Bergkameradschaft-ade?

Antworten: 10
helmar 31-12-2012 08:20 - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?
Tourengehen boomt geradezu, und immer öfter geschehen Unfälle von Skisportlern im freien Gelände. Abgesehen davon dass es immer wieder dazu kommt dass trotz Warnungen Menschen ins Gelände gehen und diese ignorieren und wenn etwas passiert dann sich Bergretter in Gefahr begeben um zu helfen, ging zumindest ich davon aus dass die "Berggeher" doch irgendwie ein verschworenes Völkchen wären welches einander hilft wenn es notwendig ist........zumindest 2 haben dies nicht getan, siehe die diversen Meldungen in verschiedenen Medien.
Mfg, Helga


golfrabbit antwortet um 31-12-2012 08:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?
Das Problem ist der "Modetrend" Tourengehen. Waren früher nur wirklich eingefleischte Berggeher mit Tourenschi oder Figl in den unberührten Regionen unterwegs, glaubt heute fast jeder Zweite wenn die Mountainbike-Saison vorbei ist, mit Fellen und neuestem Tourequipment bewaffnet die Höhen unsicher machen zu müssen. Die skurile Abart der "Pistengeher" entstand überhaupt erst in den letzten Jahren. Das Naturerlebnis ist da eher zweitrangig, wichtiger sind Pulsfrequenz, zurückgelegte Höhenmeter und Laktatwerte - daß man sich diese hart erarbeitenden Werte nicht durch lästige Ablenkungen wie Verschüttetenbergung, Kameradenhilfe usw. versauen läßt ist für solche "Outdoorenthusiasten vom neuen Schlag" leider Gottes nicht mehr undenkbar.



walterst antwortet um 31-12-2012 08:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?
mein Lieblingsanalyst kennt das Phänomen der unterlassenen Hilfeleistung schon länger. Hintergrund: Ein Nichtschwimmer ertrinkt in Anwesenheit zahlreicher potentieller aber untätiger Retter...
 



walterst antwortet um 31-12-2012 13:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?
worauf ich noch hinweisen möchte: Auch für den verdächtigten Hilfeleistungsverweigerer gilt die Unschuldsvermutung.
Seit Altlandeshauptmann Alois Partls Fall bin ich da noch vorsichtiger. Damals wurden ja hunderte Innsbrucker der unterlassenen Hilfeleistung verdächtigt und der Staatsanwalt ermittelte, weil angeblich der arme AltLH nach einem Sturz stundenlang auf einer Stiege in seinem Blut lag und hunderte Leute über ihn drübergestiegen sein mussten, ohne ihm zu helfen. So zumindest die Version des LH und seiner willfährigen Journalisten.
Dass der LH nicht stundenlang hilflos herumgelegen ist, sondern in der fraglichen Zeit stundenlang mit Helfern gesoffen hat, durfte nicht bekannt werden, weil Partl Angst vor seiner Alten hatte. Deswegen lieber ein Gschichtl erfinden und den Staatsanwalt auf die Bürger hetzen. Am Schluss war noch nötig, ein Gutachten einzukaufen, das dem Partl retrograde Amnesie bescheinigt, damit er der Blamage durch die Wahrheit noch entschlüpfen konnte....


tiroler antwortet um 31-12-2012 15:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?
@walterst
gut informiert auf"dietiwag.org


Bergdoktor1 antwortet um 31-12-2012 15:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?

Hallo golfrabbit,

Wenn Leute mit Tourenschiern Pisten raufgehen bezeichnest du das als "skurille Abart". Ich bin so ein skuriler Abartiger. So gut dein "Jahrhundertbeitrag" über die Feiertagsarbeit und eigentlich die meisten deiner Einträge sind, so unüberlegt ist dieses Posting weil du sehr stark verallgemeinerst.

Mir ist das Problem mit den Pistenngehern bestens bekannt weil ich selber in einem Schigebiet arbeite und ich bin dafür dass Jene die bergauf die Pisten bei vollem Schibetrieb queren, von dort verwiesen gehören. (Wenn sie ganz am Rand aufsteigen kann man es ja noch tolerieren, weil die meisten ja eine gültige Saisonkarte besitzen). Genauso wie ich dafür bin dass jene die unmittelbar nach der Präparierung abfahren und damit tiefe Furchen in die frischen Pisten ziehen die am nächsten Tag wenn es angezogen hat, zur Gefahr für Schifahrer werden, bestraft gehören. Richtig gefährlich wird es aber wenn, was leider immer wieder vorkommt, Tourengeher auf Pisten abfahren wo gerade Windengeräte im Einsatz sind. Die Seile dieser Winden sind oft viele hundert Meter ausgespult, verlaufen in Kurven und sind im Schnee nicht sichtbar. Wenn sich das Seil dann spannt, verhält es sich wie die Sehne eines Pfeilbogens. Ein Wunder dass nicht schon mehr passiert ist. Das ist alles ein großes Problem dessen Lösung nur eigene Pisten für Tourengeher für die sie auch bezahlen, sein kann. Ich glaub mich zu erinnern dass im Fernsehen mal ein solches Projekt vorgestellt wurde. Und zwar hat da in Osttirol? ein Hüttenwirt die Initiative ergriffen, indem mit einer gebrauchten Pistenraupe eine Piste grob präpariert (gleichzeitig Versorgung der Hütte) und den Tourengehern zur Verfügung stellt. Seine Hütte am höchsten Punkt der Piste wird seitdem sehr stark frequentiert. Die Piste wäre sonst aufgelassen worden weil die Liftanlagen abgetragen wurden. Der Wirt hätte auch seine Hütte zusperren müssen.
Übrigens wären die meisten Sportler auch bereit für Parkplätze zu bezahlen.

Aber es gibt auch eine Gruppe von Tourensportlern die niemandem negativ auffallen, weil wenn die unterwegs sind schlafen die meisten Leute noch, und dieser Gruppe gehöre auch ich an.
Wir stehen um 5 Uhr in der Früh auf und gehen mit Stirnlampen die Pisten hoch. Natürlich nur wenn es nicht geschneit hat und deshalb keine Pistengeräte mehr im Einsatz sind. Ich habe in dieser Saison schon über 10 000 hm in den Beinen und bin noch keinem einzigen Menschen dabei begegnet (ausser Gleichgesinnten natürlich) Die Pisten sind um diese Zeit hart und unsere Spuren sind kaum zu sehen.
Ich fühle mich wohl bei diesem Sport der von dir als skuril und abartig bezeichnet wird !
Ist es wirklich so verwerflich Konditionstraining als Motiv zu haben? Und was ich noch als großen Vorteil sehe: Von einer Lawine wird unsereins nicht so leicht verschüttet. Wir verursachen damit auch keine großen kostspieligen Rettungsaktionen wo Freiwillige ihr Leben riskieren. Somit kann es dann auch nicht heißen: Er galt als erfahrener Alpinist.
Hast du das Ganze schon mal von dieser Seite aus betrachtet ?

Und zum betreffenden Fall mit der verweigerten Hilfeleistung:
Du suggerierst dass die Hilfe verweigert wurde weil es jemand war der diesen skurilen abartigen Sport betreibt. Da könnte man jetzt genauso hergehen und fragen was die Betreffenden von Beruf sind. Angenommen sie sind Leher - was würden die Leher sagen wenn ich suggeriere sie haben die Hilfe verweigert weil die Lehrer halt so sind?

Hilfeleistung bei einem Unfall wird für die meisten selbstverständlich sein - gilt auch für Tourengeher und Lehrer ;-) Dass hier die schwarzen Schafe Tourengeher waren liegt auf der Hand - wer sonst wäre in dieser Gegend unterwegs. Es wird leider immer Leute geben die sich so verhalten - nur zu hoffen dass man im Fall eines Falles nicht auf solche trifft.





golfrabbit antwortet um 31-12-2012 16:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?
@Bergdoktor
Bitte nicht gleich eingeschnappt sein. Mit "skurile Abart" verbinde ich eher "ungewohnte neue Form", Perversionen egal welchen Ursprungs dichte ich selbstverständlich keinem von euch an. Wenn mein Geschreibsel dahingehend mißverstanden werden kann daß ich gerade euch in den engeren Verdachtkreis einbeziehe, so entschuldige ich mich.

@Walter
Brauch den Hofdeppen Partl hier nicht zu verteidigen, währen ein Steirer aber unter einer Lawine elendig erstickt und nicht Jedermann zu helfen versucht, dietiwag.org zu zitieren (zum wievielten Mal?) halte ich für entbehrlich.


walterst antwortet um 31-12-2012 17:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?
@golfrabbit

es geht darum, dass Helmar oben von "mindestens zwei" Tourengehern redet, die die Hilfe verweigert hätten, während - wir wissen ja noch wenig dazu - es um höchstens einen Verdächtigen geht.
Und es geht nicht um den Partl, sondern um die Vorverurteilung und unrechte Beschuldigung Unschuldiger.
dietiwag muss man notgedrungen zitieren, wenn es keine besseren Informationsquellen gibt. Ich kann ja auch nicht die Kronenzeitung zitieren, wenn jemand eine Info aus einer Betriebsanleitung braucht.
Das zitieren von dietiwag hat glaube ich nicht dazu geführt, dass der Tourengeher erstickt ist.


Bergdoktor1 antwortet um 31-12-2012 17:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ golfrabbit

"ungewohnte neue Form" gefällt mir wesentlich besser als "skurile Abart" ;-)
Da ich mich direkt angesprochen fühlte, nehm ich die Entschuldigung natürlich an.

Wünsche dir und allen Usern von Landwirt.at einen guten Rutsch und dass das neue Jahr für jede(n) so wird wie er (sie) es sich erhofft.






Nuss antwortet um 01-01-2013 14:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bergkameradschaft-ade?


@ Bergdoktor


Also wenn ich hier mal von meinen Erlebnissen mit Tourengeher vs. Pistenraupe mit Seilwinde erzählen würde, wäre das ein richtig schön LAAAANGER Bericht, da ich selbst mit einer Windenmaschine in einem Skigebiet arbeite.

Um es kurz zu fassen, wenn nur ein Drittel aller Tourengeher die bei uns sich auf "abartige" Art und Weise den Berg rauf quälen, die selbe Einstellungen zu den ganzen Thema haben wie du, würde mir SEHR viel Ärger erspart bleiben!


P.S: Zum glück ist der Vollmond jetzt wieder vorbei, denn bei Vollmond wachsen die narrischen, uneinsichtigen, denen Ihr eigenes Leben fast nichts wert ist, auf den Pisten als wie die Schwammerln nach dem Regen!


Lieblingssatz aller von mir aufgehaltenen Tourengeher: Ich werde schon aufpassen das nichts passiert!






helmar antwortet um 07-01-2013 19:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Das letzte Wochenende war vom Wetter her mehr als besch.............. und trotzdem können die Bergretter wieder ausrücken weil es solche Narren gibt welche ausserhalb des gesicherten Geländes unterwegs waren.
Kreuzteifeleini.......
Mfg, Helga


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