Die Zeit nach Quotenende

Antworten: 16
Hausruckviertler 20-12-2012 12:50 - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Ich bin zwar seit geraumer Zeit nicht mehr Mitglied des Bauernbundes, aber ab und zu schneit doch ein Exemplar der OÖ Bauernzeitung ins Haus. So auch diese Woche.
Ein interessanter Bericht, dass die Berglandmolkerei die erste ist, die das Zukunftsmodell für die Milchlieferung nach Quotenende bekannt gibt. Demnach richtet sich die "Basismenge" für die der Bauer den vollen Preis bekommt, nach der besten Anlieferung der Wirtschaftsjahre 09/10 oder 10/11 oder 11/12. Abnahmegarantie gibt es für die gesamte Milch, nur muß für die Menge die über die Basismenge hinausgeht, ein Vermarktungsbeitrag bezahlt werden, der alle Jahre neu festgelegt wird.
Soll die angelieferte Menge in diesem Zeitraum unter der aktuellen Quote liegen, so gilt die Quote als Grundlage. Verleaste Mengen werden dem Leasinggeber zugerechnet.
Es nützt also nichts, wenn sich jemand jetzt noch Quote kauft. Für alle die in nächster Zeit mit der Anlieferung expandieren wollen, gibt es jedes Jahr eine Erhöhung der Basismenge um 30% der Mehranlieferung des jeweiligen Jahres.
Ist gut möglich, dass dieses Modell auch für andere Molkereien in Frage kommt, vieleicht mit der einen oder anderen kleinen Änderung.
Ich habe schon früher in diversen Einträgen hier im Forum die Meinung vertreten, dass die Molkereien eher die Anlieferung eines gewissen Zeitraumes als Grundlage hernehmen und nicht die Quote. Nur hätte ich gedacht, dass die Molkereien erst knapp vor auslaufen der Quote mit ihren Strategien herausrücken.


mukuh_farmer antwortet um 20-12-2012 17:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Ich weiss von der MGN Versammlung, das bei der NÖM in der Zeit nach der Quote, natürlich bis dato, keine neue Regelung eingeführt wird, sondern der Genossenschaftsanteil pro Bauern auch der realen Liefermenge pro Bauern (8€ pro 400kg) gegenüber steht, damit man, im Falle extremer Turbulenzen, die Genossenschaftsanteile als "Lieferrecht" heranziehen kann. Das ist der Standpunkt der MGN der an die Öffentlichkeit getragen wurde...

Nur stellt sich die Frage, braucht man so ein Liefermodell wie es die BL plant überhaupt?


Hausruckviertler antwortet um 20-12-2012 18:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Es wird, wie gesagt, jede Molkerei ihre eigene Strategie entwickeln. Es wird auch sehr viel drauf ankommen wie es mit den Kapazitäten der einzelnen Molkereieen ausschaut.
Ich finde die Maßnahme der Berglandmilch nicht so schlecht. Wie es bei unserer Vöcklakäserei auschaut, kann ich auch noch nicht sagen, aber ich denke die werden in nächster Ziet sicher ein Konzept vorlegen. Wäre so ähnlich wie bei Bergland, wär gar nicht mal so unzufrieden.



golfrabbit antwortet um 20-12-2012 18:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Finde das Berglandmodell auch nicht ganz aus der Luft gegriffen, außerdem finde ich es ehrlicher bereits frühzeitig damit herauszurücken - so kann man bei Nichtgefallen doch noch nach Alternativen(Wechsel, Auslaufen..) für seinen eigenen Betrieb sehen.


karl0815 antwortet um 20-12-2012 20:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Das "Zukunftsmodell" der BGLM ist doch eine reine Geldsammlerei, um Betriebe, die in Zukunft erweitern wollen, zur Kasse zu bitten.
Dieses Modell wird womöglich in einigen Jahren das Schicksal des letzten Liefermodells erleiden(Zu und Abschläge): Dies wurde auch am Anfang hochgelobt und landete mittlerweile im Mistkübel der Molkereigeschichte. Aber nachdem sich die Bergland-Vorderen das in den Kopf gesetzt haben, wird es eben mal ausprobiert. Die fürchten sich vor 25% Mehrproduktion der Lieferanten. Wie heist´s so schön:
Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!!
Das BGLM Modell ist aber allemal besser als jenes der EM, denn dieses ist noch viel komplizierter.
Das beste Modell haben die Gmundner: nämlich den Milchpreis und sonst nichts.Das ist einfach, ehrlich und vernünftig, so wie man es von den Gmundnern gewohnt ist.


Gerhardkep antwortet um 20-12-2012 20:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
karl0815
Muß dir vollkommen recht geben bin aber kein Gmundnerlieferant

gk



179781 antwortet um 20-12-2012 21:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
MIr kommt das immer komisch vor. Die meisten Milchbauern wollen das Kontingent weghaben. Und genauso wollen sie weiter eine sichere Abnahme zu einem sichern Preis. Das geht nicht miteinander.
In Zukunft bekommen die Milchbauern für ihre Flächen die selben Ausgleichszahlungen wie die Getreidebauern. Also sollen sie auch gleiche Bedingungen beim Verkauf haben.
Wenn die Nachfrage gut ist, wird das abgelieferte Produkt gut nachgefragt und auch gut bezahlt. Wenn mehr auf den Markt kommt, als nachgefragt wird, dann wird es auch jemanden geben, der es kauft, aber der Preis wird halt schlecht sein.

Gottfried


biolix antwortet um 20-12-2012 22:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Nabend !

nur eins, ich verstehe da mehr nicht... nur Vorsicht !!

Wer glaubt echt das die Grünlandbauern gleich viel Ausgleichszahlungen pro ha bekommen als die Ackerbauern ?
1. wird das ganze erst 2019 sein, wenn überhaupt, in Deutschland vielleicht schon 2014, weil die haben vor 10 Jahren die Besitzstandswahrung bereits aufgelöst und in den letzten 10 Jahren bereits übergeführt.
2. Wer sagt Euch das es dann noch Prämien gibt und in dem Ausmaß wo es jetzt angekündigt wurde ?
3. Wenns in Deutschland gegangen ist, warum glaubts habens in Ö so lange gebraucht, inkl. natürlich warum gehts die ersten Jahre prozentuell so langsam in diese Richtung ?

Also ich glaub eher ans Christkind... ;-)

lg biolix


edde antwortet um 21-12-2012 07:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
@biolix

wenn du wieder mal deine unbeugsame ideologie zur seite legst kommen von dir wirklich gute einträge.
besitzstandswahrung hat sich in der landwirtschaft leider auch sehr festgesetzt,meisst schön verpackt mit dem argument "wir lassen uns nicht auseinanderdividieren", was nichts anderes bedeutete als dass unrecht einzementiert wurde.

mfg




helmar antwortet um 21-12-2012 07:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Genau so ist es, also wundert euch nicht wenn ich euch zustimme.
Mfg, Helga


fabian antwortet um 21-12-2012 08:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
lieber karl0815,

du irrst, auch unsere Gmundner haben ein "Modell". Abschläge bei Mehrlieferung im Frühjahr (über Vorjahreslieferung), sind nicht "OHNE"!
Zusätzlich kommen in Zukunft Geschäftsanteile für Mehrlieferungen in Abzug!
Bei Berglandmilch werden (laut verlässlicher Info eines Funktionärs), in Zukunft keine Geschäftsanteile mehr eingehoben.
Ich bin überzeugt, dass unsere Gmundner Funktionäre derzeit gar nicht in der Lage sind, Zukunftsmodelle mit Wirkung zu beschließen.

Nach gründlichen, vorbehaltslosen Durchdenken des Berglandmilchmodells, muss man den Verantwortlichen dazu gratulieren!


karl0815 antwortet um 21-12-2012 09:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Hi!
Das Gmundner Zu-und Abschlagsmodell dient aber nur dem saisonalen Preisausgleich zw Frühjahr und Herbst(zu viel bzw zu wenig Milch), für die Molkerei ist es fast ein Nullsummenspiel!
Dass in Zukunft bei der BGLM keine Geschäftsanteile mehr eingehoben werden ist unter den BGLM-Müttern keinseswegs ausgemacht(aber der Obmann will´s , da hast recht)
Die Genossenschaftsanteile sind Eigentum der Milchbauern, der Verwertungsbeitrag ist sofsrt bei der Molkerei ertragswirksam und für den Bauern verloren!
(ich weiss schon, die Genossenschaft gehört den Bauern,bla , bla,bla)

Man nimmt dem Milchbauern das letzte Druckmittel aus der Hand(Molkereiwechsel) und ein paar schwache (aber nicht dünne) Bauernver(t)reter spielen freudig mit!

Wenn die Bauernvertreter nicht mehr die Sprache der Bauern sprechen, sondern nur mehr den Politikern und Geschäftsführern zusprechen, wird´s Zeit für Veränderungen!



fabian antwortet um 21-12-2012 13:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
lieber karl0815,
dein Nickname und deine bla, bla, bla Einstellung sagt sehr viel aus.

Wo Druckmittel und Molkereiwechsel hinführen haben einige von uns in letzter Zeit schmerzhaft miterlebt.

Wir ALLE zahlen unsere Megainvestitionen in Gmunden gemeinsam, egal um wieviel der Einzelne mehr anliefert und daher die Kosten der Verarbeitung und Vermarktung steigen.

Bei Bergland zahlen nur jene Milchlieferanten einen Verarbeitungsbeitrag, die in Zukunft mehr produzieren können oder wollen!
Das finde ich wesentlich gerechter in jeder Hinsicht!


biolix antwortet um 21-12-2012 14:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Hallo Edde !

"Unbeugsame Ideologie" .. ;-))) Man steht nur zu dem was man am Besten findet, inkl. nach dem man lebt.....
Aber es muss niemand alle Ansichten teilen, das wäre ja langweilig.. ;-)
Und hier gebe ich dir auch recht...

lg biolix


walterst antwortet um 21-12-2012 18:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
was ist der Grund, dass die MItglieder der Gmundner nicht das perfekte Modell der Bergländer übernehmen, deren geschäftsführung das ganze sicher im Sinne ihrer Mitglieder wohldurchdacht und ausgefeilt hat?


fabian antwortet um 21-12-2012 19:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
Lieber Walter,

gestern bei der Funktionärsitzung wurden mehrere "Modelle" diskutiert.

Auch die "flexible Mengensteuerung" der IG - Milch.

Wie schon vorher gesagt, die Verantwortlichen konnten sich (wie so oft)! nicht entscheiden.


walterst antwortet um 21-12-2012 20:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Die Zeit nach Quotenende
wenn die Gmundner Funktionäre die "flexible Mengensteuerung der IG-Milch diskutiert haben, dann erschreckt mich das ein wenig, denn die flexible Mengensteuerung der IG-Milch ist ja nicht für die Steuerung auf Molkereiebene gedacht.
Aber wer oder was spricht bei Deiner Gmundner nun gegen das Berglandmodell, das vom vordersten bergländer konzipiert und stellvertretend für alle Mitglieder bestens durchdacht wurde?
Entscheiden werden das bei der Gmundner ja wohl die Mitglieder, oder nicht?


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