Wildschaden und Einzäunung

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wawiland 01-06-2013 14:13 - E-Mail an User
Wildschaden und Einzäunung
Der Artikel in der letzten Ausgabe auf Seite 3 bringt mich sehr zum Nachdenken!

Wenn wir Bauern die Jäger mit Zäunungen und einstreichen beauftragen, da geht es weniger um die Kosten vielmehr um die Zeit die dafür beansprucht wird, verlieren wir mehr und mehr die Jäger die sich für einen Angemessenen Wildstand mit der Büchse kümmern, den die sog. Bauernjäger können und wollen sich das nicht leisten. Gefördert werden dadurch Jagdpächter die sich solche Wildschutzmaßnahmen durch Fremdarbeit leisten können, diese (Menschen bei den Geld keine Rolle spielt aber auch keinen Euro hergeben wenn es nicht sein muss) leisten sich aber auch "gute Rechtsanwälte und Sachverständigen" wenn es um Wildschaden bzw. Maßnahmen um Wildschadensverhütung geht.
Solche Jagdpächter wollen in der Regel gute Trophäenträger erlegen, das Hauptaugenmerk liegt dabei weniger bei einem angemessenen Wildstand, Vorschreibungen der Forstbehörden greifen wenig, sicher aber zu spät!

Wir brauchen Jäger die Probleme mit zu hohen Wildbestände erkennen und darauf sofort Reagieren bevor es zum Wildschaden kommt. Meiner Erfahrung nach sind dies Jäger die sich auch mit der Land und Forstwirtschaft intensiv auseinander setzen, diese werden leider immer weniger oder stellen sich immer weniger zur Verfügung

Ich bin selbst Land- und Forstwirt und auch Jäger (Pächter) in unserer Gemeinde in OÖ, kann mir aber nicht vorstellen, dass ich auf verlangen meiner Berufskollegen die Waldflächen einzäune da ich die notwendige Zeit dafür nicht aufbringen kann.
Die Absicht meiner Jagdkammeraden (überwiegend Landwirte) und mir ist es vielmehr den geregelten Wildbestand herzustellen und zu erhalten!
Dabei bleibt immer noch die Frage offen: welcher Wildstand ist Angemessen? - Ansichtssache! - Dies ist eine Diskussion die wir uns immer wieder von neuem Stellen müssen und werden, in meiner 20jährigen Tätigkeit als Mitpächter der Jagd haben wir es immer wieder geschafft den Konsens zu finden.

Welchen Jagdpächter würdet Ihr euch wünschen?
lg



Jophi antwortet um 01-06-2013 19:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wildschaden und Einzäunung
Hallo !

Zum Thema " angemessener " Wildbestand.
Angemessen, ist der Wildbestand dann, wenn sich der Verbiss in akzeptablen Grenzen hält, d.h. Naturverjüngung durchkommt.


Gerhardd antwortet um 01-06-2013 20:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wildschaden und Einzäunung
Hallo

Ich glaube Verstreichen/spritzen ist nicht ganz dasselbe Thema wie ein Wildschutzzaun.

Zum Zaun: meine Jagdberechtigten (Gemeindejagd) vertraten den Standpunkt: auf einem halben ha steiler Wiesenaufforstung mit Lärche und starkem Fegedruck sollte ich entweder - wie es sich gehört - Fichte aufforsten ........ oder mir selbst einen Zaun aufstellen!
der Sachverständige zur Schadensaufnahme argumentierte jedoch: wenn der sehr bemühte Waldeigentümer unmöglicherweise eine Hauptbaumart wie Lärche aufbringt und die Jägerschaft nur einen Zaun vorschlägt - so ist das eine Bankrotterklärung (wörtlich!) der Jagd!
und sollten wir jemals - auch nur versuchsweise - einen Zaun errichten, so empfahl er mir auch, mir das spätere Entfernen durch die Jägerschaft durch persönliche Verträge zuzusichern.
Denn: die BFI ist verpflichtet, wenn die Kultur im gesicherten Alter ist, die Entfernung des Zaunes zu kontrollieren ....... und das Wegräumen eines eingewachsenen Zaunes kann mehr Aufwand bedeuten als das Aufstellen.
Mittlerweile haben wir - natürlich ohne Zaun - einen gemeinsamen, gangbaren Weg eingeschlagen, und ich habe heuer zum Erstenmal seit Jahren - bisher - erfreulicherweise stark verminderte Wildschäden.



steve__24 antwortet um 01-06-2013 22:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wildschaden und Einzäunung
ich verstehe beide Seiten- die von den Jägern- sowie die von den Landwirten.

Wichtig ist die tatsache, dass Jäger nur einen bruchteil Ihrer jährliche Jagdzeit mit der Büchse durchs Revier streifen- Sie haben noch ganz andere Aufgaben- die sie meiner Meinung nach in vielen Gebieten sehr gut lösen.

Die Wildschadensproblematik ist und bleibt ein Problem- nur man muss auch folgende Begriffe definieren
ökologische Wilddiche und ökonomische Wilddichte- denn dann weiß man, das es hier erhebliche Unterschiede gibt.
eines muss ich auch ganz betonen- wenn der Borkenkäfer jagbares Wild wäre- wären dann auch die Jäger für dessen Bekämpfung zuständig?

das wichtigste ist die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern
- hierbei muss ich auch manche Jäger darauf aufmerksam machen- dass die Jagd nicht den Sinn hat- mit gehobenen Personen auf einen Bock zu gehen um prädestinierte Stellen im Berufsleben oder große Geschäfte an land zu ziehen (da wärs besser einen MBA Lehrgang zu machn), sondern die Hege und pflege des Wildes und der Kulturlandschaft.

leider ist die Vergrämung nicht so einfach wie beim Wildschwein und damit sehr arbbeitsintensiv- auch hier sollte ein Konsess zwischen grundeigentümer und Jäger gefunden werden.

Bei Wildschweinen hat sich Wildsau-Stopp in der Praxis bewährt und ist sicher in der Anwendung

http://weideprofi.jimdo.com/unsere-leistungen/wildabwehr/wildsaustopp/



baerbauer antwortet um 02-06-2013 09:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wildschaden und Einzäunung
ich verstehe auch beide seiten der jagd.
unser jäger (+bauer) hat da so seine makken: jährliche trophäenjagt in ungarn, hier wird das wild schon beim ersten schnee richtig gefüttert, selbst hat er keinen wildacker angelegt und seine felder sind eben auch dort wo nicht das wild ist.
die ausgänger wechseln häufig, da sie die arbeit machen dürfen, die er vorgibt und er geht jagen - is halt ein herrenbauer.
meinen soja fressen die hasen regelrecht ab, als ich letztens auf ihn zuging, hat er gleich einen andern weg eingeschlagen, weil er wusste was kommt....... er ist haltso.

als jäger sollte man das wild hegen und nicht jeden kümmerling auch mästen. mal schauen was beim anberaumten gespräch noch rauskommt
lg


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