als 30% liegen. - Ohne Inflation!




ZMureck antwortet um 24-11-2013 15:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Es wurde vom damaligen landw. Minister immer dezidiert erklärt , daß die Ausgleichszahlungen nur
als vorübergehend zu betrachten sind.
Jeder sollte daher trachten, daß er zu Weltmarktpreisen produziert und verdient.
Hat die Dampfmaschine früher ca. 10 % Wirkungsgrad gehabt, so fahren heute die Dieselmotoren
mit 33 % Wirkungsgrad (auf Bewegung)
Das könnte für Deinen Betrieb bedeuten, daß bei 1/3 der Kosten das selbe Ernteergebnis
herauskommt oder mit den selben Kosten die 3 fache Ernte eingefahren werden kann.
Es hat sich halt bis heute niemand Gedanken darüber gemacht und einfach dahingewurstelt.

Wenn Politiker was daherpalafern ist das als Ausdruck ihrer eigenen Wünsche zu betrachten -
nicht als Versprechen !!!!
Denn das Ziel eines Politikers/Funtionärs ist immer das Halten bzw Verbessern seiner eigenen
Position.

Wenns Dir die Dieselrückvergütung streichen, dann kauf Ihnen nur mehr die Hälfte ab.
Da sind sie dann ordentlich gestraft.

Tuts euren Kindern einfach was GUTES !!!
Offnet Ihnen die Augen für die Schönheiten am Land
Denn durch ständiges jammern und sudern werden die Fähigkeiten zur Intelligenzerweiterung
nur blockiert.

PS: wenn die Bevölkerung einmal nur mehr das kauft was benötigt wird, ist die
Wirtschaft sowieso mausetod






Cirsium antwortet um 24-11-2013 15:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Verkündete nicht der Förderkaiser Lixl ( BP, Mukuh, AZ, Bio, Begrünug, seltene Kulturpflanzen,......)vor ein paar Jahren groß im Fernsehen, er könnte auf die Hälfte der Prämien verzichten??!!

@edde
Wer will jetzt bei den Regierungsverhandlung die Kofinanzierung der ländlichen Entwicklung kürzen??


textad4091 antwortet um 24-11-2013 15:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
@ ZMureck: Die Überlegung stimmt schon zwecks Weltmarktpreise- Aber ich frage mich wie das überhaupt funktionieren soll, wenn die Verkaufspreise sowohl absolut als auch relativ immer eher sinken, die Fixkosten, vor allem die Energiekosten, immer steigen- Des geht sich afoch ned aus, da kann ma rechnen was ma will und "produktiv und wirtschaftlich" denken und arbeiten wie ma will, so meine Meinung zu dem Thema ... Wär natürlich schön wenn ein "normaler" Betrieb der nicht irgndwie dahinwurschtelt, sondern sehrwohl orndtlich arbeitet, problemlos eine 4-Köpfige Familie vom betrieblichen Einkommen ernähren könnte, ohne Förderungen wohlgemerkt ;)
Und zack, munter bin i und wieder in der Realität, weg von der Traumwelt


rotfeder antwortet um 24-11-2013 16:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Hallo!
Das Problem in der bäuerlichen Bevölkerung ist halt, das sie das soviel gerne hören, wenn Politiker sagen, wir müssen sparen, und die Ausgaben müssen sinken usw. Nirgens in der Bevölkerung findet ein Sparpaket soviel Zustimmung als bei den Bauern, weil wir von den Eltern immer eingetrichter bekommen haben, das man nicht mehr ausgeben soll , als die Einnahmen sind. Aber pfeift sich wer um die Stqaatsschuld, z.B. die Lehrervertretung nimmt kaum Rücksicht auf die Finanzen.


Lendl00 antwortet um 24-11-2013 16:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Also in meiner Gegend (OÖ Zentralraum) wurde vor 15 Jahren ca. 8000öS (580€) Pacht bezahlt. Jetzt sind es 800€ /ha.
Ich glaube, dass die Landwirte heute je ha mehr verdienen als vor 15 Jahren, sonst würden sie nicht mehr Pacht bezahlen.
Oder habe ich einen Denkfehler in meinen Überlegungen??

Klaus


ZMureck antwortet um 24-11-2013 16:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Augen AUF

Universitäten forschen für die Wirtschaft (Landwirtschaft)
Habe heuer selbst einige Kleinigkeiten probiert
Habe überraschend Ertragssteigerungen bei gleichzeitig enormer Kosteneinsparung erfahren.
Habe dies auch einer landw. schule vorgeführt. Das Resultat war genauso überraschend.
Nur es hat dort niemand interessiert.
Warum wohl: Es könnte ja den Umsatz der unterstützenden Firmen dieser Institutionen verringern.

An einem anderen Projekt ist sogar die Boku dabei . Bin neugierig ob das Ergebnis auch gleich
schubladisiert wird. Nur basieren diese Sachen auf Forschungsergebnisse welche schon vor
70 bis 100 Jahren gemacht und ausgewertet wurden.

Auch UNIS und Fachschulen sind hohem Kostendruck ausgesetzt
Kein Professor e.t.c. will Abstriche machen. So geht man jetzt zu den Firmen und bietet denen
Forschung an . 50 % Firmenkosten 50 % wird gefördert.
In vielen Fällen wird in Sachen geforscht welche schon (wie oben ) klar sind.

Mangels eigener Erkenntnisse glauben die Leute dann alles was irgend ein Prof. veröffentlicht.
Natürlich wollen diese nur das BESTE der Bevölkerung = deren GELD.

Pfiat eich für heit


Cirsium antwortet um 24-11-2013 16:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Ja Klaus - sehe ich auch so
Dann kassiert auch noch einen schönen Teil der Pacht das Finanzamt

Jede Prämie, Investförderung erhöht nur die Pacht, die dann wieder beim FA landet.
Glücklicherweise habe ich mich von der Pachterei nie abhängig gemacht.

Im Raum Ried soll ein Bio LW sich das Ziel gestetzt haben 400 ha zu bewirtschaften und pachtet aktiv zu schwachsinnigen Preisen aus.


biolix antwortet um 24-11-2013 17:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
nabend !

also immer diese Biobauern.. kenne Gegenden da pachten konv. bis 1000 Euro.. ;-((

Aber stimmt Klaus, wie geht das ? denn Edde hat Recht, kleinen und Mittleren Betrieben bis 50 ha gehts nicht mehr gut, sondern eher schlecht wenn sie nicht mehr Standbeine haben...

Aber als "Beamte" sehe ich uns nicht, nur komisch das man in der Bauernzeitung wenig von den absoluten Förderkürzungen liest...

Ja und Distel, ich weiß nicht wo du das gelesen hast von den 50%, ich hab immer von 30% geschrieben, und das zu gunsten kleinerer Betriebe, das wir das gerne abgeben... Und wenn das ein "Förderkaiser" schreibt, wie du mich nennst, muss dir das doch nur recht sein.. ;-)))

Aber eines hast du mir noch immer nicht beantwortet, wie viel mehr bekommt ein Förderkaiser gegenüber anderen Biobetriebe, oder bekommt er gleich viel wie ein Anderer ? oder bekommt sogar ein 100 ha Biobetrieb das doppelte wie der biolix, und der der mit 200 ha das vierfache.. oder sogar noch mehr weil er Stiermäster war und jetzt der "Oberförderkaiser" ist, weil er mit ZA von 600 Euro pro ha noch auf bio vor 5 Jahren umgestellt hat.. komisch... der gibt auch nichts freiwillig ab.. noch komischer...

lg biolix


Christoph38 antwortet um 24-11-2013 17:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
@ edde: Das hat doch mit den Förderungen nichts zu tun, sondern ist ein eherner Grundsatz bäuerlichen Wirtschaftens, dass Erlöse grundsätzlich nie an die Inflation angepasst werden.

Wo andere über zu geringen Reallohnzuwächsen diskutieren, ist der Bauer froh, wenn sich in 5 Jahren einmal eine Preisanpassung ausgeht.
Interessant auch derzeit bei der Milch, wo trotz einer gewissen Knappheit die Handelsketten voll auf der Bremse stehen, während die Molkereien ächzend da und dort 1ct dazugeben mussten.


MF7600 antwortet um 24-11-2013 19:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@zmureck
hört sich sehr interessant an, deine "kleinigjeiten" würden mich sehr interessieren, komisch dass sonst noch keiner nachgefragt hat was du damit meinst.


rolib_ antwortet um 24-11-2013 20:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@andy123: Woher weißt du dass das NÖ Ökopunkteprogramm ersatzlos gestrichen wird? Habe diese Information noch nicht bekommen!
MfG



Josefjosef antwortet um 24-11-2013 21:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
serwus,
i glaub nicht, dass die Bauern die "Geduldigen" sind.
Leider muß ich eher sagen, dass sie die "Dummen" sind.
Wer lässt sich denn noch so veräppeln, wie die Bauernschaft.
Die Eigene Vertretung hat ganz andere Interessen.
In meiner Gegend arbeitens alle bis zum Umfallen. In Gesprächen kannst nur
mehr über Landwirtschaft, Landmaschinen, Unzufriedenheit mit Politik, sowie landw. Vertreter
sprechen. Trotzdem ist fast jeder beim BB dabei und macht bei einer Wahl brav sein Kreuzerl dort
wie ihm das von früher gelernt wurde. ( Motto: könnt ja noch schlimmer sein!)
Es ist traurig, dass sich eine Berufsgruppe so zum "Kriechen vor der Obrigkeit" entschieden hat.
Da ist kein Selbstwertgefühl mehr da, es sind ja nur mehr "Förderungsempfänger".
Dann passieren solche SAchen wie jene, wo sich einer gegen seinen Nachbarn behaupten will, um ein paar Meter Grund zu stibitzen. ( siehe zb. Problem von schellniesel in anderem fred).
Viele dieser "unguten" Nachbarn würden besser heute als morgen einen Psychiater brauchen.


edde antwortet um 25-11-2013 05:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
@josef

dein angesprochenes "Selbstwertgefühl"hat bestimmt einiges auf sich.
Selbstwert wird jedenfalls nicht angeboren, sondern wird durch das Verhalten der Mitmenschen einem gegenüber gebildet von Kindheit an.
die Bauernkerle sind heut in der seltsamen Situation, dass etwa ein gerade halbwegs redegewandter haftentlassener Strolch weit eher eine Partnerin abbekommt als ein vierzigjähriger fleissiger anständiger Junggeselle.
das prägt, frisst sich tief in die Psyche ein und dieses bäuerliche Spezifikum wird sogar noch fast täglich in diesen BSF-Sendungen zelebriert.

manchmal denk ich mir, das Schicksal rächt sich heut an den Jungen für das Vergehen der Grossväter.
Grossväter, welche bei den einstigen Dienstmägden eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben, ausgenützt, die Ehe versprochen und gebrochen ,als schwanger verjagt ................

heut sind diese Dienstmägde Lehrerinnen, Diplomkrankenschwestern und stehen den Jungbauern in einer ganz anderen Situation gegenüber.

mfg


tristan antwortet um 25-11-2013 06:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ZMureck
Universitäten forschen für die Wirtschaft (Landwirtschaft)
Habe heuer selbst einige Kleinigkeiten probiert
Habe überraschend Ertragssteigerungen bei gleichzeitig enormer Kosteneinsparung erfahren.

??

Tu bitte nicht so geheimnisvoll, welche Kleingkeiten sind das?


DJ111 antwortet um 25-11-2013 07:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Mir kommen die Beiträge von ZMureck etwas zu geheimnisvoll vor, hört sich fast so an, wie wenn dir einer eine Lebensversicherung verkaufen will oder dir den neuesten Wachturm zur Lektüre ans Herz legen will ...
Mal sehen, ob da auch was brauchbares dahintersteck...
Er könnte ja selbst was gegen die "Schubladisierung" tun ...

Ein nicht mehr so leichtgläubiger DJ


Fallkerbe antwortet um 25-11-2013 08:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
@edde,
wir sind eher selten einer Meinung.
Aber volle zustimmung zu diesem Beitrag " edde antwortet um 25-11-2013 05:14"

ergänzend: Ich glaube, gerade als Jungbauer sollte man sich frühzeitig um Partnerschaft und Familie kümmern.
Mit 40 jahren ist es mm erheblich schwerer als mit 25 jahren.

mfg


Rinderbaron antwortet um 25-11-2013 08:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
Ich war im November 2012 auf der BBK in Amstetten um von WFR auszusteigen und wollte dabei nachfragen wie es ist, ab 2014 (oder 2015) bei den Ökopunkten einzusteigen. Ich bekam damals (vor einem Jahr!) auch die Auskunft, dass es das Ökopunkteprogramm nicht mehr geben wird. Ob es tatsächlich so ist, weis ich natürlich nicht.


iderfdes antwortet um 25-11-2013 09:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
@Lendl00: Also inflationsbereinigt ist bei deinem Beispiel die Pacht praktisch gar nicht gestiegen. Aber auch bei uns in der Nähe (Ennstal) werden angeblich schon 800 Euro bezahlt. Das liegt einfach an der hohen Nachfrage. Sehr viele Betriebe suchen ihr Heil in Betriebsvergrößerungen oder brauchen zusätzliche Flächen, um die vorgeschriebene Mindesthektaranzahl pro GVE zu erfüllen. Ob es sich aber wirklich auszahlt, viel Pacht für Flächen zu zahlen, die zig km entfernt sind, ist eine andere Frage.


Holzwurm357 antwortet um 25-11-2013 19:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
@ ZMureck...Augen auf..., hast gschriebn!
Ich und wahrscheinlich auch etliche andere warten gespannt auf deine "kleinen Verbesserungen", die landwirtschaftlichen Produktionskosten zu senken!
Bitte aber nicht nur in Gunstlagen, sondern durchaus auch im Berggebiet, M1-M3 Flächen!

Obwohl, einen interessanten Tipp hast eh schon gschriebn:
"Wenns Dir die Dieselrückvergütung streichen, dann kauf Ihnen nur mehr die Hälfte ab. "

hast noch mehr so geistreiche Ideen, oder soll ma die 2. Hälfte Süssmost tankn?


Bitte um deine Ausführungen!

GlG



PS.: Wenn Universitäten für die (Land)-wirtschaft forschen, schaut das ungefähr so aus...der Hausverstand lässt grüssen.... ;-)



 


tristan antwortet um 25-11-2013 20:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Geduldigen
@Holzwurm & Universitäten
Die Arbeit von der Boku weiß ich schon zu schätzen. Die Vorträge von denen beim Landestag der Schweinemast sind immer die interessantesten.
Erforschtes Wissen kombiniert mit Hausverstand sozusagen ;-)

Dein Foto kommt mir eher so vor:
Der Horst ist der Bauer und alle anderen geben ihren Senf dazu, wie zB: Ama, Behörden, Kammer, Auszigla, Nachbarn, NGO`s, Berufskollegen(=konkurrenten), weichende Erben usw.


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